Frau Dr. Vollmer, lassen Sie Ihren Vorsitz am Runden Tisch ruhen!
Frau Dr. Vollmer, lassen Sie Ihren Vorsitz am Runden Tisch ruhen!
Gestern gab es die Vorankündigung eines Textes der FAS. [voriger Blog-Eintrag].
Heute lese ich den Volltext in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung [leider nicht im Netz zugänglich].
Mein Fazit: Frau Dr. Vollmer sollte, bis die Vorwürfe geklärt sind, den Vorsitz am Runden Tisch Heimerziehung niederlegen. Es könnte sein, daß sie nicht geeignet ist, zur Klärung von Mißbrauchsvorwürfen beizutragen.
Hier der Link zum Artikel:
http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~EB940BDD69EE44FE6A3BDA8ED624CFA41~ATpl~Ecommon~Scontent.html [Dienstag, 6. April 2010]



________________________________________
Regina Eppert Warendorf : Vollmer erfuhr 2002 vom Missbrauch an Odenwaldschule
Ein Zeitungs-Artikel v.03.04.2010 der erschüttert, der das Misstrauen gegen Frau Dr.Vollmer schürt und uns ehemaligen Heimkindern erneut vor die Frage stellt, wie soll so die Aufgabe des „Runden-Tisches-Heimerziehung“ in Berlin aufrichtig bearbeitet werden?. Es ist auffällig, dass einige ehemalige Heimkinder beinahe ihren Kampf um Gerechtigkeit aufgeben werden. “Irgendwann kann man nicht mehr“, so Herr Focke in einem Fernsehbeitrag, ich kann das sehr gut nachempfinden. Das Recht für uns ist auf einer Höhe angesiedelt, wo ehemalige Heimkinder nicht hinkommen können. Die Nachricht, dass Frau Dr. Vollmer schon 2002 von Missbrauchsfällen der Odenwaldschule informiert wurde und nicht weiter bearbeitet hat, kann vermuten lassen, dass die Aufarbeitung für die Ehemaligen für sie am R.T.nur eine Nebensache ist. Frau Dr.Vollmer ist die Wichtigkeit der Aufarbeitung für die gequälten Menschen und die Seelenqualen von Betroffenen bekannt und die Betroffenen erwarten ein gutes Ergebnis. Wenn ich bedenke, wie, wo und was meine Schwester Elke Meister und ich schon alles in den 7 Jahren gemacht haben. Gehör haben wir bekommen, doch wenn wir außer Reichweite waren hat man uns und die Versprechungen etwas für die Betroffenen zu tun vergessen. Das viele Elend was ich in den Jahren mir angehört habe ist kaum zu überbieten, dabei stelle ich fest, es sind viele verzweifelte Menschen, die immer wieder etwas Hoffnung haben, sie werden aber durch Ignoranz und Hinhaltetaktik erneut traumatisiert. Ein grausames Spiel der Verantwortlichen (vor allen Dingen der Kirchen) was hier betrieben wird. Fest steht, hier ist unrecht geschehen, festgestellt beim Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages, mit deren Empfehlung, die Geschichte der Heimkinder vollständig aufzuarbeiten. So haben es die Abgeordneten in der 4.Sitzung 2008 einstimmig beschlossen, mit der Empfehlung an den Deutschen Bundestag. Sicher müssen einige Gesetze und Dinge bei der Bundesregierung berücksichtigt werden. Doch der Umgang mit uns, u.a. bei den Versorgungsämtern, ist eine reine Katastrophe. Der bayrische Landtag bekam eine Petition der Ehemaligen und will nichts in dieser Angelegenheit machen. Die Abgeordneten aller Parteien halten das für nicht Zweckmäßig und wollen erst den R.T.in Berlin abwarten. Außerdem wäre das Geld für einen „Runden Tisch“ im Bayrischen Landtag nicht vorhanden.(Soll man Lachen oder weinen, bei dieser Stellungnahme?) Im Landtag Düsseldorf werden die eingereichten Unterlagen der Antragsteller (der ehemaligen Heimkinder) nicht an die zuständige Stelle weitergereicht.(Verzögerungstaktik?) Bischof Mixa straft durch seinen Pressesprecher ehemalige Heimkinder als Lügner und als unglaubwürdig ab, was für eine billige und schnodderiche Art sich aus der Affäre zu stehlen. Warum setzt er sich nicht mit den Frauen an einen Tisch und klärt diese Angelegenheit, wenn er in den 70er und 80er Jahren geprügelt hat. Hier und heute werden so Opfer zu Tätern gemacht, ich hoffe nicht dass das wieder passiert. Die neue Hotline der kath.Kirche will den Missbrauch- Opfern helfen. Nur stelle ich mir die Frage, WIE ? Ein Gespräch, wenn es denn zustande kommt, dauert viele Stunden. Was ist mit den Ergebnissen? Was passiert mit den Menschen, wenn der Hörer nach so einem intimen Gespräch vom Telefon aufgelegt wird. Schon wieder werden die Betroffenen mit ihrem ganzen Leid allein gelassen. Hier wird Kontrolle über die Betroffenen ausgeübt, mehr nicht. Die Anzahl der Anrufer bei der Hotline, Mitteilung an die Presse (heute 2.04.2010) im Morgenmagazin) zeugt von Übertreibung. Warum nicht eine unabhängige Kommission für dieses so heikle Thema. Kann man diese Art von Aufklärung ernst nehmen, ich glaube nicht. Mir ist in 7 Jahren kein Fall bekannt wo direkte Hilfe von den Institutionen Kirche oder Staat bei den Betroffenen angekommen ist. Frau Dr.Vollmer ist hiermit aufgerufen eine Erklärung über diesen Zeitungsbericht abzugeben, bevor sie weiter den R.T. mit Juristen von Staat und Kirchen moderiert und über unser aller Schicksal verhandelt und wichtige Entscheidungen trifft.
so eine schweinerrei, frau vollmer muss mit sofortiger wirkung ab und zurück treten. das schreibe ich auch für betroffenen die sich nicht im netz wehren können.
Kann ich nur befürworten, dieser Artikel ist lesenswert und deutlich gemacht.