Sagenhaft, diese Österreicher!
Sagenhaft, diese Österreicher!
Ruckzuck wurde in Tirol eine Steuerungsgruppe eingerichtet, die ruckzuck eine Empfehlung an die Landesregierung erarbeitet hat, in der beispielsweise zu lesen ist:
»Die Höhe des Schmerzengeldes bewegt sich in den in Österreich gängigen Pauschalbeträgen
zwischen € 15.000,– und € 25.000,– und wird von einer für die Beurteilung
des erlittenen Ungemachs vom Land Tirol eingerichteten Kommission bindend
festgelegt. …
Eine geringere Entschädigungssumme wird als unangemessen angesehen.
Ein Verzicht auf allenfalls darüber hinaus (noch) bestehende weitergehende Ansprüche
wird damit nicht verknüpft.«
Österreich, du machst es besser! Wer das ganze Dokument lesen will:
Man muß übrigens den bundesdeutschen Runden Tisch, mittlerweile in zwei-Klassen-Ausführung vorhanden,
nicht zur Schnecke machen – er ist eine.
“Schleich di!” würde ein Österreicher sagen.
photo: dierkschaefer



BISHERIGE KOMMENTARE von Betroffenen zu den „Entschädigungsvorschlägen“ von Frau Sonja Djurovic, Frau Eleonore Fleth, Herrn Rolf Breitfeld und Stefan Beuerle ( vom 1. Juli 2010 ), die „Geschäftsführer“ Holger Wendelin und „Schirmherrin“ Antje Vollmer „nicht“ für „wichtig“ hielten und daher nicht im Sitzungsprotoll des »Runden Tisch Heimerziehung« protokollieren ließen.
Eine genaue Berichterstattung über diese LÖSUNGSVORSCHLÄGE in der Bundesrepublik Deutschland, AUF BUNDESEBENE, ist – wie vielles andere auch ! – in meinem EHEMALIGE HEIMKINDER BLOG Nr. 1 @ http://heimkinderopfer.blogspot.com/2010/07/bekanntgabe-von-losungsvorschlagen-am.html zu finden.
Manche dieser und ähnlicher von mir unten aufgeführten Kommentare sind mir persönlich per Email zugestellt worden. Wer dabei was gesagt hat oder schriftlich niedergelegt hat, spielt dabei keine Rolle.
Ich bin nur der Berichterstatter. Erschießt nicht den Berichterstatter !
I am only the messenger. Don’t shoot the messenger !
Zusammenfassung einiger Kommentare, die mir bisher übermittelt wurden.
„Heimkinder: 300 Euro Opferrente – ein Kompromiss. Aber mehr ist nicht drin.“
„Dies ist eine Forderung, die von allen Opfern akzeptiert werden kann.“
„Ich habe die Lösungsvorschläge dieser vier Leute sehr guttuend und wohlwollend zur Kenntnis genommen. Dass es eventuell noch einen Feinschliffbedarf gibt, tut der Sache keinen Abbruch.“
„Für mich sind 300 Euro eine höchst wiederliche Beleidigung, für 18Jahre Zwangsarbeit. Es ist eine neue Entwürdigung für mich.“
„Da gebe ich Dir vollkommen Recht, 300 Euro monatlichtich ist ein Hohn !!!“
„Lieber ab 2011 monatlich 300 Euro bekommen als mehr zu erwarten und noch lange darauf warten zu müssen. Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.“
„Eine kleine Zusammenrechnung:
300 Euro im Monat zahlbar über 10 Jahre = 36000 Euro
300 Euro im Monat zahlbar über 15 Jahre = 54000 Euro
300 Euro im Monat zahlbar über 20 Jahre = 72000 Euro
300 Euro im Monat zahlbar über 25 Jahre = 90000 Euro
300 Euro im Monat zahlbar über 30 Jahre = 108000 Euro
Ich habe vor noch mindestens 30 Jahre zu leben. Ich wäre daher bereit jetzt und sofort eine einmalige Entschädigungszahlung von 108000 Euro anzunehmen und mich damit zufrieden geben. Zusätzlich müssen jedoch auch noch jegliche Traumabehandlungskosten und ähnliches völlig und uneingeschränkt von den Kirchen und vom Staat übernommen werden.“
„Mit den gemachten RTH Lösungsvorschlägen stimme ich bis auf Punkt 6. und 7. voll überein.
Punkt 6:
Die Opferrente von 300 Euro pro Monat halte ich für zu gering.
Punkt 7:
Eine Vergütung nach dem Modell einer “Haftentschädigung” wäre ideal. Eine Benachteiligung von ehemalige Heimkinder, die z.B. nur 2 oder 3 Jahre im Heim verbringen mussten, sehe ich nicht. Schlimmes erlebten wir schließlich alle.
Jemand der 10 Jahre und länger in Heimen gequält wurde und hiervon gibt es sicher sehr viele, muß natürlich endsprechend dieser Jahre plus der Jahre bei den Bauern entschädigt werden. Die schwere Arbeit als Kind bei den Bauern wird oftmals vergessen.
Eine gleiche hohe Entschädigung, unabhängig von den Jahren, wäre inkorrekt und ein fataler Fehler. Ich kann mir nicht vorstellen, daß Sie hierfür auch nur 1 Zustimmung erhalten werden.“
„Lächerlich!!!!
Ein Knastplatz kostet 3000 Euro im Monat und den werden wir bald in Anspruch nehmen.“
„Ein »‚Auslandsmaßnahme‘ Platz für heutige ‚Problermkinder‘« ( wo deutsche Kinder im Auslande für ausländische Bauern „Zwangsarbeit“ leisten dürfen ), kostet 6000 Euro im Monat, und die kirchlichen ‘Vermittler’ kassieren das Meiste davon, d.h. es geht einzig und allein in ihre Taschen und Tressore.“
„Nichts ist festgelegt. Und die weiterhin am »Runden Tisch« Schwadronierenden sind nicht die Entscheidungsträger in dieser Sache. Sie bestimmen garnichts und können auch nichts verhandeln. Sie sind auch garnicht fähig dazu.“
Hoffe auch HIERMIT einen Anstoß nicht zum Streiten sondern zum Nachdenken gegeben zu haben.
Der Australier Martin MITCHELL ( Betroffener, Jg. 1946 )
( Betreiber seit 17.06.2003 von http://www.heimkinder-ueberlebende.org )
Eigentlich sollte es heißen: “SAGENHAFT DIESE DEUTSCHEN!”
Denn was die Östereicher zustande gebracht haben, ist doch eigentlich eine Selbstverständlichkeit: Nämlich nach so vielen Jahren des Zuschauens (bzw. Wegschauens) endlich einen Lösungsvorschlag auf den Tisch zu bringen! Und zwar so, wie es sich gehört: Zügig, angemessen, ohne Knebelklauseln, mit Blick auf Opfer und nicht auf die Täter.
Sagenhaft ist das, was in diesem Lande passiert – GAR NICHTS eigentlich!
Die ÖsterreicherInnen machen uns gerade vor, wie es gehen kann, lassen unsere Zweiklassen-Runden-Tische als das sehen, was sie wirklich sind: Eine knallharte Farce, eingefädelt zur Entlastung der Täterorganisationen und des Staates.
Wie lange wollen wir uns eigentlich noch veralbern lassen?
zu früh gefreut, Tirol! Jetzt berichtet auch der ORF in ungewöhnlich direkten Worten!
http://tirol.orf.at/stories/485772/
Dabei gehts hier ja ‘nur’ um ehemalige Zöglinge aus Erziehungsheimen des Landes Tirol und der Stadt Innsbruck.
Betroffene aus Einrichtungen, die irgendwie in einem Zusammenhang mit einem schwarzen oder braunen Klosterkittel stehen, wurden vom Land Tirol als “Opferkontingente” an die ‘unabhängige’, von der Kirche initiierte ‘Klasnic-Gruppe’ verschoben und verschachert, gerade so, wie man es mit Schweinehälften auf einem globalisierten Markt macht. Dort warten sie nun, wie bestellt und nicht abgehollt – möglicherweise noch die nächsten 5 Jahre:
http://tt.com/csp/cms/sites/tt/%C3%9Cberblick/Chronik/ChronikContainer/1805032-8/missbrauch-opfer-plattform-stellt-klasnic-kommission-bedingungen.csp
oder: “Klasnic-Kommission braucht Jahre”
http://roi.orf.at/artikel/263216