Dierk Schaefers Blog

“was ihr getan habt …”

Posted in heimkinder, Kirche, Theologie by dierkschaefer on 26. November 2010

Matthäus 25, ab Vers 31

angepaßt an HEUTE Originaltext: Mt. 25, 31

Wenn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle heiligen Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit. Und werden vor ihm alle Völker versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet. Und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken. …

Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln!

Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mir das vorgesetzt, was Euch zu schlecht war. Und wenn ich’s erbrach, habt ihr mir das Erbrochene reingezwängt.

Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich in euren Heimen zur Arbeit gezwungen, ohne Lohn und ohne Bildungsmöglichkeiten.

Ich bin gefangen gewesen in euren Klabausen und Kellerlöchern und ihr habt mir nicht geholfen.

Ich bin ein hilfloses Kind gewesen, und ihr habt mir Gewalt angetan.

Ihr habt mir mein Leben zerstört, und als ich im Alter mein Recht bekommen wollte, habt ihr Zerknirschung geheuchelt und auf einen Runden Tisch verwiesen anstatt mir wenigstens jetzt zu helfen.

Da werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hilflos gesehen, als Kind, hungrig oder durstig oder als Gast oder gefangen und haben dir nicht geholfen?

Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan oder auch nicht getan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir angetan.

Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben.

Eine schaurig-schöne Geschichte, doch sie schreckt nur die, die an das Jüngste Gericht glauben.

photo: dierkschaefer

3 Antworten

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  1. Wenz Flash said, on 26. November 2010 at 19:06

    Meine Peiniger sind inzwischen alle tot und sie werden ihre gerechte Strafe bekommen haben. Ich versuche nun meinen inneren Frieden zu finden und habe eingesehen, dass unsere Gemeinschaft nicht genug Kraft hat, auf Kinderheime verzichten zu können. Dazu müßte das Grundgesetz in Artikel 6 geändert und Kinderrechte integriert werden. Ich kann es auch nicht ändern, daß künftige Täter noch filigraner mit ihren Opfern umgehen werden, nachdem sie nun wissen, welcher Beobachtung sie ausgesetzt sind. Schon für die Privatwirtschaft gilt: “wenn die Kontrolle fehlt, fallen jegliche Hemmungen” (Wirtschaftswoche Nr. 34 Die Ego-Falle). Wie sollen Kinderheime kontrolliert werden? Es ist nicht wirksam möglich. Die göttliche Kontrolle reicht nicht. Die Fachwelt versteckt sich, denn auch sie weiß: Wes Brot ich eß, des Lied ich sing. Es ist die Kapitulation der Erwachsenenwelt vor der Kinderwelt. Nur Gott kann es richten.

  2. Rold said, on 27. November 2010 at 12:08

    Hallo Wenz Flash,

    deinen Worten kann ich mich nur anschliessen,
    da finde ich keine anderen Worte für.
    Freundliche Grüsse
    Rolf

  3. Heidi Dettinger said, on 30. November 2010 at 05:06

    “Eine schaurig-schöne Geschichte, doch sie schreckt nur die, die an das Jüngste Gericht glauben”, so schreiben Sie. Stimmt.

    Mir hilft sie allerdings irgendwie gar nicht, weil ich dummerweise der Meinung bin, ich habe es auch schon vor einem sehr ungewissen ewigen Leben verdient in Würde zu leben. Und weil ich vermessenerweise ebenso der Meinung bin, dass diejenigen, die diese Verbrechen an mir und meinesgleichen begangen haben, schon bevor sie vor den Thron ihres Gottes treten, ihre Strafe empfangen sollten. Und ihr Portemonnaie öffnen und nicht noch – wie z.b. Herr Mixa – von meinem mickrigen Einkommen mitfinanziert in Saus und Braus (oder auch in aller Ruhe, mir egal!) ihr Alter genießen.

    Auch finde ich eine bühnenreife und mediengerechte (stehen in der Kirche eigentlich immer etliche Fernsehteams rum? Oder hat da jemand gerade noch rechtzeitig einen Tipp gegeben: Hey, Leute, B.B. legt sich heute öffentlich flach…) Inszenierung wie die von Bischof Bode abgeschmackt und schal ohne dass sie für mich fühlbare und lebbare Folgen hat. Denn wenig berührt mich die Schräglage eines lilagewandeten Herrn, wenn ich zum Monatsende wieder mal nicht so recht weiß, wie ich meine letzten Rechnungen bezahlen soll.


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