»bitten im Namen des Landes um Verzeihung und gewähren als „Geste des Bedauerns“ 20.000 Euro«
»Für Opfer ist Geste des Landes „eine Beleidigung“«.
Wer sich mit dem Lebenslauf des hier betroffenen ehemaligen Heimkindes beschäftigt hat, weiß, daß diese Einschätzung richtig ist.
http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/steyr/art68,619357 [Mittwoch, 11. Mai 2011]
Wenn ich im Vergleich dazu jedoch sehe, wie bei uns das noch weniger akzeptable Ergebnis des Runden Tisches zur Abwehr fälliger Ansprüche genommen wird, dann weiß ich die Nachhaltigkeit der Machenschaften dieses Runden Tisches und seiner Interessenvertreter von Staat und Kirchen richtig einzuschätzen. Ein Blick über die Landesgrenzen in die USA, nach Irland oder immerhin nach Österreich hätte unsere Justizministerin davon überzeugen können, daß etwas faul ist im Staate Deutschland. Offenbar ohne die massive und gut begründete Kritik an den Ergebnissen des Runden Tisches wahrgenommen zu haben, läßt sie in ihrem Namen unverhohlen schreiben:
Der Abschlussbericht macht deutlich, dass die Heimerziehung ein System mit viel Unrecht, aber kein Unrechtssystem war und leitet daraus Empfehlungen und Vorschläge ab, die dem Anliegen des Runden Tisches gerecht werden und die den Weg für einen angemessenen Umgang mit dem Leid der ehemaligen Heimkinder aufweisen.
http://www.readers-edition.de/2011/05/11/leuthaeuser-schnarrenberger-heimzoeglinge-kein-unrechtssystem/ [Stand: Mittwoch, 11. Mai 2011]
Hätte sie doch, wie der ehemalige Minister zu Guttenberg, wenigstens in viele Quellen geschaut, dann wären ihr die exzellenten Analysen von Prof. Kappeler nicht verborgen geblieben. Sie hätte ihn getrost plagiieren sollen. So aber begnügt sie sich damit, die Definitionsmacht einer interessengelenkten lockeren Gesprächsrunde namens Runder Tisch unbesehen zu akzeptieren. Das ist ja noch erbärmlicher als eine zusammengeklaute Doktorarbeit.



Irgendwie kann man es ja verstehen, daß ehemalige Heimkinder ganz gespannt auf eine Entschädigung lauern, doch ist bisher hierzu nichts entschieden, weder über die Höhe noch daß es überhaupt Entschädigungen geben wird. Alles, was im Augenblick vorliegt, ist ein Vorschlag. Dieser hat aber nur dann eine Chance realisiert zu werden, wenn der Tatbestand, der zur Entschädigung führen soll, überzeugend dargelegt werden kann. Es wäre daher zu wünschen, daß diejenigen, die auf die Entschädigung lauern, mithelfen würden, die damalige unerträgliche Situation in den Heimen aufzuarbeiten. Gelingt dies in überzeugender Weise, dann besteht zumindest die Hoffnung, daß die Aufarbeitung nicht umsonst gewesen ist. Eine Garantie ist das freilich nicht. Ergreifen wir also den Strohhalm und machen uns an die Aufarbeitung. In den Schoß wird uns die Entschädigung nicht fallen und Glaubwürdigkeit werden wir nicht dadurch erhalten, daß wie über unser Schicksal jammern. Also, packen wir die Sache an.
Gelitten von 1936 bis 1953!
!956 kam ich von der Ostsone in den Westen, hatte merere Arbeitsstellen und verlor diese immer wieder, mal passte mir der Polier nicht, dann war der Vorarbeiter mit mir nicht zufrieden, zum Glück fand ich meine Frau.
Heute aufarbeiten, das kommt zu spät, meine Aufarbeitung fing schon bei meiner Heirat 1958 an.
Zur damaligen Zeit war ich nicht fähig, auf den Bürgermeister Amt, nach irgend etwas zu fragen, Wohnung, Hilfe, eztr.
Überhaupt, Personen konnte ich nicht ansprechen, so verstört war mein Selbstbewustsen.
Nacdem das erste Kind kam, habe ich teilweise 2 bis 3 Arbeitsstellen ausgefüllt und meine Frau konnte sich in Ruhe um das Kind kümmern. Endlich hatte ich ein Heim und konnte dafür Sorgen, das entschädigte mich für alles.
Heute syind wir immer noch verheiratet und haben drei Söhne, drei Schwiegertöchter und 4 Enkelkinder.
MfG.
Rolf
lieber herr schäfer, sie haben wieder einmal den nagel auf dem kopf getroffen!
hallo peter, du schreibst, daß “Heimkinder ganz gespannt auf eine Entschädigung lauern”. nein, sie “lauern” nicht, sie haben einen moralischen anspruch darauf.