Perverser geht’s nicht
Hier versteckt sich ein Heim hinter seinen Opfern:
»… fachlich sei es problematisch, ehemalige Heimkinder unaufgefordert mit ihrer Vergangenheit und damit mit möglichen Traumatisierungen zu konfrontieren. Sehr viele verschwiegen ihren Ehepartnern und Kindern ihre Zeit im Heim. Sie sollten selbst entscheiden, ob sie Kontakt zu anderen Heimkindern oder direkt zur Bergischen Diakonie aufnehmen wollten.«
Dem Heim sind also leider die Hände gebunden. Diese Rücksichtnahme rührt so richtig zu Tränen.
Doch bei den bekannten Opfern sind es Tränen der Wut.
Für diese gilt zudem:
»Zur Entschädigungsfrage sagte Sabine Kall, dass die Diakonie keinen Alleingang machen wolle: „Wir zahlen in den bundesdeutschen Fonds ein. Wie die anderen auch.“«
http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1296684509351.shtml Samstag, 28. Mai 2011
Doch die Diakonie Aprath verhält sich ja nicht zum ersten Mal so, wie man es sich als Christenmensch nicht vorstellen mag.



Wenn es um die Mithilfe bei der Aufarbeitung geht, mauern Diakonie und Caritas in den meisten Fällen. Zwar labern sie viel von Akteneinsicht, Infos und aufklärenden Gesprächen. Aber wenn es ins Detail geht, bleibt von sülzigen Worten nicht viel übrig.
Die Heimopfer mußten in den vergangenen Jahren viele Naturkatastrophen ertragen. Wieviele Keller wurden von Zunamis heimgesucht und dabei ganze Aktenberge von der Natur ertränkt. Fast meinte man, der liebe Gott wolle die Täter nochmal liebevoll an seine Brust drücken. Über die Evangelische Stiftung Volmarstein kann ich berichten, dass viele Akten im Nirvana verschwunden sind. Mehrere Geschundene erinnerten sich: Zur ersten Sitzung der Anstaltsleitung ließ Springer zwei Tische voller Akten und Fotoalben anrichten. Sie durften sogar in den Alben blättern. Heute scheint alles verschwunden zu sein. Mehrere Briefe in der Sache waren erfolglos. Springer kündigte ein großartiges Archiv an, eine „Börse“, aus dem die Opfer Informationen beziehen sollten (http://gewalt-im-jhh.de/Archiv_der_ESV_-_gesammelte_Er/Ankuend_Boerse_060406-2.jpg) ; sein Nachfolger Dittrich sah die vorhandenen Akten zunächst bei den Historikern (http://gewalt-im-jhh.de/Archiv_der_ESV_-_gesammelte_Er/ESV_zu_Archiv_kurz_030408.jpg). Nachdem die Historiker meinten, nicht sehr viel Material erhalten zu haben, räumte er ein, dass nur mündliche Äußerungen vorhanden seien (http://gewalt-im-jhh.de/Archiv_der_ESV_-_gesammelte_Er/Antw_zu_MA_080508_kurz.jpg).
Wir wissen von Aktenbergen auf dem Dachboden eines Hauses, zu denen Behinderte und Mitarbeiter ungehindert Zugang hatten. Dabei auch die des Sonderschullehrers Ewald F., der behinderte Mädchen vergewaltigen ließ und auch selbst mitmischte. Wenig vor Aufarbeitungsbeginn sollen sie noch gesehen worden sein. Lagen sie auch auf den 2 Tischen im Sommer 2006?
In anderen Einrichtungen wird es nicht anders gewesen sein. Und wenn es um Heimverzeichnisse geht, verschanzt sich die Diakonie mit ihren Einrichtungen hinter dem Datenschutzgesetz.
Die Äußerung der Sabine Kall zur Opferentschädigung ist inzwischen bundesrepublikanische Sprachregelung. Die Täterseiten sind RTH-vernetzt. Und dieses Netz hat eine Dame gesponnen: Antje Vollmer.
Nein, die Heimopfer von „Gut an der Linde“ und der Bergischen Diakonie Aprath müssen weniger „Tränen der Wut“ vergießen“, wenn sie begreifen, dass die Seelen ihre Archive sind. Es gilt, ihre Erinnerungen niederzuschreiben und so in die Homepage einzustellen, dass die Öffentlichkeit sie findet. Dann werden sich immer mehr Opfer der Bergischen Diakonie melden. Bisher ist die Homepage zu unübersichtlich, http://amd.co.at/anti/moitzfeld/
ich weiß nicht, lieber herr jacob, was sie gegen die BDA haben.
auf ihrer web-seite stellt sie sich als ganz honorige einrichtung dar:
http://www.bergische-diakonie.de/html/bereiche/bergische-diakonie-aprath/geschichte.html
aber ich werde einmal nachfragen – vielleicht sollte das noch mehr leute tun.
der nicht so honorige teil ist etwas versteckt:
http://www.bergische-diakonie.de/html/aktuelles-detailansicht/article/84/keine-annaehe.html?no_cache=1&cHash=5b83c85849