Dierk Schaefers Blog

»Durchbruch in den Verhandlungen mit der katholischen Kirche: Sämtliche Opfer werden eine Entschädigung erhalten«

Posted in heimkinder, Kirche by dierkschaefer on 22. Juni 2010

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20100611_OTS0154/missbrauch-katholische-kirche 22/06/2010 [Dienstag, 22. Juni 2010]

Hoffen wir, daß die Meldung keine „Ente“ ist. Wenn sie stimmt, ist auf jeden Fall der Verzicht auf die Verjährungseinrede vorbildlich. Das sollten sich die Kirchen und andere belastete Einrichtungen in Deutschland zum Vorbild nehmen, ebenso die Schnelligkeit der Entscheidung.

Doch eins muß man beachten: Es geht im österreichischen Fall um Mißbrauch und die katholische Kirche. Es geht nicht um das Schicksal von ehemaligen Heimkindern, soweit sie nicht sexuell mißbraucht wurden. Es geht nicht um beeinträchtigte Biographien durch Zwangsarbeit, durch menschenrechtswidrige Demütigungen und Bestrafungen, nicht um das Vorenthalten von Bildungsangeboten, nicht um Menschenversuche und Zwangsmedikation.

Der Runde Tisch wird all dieses in seinen Überlegungen berücksichtigen. Er wird dann bestimmt auch für die ehemaligen Heimkinder zu ähnlichen Erfolgen kommen, wie sie die Verhandlungen in Österreich für Mißbrauchsopfer ergeben haben: Aufhebung der Verjährung und angemessene Entschädigungen in allen Problembereichen: Zwangsarbeit und Rente, Therapiekosten, Schmerzensgeld.

Wer’s glaubt, zahlt einen Taler.

4 Antworten

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  1. lissi said, on 22. Juni 2010 at 11:00

    achtung!!!
    giltet nicht für deutschland, leider.
    es hat ein kartinal schönborn bewilligt, aber nur für österreich, leider.

    herr schäfer
    warum veröffentlichen sie das? machen sie uns auch fasche hoffnungen?

  2. dierkschaefer said, on 22. Juni 2010 at 13:12

    warum ich das veröffentliche?
    ganz einfach: an diesem beispiel sieht man, daß alles auch schneller gehen kann als an den runden tischen in deutschland. vielleicht beschleunigt ein solches beispiel – gegen alle hoffnung – auch die verantwortlichen in deutschland. und wenn nicht, kann man ihnen unwilligkeit oder inkompetenz vorwerfen.
    die medienfalle besteht darin, daß man angesichts der spektakulären mißbrauchsfälle die ehemaligen heimkinder vergessen könnte.

  3. Helmut Jacob said, on 22. Juni 2010 at 13:37

    Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Diese alte Weisheit scheint in Österreich ihren Niederschlag zu finden. Die katholische Kirche dieses Landes will; die beiden großen Kirchen unseres Landes sind weit davon entfernt. Sie sollten sich in Grund und Boden schämen, wenn sie nicht sofort hinterherzögen! Dabei ist es egal, ob es sich um sexuelle Verbrechen oder andere Verbrechen an Kindern und Jugendlichen unter kirchlichen Dächern handelt. Was endlich kommen muss, ist der Wille. Das Lauern auf Empfehlungen der Runden Tische Vollmer und Bergmann ist unanständig. Eigeninitiativen der Kirchen sind erforderlich, wollen sie nicht ganz ihre Glaubwürdigkeit verlieren. Dabei geht es auch an die Kirchenkassen. Ja, Sühne und Wiedergutmachung gibt es nicht zum Nulltarif!
    Helmut Jacob

  4. Helmut Jacob said, on 23. Juni 2010 at 16:10

    Forderungen konkret:
    Sexueller Missbrauch
    Forderungen von bis zu 130.000 Euro pro Person
    22. June 2010, 06:26
    Aufforderungsschreiben an Diözesen ergangen – Kirche wird Unterlassung zur Last gelegt
    Wien – Die Rechtsvertretung Betroffener von sexuellem Missbrauch in der Kirche hat nun Aufforderungsschreiben an die Diözesen verschickt. Darin werden für die 131 Kläger Entschädigungszahlungen in Höhe von bis zu 130.000 Euro pro Person verlangt. Den jeweiligen Diözesen sowie Erzdiözesen wird Unterlassung zur Last gelegt. Weiters wirft Rechtsanwalt Werner Schostal der Kirche vor, als Erfüllungsgehilfe bei den verschiedenen Fällen von Missbrauch mitgewirkt und Geistliche bewusst weiter eingesetzt zu haben.
    http://derstandard.at/1276413692405/Sexueller-Missbrauch-F orderungen-von-bis-zu-130000-Euro-pro-Person


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