Dierk Schaefers Blog

Nichts Genaues weiß man nicht, kommt aber wohl noch.

Posted in heimkinder by dierkschaefer on 10. Dezember 2010

Nichts Genaues weiß man nicht, kommt aber wohl noch.

Unten die Links für die Nachrichten über die letzte Sitzung des Runden Tisches.

Es sieht nach Einhelligkeit aus. Doch was genau und wie, wird der Schlußbericht wohl auch nur ankündigen können.

Aber vielleicht beantwortet der Bericht doch folgende Fragen:

  • Wie steht es mit dem Rentenausgleich für Zwangsarbeit? Wer bekommt ihn? Wer zahlt ihn? In voller Höhe?
  • Wie steht es mit den Therapiekosten? Unter welchen Bedingungen werden sie erstattet? Wer zahlt?
  • Und schließlich das Schmerzensgeld: Wie sind die Bedingungen? Einzelnachweis mit Retraumatisierungsrisiko? Pauschalregelung nach Plausibilitätsnachweis? Werden auch die vorenthaltenen Bildungsmöglichkeiten berücksichtigt?
  • Was ist, wenn einer der Partner (Bund, Länder, Kirchen und ihre Einrichtungen) sich doch noch querlegt, wohl nicht generell, aber bei der Durchführung? Wer gibt eine Ausfallgarantie?
  • Welche Gruppen sollen „entschädigt“ werden? Es gab, wie bekannt, nicht nur Erziehungsheime, sondern auch Behindertenheime, Säuglingsheime u.a.? Es gab auch Heimopfer über den am Runden Tisch behandelten Zeitraum hinaus – davor und danach!
  • Werden die Heimopfer aus den DDR-Heimen vergleichbar „entschädigt“?
  • Und last, but not least: Gibt es Absichtserklärungen oder gar Pläne, wie das Retraumatisierungsrisiko der ehemaligen Heimkinder vermindert wird, wenn wieder ein Heimaufenthalt bevorsteht – im Alten- und Pflegeheim?
  • Nachtrag aus einem Kommentar:
Noch eine Frage, was ist mit den Opfern der ehemaligen Heimerziehung,
die wie ich vor Jahrzehnten ins Ausland geflohen sind?
Sollen wir jetzt vielleicht einmal die Woche nach Deutschland fliegen
und uns "therapieren" lassen?

Wer so lange getagt hat wie der Runde Tisch und dabei von außen so viele Anregungen erhalten hat, welche Probleme wie angegangen werden könnten/sollten, der wird doch auch Antworten auf meine Fragen vorweisen können.

Hier die Nachrichten-Links:

http://de.news.yahoo.com/2/20101210/tts-ehemalige-heimkinder-sollen-unbuerok-c1b2fc3.html?printer=1

http://www.donaukurier.de/nachrichten/topnews/D-Kinder-Gewalt-Ex-Heimkinder-sollen-unbuerokratisch-entschaedigt-werden;art154776,2357561

http://www.evangelisch.de/print/29029

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,734053,00.html

aus der FAZ: Im Abschlussbericht halten nun sowohl die Länder als auch der Bund in Protokollnotizen fest, dass es sich lediglich um Empfehlungen handelt, die noch der Zustimmung bedürfen. Die beiden Kirchen sowie Caritas und Diakonie kündigten hingegen bereits an, in die Stiftung einzuzahlen – allerdings unter dem Vorbehalt, dass sich auch Bund und Länder beteiligen.

http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~EA2A76F31D93C4121BEBBFEFA1052CD2A~ATpl~Ecommon~Scontent.html

aus der Sueddeutschen Am Montag kann Antje Vollmer nun den einstimmig beschlossenen Abschlussbericht vor der Bundespressekonferenz vorstellen. „Ein einstimmiger Bericht ist immer gut“, sagt sie erleichtert am Ende der Beratungen in Berlin. … Am Freitag gegen Mittag erstarren alle Mitglieder am runden Tisch: Eine Frau überwindet die Sicherheitsvorkehrungen, steht auf einmal da, weint, will ihre Geschichte erzählen, wie sie litt, seit sie als Baby in ein Säuglingsheim kam. Ein Realitätsschock für ein paar Minuten. Dann wird die Frau sanft nach draußen begleitet.

http://www.sueddeutsche.de/politik/nach-zwei-jahren-verhandlungen-heimkinder-koennen-auf-entschaedigung-hoffen-1.1034971

 

und wie stehts in Oesterreich?

http://www.profil.at/articles/1046/560/282351/opferkommission-kritiker-klasnic-schoenborn-alibiaktionen

alle von Freitag, 10. Dezember 2010

6 Antworten

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  1. Anke M. said, on 10. Dezember 2010 at 21:20

    Noch eine Frage, was ist mit den Opfern der ehemaligen Heimerziehung, die wie ich vor Jahrzehnten ins Ausland geflohen sind?
    Sollen wir jetzt vielleicht einmal die Woche nach Deutschland fliegen und uns „therapieren“ lassen? Was ich da in den letzten Tagen lese, fühlt sich tatsächlich wie eine erneute Demütigung und ein Faustschlag in den Bauch an.

  2. Helmut Jacob said, on 10. Dezember 2010 at 22:40

    Am Ende sind die drei Opfervertreter ohne Mandat, aber von Antje Vollmers Gnaden, doch wieder eingeknickt. Sie würgen den Spatz in der Hand, statt die Taube vom Dach zu locken. Was soll das? Die Arbeitsgruppe um Wiegand hat klare Forderungen formuliert: Opferrente und/oder Stufenmodell. Bei 15 Jahren Lebenserwartung sind dies zwischen 50 und 80.000 Euro. Die Tageszeitung „Zeit-Online“ gibt in ihrem Artikel „Die dritte Demütigung“ sogar Flankenschutz: „Es werden erhebliche Summen sein müssen, wenn sie die Folgeschäden der Heimunterbringung dieser Menschen wirksam lindern sollen – in Einzelfällen auch mehr als hunderttausend Euro.“
    http://www.zeit.de/2010/50/P-Missbrauch-Kinder?page=2
    War es die Erpressung nach dem Motto: Entweder Armenspeisung oder gar nichts? Hat diese Drohung gereicht, um sie aus den Schuhen kippen zu lassen? Dann, ja dann zeigt sich wirklich, dass diese Drei wirklich eine völlige Fehlbesetzung waren. Nicht für die Täterseite; sie werden heute Abend ein Fläschchen leeren. Für die Opfer. Diese Drei haben kein Schulterklopfen verdient. Zu oft hat man ihnen Steilvorlagen aus Opferkreisen geliefert; permanent haben sie diese ignoriert.

    Bleibt zu hoffen, dass jetzt die Opfer zusammenhalten. Verwundert habe ich mir die Augen gerieben über die Zusammensetzung des Podiums der Opferkonferenz. Der Vertreter behinderter Heimopfer, der sogar für die mißhandelten Säuglinge sprechen könnte, steht nicht auf der Liste. Alleingänge des „Vereins ehemaliger Heimkinder“ sind weiterer Champagner in die Gläser der Täter. Ich warte auf eine Einladung für unseren Pressesprecher.

  3. sabine s. said, on 10. Dezember 2010 at 23:07

    Herr Jacob,
    so sehr ich ihre Arbeit für behinderte ehemalige Heimkinder schätze und würdige, aber für ihren Kommentar erhalten Sie von mir keinen Beifall.
    Wir haben noch keine Details zu lesen bekommen, auch noch keinen Bericht der Heimkindervertreter und schon eröffnen Sie den Boxring.
    Die Fragen, die Sie stellen, interessieren mich auch brennend. Aber stellen wir doch erst einmal die Fragen, ohne gleich die 6 Vertreter in Grund und Boden in dieser Form zu kommentieren/bewerten.
    Meine Anerkennung haben sie allein dafür, dass sie unter der Last der Demütigungen und Beleidigungen durch viele von uns nicht zusammengebrochen sind.

    Sabine S.

  4. Helmut Jacob said, on 11. Dezember 2010 at 00:24

    Hurra! Die Zwangsarbeiter kriegen einen halben Kleinwagen! – aber ohne Räder 😦
    Was man sich vom Judaslohn heute kaufen könnte
    Vor ungefähr 1980 Jahren strich Judas 30 Silberlinge ein – für seinen Verrat an Jesus. Die Münzen hätten für einen Esel gereicht, die Hohepriester kauften aber wohl später davon einen Acker. Das gemeine Volk handelte eher mit Naturalien. WELT ONLINE hat einmal ausgerechnet, was dieser Judaslohn heute wert wäre.
    Die „30 Silberlinge“, die die Bibel benennt, hören sich fast geringschätzig an. Zu Recht, bei einem verkauften Leben. Aber war es wirklich wenig Geld? Was waren, was sind „Silberlinge“ wert? Gab es diese Währung überhaupt?
    Vage Hinweise gibt uns die Heilige Schrift: Mit dem Geld kauften die Hohepriester später, als Judas sich selbst gerichtet hatte, einen Töpferacker, wohl eine Tongrube. Aber was heißt das schon? Wie groß, wie ertragreich?
    „Argyria“ steht in der altgriechischen Bibelfassung, „Silberstücke“. Numismatiker meinen heute, es habe sich um Tyros-Schekel gehandelt, 15 Gramm schwer, die sie derzeit je nach Zustand für 200 bis 500 Euro je Münze handeln. Pfiffige bieten sie im Set an, „Im Sonderangebot: 30 Silberlinge“ – der Tauschwert von Jesus, für die Vitrine daheim.
    Geldhistoriker tun sich schwer, die Kaufkraft zu analysieren, gemessen etwa am altrömischen Warenkorb. Denn das gemeine Volk handelte im täglichen Tauschgeschäft vor allem in Naturalien: zehn Unzen Öl vielleicht gegen ein Paar Sandalen. Wenn überhaupt eine heutige Summe mit dem damaligen Schekel vergleichbar wäre, dann wohl drei-, vierhundert Euro, sagen Fachleute. Was etwa dem aktuellen Preis eines Tyros-Schekels im Münzfachhandel entspricht – eine wundersame Stabilität mithin über zwei Jahrtausende. Warum haben wir es da nicht gleich bei dieser Währung belassen, könnte man sich fragen.
    Judas strich demnach umgerechnet rund 10.000 Euro ein. Das wäre heute ein Kleinwagen. So fügt sich auch, was der Bibelexperte Manuel Stork in seinem Buch „Der historische Jesus aus Nazareth“ schreibt: Für die 30 Silberlinge hätte man damals einen Esel kaufen können. Esel oder Auto: Details mögen sich ändern über die Jahrtausende, die Grundmuster bleiben.
    http://srv04.admin.over-blog.com/index.php?added=1&article=62743726&date=&time=&nbSentNl=0&firstPage=0&module=admin&action=publicationArticles:promote&ref_site=3&nlc__=271292018867

  5. Helmut Jacob said, on 11. Dezember 2010 at 00:40

    http://www.welt.de/wissenschaft/article7013319/Was-man-sich-vom-Judaslohn-heute-kaufen-koennte.html

    dett isser, der richtige link.

    • dierkschaefer said, on 11. Dezember 2010 at 11:32

      der link, lieber herr jacob, führt zu einem artikel vom 1. april (2010). ich vermute, daß den heimkindern angesichts der bisher nur angekündigten geldrinnsale wohl nach april(wetter) zumute ist, aber nicht nach scherzen.
      doch warten wir den bericht erst einmal ab. in der dünnen suppe wird es sicher noch genug haare geben.


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