Dierk Schaefers Blog

Betr.: Aufruf an alle ehemaligen Heimkinder zur Abstimmung – Zwischenbericht

Posted in heimkinder by dierkschaefer on 27. Januar 2011

Am 9. Januar habe ich in diesem Blog einen Aufruf zur Basisabstimmung der ehemaligen Heimkinder über die Arbeitsergebnisse des Runden Tisches veröffentlicht:

https://dierkschaefer.wordpress.com/2011/01/09/aufruf-an-alle-ehemaligen-heimkinder/

 

Ich möchte einen kurzen Bericht zum derzeitigen Stand der Beteiligung geben:

Mein Briefkasten quillt nicht über. Die Zahl der Antworten bewegt sich im unteren zweistelligen Bereich.

 

Zur Klarstellung

Abstimmungsergebnisse werde ich erst nach Ende der Abstimmung (28. Februar 2011) am 1. März 2011 bekannt geben. Etwa 14 Tage vor Schluß werde ich noch einmal eine Information geben zur Zahl der Antworten.

 

Diese Abstimmung ist ein Angebot.

  • Ich habe nicht vor, die Abstimmung inhaltlich zu beeinflussen, indem ich inhaltliche Empfehlungen gebe. Sinn der Abstimmung ist, daß sich die ehemaligen Heimkinder selbst ein Urteil bilden und es unter dem Schutz ihrer persönlichen Daten in der Abstimmung zum Ausdruck bringen. Das Ergebnis wird wie im Stimmzettel beschrieben verbreitet werden.
  • Ich habe auch nicht vor, für die Abstimmung die Werbetrommel zu rühren und aufzufordern, sich doch unbedingt zu beteiligen. Die ehemaligen Heimkinder sollen und werden selber wissen, ob sie sich beteiligen wollen, unabhängig von der Außenwirkung, die man ohnehin nicht verläßlich einschätzen kann.

10 Antworten

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  1. Erika Tkocz said, on 28. Januar 2011 at 04:40

    Was ist los?
    Es kommt mir so vor als wenn die Ehemaligen seit der Veröffentlichung des Abschlussberichtes stumm geworden sind. Auch in den Foren ist nichts mehr los. Ich kann mir nun wirklich nicht vorstellen, dass die Mehrheit der ehemaligen Heimkinder mit dem Abschlussbericht zufrieden sind und wie mag es ihnen gehen, wenn sie zwei Jahre Hoffnungen hatten, dass nun endlich die elendige Heimerfahrung aufgearbeitet wird. Und was passierte? Da war man sich nicht zu schade den Eiertanz um die Begrifflichkeiten von Zwangsarbeit und systematisches Unrecht zu führen. Nun heute wissen wir ja, dass es Eier gibt die Dioxin enthalten und so wurde mit dem Eitertanz lediglich Gift verspritzt, jenes Gift das in der Giftspritze unter dem Motto gefüllt wurde: „Schadensbegrenzung betreiben zu wollen“. So wurde es dann doch noch systematisch, nämlich das systematische Herunterspielen der Verbrechen in den Heimen. In den Medien gab man sich verständlich und scheinbar mitfühlend und glaubte den ehemaligen Heimkindern. Hinterm Rücken hatte man aber schon die Giftspritze als so etwas wie ein Tintenkiller, um damit die geschriebenen Tatsachen immer wieder löschen zu können. Schreiben löschen oder relativieren war die Devise und so liest sich dann auch der Abschlussbericht. Wie hinterhältig war es doch von Frau Vollmer unsere Vertreter nicht vor der letzten Sitzung darüber zu informieren, dass es eine bestimmte Summe der Entschädigung gibt. Tja was wäre wohl passiert wenn unsere Vertreter vorher gewusst hätten was als Entschädigung vorgeschlagen würde? Hätten sie dann auch mit Ja gestimmt? Zumindest hätten sie sich beraten können und keine ad hoc Entscheidung gefällt bzw. fällen müssen. Da kann mir keiner erzählen, dass das nicht Absicht war und Frau Vollmer sollte einmal darüber nachdenken, was sie damit unseren Vertretern angetan hat. Es wird sie bestimmt nicht so schnell loslassen darüber nachzudenken wie ihre Entscheidung ausgefallen wäre, wenn sie eine angemessene Bedenkzeit gehabt hätten. Mir geht es dabei nicht um Ja oder Nein der Abstimmung, aber bei einer angemessenen Zeit zur Überlegung hätten sie sich Rückhalt von anderen Ehemaligen holen können und hätten mit Solidarität Ehemaliger ein Ja oder Nein gestimmt. So hat es doch Frau Vollmer geschafft, gleiche Mechanismen/Vorgehensweisen einzusetzen, die wir alle aus unseren Heimerfahrungen kennen. Isoliere die Einzelnen, keine Kommunikation untereinander-also Sprechverbot- so schwächst Du die Leute und kannst Deinen Willen durchsetzen. Ja die Frau hat aber schnell gelernt, wie das Heimsystem funktionierte. Nun hat sie es geschafft und wir schweigen, ohnmächtig, deprimiert und auch fassungslos. Das lähmt erst einmal, aber ich hoffe nicht für immer.

    Traurige Grüße aber dennoch nicht am Boden liegend Erika Tkocz

  2. Rolf said, on 28. Januar 2011 at 14:32

    Hallo Erika,
    Deinen Worten kann ich mich nur anschließen.
    Du sprichst mir aus dem Herzen, Danke.
    Es ist eine gefährliche Ruhe eingetreten, so sehe ich das!
    Freundliche Grüße
    Rolf

  3. Roswitha Allingham said, on 28. Januar 2011 at 21:03

    So ist es: Fassungslosigkeit und erst mal Verdauen was die Ergebnisse und Erkenntnisse in vielen Beziehungen des Runden Tisches bedeuten.
    Von Schweigen kann nicht die Rede sein, es muß natürlich weiter geschaut werden was man gezielt unternehmen kann, und diese Stimmzettel sind ein Teil davon ob hier im Blog oder vom VeH. Wir müssen das nützen.

  4. Helmut Jacob said, on 28. Januar 2011 at 23:40

    Dass „die Ehemaligen seit der Veröffentlichung des Abschlußberichtes stumm geworden sind“, kann ich bisher nicht beobachten. Vielmehr scheinen sie ihre Aktivitäten verlagert zu haben, weil sie zu oft feststellen mußten, dass sie gegen Windmühlen gepredigt haben. Immerhin haben einige Aktivisten nicht nur gegen die Täterseite, sondern auch gegen ihre Leidensgenossen gekämpft und sich daran erschöpft. Beispielsweise hieß es nach kritischen Beiträgen über die Arbeit des Runden Tisches, man möge doch erst den Zwischenbericht abwarten. Kaum war der Zwischenbericht fertig, hat man die Kritik von unserem Gönner Professor Manfred Kappeler mehr oder weniger überlesen und darauf gedrungen: Man müsse erst den Endbericht abwarten. Und so wurden quasi 2 Jahre verplempert, ohne dass Aktivitäten entwickelt wurden. Gott sei Dank hat es dann doch zu einer Demo in Berlin gereicht. Aber die war zu einer völlig falschen Jahreszeit , so dass viele Demonstrationswillige gar nicht daran teil nehmen konnten.
    Ich erinnere auch daran, dass die Rolle von Dr. Wiegand von Anfang an sehr kritisch gesehen wurde und immer wieder vor seinen Äußerungen gewarnt wurde. Bis zuletzt wurde er allerdings immer wieder geschützt. Man hatte Mitleid mit ihm und übersah dabei, welches Spiel er trieb.
    Dass nun alle Befürchtungen, die im Laufe der zwei Jahre von verschiedenen Aktiven formuliert wurden, geschehen sind, war absehbar. Darum kann ich mir vorstellen, dass einige Mitstreiter gar keine Lust mehr haben, sich ständig mit anderen über Vor- und Nachteile irgendwelcher Formulierungen oder gar Aktionen auseinanderzusetzen, sondern dass sie im stillen Kämmerlein lieber selbst aktiv bleiben. Das kann durchaus auch sinnvoller sein.
    Ich betrachte zum Beispiel den Blog von Pastor Schäfer als viel sinnvoller, als einen Brief, den man formulieren will und der am Hick Hack über einzelne Sätze dann überhaupt nicht zustande kommt.
    Wenn die Opfer zukünftig ein gemeinsames Ziel verfolgen wollen, müssen sie jene Gruppe im Auge behalten, an der sie Kritik üben, und nicht ihre Mitstreiter auf der rechten und linken Seite. Dann muss eben ein Kompromiss gefunden werden, auch wenn die Vorstellungen nicht so verlaufen, wie man sie sich persönlich gewünscht hat.
    Mich wundert diese anscheinende Ruhe gar nicht. Denn es ist eine trügerische Ruhe. Immerhin finden zwei Abstimmungen statt und die werden ihre Wirkungen nach außen entfalten.
    Wichtig ist, dass zukünftig alle Blogs oder Homepages öffentlich sind, wo kein umständliches Anmeldeprocedere notwendig ist. Wer etwa mitzuteilen hat, sollte es nicht verstecken, sondern für jeden öffentlichen lesbar machen. Sonst brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn Foren Eintagsfliegen sind, für die sich nach einigen Wochen niemand mehr interessiert.
    Auch ist es wichtig, dass man sich endlich zusammenschließt, dass zum Beispiel die Position des Vereins ehemaliger Heimkinder gestärkt wird. Es ist immer noch so, dass der VeH wohl das Sprachrohr der Heimopfer für die Presse darstellt. Auch wenn dieser Verein längst nicht das einzige Sprachrohr ist, aber wenn wir etwas erreichen wollen, dürfen wir den VEH nicht bekämpfen, dann müssen wir ihn unterstützen. Eine Alternative wäre ein „Dachverband Heimopfer“, unter dem sich alle Gruppierungen zusammenschließen. Ich glaube, Klaus Klüber hat eine solche Idee. Ich denke nur, dass es zu diesem Dachverband nicht kommen wird, weil wir uns eher gegenseitig bekämpfen, als DAS Ziel vor Augen zu haben.

    • Klaus Klüber said, on 1. Februar 2011 at 08:04

      Lieber Helmut

      Auf die Schnelle.

      Ich beabsichtige nicht einen Dachverband für alle ex-Heimkinder zu gründen.
      Jedoch war es aus Gründen unterschiedlicher Interessen notwendig, eine größere geplante Protestaktion unter dem neutralen Begriff Aktionsgemeinschaft ehemaliger Heimkinder zu stellen, dem sich bislang bis auf zwei Ausnahmen alle ereichbaren Heimkindervertretungen, Vereine/Foren Gruppeirungen und Einzelpersonen mit eigenen Webauftritten anschließen werden.
      Mit zwei Ausnahmen: Die VeH Spitze hat sich bislang nicht explizit zur Unterstützung dieser Aktion bereit erklärt und es zur Zeit vorzieht mit Schweigen darüber zu schmollen, dass diese Aktion entgegen meiner ursprünglichen Absicht nicht mehr unter ihren Namen durchgeführt wird, sondern in einem Anhang genauso als Unterstützende Organisatione aufgeführt wird, wie alle anderen auch.
      Die zweite Gruppe von der ich noch keine konkrete Zusage bekommen habe, bist Du und Deine Betroffenengruppe selbst, da Du mir mitteiltest, eine Zustimmung von einer Versammlung Eurer Gruppe abhängig zu machen, die jedoch erst im September zusammentreten wird.

      Ich führe jeden Tag intensiove Gespräche, oder richte Emailanfragen an Betroffene um möglichst alle zu dieser Aktion ins Boot zu holen.
      Darüber hinaus bin ich darum bemüht möglichst auch mit den letzten Bedenkenträgern den Inhalt im Detail abzustimmen.
      Doch wie Du selber weißt, ist es ungemein schwer es allen Recht machen zu wollen und zu können.
      Dennoch werde ich am Ende einen Schlußstrich ziehen müssen, um diese Aktion erfolgreich durchführen zu können. Die so wie es zur Zeit aussieht von einer großen Mehrheit der Betroffenvereine/ForenGruppen/Einzelpersonen mitgetragen wird.

      Sie wird ob mit oder ohne Zustimmung der VeH-Spitze durchgeführt werden, das ist inzwischen so sicher wie das Amen in der Kirche.
      MfG.
      Klaus

  5. sabine s. said, on 29. Januar 2011 at 00:52

    Einen guten Ruf, öffentliche Akzeptanz, Anerkennung, Vertrauen…muss man sich erarbeiten. Die Tatsache allein, dass ein Verein als „Sprachrohr“ ehemaliger Heimkinder von der Presse wahrgenommen wird, kann bestenfalls ein Indiz dafür sein, dass dieser Verein die Petition auf den Weg gebracht hat.
    Was danach kam, waren oftmals unwürdige personenbezogene Aktionen/Angriffe.
    Ein hoffnungsvoller Lichtblick war in der Tat die Demo.
    Als ehemaliges Heimkind habe ich für mich den Schluss gezogen, doch lieber allein, im Rahmen meiner Möglichkeiten, „den Finger in die Wunde zu legen“.
    Vertrauen in eine Organisation oder Gruppierung, dazu ist mir die Basis – nämlich das Vertrauen – abhanden gekommen. Verstärkt haben dieses Gefühl unangenehme Beiträge im Zusammenhang mit einer Abstimmung, aus der letztlich doch zwei geworden sind, geschickterweise mit unterschiedlichen Schwerpunkten.
    Im Augenblick geht es mir eher so, wie Erika Tkocz es beschrieben hat: Der Abschlussbericht will erst einmal „verdaut“ werden.

    Sabine S.

  6. Roswitha Allingham said, on 29. Januar 2011 at 20:04

    Das ,, Verdauen ,, kam von mir.
    Das ,, Verdauen ,, ist aber schon in die Ferne gerückt da uns vorher ja schon übel genug war , jetzt sind andere Aktivitäten im Gange.

  7. sabine s. said, on 29. Januar 2011 at 21:00

    Ja stimmt, ich habe den Begriff gewählt, weil ich ein Gefühl zum Ausdruck bringen wollte. Dabei habe ich nicht darauf geachtet, ob der Begriff „verdauen“ schon verwendet worden war.
    Wenn das Verdauen aber bei Ihnen schon in die Ferne gerückt ist, ist das gut so, dann sind Sie schon ein Stück weiter als ich.

    sabine s.

    • Roswitha Allingham said, on 30. Januar 2011 at 21:35

      wir werden sehen wie es sich weiterentwickelt , und welche Chancen wir dadurch nützen können.
      Unsere Rechte kennen wir, viele Mühlen mahlen , mal schauen welche wir brauchen 🙂

  8. sabine s. said, on 1. Februar 2011 at 00:36

    Vielen Dank Herr Schäfer für den Zwischenbericht der postalischen Abstimmung. Da sehe ich mit Spannung dem Zwischenbericht der online-Abstimmung entgegen.

    sabine s.


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