Dierk Schaefers Blog

KZ und Kinderheime …

Posted in heimkinder by dierkschaefer on 6. Februar 2011

… kann man nicht vergleichen, aber die Folgen für die Betroffenen weisen jedoch Parallelen auf, sogar bis hin zu der Unterstellung, es gehe den ehemaligen Heimkindern nur ums Geld.

»Mit dem Begriff Überlebenden-Syndrom belegte der Psychiater William G. Niederland die psychischen Folgen der Verfolgung und der KZ-Inhaftierung im nationalsozialistischen Regime. In mehr als hundert Gutachterprozessen musste er sich auch mit den Gutachten der konservativen deutschen Psychiater auseinandersetzen, die in fast allen Fällen keinen Krankheitswert der KZ-Überlebenden feststellen konnten, eine Renten-Neurose attestierten oder aber die Erkrankung auf die „schwache Konstitution” der Überlebenden schoben. Auch K. R. Eisler kritisierte die Unfähigkeit der deutschen Nachkriegspsychiatrie. In seinem Artikel Die Ermordung von wievielen seiner Kinder muß ein Mensch symptomfrei ertragen können, um eine normale Konstitution zu haben? von 1963 setzt er sich mit der Fehde auseinander, die zwischen den US-amerikanischen und den deutschen Gutachtern bezogen auf die Anerkennung einer Posttraumatischen Belastungsstörung stattfand. Milton Kestenberg untersuchte verschiedene diskriminierende Aspekte der deutschen Entschädigungspraxis und betonte, dass erst ab 1965 von deutschen Gerichten die Möglichkeit eines ursächlichen Zusammenhangs zwischen psychiatrischen Zuständen und der Verfolgung anerkannt wurde.«

zitiert aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Posttraumatische_Belastungsst%C3%B6rung [Sonnabend, 5. Februar 2011]

6 Antworten

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  1. Helga Weitzel said, on 6. Februar 2011 at 19:17

    Ein sehr aufschlussreicher Bericht Herr Schäfer.

    Meine Familie war und ist davon betroffen, meine Großmutter ist der Euthanasie zum Opfer gefallen, ( Kriegstrauma ), mein Bruder ist dem Suizid vor 30 Jahren zum Opfer gefallen, vom Heim in die Psychatrie.

    Wer so etwas erlebt hat, spaltet die Erinnerung ab, um nicht jedes Mal wieder den Schmerz erleben zu müssen, der damit verbunden ist.
    Hirnforscher können diesen Prozess neurochemisch erklären.
    Es fehlen bestimmte Verbindungen im Hirn, die lösen diese Schweigen aus

  2. Rolf said, on 6. Februar 2011 at 20:43

    Die Zeit ist schon soo lange her und immer wieder, wenn ich solche Artickel lese und ich mich an die Zeit von damals erinnere, dann kommen mir die Tränen.
    MfG.
    Rolf

  3. Wenz Flash said, on 6. Februar 2011 at 21:39

    Wen das Schicksal trifft, muss seinen seelischen Schmerz heilen können. Dies schafft allein keine Schulmedizin und auch keine klugen Ratschläge von unbetroffenen Fachleuten, die anhand von Symptomen ihre Rückschlüsse ziehen. Ich halte es mit Literaturnobelpreisträger Hermann Hesse: „Kein Mensch kann beim andern sehen und verstehen, was er nicht selbst erlebt hat“ (aus Lektüre für Minuten 1999 S. 124). Fachleute versuchen Fakten zu sehen und bewerten danach. Der Zeitgeist hilft den „Tätern“, jene die Taten schaffen und die „Opfer“ brauchen Geduld und Hoffnung auf Gerechtigkeit, die es letztlich nur im Jenseits gibt.

    • Helga Weitzel said, on 6. Februar 2011 at 22:21

      Der Mensch hat viele Persönlichkeiten, sterben wird er aber nur mit einer Persönlichkeit und Hoffnung ist das schlimmste aller Übel, da sie das Leiden der Menschheit verlängert, siehe 2 Jahre runder Tisch, wir alle hatten Hoffnung, weil wir die Hoffnung brauchen zum Überleben, jetzt hoffen wir wieder in der Hoffnung, daß uns einer von unserem Leid erlöst. Erwarte nicht von anderen, daß er dir hilft, hilft dir selbst, dann hilft dir Gott, so sagt man und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt

  4. Wenz Flash said, on 12. Februar 2011 at 19:40

    als ich mit fast sieben Jahren in ein Waisenhaus kam, hoffte ich, so schnell wie möglich aus diesem Kindergefängnis herauskommen zu können. Ich hoffte über sechs Jahre. Sechs Jahre Hoffnung zu haben bedeutet für ein junges Kind eine Ewigkeit. Ich hatte dank der Mutterliebe in den ersten 6 Jahren meines Lebens genug Kraft mit bekommen, den damaligen Torturen zu widerstehen. Dennoch behielt ich Posttraumata und habe diese nun einigermaßen durch eine Hypnosetherapie sowie die Inner Bonding Therapie (Therapie zur Heilung des inneren Kindes) in den Griff bekommen. In der medizinischen Fachwelt ist die Hypnosetherapie in Deutschland noch nicht wissenschaftlich anerkannt, sodass die Schulmedizin generell diese Leistung als Einzelleistung versagt. Die Inner Bonding Therapie kennen sogar viele Fachleute nicht. Ich musste also weitestgehend die Kosten dieser Therapien selbst tragen. Dennoch ist es mir immer noch nicht möglich in der Öffentlichkeit über meine Herkunft zu sprechen und ich weiche daher jeglicher Diskussion aus, die nur ansatzweise mit irgendeiner Art von Missbrauch zu tun hat. Gerechtigkeit wird es hier nie geben können, denn der Begriff Gerechtigkeit entspringt göttlichem Gebote. Ich hatte zuvor etwas weicher formuliert, dass es Gerechtigkeit letztlich nur bei Gott gibt. Ich hätte auch hart formulieren können: auf Erden gibt es keine Gerechtigkeit. Drum muss jeder an sich selbst arbeiten und sich dabei helfen lassen um von seinem Leid erlöst zu werden. Wie Hermann Hesse formuliert (aus Lektüre für Minuten 1999, S. 266): „Ohne Liebe zu sich selbst ist auch die Nächstenliebe unmöglich. Der Selbsthass ist genau dasselbe und erzeugt am Ende dieselbe grausige Isoliertheit und Verzweiflung wie der grelle Egoismus“. „Gewonnen hat immer der, der lieben, dulden und verzeihen kann, nicht der, der besser weiß und aburteilt“. Ich bin durch die Hypnosetherapie sowie der Inner Bonding Therapie hier einen guten Schritt vorangekommen. Hierzu müssten jedoch die entsprechenden Gelder bereitgestellt werden bzw. die Krankenkassen solche Leistungen übernehmen.

  5. richard sucker said, on 27. Juni 2011 at 16:33

    bei soviel „christlicher“ besetzung musste ja dass ganze in die hose gehen denn eine krähe hackt der anderen kein auge aus.haben die leute überhaupt mitbekommen um was es überhaupt ging? es ging um misshandelte unschuldig eingesperter kinder die von kiche und staat missbraucht wurden!die jetzt ihr recht einklagen! ich war fast 19.jhr.unschuldig eingesperrt musste nach schwerer feldarbeit hinter gittern leben nur weil ich unehelich gebohren wurde r.sucker


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