Dierk Schaefers Blog

Psychopathologisch oder „nur“ geschädigt?

Posted in heimkinder by dierkschaefer on 26. März 2011

Weil diese Frage immer wieder aufkommt:

Viele (nicht alle) ehemalige Heimkinder haben in ihrer Heimzeit unterschiedliche Belastungen und Schädigungen erlitten – sie sind bekannt und ich muß sie hier nicht aufzählen. Man kann aber drei Gruppen bilden:

1. Einige haben die Belastungen „weggesteckt“ im Sinne von: Sie fühlen sich nicht beeinträchtigt, weil sie es, wie man so sagt, zu etwas gebracht haben. Sie sind auch nicht der Meinung, daß ihr Privatleben nachhaltig von den Heimerlebnissen beeinträchtigt wurde. Bei einigen wurden Heim-Nachteile durch sogar Vorteile ausgeglichen, weil sie im Elternhaus weniger Förderung erhalten hätten oder von ihren Eltern mißhandelt wurden.

    2. Von denen, die sich zu Wort melden, ist dies wohl die größte Gruppe: Sie wurden ausgebeutet, gedemütigt, mißhandelt, viele auch sexuell. Ihnen wurde Bildung vorenthalten.

    Hier sind nun zwei Gruppen zu unterscheiden: Die einen sind dennoch beruflich erfolgreich geworden, aber privat nachhaltig belastet, nämlich unfähig, Partnerschaften aufrecht zu erhalten, haben Probleme in ihrer sexuellen Orientierung oder mit ihrem hohen Aggressivitätspotential.

    Bei der anderen Untergruppe kommt hinzu, daß sie beruflich nicht das erreicht haben, was sie bei normaler Förderung hätten erreichen können, was in vielen Fällen klar erkennbar ist durch das intellektuell hohe Niveau ihrer Äußerungen. Dies gilt auch für einen Teil derjenigen, deren Heimkarriere in eine kriminelle überging.

    Beiden Untergruppen ist gemeinsam, daß die erlittenen Schädigungen keine dauerhaften posttraumatischen Belastungsstörungen erzeugt haben. Es handelt sich jedoch um Schädigungen, die plausibel darstellbar sind, egal, ob es sich um einfacher zu taxierende wirtschaftliche Nachteile handelt oder aber um seelische Belastungen, die sich deutlich zum Nachteil in der privaten Lebensführung ausgewirkt haben.

    3. In der dritten Gruppe finden wir die ehemaligen Heimkinder mit heute noch anhaltenden posttraumatischen Belastungsstörungen. Sie sind retraumatisierungsgefährdet, können sich nur unter großen Ängsten mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen und neigen dazu, alles, was daran erinnert, auszugrenzen. Sie sind anfällig für Trigger, für Reize, die sie unwillkürlich und unkontrolliert in die damalige Situation zurückversetzen, mit all den fürchterlichen Empfindungen von damals.

      Ich möchte nicht mißverstanden werden: Die Differenzierung in verschiedene Gruppen bedeutet kein Werturteil, etwa in der Art eines heutigen Leiters einer Diakonie-Einrichtung: Andere sind doch auch damit klar gekommen. Warum Sie nicht. Das muß also wohl an Ihnen liegen. Eine solche Beurteilung ist unzulässig, offenbart jedoch, daß in manchen Köpfen, die heute für solche Einrichtung Verantwortung tragen, immer noch keine Einsicht herrscht.

      Andere wollen nur Beeinträchtigungen anerkennen, die heute noch nachwirken. Das läuft darauf hinaus, daß es für Sozialhilfebedürftige die in Aussicht gestellte Einmalzahlung geben mag, die nur ein Almosen ist. Wer nicht almosenbedürftig ist, geht ganz leer aus. Es wird also jeder Anschein vermieden, daß es einen Rechtsanspruch für erlittene Unbill gibt, es gibt nur Gnade, die nicht einmal für das Gnadenbrot reicht. Das ist, wie wenn ein Verkehrsunfall-geschädigter nur den Ersatz seiner Reparaturkosten für Auto und Körper erhält, aber kein Schmerzensgeld, weil er sozial nicht bedürftig ist. Für Prinzessin Caroline von Monaco galt das übrigens nicht.

      Und wer psychotherapiebedürftig ist? Der kriegt halt die Therapie gezahlt. Alles bingo?

      Die ehemaligen Heimkinder sollten nicht aufhören zu betonen, daß unter dem Deckmantel der Verjährung ihre Entrechtung fortgesetzt wird. Sie sollten weder sozial- noch therapiebedürftig sein, um die Verletzung ihrer grundlegenden Menschenrechte anerkannt und entschädigt zu bekommen.

      26 Antworten

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      1. Wenz Flash said, on 26. März 2011 at 20:43

        Allen Kindern, die von ihren Eltern entfernt wurden und in ein Kinderheim, für die meisten ein Kindergefängnis, gesteckt wurden haben eines gemeinsam: es hat sie ein Schicksalsschlag getroffen. „Wem Schicksal von außen kommt, den erlegt es wie der Pfeil das Wild erlegt. Wem Schicksal von innen und aus seinem Eigensten kommt, den stärkt es und macht ihn zum Gott.“ (Zitat Hermann Hesse). Der Pfeil, den das Wild erlegt, hat das Wild noch nicht getötet. Doch die Wunde, sowohl die körperliche als auch die seelische muß geheilt werden. Die seelische Heilung vollzieht sich nicht durch Psychopharmaka, sondern durch Liebe und Geduld, sowohl von Freunden als auch von Fachleuten.
        Wenz, Heimkind 1962-1968, die Pfeile saßen tief, die körperlichen Wunden waren dennoch schnell verheilt, doch die seelischen Wunden blieben sehr lange ein Geheimnis zur Außenwelt. Nun reicht auch dafür die Kraft nicht mehr und ich begann mit der Heilung meines Inneren Kindes. Posttraumata vergißt man nicht, doch sie können auf Distanz gehalten werden.

      2. wessi said, on 27. März 2011 at 00:19

        „Man kann aber drei Gruppen bilden:“ schreibt Herr Schäfer. Wem soll das nützen? Wird dadurch der Vorwurf jahrzehntelanger systematischer Menschenrechtsverletzungen nicht aufgeweicht, verwässert? Gelitten haben auch diejenigen, denen man heute nachsagt, sie hätten diese Vergangenheit bewältigt.

        Beachten sollte man die veränderte Nomenklatur: Fachleute, (-idioten) diskutieren heute die vermeintliche Notwendigkeit von GU = Geschlossene Unterbringung, keine Rede mehr von Fürsorgeerziehung, wahrscheinlich hat man gemerkt, dass das mit Erziehung nichts zu tun hat, verniedlichend benutzen sie das Kürzel FM = freiheitsentziehende Maßnahmen.

        Beschrieben wird, Heitmeyer zitierend, das Defizitäre, ja geradezu Desaströse unserer Gesellschaft und gleichzeitig steht die Forderung im Raum, aus auffällig gewordenen jungen Menschen „gesellschaftlich akzeptierte Mitglieder“ dieser Gesellschaft zu machen. Keine Rede davon, ob Kinder, die ein viel feineres Sensorium für den Raubtiercharakter dieser Gesellschaft haben, das überhaupt wollen, überhaupt wollen können.

        Ob, Wo und Wie Pubertierende über die Stränge schlagen dürfen und auch sollen und dass das von einer Gesellschaft auszuhalten ist, wird nicht mal erwähnt…

        Darüber sollte kritisch diskutiert werden, vielleicht wird es ja hilfreich, wenn morgen in Stuttgart die „Leitkultur“-wichser abgewählt werden, einschließlich „Mutti“.

      3. Cassandra said, on 27. März 2011 at 07:57

        Wessi schreibt: „„Man kann aber drei Gruppen bilden:“ schreibt Herr Schäfer. Wem soll das nützen? Wird dadurch der Vorwurf jahrzehntelanger systematischer Menschenrechtsverletzungen nicht aufgeweicht, verwässert? Gelitten haben auch diejenigen, denen man heute nachsagt, sie hätten diese Vergangenheit bewältigt.“

        Hallo Wessi, hierbei geht es nicht um den Nuzten für irgend eine Gruppe. Das Leben jedes einzelnen Menschen, seine persönliche Innen- und Außenwelt ist zu komplex, kann nicht auf einen Nenner reduziert werden. Und das ein Leben lang. Vereinheitlichung ist absurd, ireal, entmündigend und anmaßend. Wird der Menschenwürde jedes einzelnen Menschen nicht gerecht. Das Unrecht wird dadurch nicht aufgeweicht, verwässert. Im Gegenteil: Komplexität und Differenzierung schließt es mitein! Und wenn tausende Menschen, ehemalige Heimkinder zusammen säßen und sich gegegenseitig ohne Vorurteile anhören würden, dann würden sie gar feststellen, dass die Gruppenteilung von Dirk Schäfer nicht ganz ausreicht, um die Realität zu beschreiben. Er hat sich dieser aber aus meiner Sicht anzunähern versucht.
        Wir Menschen sind zum Glück nicht gleich. Ob ehemaliges Heimkind oder niicht. Aber wir siind gleichwertig!

        Herr Schäfer: Sie schreiben unter 1. Einige haben die Belastungen „weggesteckt“ im Sinne von: Sie fühlen sich nicht beeinträchtigt, weil sie es, wie man so sagt, zu etwas gebracht haben.“ usw.

        Das klingt, als würden sie dieser Gruppe nicht glauben und wüßten es besser. Letztendlich, wenn ich Sie richtig verstanden habe, dann gehen Sie davon aus, dass uns allen ehemaligen Heimkindern geschadet wurde. Ob wirtschaftlich oder bezogen auf die nicht genossene (Aus)Bildung, psychisch oder sozial etc.?

        Zu meiner Person: Als Kind habe ich sicher gelitten. Ich hatte auch immer das Gefühl, ich sei mit einem Fragezeichen aufgewachsen. Man hat mir auch meine Familie vorenthalten. Das lag nicht nur an der Institution Heim bzw. der für diesen Bereich Verantwortlichen. Das lag auch an meiner Familie selbst. Ich habe meine Heimerfahrungen zwischenzeitlich verarbeitet und bin nicht mehr oder weniger psychisch belastet als ein Nicht-Heimkind. Und gegenwärtig stelle ich fest, wie groß doch meine Familie ist. Allerdings, wie ich an anderer Stelle bereits schrieb, sind wirtschaftliche Nachteile geblieben. Sozusagen als Dauerschaden, d.h. nicht ohne Folgen für meine Rentenjahre, da ich zeitlich verzögert mein Abi und meine Ausbildung beginnen konnte. An diesem Faktum konnte ich beim besten Willen nichts ändern, da ich zunächst meine Heimerfahrungen aufgearbeitet habe bzw. aufarbeiten mußte. (Innerer Antrieb und äußerer Druck)

        Cassandra

        • dierkschaefer said, on 27. März 2011 at 13:31

          hallo, cassandra,

          ein heim ist verglichen mit einer im großen und ganzen guten familie selbst dann nur zweite wahl, wenn das heim o.k. ist. auch ein gutes heim bringt einschränkungen mit sich, die man sich als kind zumeist nicht wünscht. aber wer seine heimzeit o.k. findet, wird damit recht haben. das halten manche ehemalige heimkinder nicht für möglich.
          was familien betrifft, so gibt es auch dort mehr oder weniger gute. aus den richtig schlechten muß man, wenn die familie lernunfähig bzw. unwillig ist, die kids rausholen, möglichst in eine gute pflegefamilie, die aber bei problemen zumeist von den jugendämtern ziemlich alleingelassen wird und zudem ohne jedes recht ist, das kindeswohl (ich weiß, ein interpretierbedürftiger begriff) gegenüber anderen durchzusetzen.
          wenn die kinder, die man aus ihrer familie rausholt, aber schon älter sind, ist es oft schwierig, eine pädagogisch kompetente pflegefamilie zu finden. Schließlich ist ein in seiner Familie geschädigtes kind meist recht schwierig, wenn auch ohne eigene schuld. In solchen fällen kann ein pädagogisch kompetentes heim die bessere lösung sein.
          eltern sind schicksal, manchmal auch schicksalsschläge – so habe ich einmal eine tagung betitelt. das gilt natürlich auch für geschwister, pflegefamilien, heime, jugendämter, familienrichter. wir können nur versuchen, die gefahren durch aufklärung und überzeugungsarbeit zu minimieren – manchmal auch durch entschädigungsforderungen, weil für manche, dies der einzige weg ist, änderungen zu erreichen.

          • Cassandra said, on 28. März 2011 at 08:15

            Meine Frage haben Sie noch nicht beantwortet:

            „Letztendlich, wenn ich Sie richtig verstanden habe, dann gehen Sie davon aus, dass uns allen ehemaligen Heimkindern geschadet wurde. Ob wirtschaftlich oder bezogen auf die nicht genossene (Aus)Bildung, psychisch oder sozial etc.?“

            Bitte um Beantwortung

            Zum Thema „Familie“. Ich war in einer Pflegefamilie, nach dem Heimaufenthalt. Und da ging es mir erst wirklich richtig schlecht. Die Pflegeeltern sahen die Probleme nicht bei sich, haben ihr Verhalten nicht reflektiert. Stattdessen wurde ich zum Mülleimer für alle Probleme. Weil eben, wie sie auch betonnen, Heimkinder so schwierig, wenn nicht gar gestört seien. Mitnichten ist das immer so! Das Jugendamt hat mir auch nicht geglaubt. Ich wurde geschlagen und beleidigt. Pflegegeld haben sie dafür bekommen. (Meinen Brüdern ging es ebenso). Wann hören die Vorurteile endlich mal auf! Wir ehemaligen Heimkinder sind keine anderen Spezis wie die, die aus Familien kommen. Man hat uns aber immer so behandelt, als wären wir selbst an unserem Schicksal schuldig, wären weniger wert, so ganz anders etc. als Kinder aus Familien. Das hinterlässt natürlich Spuren. Bei den einen ein Leben lang, bei anderen nicht.

            Cassandra

          • dierkschaefer said, on 28. März 2011 at 21:56

            Nein, ich würde nicht generell davon ausgehen, daß allen ehemaligen Heimkindern geschadet wurde, so wie ich auch nicht annehme, daß allen Kindern in ihren Familien geschadet wird. Nur halte ich prinzipiell die Familie bzw. eine Familienstruktur für die bessere pädagogische Lösung – solange die Familie in der Lage ist, dem Kind Halt zu geben, Zuversicht zu ermitteln und seine Fähigkeiten zu fördern. Manchmal können Heime das besser als Familien. Und im Falle von ausgesprochener Kindeswohlgefährdung kann ein Heim die Rettung sein. Von allgemeiner Verteufelung von Heimen halte ich nichts. Wie immer: Man muß genau hinschauen. Und das hat in den früheren Heimen weitgehend gefehlt, weil viele Leute froh waren, daß die Kids abgeschoben waren.

          • Cassandra said, on 29. März 2011 at 07:38

            Danke für Ihre Antwort, Herr Schäfer. Allerdings haben Sie teilweise meine Frage beantwortet. Ich würde mich freuen, wenn sie Sie vollständig beantworten würden. Wann ist ihrer Ansicht nach eine Entschädigungsforderung berechtigt? Bei welchen Folgeschäden?

          • dierkschaefer said, on 29. März 2011 at 13:42

            Einiges finden Sie in meinem heutigen Beitrag https://dierkschaefer.wordpress.com/2011/03/29/viele-fragen-viele-vermutungen/ .

            Sie fragen, wann und bei welchen Folgeschäden eine Entschädigung berechtigt ist. Das ist aber eine juristische Frage. Ich bin kein Jurist.

            Sie fragen aber auch nach meiner Ansicht. Die finden Sie in meinen Verfahrensvorschlägen:

            https://dierkschaefer.files.wordpress.com/2009/04/verfahrensvorschlage-rt.pdf .

        • Cassandra said, on 30. März 2011 at 07:39

          Herr Schäfer

          Ich habe ihre Texte gelesen. Ich bin eindeutig gegen eine derartige Datensammlung und Durchleuchtung, Befunderhebung, „Glaubwürdigkeitstests“ der ehemaligen Heimkindern. Das geht unvoreingenommen bereits aus meinen vorherigen Kommentaren / Antworten hervor. Sicher sind ihre Vorschläge gut gemeint. Meine ehrlichen Gefühle als Ehemalige: Ihre Vorschläge, wirken auf mich unangenehm erdrückend. Das wäre mir „zu viel des Guten“, würde mir die Luft zum selbständigen Atmen nehmen. Bezogen auf die „Befunderhebung“ denke ich: Wir, die ehemaligen Heimkinder, sind unsere eigenen Experten.

      4. Erika Tkocz said, on 27. März 2011 at 15:06

        Ich finde mit Ihrem letzten Satz Herr Schäfer- in der Aussage dass eine Entschädigung ein Weg für Änderungen sein könnte-, haben Sie einen wichtigen Aspekt angesprochen. Bisher wurde das Thema Entschädigung von so Manchen der Gegenseite uns gegenüber sehr entwürdigend angesprochen, nicht zuletzt von Bischof Lehmann. Aber mit der Höhe einer Entschädigung wird Unrecht und Leid anerkannt und könnte für die Zukunft einen besonderen Blick auf Einrichtungen werfen, denn sie wäre dann durchaus wegweisend, was den jeweiligen Heimen passieren kann, wenn sie keine ordentliche und qualifizierte Arbeit leisten.
        Gegenwärtig kann man sicherlich Heime als eine Möglichkeit der Unterbringung betrachten, wenn es Kindern Zuhause schlimm geht und die Eltern eher Schicksalsschläge sind. Hier wird dann auch so ein traumatisches Kind in der schlimmen Vergangenheit wahrgenommen und entsprechend therapeutisch begleitet.
        Das kann man aber nicht mit unserer Zeit vergleichen und ich bin auch nicht der Meinung, dass damals bei einem schlimmen Elternhaus das Heim eine Möglichkeit war. Ganz im Gegenteil, da hat man die Kinder/Jugendliche für die Verbrechen der Mutter oder des Vaters oder der Verwandtschaft auch noch schuldig gesprochen. Die Opfer sind in den Heimen gekommen und es wurde ihnen mehr oder weniger deutlich gemacht, dass sie schuldig sind. Dieses ist noch einmal zu den schlimmen Gegebenheiten eine besonders schwere Seite in der Erfahrung von Heimen, was sicherlich auch später dazu führte dass diese Kinder/Jugendliche sich keine Hilfe holten. Wohl dem der an das Gute seiner Eltern glauben konnte, weil er sie nicht kannte und sie dann in seiner Fantasie immer gut weg kamen. Die anderen Ehemaligen hatten in diesem Phänomen ein doppelt schweres Thema bzw. Leid, Ihnen bleib noch nicht einmal die Vorstellung guter Eltern, sie hatten nichts vor allen Dingen und dann sicherlich auch kein Vertrauen mehr zu Erwachsenen!

        • dierkschaefer said, on 27. März 2011 at 21:19

          sie schreiben: „es wurde ihnen mehr oder weniger deutlich gemacht, dass sie schuldig sind.“ genau dies halte ich für den gipfel des verbrechens an den ehemaligen. „kinder der sünde“ – und auf diese weise ganz konkret erbsündenbehaftet.
          leider gibt es für solche verbrechen keine paragraphen.
          wo einsicht ist, wächst auch das bewußtsein, entschädigung leisten zu müssen. doch es fehlt gerade den moralinstitutionen an einsicht und bußfertigkeit. dafür gibt es jede menge an heuchelei.

        • lehrling said, on 28. März 2011 at 03:35

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          von che_guevara » Mo 28. Mär 2011, 02:22

          Leipzig›Antragsflut am Leipziger Landgericht: 300 Euro Entschädigung für tausende DDR-Heimkinder
          Flut von Opferanträgen: Gerichtssprecher Hans Jagenlauf
          300 Euro Entschädigung für Tausende DDR-Heimkinder

          27.03.2010 01:29 Uhr Von A. WITTIG

          Als das Bundesverfassungsgericht im vergangenen Sommer sein Urteil fällte, hatte es kaum einer wahrgenommen: Deutschlands oberste Richter setzten damals die Zwangseinweisung in DDR-Spezialkinderheime mit politischen Haftstrafen gleich. Und verfügte, dass die Opfer von damals entschädigt werden sollen.

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          Landgerichtssprecher Hans Jagenlauf (48):„Die Anträge werden von uns sorgfältig geprüft und mit den DDR-Akten aus dem Staatsarchiv verglichen. Stimmen wir den Anträgen zu, steht den Betroffenen für ihre zu unrecht erlittene Heim-Einweisung 300 Euro Entschädigung pro Monat zu, angerechnet auf die Dauer des Heimaufenthalts.“

          Zusätzlich kann dann noch ein Antrag auf Opferrente bei der Landesdirektion Chemnitz gestellt werden. Wird sie bewilligt, gibt’s monatlich noch einmal 250 Euro. Gezahlt wird bis ans Lebensende.

          Wie viele Kinder zu Unrecht in DDR-Heimen saßen, ist nicht bekannt. Juristen gehen von mehreren Tausend Betroffenen in ganz Ostdeutschland aus.

          Mehr aktuelle News aus Leipzig und Umgebung lesen Sie hier auf leipzig.bild.de.

      5. Rolf said, on 27. März 2011 at 20:12

        Als 2 jähriger, 1936 im K-Heim gelandet und 1947, mit 12,5 Jahren ausgebüxt, von Quedlinburg.
        Dann ca. 11 Monate in der Englischen- und Amerikanischen Zone rumgetrieben, anschließend 3Jahre bei einem Bauern als Knecht gearbeitet, dann 3 Lehrjahre bei einem
        Innungsobermeister, Bäcker gelernt (der hielt mich als Leibeigen, Schläge normal).
        Habe bei Ihm, 6 Wochen Jugend-Gefängnis kassiert, danach abgehauen nach Leipzig, zu meiner Mutter, die ich nach Jahrelanger Suche gefunden hatte.
        Danach 3 Jahre Circus in der DDR.
        1956 wieder in den Westen, im selben Jahr ca 18 Arbeitsstellen gehabt, alle verloren durch Meinungsverschiedenheiten.
        1957 meine Frau kennen gelernt und geheiratet.
        Jetzt erst kam ich langsam zur Ruhe. Wir sind heute noch verheiratet und unsere Familie ist durch unsere 3 Söhne auf 15 Personen angewachsen.
        Dank meiner Frau, ein schöner Erfolg!
        So habe ich alles verarbeitet, aber denke ich an meine Jugend, dann kommen mir noch Heute die Tränen.

      6. Cassandra said, on 28. März 2011 at 08:22

        Herr Schäfer: Meine Frage haben Sie noch nicht beantwortet:

        „Letztendlich, wenn ich Sie richtig verstanden habe, dann gehen Sie davon aus, dass uns allen ehemaligen Heimkindern geschadet wurde. Ob wirtschaftlich oder bezogen auf die nicht genossene (Aus)Bildung, psychisch oder sozial etc.?“

        Bitte um Beantwortung

        Zum Thema „Familie“. Ich war in einer Pflegefamilie, nach dem Heimaufenthalt. Und da ging es mir erst wirklich richtig schlecht. Die Pflegeeltern sahen die Probleme nicht bei sich, haben ihr Verhalten nicht reflektiert. Stattdessen wurde ich zum Mülleimer für alle Probleme. Weil eben, wie sie auch betonnen, Heimkinder so schwierig, wenn nicht gar gestört seien. Mitnichten ist das immer so! Das Jugendamt hat mir auch nicht geglaubt. Ich wurde geschlagen und beleidigt. Pflegegeld haben sie dafür bekommen. (Meinen Brüdern ging es ebenso). Wann hören die Vorurteile endlich mal auf! Wir ehemaligen Heimkinder sind keine anderen Spezis wie die, die aus Familien kommen. Man hat uns aber immer so behandelt, als wären wir selbst an unserem Schicksal schuldig, wären weniger wert, so ganz anders etc. als Kinder aus Familien. Das hinterlässt natürlich Spuren. Bei den einen ein Leben lang, bei anderen nicht.

        Cassandra

      7. Cassandra said, on 28. März 2011 at 08:48

        P.S.

        Wenn man sich outet, ein Heimkind gewesen zu sein, dann erfährt man die Vorurteile immer noch. Ein Leben lang. Offen oder verdeckt offen. Wie schnell wird man dann für ungelöste Probleme, für Projektionen anderer wieder zum Mülleimer, zur entlastenden Projektionsfläche. Gesellschaftlich muss sich was ändern. Aber da kann man wohl lange darauf warten. Wer wirklich einsichtig ist, entschädigt. So ihre Worte. Der Grund für die Entschädigung sollte aber nicht auf der Grundlage „psychischer Störungen“, die den ehemaligen Heimkindern oft einsieitig angelastet werden, erfolgen, sondern aufgrund von schwerwiegenden (gelinde gesagt) fehlerhaften, diskriminierenden und mißbräuchlichen Verhaltensweisen. Erst dann kann mehrheitlich (gesellschaftlich) ein Lern- und Entwicklungsprozeß beginnen, und für die ehemaligen und gegenwärtigen Heimkinder eine Entlastung beginnen.

        Cassandra

      8. Erika Tkocz said, on 29. März 2011 at 01:54

        Eine Entschädigung an Folgeschäden festzumachen ist ein großes Unrecht. Rolf hat uns einen kleinen Ausschnitt seines Lebens dargestellt und danach hat er 21 Jahre gebraucht um ein einigermaßen zufrieden stellendes Leben dank seiner Ehefrau zu leben. 21 Jahre hat er sowohl großes Unrecht erlebt und dann versucht mit den Folgen das weitere Leben für sich in einer Lebensqualität zu gestalten. Auch wenn nun Rolf bei Erinnerungen die Tränen kommen -und das teilt Rolf ganz sicher mit vielen Ehemaligen -würde er bei der Beantragung einer Entschädigung möglicherweise keine bekommen, weil er keine Folgeschäden aufweisen kann. Das würde bedeuten, dass die 21 Jahre seines Lebens nicht zur Kenntnis genommen werden, weil es ihm ja jetzt gut geht. 21 Jahre Leidenszeit ist sehr lang und Manche von uns haben noch länger versucht ihr Leben in die Reihe zu bekommen. Es kann nicht sein, dass diese Zeit ignoriert wird und sich jetzt die Entschädigung nur auf die Gegenwart beziehen soll. Die mühsamen leidvollen Jahre können und dürfen nicht unter dem Runden Tisch fallen, denn das bedeutet, dass es für viele von uns im Kontext der Entschädigung diese Jahre nicht gegeben hat. Diese Gedanken Herr Schäfer müssten bei der von Ihnen 1. Gruppe genannten mit erwähnt werden.

        Zu diesen Teil ich zitiere Sie: „Bei einigen wurden Heim-Nachteile durch sogar Vorteile ausgeglichen, weil sie im Elternhaus weniger Förderung erhalten hätten oder von ihren Eltern mißhandelt wurden. „
        wären folgende Aspekte zu erwähnen: es gibt tatsächlich Ehemalige die das Heim besser fanden, weil sie dort nicht wie bei den Eltern misshandelt wurden. Bei oberflächlicher Betrachtung könnte man es auch so sehen, aber dann muss erst einmal näher geschaut werden was sie anstelle der körperlichen Misshandlung im Heim erlebt haben. Ganz sicher keine Förderung und wenn -wie hätte diese ausgesehen, schulisch wurde man nicht gefördert und die Arbeiten, die in den Heimen verrichtet wurden trugen sicherlich nicht zur Förderung des Lebens oder der Lebensqualität bei. Kinder die körperlich misshandelt werden fühlen sich tatsächlich zunächst entlastet, wenn diese körperliche Misshandlung aufhört. Aber was haben denn die Heime an Stelle der körperlichen Misshandlung gesetzt? Und ist es dann wirklich besser einzustufen, wenn sie nun in den Heimen dieser körperliche Misshandlung nicht mehr ausgesetzt waren. Ich denke nein, für diese Ehemaligen ist der Zugang ihrer Heimbewertung etwas schwieriger. Würde sie aber eine Therapie machen, bliebe abzuwarten ob sie ihre Heimerfahrung dann immer noch besser einordnen würden.
        Dann wäre in dieser Gruppe auch noch abzuwarten, was mit ihnen passiert, wenn sie nach einem erfolgreichen Arbeitsleben in den Ruhestand gehen. Was wird dann mit ihnen passieren? Werden sie immer noch zufrieden sein oder werden sie dann einmal die Zeit haben und über ihre Vergangenheit nachdenken. Arbeit und vor allen Dingen viel Arbeit ist ein probates Mittel für Verdrängung.

        • Cassandra said, on 29. März 2011 at 08:27

          Erika Tkocz

          „Eine Entschädigung an Folgeschäden festzumachen ist ein großes Unrecht. “ Die Forderung, einen psychischen Schaden (Folgeschaden) nachweisen zu müssen, halte ich für Unrecht, genauer gesagt für schädlich. Denn ein solcher Nachweis birgt Gefahren, die wiederum traumatisierend sein können, über die der eine oider die andere sich noch keine Gedanken gemacht hat. Beispielsweise: Bei Pflegebedürftigkeit in einem Pflegeheim, bei in Anspruchnahme des Jobcenters, der Agentur für Arbeit usw.. , bei Abhängigkeit von Hilfsdiensten. Überall werden Daten gesammelt, ob gesetzlich zulässig oder nicht. Welche Folgen die Datensammlung hat, dazu könnte ich einiges sagen. Nicht als Betroffene, sondern aus beruflicher Sicht. Die Forderung eines geregelten Datenschutzes wird – wenn überhaupt – nur teilweise umgesetzt werden. Und wie ich schon sagte, allein sich als ehemaliges Heimkind zu outen birgt Risiken.

          • Cassandra said, on 29. März 2011 at 08:33

            P.S.

            Und wie ich schon sagte, allein sich als ehemaliges Heimkind zu outen birgt Risiken. Ich bin nicht die Einzige, die um diese Tatsache weiß. Und du kannst dir vorstellen, dass diese Tatsache die Entschädigungsforderung minimiert. Eine andere Herangehensweise hätte die Entschädigungsforderung erhöht. Dem Runden Tisch muss das klar gewesen sein. Sparen heißt die Devise.

      9. sabine s. said, on 29. März 2011 at 08:30

        M. E. gibt es noch eine weitere Gruppe. Beispiel: Deine Reise in die Vergangenheit führt dich an den Punkt, an dem die Entscheidung gefallen ist: Die Mutter ist überfordert, der Säugling kommt ins Heim.
        Ein Elternhaus hast du also nie kennengelernt, es gibt keine Vergleichsmöglichkeiten.
        Im Ergebnis aber steht für dich fest: Das Elternhaus konnte/wollte/durfte dich nicht – für das Heim warst du ein Nichts…

        Du bist dennoch deinen Weg gegangen, lebst heute „unauffällig“ in deinem Beruf, in deinem sozialen Umfeld.

        Und bei diesem Ergebnis schwingt die quälende Frage mit: Wo ist eigentlich dein Lebensmittelpunkt? Und das quälende Gefühl: Niergendwo geliebt worden zu sein, bleibt.

        Nach derzeitigem Stand aber fällst Du unter die Kategorie: „Nicht entschädigungswürdig“.

        sabine s.

      10. Cassandra said, on 29. März 2011 at 08:38

        Sabine S.

        Im Wesentlichen kann ich dir zustimmen. Nur in diesem Punkt nicht: Nirgendwo geliebt worden zu sein. Gilt für meine Kinderzeit, das ist schlimm genug. Als Erwachsene habe ich die Liebe kennengelernt und mein Mann liebt mich auch heute noch immer! Und ich ihn! Auch die emotionale Bindung zu meinem Sohn, zu meinen Enkeln ist tiefer geworden.

      11. Erika Tkocz said, on 29. März 2011 at 11:21

        Ich denke wir sind uns darin einig, dass es Ehemalige gibt, die äußerlich gut zu funktionieren scheinen und man es ihnen so auf den ersten Blick nicht unbedingt anmerken muss, dass tief innen im Verborgenen doch vieles gibt, was sie umtreibt. Aber was sie auch nicht als Folgeschäden bei der Entschädigung angeben wollen, ihnen selber nicht unbedingt bewusst ist etc. Wenn der Focus auf die jeweiligen Heime liegen würde und man lediglich eine Beschreibung seiner Erfahrungen von dort machen würde, sollte es ausreichen und die meisten Heime sind bekannt, da weiß man wie es ablief.

        Auf jeden Fall läuft da nichts rund, alleine wenn ich mir so anhören muss was jetzt bei der Aktensuche so von den Behörden an Widerständen und Unverschämtheiten rüber kommt. So habe ich vor einigen Tagen von einer Ehemaligen die mich um Hilfe bat folgendes zu Hören bekommen:
        Wenn dort das bischöfliche Ordinariat für sie tätig werden soll, dann muss sie 36 E pro Stunde bezahlen, nur wenn sie selber hinfährt ist es kostenlos. Natürlich ist es dann nicht kostenlos, sie muss ja die Fahrt bezahlen. Ich brauche ja wohl nicht zu erwähnen, dass die Ehemalige kein Geld hat, aber es ist eine Schande was die sich da erlauben.

        • Cassandra said, on 29. März 2011 at 13:36

          Erika Tkocz

          Du schreibst: „Ich denke wir sind uns darin einig, dass es Ehemalige gibt, die äußerlich gut zu funktionieren scheinen und man es ihnen so auf den ersten Blick nicht unbedingt anmerken muss, dass tief innen im Verborgenen doch vieles gibt, was sie umtreibt. Aber was sie auch nicht als Folgeschäden bei der Entschädigung angeben wollen, ihnen selber nicht unbedingt bewusst ist etc.“

          Nein, da sind wir uns nicht einig. Meine Erfahrungen sind nicht so absolut. Ich habe – und unterstelle mir bitte nicht Unbewußtes – meine Heimerfahrung aufgearbeitet. Ich lebe im Übrigen im Hier und Jetzt und nicht mehr in der Vergangenheit. Ich lebe gern und genieße das Leben.
          Wenn du so absolut denkst, dann nimmst du wohl auch an, es gäbe keine Heilung. Und was bedeutet das in letzter Konsequenz, im Ergebnis? Die Erfahrungen des anderen nicht ernst zu nehmen, ihn verabsolutierend zu entmündigen etc. Und da hat der Psychosektor mit der Annahme des Unbewußten dazu beigetragen. Es kann auch fatal als Mittel zur Macht angewendet werden. Und über Therapieschäden sind Bücher geschrieben worden. Auch kann damit politisch und gesellschaftlich Mißbrauch damit getrieben werden. Das Unbewußte bestreite ich nicht völlig. Jedoch sollten wir es nicht allein der Psychokaste überlassen, was unbewußt ist, verdrängt wurde. Ich allein kann mich fühlen, spüren etc. Und damit auch darüber bestimmen, ob es mir gut geht oder nicht.

          Wie schon oben gesagt: Zurückgeblieben sind wirtschaftliche Nachteile. Sozusagen als Dauerschaden, d.h. nicht ohne Folgen für meine Rentenjahre, da ich zeitlich verzögert mein Abi und meine Ausbildung beginnen konnte. An diesem Faktum konnte ich beim besten Willen nichts ändern, da ich zunächst meine Heimerfahrungen aufgearbeitet habe bzw. aufarbeiten mußte. (Innerer Antrieb und äußerer Druck)
          Ich füge hinzu: Und mit zunehmender Aufarbeitung habe ich auch positive Erfahrungen gemacht, die mir die Möglichkeit gaben, mich weiter zu entwickieln.

      12. Cassandra said, on 30. März 2011 at 07:42

        Herr Schäfer
        Ihre Antwort vom 29. März 2011

        Ich habe ihre Texte gelesen. Ich bin eindeutig gegen eine derartige Datensammlung und Durchleuchtung, Befunderhebung, „Glaubwürdigkeitstests“ der ehemaligen Heimkindern. Das geht unvoreingenommen bereits aus meinen vorherigen Kommentaren / Antworten hervor. Sicher sind ihre Vorschläge gut gemeint. Meine ehrlichen Gefühle als Ehemalige: Ihre Vorschläge, wirken auf mich unangenehm erdrückend. Das wäre mir „zu viel des Guten“, würde mir die Luft zum selbständigen Atmen nehmen. Bezogen auf die „Befunderhebung“ denke ich: Wir, die ehemaligen Heimkinder, sind unsere eigenen Experten.

      13. Cassandra said, on 30. März 2011 at 08:08

        Dirk Schäfer: Viele Fragen, viele Vermutungen

        Auch diesen Text habe ich gelesen. Eine kurze Antwort.
        Statistisch gesehen gehen Sie von 800.000 ehemaligen Heimkindern aus. Warum ich mich wie tausende andere, die noch leben, nicht outen würde ergibt sich aus der vorherigen Antwort. Ich denke mir, dass ich mit diesem Grund nicht alleine bin. Dieser Grund wurde in ihrem Text nicht „vermutet!“ Im Übrigen finde ich diese, meine Einstellung, ganz gesund.

      14. Wenz Flash said, on 3. April 2011 at 18:36

        Kinderheime sind die Kapitulation der Erwachsenenwelt vor der Kinderwelt. Kindern, denen ihre natürlichen Autoritätspersonen geraubt werden, verlieren ihre Wurzeln und müssen sich neue suchen. Sie sind vom Schicksal getroffen. Mit vielen Erziehern sind Kinder zwangsläufig überfordert. Kinder brauchen zumindest eine dauerhafte Bezugsperson, die so wichtig ist wie Nahrung und Wärme. Wer dies Kindern vorenthält, begeht ein Verbrechen an den Kindern und liefert den Nährboden für Kriminalität.
        Kinderheime mit Eltern zu vergleichen, die ihre Kinder mißhandeln, spottet jeder Beschreibung. Wenn Eltern ihre Kinder mißhandeln, haben sie ihr Erziehungsrecht verwirkt. Ersatz bietet nur eine Ersatzfamilie und kein Kinderheim. Kinderheime sind keine Ersatzfamilie sondern eine Tote Familie. Familie besteht aus Vater, Mutter und Kind (Dreiecksprinzip), im Minimum aus einem Elternteil und Kind. Erst wenn das Kind selbständig zum Loslösungsprozeß übergeht, wird das Elternteil weniger wichtig, doch es behält seine Wichtigkeit, nicht nur vor der Pubertät, auch während der Pubertät und im Erwachsenenleben (quasi ein rotes Band, das Familienband). Klar läßt es sich ohne dieses Familienband leben, zumal wenn ein Lebenspartner/in dazukommt, der/die Liebe und Geduld schenkt. Doch der initiale Schicksalsschlag bleibt im Bewußtsein und fordert seinen Tribut, irgendwann! Seinem Schicksal kann man nicht entrinnen. Doch wem das Schicksal hold war (Liebe und Geduld von anderen), der wird es ertragen. Wen das Schicksal leiden ließ (Gewalt u. Haß von anderen), der fordert sein Recht, irgendwann! Zur Zeit behelfe ich mir mit einem Pseudonym, ansonsten könnte ich die Mehrfachbelastung zwischen Job u. Heilung meines Inneren Kindes nicht bewältigen.
        Meinen Geschwistern ist dies nicht möglich. Sie halten Distanz und vertrauen auf jene, die wieder Stärke gewonnen haben, um auf die Menschenrechtsverletzungen aufmerksam zu machen. Und gelernt wurde bisher noch recht wenig, denn Kinderheime werden „schön geredet“, manch einer meint sogar, sie seien besser als ihr Ruf. Und wie so oft zu hören, heute ist ja alles besser. Leider hilft dies den Kindern in den Kinderheimen nicht. Eine dauerhafte Bezugsperson bleibt eine Fata Morgana.
        Wenz, Heimkind 1962-1968, in einem Waisenhaus der übelsten Sorte, unter dem Deckmantel katholischer Inquisition, die keine Fehler macht.

      15. Andrea said, on 11. September 2012 at 12:02

        Hallo an alle!

        also ich lebe seit 13 Jahren mit meinen Mann zusammen und er war 18 Jahre in verschiedenen Heimen in der DDR. Wer kann mir Tips geben wie man Ihn helfen kann er ist Super ordentlich lügt mich auch an unser Kühlschrank ist geteilt so dass unser Sohn 14 Jahre und ein eigenes Fach haben er ist nicht humorvoll man muss das machen was er möchte sonst würde man ihn nicht respektieren er ist auch aggressiv und merkt es gar nicht er meinte das wär’s von der Lautstärke her ganz normal wie er redet was kann man tun. Er sieht seine Fehler gar nicht ein die anderen wären Schuld und er hätte Recht


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