Dierk Schaefers Blog

Jetzt wissen wir, wer schuld ist: allein der böse Staat

Posted in heimkinder, Kirche by dierkschaefer on 10. Mai 2011

»Spätestens seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts stand die Erziehungsarbeit in christlichen Einrichtungen unter dem Einfluss des Staates. Die Teilverstaatlichung hatte „einen schleichenden Wandel des Erziehungskonzepts und der Erziehungspraxis zur Folge“« schreiben die Buch-Autoren. Auch in Freistatt wird das Grunddilemma der evangelischen Erziehungsarbeit zwischen „freiem christlichen Liebeswerk und staatlicher Zwangserziehung“ deutlich.«

Der böse Staat pervertierte ein »freies christlichen Liebeswerk«. Ohne den übernommenen Dienst der staatlichen Zwangserziehung wären Bethel und Freistatt  eine friedliche Stätte christlicher Nächstenliebe und frei von Gewalt geblieben. Auf staatlichen Einfluß hin kam es zu »einem System…, das häufig von Gewalt, Einschüchterung und Angst geprägt war.«

Nachdem aber nun feststeht, wer der Beelzebub ist, wird Bethel ganz sicher den Staat verklagen. Einmal, weil er unschuldige Erzieherseelen zum Bösen verführt hat, zum andern wird Bethel hohe Entschädigungssummen einklagen, die an die ehemaligen Moorsoldaten und andere Bethelopfer mit dem demütigen Ausdruck  tiefster Zerknischung (contritio) weitergereicht werden.

Der Bethel-Service schreibt: „Zum ehrlichen Umgang mit unserer Geschichte gehört auch der selbstkritische Blick auf schwierige Zeiten und Schuldverstrickung“.

Dieses Ausmaß an Selbstkritik stützt sich auf eine Untersuchung, die »von Prof. Dr. Matthias Benad von der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel sowie den Betheler Historikern Dr. Hans-Walter Schmuhl und Kerstin Stockhecke herausgegeben [wurde]. Es erscheint in Kooperation des Bethel-Verlags und des Verlags für Regionalgeschichte.«

Wo soviel Bethel draufsteht, steckt auch sehr viel Bethel drin.

Martin Mitchell/Australien hat auf die verschiedenen Rezensionen dieser Auftragsforschung hingewiesen. Die aus Bethel ist geradezu vorbildlich für die Reinwaschung einer Erziehungshölle.

http://www.bethel.de/service/bethel-verlag/wie-lebendig-begraben.html [Stand: Dienstag, 10. Mai 2011]

Mitchell nennt auch noch weitere Rezensionen, so.http://www.socialnet.de/rezensionen/8766.php

Die anderen Rezensionen muß man gar nicht erst lesen. Sie stammen vom Blog von Helmut Jacob. Und der ist im Gegensatz zum Bethel-Service ja so was von befangen.

Wer sich aber nicht scheut, sein Bild vom christlichen Liebeswerk Bethel erschüttern zu lassen, der mag halt nachschauen unter:

http://helmutjacob.over-blog.de/pages/Buchempfehlung_Endstation_Freistatt-1328320.html

http://www.gewalt-im-jhh.de/hp2/Freistatt_Kappeler.pdf

_______________________________________________________

@ pr.information@bethel.de

Sehr geehrte Damen und Herren,                     Dienstag, 10. Mai 2011

Ihrer Aufmerksamkeit sei mein neuester Artikel im Blog empfohlen:

https://dierkschaefer.wordpress.com/2011/05/10/jetzt-wissen-wir-wer-schuld-ist-allein-der-bose-staat/

Mit freundlichem Gruß

Dierk Schäfer

8 Antworten

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  1. Helmut Jacob said, on 10. Mai 2011 at 15:51

    das gesamte vorwort von pohl müßte die pfarrergilde erschaudern lassen.

    die weichspülschublade der bethel-waschmaschine wird auch mit diakonischen offenbarungen gefüttert:

  2. Heidi Dettinger said, on 10. Mai 2011 at 16:12

    Diese Reinwäscherei geht Hand in Hand mit der Saubermann-Homepage, die „Bethel-Nord“ jetzt vor sich her trägt.

    Galt es vor einiger Zeit noch, dass auch die Freistatt- und Birkenhof-Hölle auf der Seite einen Platz haben müsse (bislang gab es lediglich ein paar Andeutungen, dass so ein paar Dinge dort nicht zum besten gestellt waren), so kommen weder Birkenhof noch Freistatt auf der Lobhudelseite mehr vor. Jedenfalls nicht als Jugend-deformations-heime.

    Und wenn man sich durch nichts erschüttern lässt und trotzig nachfragt, wird man auf die „erfolgreich Arbeit des Runden Tisches“ verwiesen.

    Hallo?

  3. Rolf said, on 10. Mai 2011 at 19:51

    Na das ist ja prima, was wir da hören, alles wird schön und sauber dargestellt, es waren ebent sehr rauhe Zeiten und da ist man nur so reingeschlittert, Schuld ist der Staat und der soll gefälligst auch bezahlen. (das ist die Meinung der Kirchen!)

    Ich bin mal gespannt, wann die ersten Entschädigung-Zahlungen erfolgen?

    Oder wird das heimlich gemacht und keiner erfährt davon?

  4. Helmut Jacob said, on 10. Mai 2011 at 22:44

    sorry, dass ich mich noch einmal melde. ich muß eine wichtige rezension von dr. carlo burschel nachreichen:

    Klicke, um auf commont_rezension_buch_freistatt.pdf zuzugreifen

  5. Helga Weitzel said, on 10. Mai 2011 at 23:16

    ja, jetzt haben wir den Schuldigen, wenn nicht die Kirche, dann den Staat, einer muß dafür büßen, Herr Schäfer, Sie sind doch indirekt an unserem Dilemma schuld, Sie haben es doch auch gewußt, geschwiegen, Ihre Haltung heute finde ich alls Disgriminierung, Abwehrhaltung jedes Heimkindes gegenüber, heute als Pfarrer im Ruehestand, haben sie Schuld???????????????????? persönlich nicht, denn Sie haben nichts gewußt. Ich finde es bedauernswert, Schuldzuweisungen zu verteilen, Sie haben es nicht verstanden, um unendliches Leid der ehemaligen Heimkinder geht, fehlt es Ihnen an Ephatie, sie stellen Beiträge aus Medien ud Zeitungen hier rein, aus Ihren Blöcken kann man erkennen, daß es nur um Versöhnung mit der Kirche geht,

    NEIN DANKE!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    • Helmut Jacob said, on 11. Mai 2011 at 00:29

      ich glaube fest sie irren sich total !

      aber bevor sie abstruse meinungen ins net posaunen, sollten sie lesen UND nachdenken!

  6. Erika Tkocz said, on 11. Mai 2011 at 00:42

    Zu dem Buch:

    Ich nehme an, dass es für die Bauern in unserem Lande geschrieben worden ist, denn es zeigt auf, wie man aufgrund von Sklavenhaltung so einiges in der Landwirtschaft erreichen kann. Die Langatmigkeit dieses historischen Abrisses ist schon bemerkenswert und wenn man nicht vor Langeweile einschläft schafft man es tatsächlich irgendwo zwischen den Zeilen und Seiten auch hin und wieder etwas von der Fürsorgeerziehung zu lesen.

    Nun an welche Leser ist dieses Buch gerichtet? Zum Nachschlagewerk potentieller ErzieherInnen ist es wenig tauglich, denn wer will sich schon durch den langen historischen Abriss der Entwicklung von Ackerbau und Viehzucht quälen, um irgendwo das eine oder andere vermeintlich lesenswerte zu finden.

    Bemerkenswert dann noch die beiläufigen Interviews der Sarepta Diakonissen, die wenig erkennen lassen, was denn nun wirklich in diesen Erziehungsheimen abging, sondern vordergründig ihre Beweggründe für das eine oder andere schilderten. Da hätte man besser dran getan diese Heime erst gar nicht zu erwähnen, denn so wurde doch noch eine bestimmte Sichtweise dieses Buches verschärft, die Sichtweise jener Verantwortlichen die tatsächlich zu tief ins Waschpulver geschaut haben und noch einen Weichspüler dazu gelegt haben.


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