Dierk Schaefers Blog

Die Heimkinderdebatte im Bundestag …

Posted in heimkinder, Politik by dierkschaefer on 13. Juni 2011

… war kein Glanzlicht der Gesprächskultur, nicht einmal der Streitkultur.

Die Art und Weise, wie mobbingartig und unsachgemäß über Frau Dittrich hergefallen wurde, kann zweierlei bedeuten:

  1. Man ist irritiert, weil hier erstmals im Bundestag die Ergebnisse des Runden Tisches in Zweifel gezogen wurden, insbesondere die Art ihres Zustandekommens. Doch ich befürchte, daß dies nicht der Grund ist. Man wird versuchen, das auszusitzen.
  2. Ohne daß man sich groß abstimmen muß, ging es darum, daß die Linken, egal in welcher Sache, keinen Fuß auf den Boden bekommen. Da wäre jeder Affront recht, auch wenn er gegen die guten Sitten verstößt. Dies scheint mir wahrscheinlicher, und insofern ist es bedauerlich, daß ausgerechnet eine Minderheitspartei, die von den anderen gedisst wird, sich für die ehemaligen Heimkinder einsetzt. Auch hier haben die Heimkinder wieder nur einen Spatzen in die Hand bekommen.

Was bleibt?

Frau Rupprecht hat einen Fehler gemacht, indem sie nachweislich gelogen hat, zumindest gibt es ernstzunehmende Zeugnisse über die Nötigung der ehemaligen Heimkinder.

Damit ist die Würde des Hohen Hauses berührt.

Zugleich ist die Seriosität des Runden Tisches endlich auch öffentlich und seriös protokolliert angezweifelt worden. Da dieser einen Parlamentsauftrag auszuführen hatte, muß sich das Parlament fragen lassen, ob angesichts der Lüge von Frau Rupprecht der Auftrag in einer Weise ausgeführt wurde, wie sie dem Anspruch und der Würde der gesetzgebenden Versammlung gerecht wird.

Ich habe darum heute den Bundestagspräsidenten gebeten, sich um die Angelegenheit zu kümmern. Auch Frau Pau, die die Debatte am Donnerstag geleitet hat, habe ich informiert.

Diese Mails werde ich zunächst nicht veröffentlichen.

 

7 Antworten

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  1. Erika Tkocz said, on 14. Juni 2011 at 00:41

    Mehr Polemik geht schon nicht mehr

    Und in dem Kommentar des Abgeordneten Winkler steckt eigentlich schon alles was zu einer angemessen Ernsthaftigkeit des Themas ehemalige Heimkinder-angemessene Entschädigung nicht hinein gehört.
    (Zusatztagesordnungspunkt 15:
    Antrag der Abgeordneten Heidrun Dittrich,
    Diana Golze, Matthias W. Birkwald, weiterer
    Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE:
    Unterstützung für Opfer der Heimerziehung – Angemessene Entschädigung für ehemalige Heimkinder umsetzen
    (Drucksache 17/6093) . . . . . . . . . . . . . . . . . .

    Heidrun Dittrich (DIE LINKE):
    Dennoch weinen Sie hier fast Krokodilstränen und wollen nicht entschädigen. Wir fordern dagegen eine gesetzliche Entschädigung. Der von Ihnen vorgeschlagene Fonds mit 120 Millionen Euro bedeutet, dass für Rehabilitationen, die eigentlich Krankenkassenleistungen sind, der Krankenkasse 100 Millionen Euro zur Verfügung stehen und dass nur die restlichen 20 Millionen Euro direkt ausgezahlt würden. Für nur 30 000 Antragsteller bedeutete das eine Einmalzahlung
    von 666 Euro.
    (Josef Philip Winkler [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Was heißt bitte schön „nur“? Wie viele Milliarden hätten Sie denn gern?)

  2. Heidi Dettinger said, on 14. Juni 2011 at 00:54

    Ich kann mich noch gut an Zeiten erinnern, als die Grünen eben so von Mitgliedern der anderen (damals sich selber gern und im Gegensatz zu den Grünen „seriös“ nennenden Parteien) angepöbelt wurden, wie heute DIE LINKE – besonders und höchst vehement von den Grünen.

    Allerdings würde ich die sehr aufrechte Frau Dittrich kaum einen Spatzen nennen wollen!!!

    Denn klar ist: CDU/CSU, FDP, SPD und B90/Grüne haben genau das bekommen, was sie wollten. Da macht sogar der Einsatz von Frau Vollmer Sinn – so werden auch die (vielleicht 3) uns gesonnenen aus den eigenen Reihen schön im Zaume gehalten. Denn gegen die Parteifreundin erhebt man höchstens im stillen Kämmerlein das Wort.

    Und DIE LINKE hätte sich genau so verhalten können, hätte mit einstimmen oder schweigen können. Aber nein! Frau Dittrich hat sich ans Rednerpult gestellt und den Damen (wieso war eigentlich kein einziger Typ auf der Rednerliste? Die lassen sich doch sonst nicht verdrängen…) einen Spiegel vorgehalten, das widerliche Getue der Rupprecht rausgekitzelt, sie in aller Öffentlichkeit und sogar protokolliert der Lüge überführt!

    Und das soll man einen Spatzen nennen? Wohl kaum!

    Hut ab, Frau Dittrich! Ihre Rede war mutig, gut und richtig! Vielen Dank dafür!

    • dierkschaefer said, on 14. Juni 2011 at 08:26

      na ja, gemeint war natürlich die linke von ihrer bedeutung her.
      die unerschütterliche haltung von frau dittrich gegenüber all dem widerwärtigen schmäh ist selbstverständlich bewundernswert. denn das war psychologische kriegführung und sie hat sich nicht irritieren lassen. ich weiß nicht, ob ich hätte so beherrscht bleiben können.
      mich erinnerte diese unwürdige szene an die erste sitzung des gesamtdeutschen bundestages, als die etablierten parteien sich zu fein waren, dem die sitzung eröffnenden alterspräsidenten stephan heym wenigstens die protokollarische ehre zu geben. sie blieben weithin der sitzungseröffnung fern.

  3. Franky said, on 16. Juni 2011 at 01:04

    666 Euro pro Opfer.

    Die Zahl paßt zu dieser geldgierigen ,über millionen Leichen gehenden,teuflichen Kinderschändersekte.
    Und die etablierten Parteien sind wie immer dabei (bis auf die Linke).

  4. Martin Mitchell said, on 21. Juni 2011 at 08:40

    »Runder Tisch Heimerziehung« als totale Farce entblößt, die es war !

    ♦♦♦ HEIMKINDER. – Ms Vollmer is not happy — Frau Dr. Antje Vollmer ist nicht begeistert. ♦♦♦

    FILE-NAME: Rede von Rolf Breifeld beim abschließenden Wiederzusammenkommen des RUNDEN TISCHES HEIMERZIEHUNG, in Berlin, am 20.06.2011

    Rede von Rolf Breifeld ( Stellvertreter von Eleonore Fleth: Stellvertreter am aussenparlamentarischen Gremium »Runder Tisch Heimerziehung« ( »RTH« ) ) präsentiert von ihm persönlich bei dem noch einmal abschließenden Wiederzusammenkommen des »RTH« in Berlin, am Montag, 20. Juni 2011.

    ( einer Veranstaltung, die diesmal nicht hinter verschlossenen Türen stattfand und bei der Politiker der verschiedenen politischen Parteien und die Medien dabei waren ! )

    ANFANG ZITAT

    INFORMATION FUR ALLE DIE NICHT AM RUNDEN TISCH TEILGENOMMEN HABEN.

    Der Runde Tisch [Heimerziehung] war Kasperle-Theater.

    Versicherungen würden über diese Art der Schadensregulierung vor Neid erblassen.

    Sie sollten sich alle schämen.

    Schon bei meiner ersten Teilnahme [am Runden Tisch Heimerziehung] [mit meinerseitigem Sprachrecht während dieser 2-tägigen Sitzung, am 14./15.01.2010] im Januar 2010 merkte ich dass hier etwas nicht stimmt. Frau [Dr. Antje] Vollmer [, (Schirmherrin), ] wollte die Tatbestände Zwangsarbeit und Isolationshaft nicht gelten lassen. Da nutzte mir auch der Hinweis auf das Grundgesetz nichts.

    Professor Schrapper benutzt in seiner wissenschaftlichen Aufarbeitung des Landesfürsorgeheim Glückstadt doch diese Worte. Warum wurde dies im Endbericht ignoriert?

    Nun gut, dachte ich mir [bei diesem meinem ersten Dabeisein als Stellvertreter, im Januar 2010], wenn dieser Staat sein Gesicht wahren will und am Ende für die Heimkinder ein annehmbares Ergebnis herauskommt soll es mir recht sein.

    Bei der Abstimmung für den Zwischenbericht [am späten Nachmittag, Freitag 15. Januar 2010] wurde ich von Frau Vollmer ausgetrickst. Ich war zu diesem Zeitpunkt noch nicht eingearbeitet, wollte aber das Ergebnis nicht mittragen. In einer Pause sagte ich dies der Frau Vollmer und sagte ihr auch dass ich mich aufgrund dessen der Stimme enthalten werde. Frau Vollmer hätte mir als erfahrene Politikerin sagen müssen dass dann das Ergebnis als einstimmig gilt.

    Hat sie aber nicht…..ausgetrickst. Ohne diese Trickserei hätte es schon beim Zwischenbericht keine Einstimmigkeit gegeben, denn ich war als Vertreter der Frau Fleth zu diesem Zeitpunkt stimmberechtigt.

    Die restliche Zeit verbrachte ich am Runden Tisch [Heimerziehung] als nicht stimmberechtigter aufmerksamer Zuhörer.

    Mich stört vor allem welche Gehirnakrobatik betrieben wurde um uns glauben zu machen dass alle unsere Ansprüche verjährt sind. Allein weil es so oft wiederholt wurde glaube ich es nicht.

    [Dr. Hans Siegfried Wiegand, (Stellvertreter: Jürgen Beverförden); Sonja Djurovic, (Stellvertreter: Stefan Beuerle); Eleonore Fleth, (Stellvertreter: Rolf Breitfeld )] Am vorletzten Tag [Donnerstag, 9. Dezember 2010] versuchten wir den sogen. Hammelsprung und weigerten uns den [Sitzungs]Saal zu betreten. Frau Fleth, Frau Djurovic und Herr Wiegand betraten dann den Saal um kurz unsere Forderungen zu verlesen und dann die Mitglieder des Runden Tisches die unsere Forderungen unterstützen zu uns heraus zu bitten. Leider hielten sie [Frau Fleth, Frau Djurovic und Herr Wiegand] sich nicht an das Drehbuch und ließen sich auf eine 45 minütige Diskussion ein während wir Stellvertreter draussen warteten.

    Als sie herauskamen folgten ihnen mehrere Mitglieder des Runden Tisches, u.a. Frau Vollmer und Frau Rupprecht. Ich kann mich noch genau an die Worte der Frau Rupprecht erinnern: „Wenn sie nicht reingehen platzt der Runde Tisch und es gibt garnichts“. Sie hat somit in der [17. Wahlperiode, in der] 114. Sitzung des Bundestages [am 9. Juni 2011] eindeutig die Unwahrheit gesagt.

    Als die anderen Heimkinder [Frau Fleth, Frau Djurovic, Herr, Wiegand, Herr Beuerle und Herr Beverförden] den Saal betraten bin ich mitgegangen, nicht aus Überzeugung, aber ich wollte bis zum Ende als Zeuge dabei sein.

    Bei der Abstimmung zum Endbericht konnten die stimmberechtigten Heimkinder [Frau Fleth, Frau Djurovic, Herr, Wiegand] dem aufgebauten Druck nicht standhalten und haben zugestimmt.

    Sofort danach ließ Frau Vollmer die nicht stimmberechtigten Vertreter ebenfalls abstimmen, wohl um das Ergebnis nach oben hin abzurunden.

    Ich habe ausdrücklich mit NEIN gestimmt.

    Welchen Sinn macht eine Abstimmung wenn das Ergebnis anschließend, weil nicht passend, im Endbericht verschwiegen wird?

    Ich mahne noch mal alle hier Anwesenden: Wer das Ergebnis des Runden Tisches mit trägt macht sich auch mit schuldig.

    ENDE ZITAT

    Siehe auch, unbedingt, noch einmal den Bericht im EHEMALIGE HEIMKINDER BLOG Nr. 1 betitelt »Frau Antje Vollmer, Ihrer Behauptung von „EINSTIMMIGER ABSTIMMUNG“ am »RUNDEN TISCH HEIMERZIEHUNG« zuwider: Von „EINSTIMMIG“ kann nicht die Rede sein!« @ http://heimkinderopfer.blogspot.com/2010/05/frau-antje-vollmer-ihrer-behauptung-von.html

    DAS GANZE – genau so – STEHT AUCH SCHON IN VIELEN FOREN !!!

  5. Frank Kampehl said, on 15. Februar 2012 at 20:07

    Zeitbomben?
    Zeitsprung- 20 Jahre in der Zukunft- Ein mögliches Szenario:
    Ein hochgradig an Alzheimer erkrankter Greis verletzte eine Pflegekraft schwer und stammelt fortlaufend immer Sätze wie:” Ich werde wieder abhauen!” ” Von Makarenko lernen-tut weh! “ Der geistig in seine Kindheit Zurückgefallende, verweigert sich mit allen Kräften der Einnahme von beruhigenden Medikamenten und schreit:”Ich will keine Lepinaletten mehr, davon kriege ich Nierenschmerzen! “Morgen kommt mein Vater aus dem Westen und fackelt das verdammte Spezialkinderheim ab!“ „Wenn er nicht kommt tu ich es!” Vergeblich versuchen Ärzte von dem Greis zu erfahren, was Ihm in seiner frühen Kindheit widerfahren ist. All zu gründlich scheint er es in sein Unterbewustsein verbannt zu haben, aus dem es nun in Stücken hervorbricht. Erlebnisse aus Kriegszeiten scheiden wegen dem Geburtsdatum aus. tik, tik, tik,tik…………..


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