Dierk Schaefers Blog

»So sieht „Heimkinder-Entschädigung“ im Vaterland aus!«

Posted in heimkinder, Kirche, Politik by dierkschaefer on 26. August 2011

Martin Mitchell/Australien bat mich, den unten stehenden Text in meinem Blog zu veröffentlichen, was ich gern tue. Denn es stimmt schon merkwürdig, daß von offizieller Seite aus Staat/Ländern/Jugendämtern und Kirchen meines Wissens bisher niemand auf die unterschiedlichen Kompensationsregelungen für die mißhandelten und zum Teil auch mißbrauchten ehemaligen Heimkinder eingegangen ist. Die Unterschiedlichkeit der Rechtssysteme allein reicht nicht aus, die Differenzen zu erklären. Die Herangehensweise war eine völlig andere und läßt für mich nur den Schluß übrig, daß von Beginn an es nur darum ging, billig davon zu kommen. In anderen Ländern hatten die mißhandelten Kinder bei gleicher Problemlage mehr Beschwerdemacht als bei uns.

Für wen ist die Beschämung größer, für die Politiker, für die Kirchen oder für die deutsche Öffentlichkeit, die sich abwendet?

Und hier der Text von Mitchell:

DEUTSCH

● So sieht „Heimkinder-Entschädigung“ im Vaterland aus ! ●

Fakt ist: DIES WURDE ENTSCHIEDEN UND BESTIMMT ( alles andere ist eine Lüge ! )

In der Bundesrepublik Deutschland wurde kürzlich entschieden: Ehemalige Heimkinder, die damals während ihrer ‚HEIMERZIEHUNG’ keine erzwungenen „sexuellen Dienstleistungen“ erbracht haben, sondern in den damaligen Heimen „nur“ auf physische und psychische Weise misshandelt wurden und „nur“ gezwungen wurden, unentlohnte ZWANGSARBEIT zu leisten, haben keinen Anspruch auf Entschädigung und werden nicht entschädigt werden. Die Organisationen der Täter und Schädiger aus Staat und Kirchen haben in dieser Sache den maßgebenden Einfluß genommen und bekommen. Ihre Entscheidung ist endgültig und nicht anfechtbar.
Was damalige erzwungene „sexuelle Dienstleistungen“ betrifft: In den USA werden Kindsopfer „sexualisierter Gewalt“ durchschnittlich mit Summen in Höhe von 5 Millionen Dollars entschädigt. In der Bundesrepublik Deutschland bestimmen KIRCHE und STAAT maximal 5 Tausend Euros zu zahlen – genau 0,1% dessen was ein Opfer in den USA an Entschädigung bekommt ( wenn wir einfach mal für diese Zwecke die verschiedenen Währungen als gleichwertig betrachten ).

Das nennt sich ‚Entschädigung Made in Germany‘.

Formuliert von dem in 1946 geborenen Ehemaligen Heimkind Martin Mitchell – Australien 2011.

ENGLISCH

● That is what „Heimkinder-Compensation“ looks like in the Fatherland ! ●

Fact is: THIS WAS DECIDED AND DECREED ( everything else is a lie ! )

In the Federal Republic of Germany it was recently decided and decreed: Former children and youth who whilst undergoing [ non-court imposed ] ‚INSTITUTIONAL CORRECTIONAL PAEDAGOGY‘ were not compelled to perform „sexual services“ but who were „simply“ physically and psychologically abused and „simply“ compelled to perform unpaid FORCED LABOUR, have no right to claim damages and will not be compensated. The perpetrators, ie. those having committed the abuse and caused the damage are the only ones entitled to determine the outcome of all these matters of complaint. Their determination is final and not subject to review.
In cases of institutionalised children and youth having been compelled to perform „sexual services“ whilst undergoing such institutionalisation: In the US the average payout of compensation to victims of „child sexual abuse“ is 5 Million Dollars. In the Federal Republic of Germany CHURCH and STATE themselves determine and decree that in all such cases of „child sexual abuse“ compensation shall be limited to 5 Thousand Euros – exactly 0.1% of that what victims of all such „child sexual abuse“ are being paid in compensation in the US ( if we simply, for this purpose, consider the various currencies to be of equal value ).

That is called ‚Compensation Made in Germany‘.

Formulated by the in 1946 born former institutionalised child/youth Martin Mitchell – Australia 2011.

4 Antworten

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  1. Erika Tkocz said, on 26. August 2011 at 13:28

    Wie in Deutschland mit Opfern umgegangen wird?

    ja das war gestern in der Sendung „Monitor“ einmal wieder deutlich zu sehen. Unschuldig verurteilte bekommen pro Haft Tag: 25 Euro

    Internationaler Vergleich:

    Finnland: 120 Euro, Dänemark: 170 E Niederlande: 250 E, Frankreich: 1000 Euro

    http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=8013540

    und Hilfe und Unterstützung gibt es nach der Entlassung auch nicht, diese ist den Tätern vorbehalten.

  2. Erika Tkocz said, on 26. August 2011 at 13:28

    ach so, bei dem Link: das Thema kommt etwa nach 20 Minuten

  3. Frank Kampehl said, on 21. Februar 2012 at 13:21

    Stützstrümpfe statt Entschädigungen.
    Wieviel darf`s denn sein? Und wieder hinten rein?
    Der Vater nach Mauerbau rübergemacht.Die Mutter mit ihren 5 Kindern nicht hinterher gelassen, alle in der DDR als Geiseln behalten! Bin als Kind in ein Spezialkinderheim gesteckt worden, um die überforderte Mutter zu *entlasten* und den störrischen 8-jährigen (!) Knaben nach der
    Makarenko-Methode auf Linie zu bringen.
    Bestrafungen statt Liebe. Und jetzt fragt man mit Gutscheinbündeln inder Hand:*Wie stark genau hatt man dir wehgetan?*

    Antwort:

    Sehr stark, denn es waren zwei auf einmal!
    ***-Zwei deutsche Staaten****

  4. Katzenhai said, on 19. April 2012 at 10:52

    Im Osten des Landes gilt das SED-Unrechtsbereinigungsgesetz ohne wenn und aber! Die angeblich zur Verfügung stehenden 40 Mill. müssen für Rentennachzahlungen eingesetzt werden. Ohne Unterzeichnung einer Verzichtserklärung! Das (StrRehaG) muss sofort angepasst werden i.S. von Torgau! Keine Einzelfallprüfung und keine Prüfung der “ Einweisungsgründe“ in Spezialkinderheime, Jugendwerkhöfe und Durchgangsheime. Sofortige Öffnung in das OEG für Betroffene! Versprechen im Einigungsvertrag und Bundesdrucksache 12/1608 „Betroffene SED-Opfer in allen Bereichen “ angemessen“ zu Entschädigen, muss endlich eingehalten werden! Die nach dem Gesetz bestehenden Beweiserleichterungen sind endlich anzuwenden (§ 15 KOV-VfG)! Gesetz über das Verwaltungsverfahren der Kriegsopferversorgung (KOVVfG)“Die für Kriegsopfer geschaffene Beweiserleichterung nach § 15 KOVVfG gilt auch für Gewaltopfer.“. Die Angaben des Antragstellers, die sich auf die mit der Schädigung im Zusammenhang stehenden Tatsachen beziehen, sind, wenn Unterlagen nicht vorhanden oder nicht zu beschaffen oder ohne Verschulden des Antragstellers oder seiner Hinterbliebenen verlorengegangen sind, der Entscheidung zugrunde zu legen, soweit sie nach den Umständen des Falles glaubhaft erscheinen. Die Verwaltungsbehörde kann in besonderen Fällen von dem Antragsteller die eidesstattliche Versicherung verlangen, daß er bei seinen Angaben nach bestem Wissen die reine Wahrheit gesagt und nichts verschwiegen habe. In Heimen jeder Colör ist es zu massiven und schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen gekommen. Die Opferrente ist sofort zu erhöhen, mindestens auf 450,00€ p.M. und die Bedürftigkeitsklausel ist ersatzlos zu streichen! Das Zeitfenster zur Umsetzung dieser Änderungen ist auf max. 6 Monate fest zu schreiben! Alle abschlägig oder abgelehnten Rehabilitationsverfahren von Heimkindern nach dem (StrRehaG) sind der Kassation zu unterwerfen. Die Nachzahlungen der Rente aus dem OEG ist rückwirkend zu zahlen, bei allen abgelehnten Verfahren! Stichtag ist der 02.12.2010! Alle Leistungen sind nicht pfändbar und werden nicht auf Transferleistungen angerechnet! Das sind die Rahmenbedingungen für eine Diskussion im Osten des Landes und niemals ein Fonds! Das sind die Forderungen die an den Gesetzgeber in den Neuen Ländern zu stellen sind!


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