Dierk Schaefers Blog

Zur Diskussion mit Thomas Wessel auf seiner Web-Seite

Posted in Christuskirche/Bochum, Hans-Ehrenberg-Gesellschaft, heimkinder, Kirche, Theologie by dierkschaefer on 17. November 2011

In Ihrer Haut möchte ich wirklich nicht stecken, lieber Kollege. Sie müssen halt eine falsche Entscheidung verteidigen. Dabei lassen Sie sich  aber dennoch auf inhaltliche und formale Fragen zum Runden Tisch und damit zur Tätigkeit von Frau Vollmer ein.

Sie fragen zu Recht, auf welche Mehrheit der ehemaligen Heimkinder sich die Diskutanten auf Ihrer Web-Seite berufen. Ich habe Ihnen auch die Schwachpunkte meiner Umfrage genannt. Es wäre aber nur konsequent von Ihnen zu akzeptieren, daß Frau Vollmer nur fünf ehemalige Heimkinder aufbieten kann, von denen sich einige von den abschließenden Empfehlungen distanziert haben. Wenn Frau Vollmer also meinen sollte, „die“ ehemaligen Heimkinder hätten zugestimmt, dann hat sie sehr befremdliche Vorstellungen von Demokratie. Diese Heimkinder am Runden Tisch hatten kein Mandat im Unterschied zu den Vertretern der Organisationen, die für die damaligen Mißstände in Verantwortung genommen werden sollten. Doch Sie schreiben, Frau Vollmer bekomme den Preis in Sachen Demokratie. Dafür hätten Sie eine Vielzahl besser ausgewiesener Preisträger finden können. Und wenn Sie in Ihrer Begründungsnot immer wie­der dar­auf hin­wei­sen, daß es nicht um die Ergeb­nisse des Run­den Tisches, nicht einmal um den Runden Tisch überhaupt geht, können Sie doch nicht abstreiten, daß Frau Voll­mers Name in der öffentlichen Wahrnehmung fest mit dem Run­den Tisch ver­knüpft ist. Ihre Wür­di­gung wird in der Öffent­lich­keit immer auch als Wür­di­gung ihrer letz­ten publi­kums­wirk­sa­men Tätig­keit auf­ge­faßt wer­den. Selbst die Medien, die sich nicht nur auf eine epd-Meldung ver­las­sen, wer­den in Zusam­men­hang mit der Preis­ver­lei­hung den Run­den Tisch erwäh­nen. Wer meint, dies igno­rie­ren zu kön­nen, ist naiv oder unred­lich.

Ich fände es ehrlich, wenn Sie diesen Kommentar nicht wieder unter den Tisch fallen lassen würden, es sei denn, Sie wollten den Stil von Frau Vollmer am Runden Tisch übernehmen.

http://www.christuskirche-bochum.de/2011/11/antje-vollmer-margot-kasmann/#comment-286

6 Antworten

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  1. helmutjacob said, on 18. November 2011 at 01:48

    Herr Pfarrer, drehen Sie sich um! – Zur Ehrenberg-Preisverleihung an Antje Vollmer

    Sehr geehrter Herr Pfarrer Wessel!
    Über Ihren letzen Beitrag auf Ihrer Hompage (http://www.christuskirche-bochum.de/2011/11/antje-vollmer-margot-kasmann/#comment-285) muss ich mich nicht nur wundern, sondern sehr ärgern. Sie rühren den Pfeil in der Wunde eines ehemaligen Rechtsanwaltes, wie einen Kochlöffel im Großküchenkochtopf. Ihnen müsste doch der Begriff „Vergebung“ und die Geschichte vom „Verlorenen Sohn“ wie ein Wasserfall über die Lippen kommen. Schließlich haben Sie doch auch über diese Thematik studiert.
    (http://www.bibel-online.net/text/luther_1912/lukas/15/)
    Stattdessen treten Sie noch einmal richtig nach, weil Ihnen die Argumente ausgehen. Wenn Sie sich vor dem Altar mal umgedreht und christlichen Beistand vom Kreuz erbeten hätten, dann hätte dieser vor etwa 1980 Jahren Geschundene Sie aufgefordert, folgende Sätze aus diesem Zeitungsbericht zu verbreiten:
    „Der Ex-Anwalt engagiert sich aber weiter unverdrossen für die gute Sache. „Menschenrechtsverletzungen durch die Kraft der Rechtsansprüche und Verfahren mit verhindern, beenden“ sei seine Vision, schreibt er.“
    (http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.muenchen-ex-staranwalt-michael-witti-hat-aerger-vor-gericht.6a6b60ee-9ccc-4a8d-bbfe-4d9851eb4ecd.html)
    und ihn damit als „Verlorenen Sohn“ in die Arme zu schließen. Das wäre Ihre Pflicht als Verkünder des Evangeliums gewesen.
    Ihr Seitenhieb auf die Giordano-Stiftung zieht längst nicht mehr. Das Menschen, die sich von den Kirchen belogen und betrogen fühlen, die Flucht aus ihnen ergreifen, müsste Ihnen zu denken geben. Im Übrigen habe ich viele gute Beiträge im Humanistischen Pressedienst gelesen und viele schlechte Predigten von den Kanzeln herunter gehört. Vom Neukirchener Abreißkalender abzulesen, ist keine Kunst. Selbstverständlich gibt es auch gute Predigten, wenngleich ich mich an die letzte, die mich gefesselt hat, nicht mehr erinnere. Auch darf nicht unerwähnt bleiben, dass Ihre Kirche weit davon entfernt ist, ihren Opfern Schecks herüberzureichen; sie sollte von der Giordano-Stiftung lernen.
    (http://www.giordano-bruno-stiftung.de/)
    Ich werde den Eindruck nicht los, dass Sie auf Biegen und Brechen die Verleihung des Ehrenbergpreises an Antje Vollmer verteidigen müssen. Von dem von uns angeprangerten Grund „Konsens am Runden Tisch“ scheint nichts mehr übrig geblieben zu sein. Nun wird sie für ihr demokratisches Verständnis ausgezeichnet. Der Begriff „Demokratie“ in Verbindung mit Antje Vollmer wird immer auch mit ihrem Vorsitz am „Runden Tisch Heimerziehung“ gekoppelt sein. Und da blieb von Demokratie so gut wie nichts übrig. Bereits die Zusammensetzung war undemokratisch. Ihre Manipulationen sind überall nachzulesen. Und um ihre Vorstellungen durchzuboxen, hat sie mehrmals Druck ausgeübt.
    (http://www.noz.de/artikel/47999832/vollmer-niemand-darf-ausscheren)
    Sei es drum. Ehren Sie sie, feiern Sie sie und tragen Sie dazu bei, dass diese Frau mehr Schein als Sein ist.
    Weil dies meine letzte öffentliche Stellungnahme in Sachen Wessel ist, möchte ich Ihnen noch eins in Ihre Hausbibel schreiben: Dass Sie sich mit Ihrem Amtsbruder Schäfer streiten, kritisiere ich nicht. Er wird sich wehren können. Ihr Verhalten als Pastor, Verkünder und Seelsorger ist ein Schlag ins Gesicht mancher (nicht aller, manche beten Vollmer an) Heimopfer.
    Ihre Rolle müsste es sein, daran mitzuwirken, dass den physisch, psychisch und sexuell gequälten Säuglingen, Kleinkindern, Schulkindern und Jugendlichen – im Wesentlichen unter kirchlichen Dächern – endlich Gerechtigkeit widerfährt.
    Nein, Sie müssen meinen Kommentar auf Ihrer Seite nicht veröffentlichen. Ich bitte Sie sogar, davon Abstand zu nehmen. Ich kann meine Meinung auch auf anderen Wegen weitergeben. Nein, kommen werde ich auch nicht. Ich will nicht mit meiner Anwesenheit dazu beitragen, dass die volle Christuskirche als Beweis für die Richtigkeit der Verleihung gewertet wird.

  2. sabine s. said, on 18. November 2011 at 11:04

    Der Ex-Anwalt, der sich „ach so rührend“ um Geschundene kümmert, hat Geschundene um ihre Entschädigung betrogen. Das wird ihm immer anhaften bleiben. Das ist in anderen Fällen auch so und das ist die Konsequenz, die der Herr Rechtsanwalt a. D. zu tragen hat.

    Wenn nun die Kirche ihre Arme ausbreiten soll, um einen „Gefallenen“ wieder aufzunehmen, ist das eine Sache. Wie weit die moralische Verpflichtung einer Kirche geht?, ich denke, Kirche ist da sehr gnädig.

    Ich hoffe aber nicht, dass Sie von allen ehemaligen Heimkindern erwarten, diesem Anwalt das nötige Vertrauen entgegen zu bringen. Wenn Sie das für sich anderst entscheiden, ist das einzig und allein ihre Sache.
    Aber setzten sie diesen Herrn nicht pauschal auf einen Thron, auf den er nicht gehört.

    Übrigens: Ich habe vor zig Jahren Herrn Witti persönlich kennengelernt. Das Auftreten war überzeugend. Und ich war davon überzeugt: Prima, der wird’s richten.
    Das verlorengegangene Vertrauen ist auch durch das laute Getöse nicht wiederhergestellt worden.

    Ein Satz zur GB: Meine Mutter pflegte zu sagen: Bleiben Sie bei Ihrem Glauben – ich bleibe bei meinem.
    Mit anderen Worten: Jedem das Seine.

    sabine s.

    • Heidi Dettinger said, on 18. November 2011 at 20:19

      Vielleicht sollten Sie Ihre Wortwahl ein klein bisschen überdenken, sabine s.

      „Jedem das Seine“ stand als Motto über dem KZ Buchenwald. Und mich graust’s wenn ich das hier lese – quasi als Zusammenfassung Ihres Postings.

      Zu Herrn Witti fällt mir ein: Glauben Sie allen Ernstes, der Grund, weshalb Witti so vehement von den Vertretern von Bund, Ländern und Kirchen abgelehnt wird, hängt mit deren Sorgen zusammen, dass dieser uns um unsere erstrittenen Entschädigungen betrügen könnte? Oder nicht vielleicht doch damit, dass er diese Entschädigungen überhaupt für uns hätte erstreiten können?

      Übrigens ist Herr Witti für seine Tat vor einem bundesdeutschen Gericht verurteilt worden… Das kann man von denen, die über ehemalige Heimkinder (oftmals im wahrsten Sinne des Wortes) hergefallen sind, nicht behaupten. Das wiederum liegt nicht zuletzt an der Gnadenlosigkeit ein Kirche, die Sie gnädig nennen!

  3. helmutjacob said, on 18. November 2011 at 15:30

    „Ich hoffe aber nicht, dass Sie von allen ehemaligen Heimkindern erwarten, diesem Anwalt das nötige Vertrauen entgegen zu bringen.“
    Liebe Frau Sabine S. Ihre Hoffnung ist erfüllt. Selbstverständlich erwarte ich solche christliche Haltung nicht von Opfern seiner Taten oder kritischen ehemaligen Heimkindern.
    Herzlichst
    Helmut Jacob

  4. sabine s. said, on 18. November 2011 at 20:31

    Ich glaube nicht, dass ich meine Wortwahl überdenken muss.
    Mein Zitat habe ich in einem anderen Kontext gesehen.

    sabine s.

  5. sabine s. said, on 18. November 2011 at 23:18

    … „und mir das meiste“, das ist der Kontext, in dem ich das Witti-Verhalten gestellt habe.
    Nur noch mal so zur Aufklärung.
    sabine s.


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