Dierk Schaefers Blog

»Höhere Entschädigung für ehemalige Heimkinder beschlossen«

Posted in heimkinder, Kinderrechte, Politik by dierkschaefer on 9. März 2012

Es bewegt sich was, aber nicht grundsätzlich.

http://www.presseportal.de/pm/66306/2212955/westfalen-blatt-hoehere-entschaedigung-fuer-ehemalige-heimkinder-beschlossen Freitag, 9. März 2012

20 Antworten

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  1. Rosi A. said, on 9. März 2012 at 22:27

    Wieso oft bei der Presse üblich, eine schwammige Schlagzeile,
    ansonsten ist die Erhöhung der Rentenausgleichzahlung begrüßenswert so wie zukünftige positive Veränderungen in Sachen Fonds EHK

  2. sabine s. said, on 9. März 2012 at 23:03

    Wenn mit „Schlagzeile“ die Überschrift des Presseartikels gemeint ist, dann ist zumindest diese nicht schwammig.

    sabine s.

  3. Heidi Dettinger said, on 10. März 2012 at 00:34

    Es ist doch nicht zu fassen:
    Mit „höherer Entschädigung“ ist doch nichts anderes gemeint, als eine Erhöhung des Rentenausgleichs…

    Und für wie lange wird noch versucht, uns für blöd zu verkaufen????

    Mag ja sein, dass eine Erhöhung des Rentenausgleiches gut ist – besser, als eine Reduzierung, gebe ich zu.

    Aber: Was bedeutet das denn wirklich?
    Da bekommen wir nicht einmal die uns geklauten Löhne – lediglich ein Teil der nicht eingezahlten Sozialbeiträge sollen vergütet werden. Toll!

    Und was ist mit den Überlebenden mit Behinderung?
    Und was ist mit denen, die schuften mussten, bevor sie noch 14 waren?
    Und was mit denen, die ob des in den Heimen erlittenen Traumas ab 45 nicht mehr arbeiten konnten?
    Und was mit den Säuglingen und Kleinkindern, die unsägliche Deprivationen in den Bewahranstalten erlitten?
    Und was mit den vergewaltigten Kindern, den physisch und psychisch gefolterten, denen die illegaler Medikation, medizinischen Experimenten oder unglaublichen medizinischen Eingriffen unterworfen waren?
    Und was mit denen, die in die Psychiatrien eingewiesen wurden?

    Alles nicht mehr wahr? Alles nicht mehr wert, diskutiert zu werden? Alles dreht sich nur noch um ein paar Euro mehr für eine ganz kleine Gruppe von Überlebenden – denen nämlich die zwischen 14 und 21 gearbeitet haben???

    Und DAS sollen wir uns verkaufen lassen und auch noch als positive Veränderung begrüßen?????

    Ich glaube, es wird Zeit, dass wir aufwachen und mal gucken, was hier mit uns passiert!

    Wenn mir einer meine Armbanduhr klaut und mir hinterher das Uhrenglas als „Entschädigung“ anbietet – und dann als Nachschlag auch noch das Rädchen zum aufziehen anbietet… Freu ich mich dann?

    Ich bleibe dabei: Der Schritt von der Scham zur Schamlosigkeit wird immer kleiner!
    Sorgen wir doch wenigsten dafür, dass es ein steiniger, gefährlicher, rutschiger Schritt wird für die gnadenlose Bande!

    • Helmut Jacob said, on 10. März 2012 at 15:26

      „Ich glaube, es wird Zeit, dass wir aufwachen und mal gucken, was hier mit uns passiert!“

      Da sehe ich schwarz, verehrte Frau Dettinger. Ich glaube, der Zug ist abgefahren. Das dies so kommt, ist auch unser Versagen. Die Überlebenden der Heimhöllen haben ihre wirklichen Gegner aus den Augen verloren oder nie gesehen. Die meisten haben in anderen Überlebenden ihre Feinde erkannt. Daraus kann nichts Produktives werden. Nur wenige sind kämpferisch und hauen den Tätern und ihren Rechtsvertretern, die längst auch Täter geworden sind, die Wahrheit um die Ohren. Ich beobachte, dass es nicht viel mehr als eine handvoll Idealisten sind. Einige Heilsbringer, die falsche Kampfstrategien unter die Leute gebracht haben, verkriechen sich auch in ihren geschlossenen Foren, beweinen die Ungerechtigkeit der Welt und erleben, wie ihre Konzepte an die Wand gefahren werden. Gut, ein bisschen Erfolgserlebnis muss sein. Man hat korrigiert, was eine Unverschämtheit war: Die Ungleichbehandlung der Geschlechter in der Rentennachzahlung. Wer sich dafür auf die Schulter klopft, soll es tun. So langsam füllen sich die Anlaufstellen. Die Strategie dieser Heilsbringer ist: So viel absahnen wie möglich, ohne Rücksicht auf das Ehr- und Schamgefühl. Derweil triumphiert die Täterseite, ganz lautstark die katholische, und freut sich, dass der Opferfonds so schön angenommen wird. Was sollen wir, Frau Dettinger und einige andere Mitstreiter gegen soviel Kurzsichtigkeit noch unsere Forderungen für eine Opferrente oder einen würdigen Lebensabend weiterkämpfen? Wollen die Überlebenden der Heimhöllen das überhaupt noch? Jene, die nun ihren kurzen Gewinn bei den Anlaufstellen abholen, sind, ob mit oder ohne Verzichtserklärung aus dem Rennen und können diese Opferrente nicht mehr verlangen. Es geht nur das eine oder das andere.
      Es klingt pessimistisch, aber ich denke: Die Täter brauchen nur noch zwei, drei Jahre aussitzen und danach ist das Problem „Heimkinder in den Nachkriegsjahrzehnten“ vom Tisch.
      Eine ganz besondere Niedertracht ist der Verweis auf die Verjährung. Wenn solche Hinweise aus christlichen Federn kommen, ist das besonders katastrophal. Die Täter könnten ihrerseits auf den Einspruch der Verjährung verzichten und damit den Weg zu juristischen und gesetzlichen Entschädigungsmaßnahmen ebnen. Tun sie aber nicht und damit zeigt sich ihre Verlogenheit.
      Und das ganze Gruppen von Menschen, die zu den Hilflosesten der Gesellschaft zählen und die Sie immer wieder in Erinnerung bringen, ausgeschlossen sind, zeigt, von welch asozialer Bande wir regiert werden. Jeder, der einigermaßen aufrecht gehen kann, müsste dagegen laut schreien. Von keiner Partei, außer vielleicht von den Linken, hört man diesen Aufschrei.
      Deutschland, mir graust es vor Dir.

  4. Michaela said, on 10. März 2012 at 01:29

    vollkommen unakzeptabel das ganze !

  5. Lutz Adler said, on 10. März 2012 at 08:06

    BANDE !

    das scheint mir der richtige Ausdruck zu sein. Immer schön drauf achtend die Presse mit der „Entschädigungslüge “ mit an Bord zu haben.
    Was bei uns praktiziert werden soll ist, bei den Opfern der NSU Morde nun auch aufgefallen.
    Anrechnung der angeblichen “ Entschädigung“ auf Transferleistungen. Na sowas!
    Wir werden weder im Osten noch im Westen Ruhe geben, soviel ist sicher bis man uns
    ENTSCHÄDIGT!

  6. Rolf said, on 10. März 2012 at 17:25

    Ja sagen, zu den Worten von Heidi Dettinger und Helmut Jacob,mehr bleibt uns nicht nübrig!

    Das Häufchen, der Ehemaligen HK die noch zu kämpfen gewillt sind, ist sehr klein geworden.
    Ich glaube auch, das viele EHK schon Ihre Grenzen erreicht haben und sich nicht noch einmal
    entblösen wollen, es ist doch alles schon von allen Seiten beleuchtet worden.

  7. Rosi A. said, on 10. März 2012 at 17:40

    Rolf , es sind noch einige gesetzliche Hürden die der Lenkungsausschuß vom Fonds ehem. Heimkinder überwinden muß. Die Erhöhung des Rentenausgleichfonds war die leichteste Disziplin und vielleicht psychologisch um uns sanft zu stimmen.
    Wir müssen noch ein wenig abwarten bis Licht in diesen Irrgarten kommt. Es sind viele verfasste Bedingungen um die Umsetzung des Fonds gesetzeswidrig. Es wird von unserer Heimkinderseite Feuer unter deren Hintern gemacht.
    Gruß Rosi

  8. Gregor Ter Heide said, on 12. März 2012 at 00:08

    Dieser privatrechtliche Fonds darf keine Steuergelder benutzen.
    Bei einem gesetzlichen Fonds ist die Verjährung im Weg.
    Es darf keine damalige Opfergruppe augeschlossen werden.
    Ost- u. Westdeutschland muss gleichbehandelt werden.

    Sollte das nicht beachtet werden, wird das BVerfG die Aussetzung anordnen.

  9. Heidi Dettinger said, on 12. März 2012 at 16:08

    Interessant! Wo kann man das nachlesen, bitte?

  10. kindersklave said, on 12. März 2012 at 23:08

    Wo steht geschrieben, dass wir unsere Rechte nicht wahrnehmen dürfen?
    Wo steht geschrieben, dass wir Ehemaligen Menschen 2. sogar 3. Klasse sind?
    Wo steht geschrieben, dass es zu Lebzeiten keine Gerechtigkeit gibt?
    Wo steht geschrieben, dass das Geschriebene des Wahrheits-Letzter-Schluss ist?
    Wo steht geschrieben, dass es nur einer bestimmten Berufsgruppe zugestanden wird sich an Recht und Gesetz zu bilden?
    Wo steht geschrieben, dass es unmöglich ist sich mit aller Kraft für die Gerechtigkeit zu engagieren?

    Wir leben heute in einer Wissensgesellschaft mit nahezu unerschöpflichen Informationsquellen; ein unermäßlich kostbarer Schatz, denn Wissen ist Macht!
    Bildung ist Freiheit und im Austausch mit anderen Menschen bringt es uns klare Erkenntnisse und ein sicheres Bewusstsein, dass wir es können,
    ja wir können uns sachkundig machen,ja wir können selbstständig denken, ja wir können analysieren, ja wir können Zusammenhänge erkennen, ja wir durchschauen,
    uns hält keiner mehr länger für dumm, hält uns systematisch von der Bildung ab, nimmt uns unsere Chancen, erzieht uns bildungsfern, zieht uns die Fabrikarbeitertugenden an: sei fleißig und bescheiden und halte vor allem deinen Mund- und tu was man dir sagt, ohne wenn und aber, und frage nicht, denn zum Denken bist du nicht hier sondern zum Arbeiten usw. usw.
    Es lohnt sich ein Leben lang zu lernen und im Austausch das Wissen mit anderen zu teilen – es ist die großartigste Entdeckung, die ich für mich gemacht habe- spät aber nicht zu spät!

    Nicht mehr und nicht weniger möchte auch Gregor Euch teilhaben lassen.

    Herzliche Grüße
    der kindersklave

  11. Heidi Dettinger said, on 13. März 2012 at 00:07

    Das verstehe ich – sogar sehr gut!
    Aber ich verstehe auch, dass man seine Dinge, die man sagt, belegen können muss. Oder zumindest einen Hinweis geben, wo der Angesprochene etwas nachlesen kann.
    Sonst kann ich auch behaupten, dass es die Menschen vom Mars überhaupt nicht grün, sonder gelb-rot gestreift sind. Wenn ich es nicht belegen muss…

  12. wessi said, on 13. März 2012 at 05:02

    Oder, frau behauptet einfach folgendes:

    „Aus einem Schreiben an den VEH von einer Journalistin, die Kontakt zu Überlebenden via Kontaktstelle haben wollte:
    “Heute wurde ich zurückgerufen, dass sie keines der ehemaligen Heimkinder fragen werden und dass ich mich in Acht nehmen soll, dass viele, die zur Beratungsstelle kämen sich die Misshandlungen und Ungerechtigkeiten alle nur einbilden!!! Das wäre ein psychologisches Krankheitsbild und das hätten sie bei vielen eindeutig feststellen können…”
    Noch Fragen?“

    War die Journalistin grün oder gelb-rot gestreift?

    • Heidi Dettinger said, on 13. März 2012 at 10:52

      Gut gebrüllt, Löwe!

    • Helmut Jacob said, on 13. März 2012 at 15:31

      sagt ihnen der begriff „informantenschutz“ etwas? ohne ihn wäre der journalismus tot und eine zusammenarbeit mit ihm nicht möglich. „wer keinen kopf hat, kann auch nicht aus dem fenster gucken“.

      • wessi said, on 13. März 2012 at 21:03

        “Informantenschutz”?

        Ich fühle mich hier mal angesprochen. Informantenschutz, so wie Helmut Jacob ihn hier als Frage in den Raum stellt, sagt mir schon etwas; ich behaupte aber, dass der Journalismus beim Thema Heimerziehung bereits tot ist, „töter“ geht gar nicht. Was nützt die von Heidi Dettinger wiedergegebene Erfahrungen einer Journalistin, wenn diese nicht an die breite Öffentlichkeit gebracht werden?

        Den Opfern der Heimerziehung wurde das Land der Kindheit, der Jugend gestohlen und die ganze Gesellschaft ist verpflichtet, als Ausgleich den Opfern der Heimerziehung wenigstens das Land des Alters von materiellen Sorgen freizustellen. Mit diesem Bild hätte eine Öffentlichkeit vielleicht etwas anfangen können, wäre vielleicht geneigter gewesen einem Ausgleich, einem Ausgleich, der diese Bezeichnung annähernd verdient, zuzustimmen.

        Der VEH hatte es aber vorgezogen, den Produzenten von Öffentlich die Möglichkeit einzuräumen, diese Öffentlichkeit mit einer 25 Milliarden-Forderung regelrecht zu schocken. Schlau waren sie alle, der Vorstand des VEH war schlauer. Wer keine Lobby hat…

        Das Maß von Anstand bei der Bande im Bundestag entspricht ziemlich genau dem Maß ihrer Angst davor nicht wiedergewählt zu werden. Das ist banal und war bereits bekannt bevor eine von der Leyen ihre Finger auf den Etat für den RTH legte.

        Um das hier mal ganz deutlich zu sagen: Bei einer Zahl von 800.000 wären zusätzlich (!) zu dem von mir oben skizzierten Ausgleich ein Schmerzensgeld von 25 Milliarden vollkommen angemessen. Aber auch davor stand schon vor Jahren die Diskussion, es dürfe doch um GOTTES WILLEN, nicht jeder das Gleich bekommen. Angestoßen wurde diese Diskussion, diese Neiddiskussion, sofern ich es erlebt habe, von Profis. Bis jetzt bekommen aber doch alle das Gleiche: NICHTS

        Die Bande im Bundestag hat nicht den geringsten Begriff von der eigenen Menschenwürde.

        Eine Zwischenunterschrift in einem Text zur Causa Wulff lautete ganz banal:

        Würde ist nur ein Konjunktiv

  13. Gregor Ter Heide said, on 13. März 2012 at 21:00

    diese Kommentare haben sich zur freundlichen guten Diskussion entwickelt Heidi Dettinger.
    Gute Frage von dir.

    In der Wikipedia darf nichts ohne Qellen geschrieben werden, sonst wird gelöscht.

    In der Verfassungsbeschwerde wird nichts ohne Beweise beurteilt.

    Und … das ist auch alles in 28 a4 Seiten mit 694 Anlagen belegt beinhaltet worden.

  14. Heidi Dettinger said, on 14. März 2012 at 04:04

    Ok, ok, fast möchte ich klein beigeben. Aber noch nicht ganz. Die Journalistin will noch ein bisschen weiter recherchieren um zu sehen, wie weit diese Geschichte mit dem o.g. Zitat geht. Die Zeit muss sein!

    @Gregor, warum um Himmels Willen sollte ich die Beweisführung der Beschwerde anzweifeln? Oder auch nur hinterfragen. Ich kenne sie nicht einmal… Meine Frage geht in Richtung dessen, was vom BVerfG als Antwort bereits gekommen sei. Das schlägt riesige Wellen und macht Angst…

    @Wessi, bei angenommenen 800.000 bis 1.000.000 Säuglingen, Kindern, Jugendlichen, die in den Nachkriegsjahren in deutschen Heimhöllen gesessen haben, kann man statistisch einigermaßen sicher davon ausgehen, dass heute noch rund 500.000 leben. Eine Entschädigungszahlung von (durchschnittlich!) 50.000 Euro macht eine (angenommene) Summe von 25 Milliarden. Diesselbe Zahl von Überlebenden vorausgesetzt bringt es die Forderung von 54.000 € Einmalzahlung auf genau 27 Milliarden und liegt damit schlappe 2 Milliarden über der Initialforderung des VEH. Und übrigens: Wenn es heißt, in Irland würden ehemalige Heimkinder mit 69.000 € entschädigt, heißt das denn, dass alle dasselbe bekommen haben? Und warum müssen ausgerechtet wir selbst den Neidhammel im Schlepptau haben und uns einen Kopf darum machen, ob alle auch diesselbe Summe „verdient“ haben?

  15. Helmut Jacob said, on 14. März 2012 at 17:56

    “ Die Journalistin will noch ein bisschen weiter recherchieren um zu sehen, wie weit diese Geschichte mit dem o.g. Zitat geht. Die Zeit muss sein!“
    gottseidank gibt es noch journalisten, die trotz rückpfiff der redaktion weiter recherchieren (und manchmal unter pseudonym online berichten; siehe readers edition).


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