Dierk Schaefers Blog

Anständig stöhnen

Posted in Kirche, Menschenrechte by dierkschaefer on 20. Mai 2012

Wir sollten einmal über das Stöhnen nachdenken.

Nein, stöhnen Sie jetzt nicht. Es wird ohnehin zuviel gestöhnt.

Also: Wann stöhnt der Mensch?

Bitte lassen Sie diese Zwischenrufe! Fällt Ihnen beim Thema Stöhnen denn nichts anderes ein? Sie sind ein … , haben wohl zuviel Pornos gesehen. Seien Sie beruhigt, zu Ihrem Stöhnen komme ich auch noch. Erst aber einmal das anständige Stöhnen.

Wir stöhnen über unsere Arbeit, über die Politik, über den lästigen Anrufer, Ach Gott, der schon wieder! Wir stöhnen in der Mittagshitze, stöhnen über der Steuererklärung, kurz: Es gibt enorm viele Anlässe zu stöhnen – und schon der Apostel Paulus schreibt vom Seufzen und Stöhnen der Kreatur.

Und nun zu Ihnen: Ja, das Stöhnen, an das Sie denken, gibt es auch. Das sündhaft-lustvolle Stöhnen. Aber was ist dieses eine Stöhnen gegen die Vielfalt des anständigen Stöhnens? – Ja, jetzt stöhnen Sie gequält auf.

Es liegt doch offen zutage, daß man, wenn es ums Stöhnen geht, zunächst einmal an die vielen Ursachen möglichen Stöhnens denken sollte.

Ein Jurist aus Nürnberg hat das im Auftrag des Regensburger Bistums sehr klar an einem Einzelfall herausgearbeitet:

Wenn ein Geistlicher stöhnt, dann ohnehin nie aus Lust, denn der hat er abgesagt. Er stöhnt allenfalls über die Sünden seiner unbelehrbaren Herde.

Wenn ein Geistlicher in Gegenwart eines jungen Menschen stöhnt, dann doch wohl eher über dessen schmutzige Phantasie.

Wenn ein Geistlicher sich einen jungen Menschen zwischen die Beine klemmt und ihn vertrimmt, dann strengt ihn das mitunter so sehr an, daß er nicht nur wegen der Sünde stöhnt, sondern wegen der körperlichen Anstrengung, die ihn auch ins Schwitzen bringt.

Solch ein Geistlicher bietet wahrlich sein Bestes zum Wohl und Heil des jungen Menschen auf und sollte gegen jeden Verdacht erhaben sein. Aber es gibt nun einmal Menschen, die bei Stöhnen immer an das eine denken – dabei gibt es so viele anständige Möglichkeiten.

 

http://www.regensburg-digital.de/ins-genick-gewichst/19042012/ Sonnabend, 19. Mai 2012

 

Wenn man die vielen Kommentare ernstnimmt, dann stöhnt anscheinend halb Regensburg über Bischof Müller; und auch das hat nichts mit Lust zu tun.

Eine Antwort

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  1. Heidi Dettinger said, on 20. Mai 2012 at 16:44

    Womit wieder einmal bewiesen wäre, dass es Kirchen und Staat in der Auseinandersetzung um Folter, Vergewaltigung, Zwangsarbeit in ihren Einrichtungen (und dabei scheint es fast egal, ob es sich um ein Heim, ein Internat, einen Kirchenklub, eine Konfirmantenfreizeit oder um die Abgeschlossenheit der Sakristei handelt) immer nur um zweierlei geht:

    Gesicht wahren
    Geld sparen

    Alles andere – auf dem Bauch liegende Bischöfe, Entschuldigungsheucheleien in oder außerhalb von Gottesdiensten, Versprechungen einer „gnadenlosen“ Aufklärung etc. pp sind lediglich Rauchwolken, die der Verschleierung der wirklichen Gründe (s.o.) geht.

    Vielleicht ist es an der Zeit, zu anderen Mitteln zu greifen, das Pack bloß zu stellen und dahin zu verfrachten, wo sie hingehört: Knast mit anschließender Sicherungsverwahrung!

    Vielleicht…


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