Dierk Schaefers Blog

Ausgerechnet die: BISCHÖFE KRITISIEREN URTEIL GEGEN BESCHNEIDUNGEN

Posted in Kinderrechte, Kirche, Menschenrechte, Politik, Theologie by dierkschaefer on 27. Juni 2012

»Das Landgericht hatte die Beschneidung kleiner Jungen aus religiösen Gründen am Dienstag als Körperverletzung bewertet.«

»Die Deutsche Bischofskonferenz hat das Urteil des Kölner Landgerichts zur Beschneidung von Jungen aus religiösen Gründen scharf kritisiert. Die Entscheidung sei „äußerst befremdlich, weil es der grundgesetzlich geschützten Religionsfreiheit der Eltern und ihrem Erziehungsrecht in keiner Weise gerecht wird“.«

»Die Religionsfreiheit und das elterliche Erziehungsrecht seien unzureichend gegen das Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit abgewogen worden“, sagte der Präsident des Kirchenamtes der EKD, Hans Ulrich Anke.«

Wir wissen, wie hoch die körperliche Unversehrtheit von Kindern in den Erziehungseinrichtungen von Staat und Kirchen gestanden hat. Wer jetzt mit ehrenwerten Gründen gegen das Beschneidungsverbot zu Felde zieht und dabei verschweigt, daß in den eigenen Einrichtungen Kinder mißhandelt und mißbraucht wurden mit Schäden an Leib und Seele, der ist ein Heuchler.

Im Unterschied zu vielen anderen, die sich in dieser Diskussion melden werden, bin ich der Meinung, daß die religiöse Erziehung der Kinder Angelegenheit der Eltern und ihrer Glaubensgemeinschaft ist. Allerdings sollten sie ihre Kinder nicht abschotten dürfen von anderen Einflüssen, denen die Kinder z.B. in der Schule begegnen.

Aber Kindeswohl muß vor Religionsfreiheit gehen, wenn die körperliche Unversehrtheit angetastet wird.

Mir ist klar, daß Muslime und Juden mit dem Beschneidungsverbot Probleme haben werden. Doch mit welchen Gründen will man Genitalverstümmelungen bei Mädchen oder das Anbringen von „Schmucknarben“ oder Tattoos anders beurteilen? Es darf nicht sein, daß Kinder für ihr ganzes Leben gezeichnet werden. Sie sind kein Vieh, für welchen Brandstempel auch immer.

Was sie später mit ihrem Körper machen, ist ihre Sache.

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/bischofskonferenz-kritisiert-beschneidungsurteil-a-841280-druck.html Mittwoch, 27. Juni 2012

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7 Antworten

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  1. E.Kronschnabel said, on 27. Juni 2012 at 18:55

    @ Dierk Schäfer

    Was erwarten Sie von den Bischöfen? Kindesmisssbrauch war (und ist?) für Kirchenobere völlig normal, das
    bewiesen sie uns über Jahrzehnte. Doktrinen standen bei den Kirchen stets über dem Wohl der Menschen.
    Man lebte vom Machtmissbrauch, man bedauert heute, dass diese Macht eingeschränkt ist.

    Die körperliche Unversehrtheit hat also hinter der Bestimmungsmacht der Eltern zu stehen – sagt Anke! Ich
    erlebte die Anke’s und deren Schergen im Kinder-KZ des Stephansstiftes (ja, der Name muss stets genannt
    werden!). Sie handelten nach genau dem Grundsatz, den dieser Anke in seiner kranken Fantasie lebt.
    Man darf Kinder ruhig körperlich misshandeln, sie können sich ja nicht wehren.

    Umkehrschluss: Dann darf man den Anke’s von heute auch morgen körperlich Gewalt antun, wenn sie als
    alte Säcke hilflos im Altenheim liegen. Oder denke ich so wie der kranke Anke, wenn ich diesen Umkehrschluss
    ziehe?

    • wessi said, on 28. Juni 2012 at 00:14

      Man möchte spontan fragen, ob eigentlich das Recht auf Notwehr, über das bspw. Opfer der Heimerziehung nie angemessen aufgeklärt wurden, noch gar nicht verjährt sein kann…

  2. Hildegard Neumeyer said, on 28. Juni 2012 at 11:05

    Wo war die Religionsfreiheit vor allen Dingen die Körperliche Unversehrheit der Kinder in den Heimen.
    Unter der Obhut der EKD Herr Hans Ulrich Anke ????

  3. Heidi Dettinger said, on 30. Juni 2012 at 01:13

    Kinder wurden und werden nicht als vollwertige Menschen angesehen. Und da liegt das Problem.

    Zu Ehren eines Gottes (welchen auch immer) einem Kleinkind die Vorhaut abschnippeln, einem anderen die Schamlippen zunähen; zu Ehren Gottes ein Kind zerbrechen um es dann wieder nach eigenem Gutdünken „zusammenzusetzen“; zu Ehren Gottes ein Kind schuften lassen bis es nicht mehr (nie wieder!) gerade stehen kann.

    Solange es derart perverse, machtbesessene Menschen gibt, wird es weiterhin Verbrechen an Kindern geben. Dagegen hilft nur eines:

    Kinderrechte gehören ins Grundgesetz! Verstöße gegen die Rechte der Kinder verjähren nicht!

    • Hildegard Neumeyer said, on 30. Juni 2012 at 11:20

      Da stimme ich voll zu was Frau Heidi Dettinger schreibt.
      Wir haben das am eigenen Körper erfahren müssen,leiden bis heute noch.
      Und das alles zu Ehren Gottes, werden es ins Grab mit nehmen müssen????
      Hätte gerne eine Antwort von Herrn Hans Ulrich Anke wie er es sieht.

  4. L. Claas said, on 12. Juli 2012 at 11:26

    Was hat Religionsfreiheit mit Beschneidung zu tun ? Die körperliche Unversehrtheit von Kindern muss unbedingt Vorrang haben. War Gott katholisch ? War Gott evangelisch ?
    NEIN, er gehört keiner Religion an. Und das aus gutem Grund:

    Natürlich auch oder gerade in den 1960er Jahren wurden unqualifizierte, arbeitsscheue und auch krankhaft sexuell gesteruerte Gestalten vor allem in den kirchlichen diakonischen Einrichtungen wie z.B. in Hannover, sogenannte Erzieher. Im Stephansstift Hannover mit seinen Nebenheimen Gut Kronsberg und später dem Backhausenhof in Burgdorf musste ich es selbst erfahren. Sie waren eigentlich nur Aufpasser und Ausbeuter der Kinder und Jugendlichen. Bar jeglicher Qualifikation konnten sie sich an den Heimkindern so richtig austoben ohne wirkliche Kontrolle fürchten zu müssen. Das „Geschäft“ mit den Heimkindern hatte Vorrang. Wer von denen wollte schon sein „Einkommen“ und sein pervers ausgerichtetes Leben gefährden ?
    Das Kindeswohl wurde mit den Füssen getreten. Darum darf niemand mehr ein Kind aus welchen Gründen auch immer körperlich verletzen.


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