Dierk Schaefers Blog

Alexander Homes – Ein Pionier

Posted in Geschichte, heimkinder, Kinderrechte, Kirche, Menschenrechte, Politik, Psychologie, Theologie by dierkschaefer on 6. September 2012

»Das Buch „Prügel vom lieben Gott“ erschien erstmals 1981, also vor über 30 Jahren. Wer es gelesen hat, wird sich schlagartig bewusst, wie bizarr und verlogen die gesamte Heim-Debatte läuft. Denn Alexander Homes beschreibt aus eigenem Erleben alles, wirklich alles, was 25 Jahre später mit (echtem oder geheucheltem) Entsetzen wahrgenommen wurde: die Gewalt und die sexuellen Übergriffe gegen Heimkinder, die christliche Grundlage dieser Art von Erziehung, deren Ziel es war, die Kinder klein zu machen und ihren Willen zu brechen. Auch wenn Homes seine Erfahrung literarisch verfremdet wiedergibt, hätten alle bereits damals wissen können, was in den Heimen vor sich ging, welche traumatischen Folgen dies für die Kinder hat und wie sich dies auf ihren weiteren Lebensweg auswirkt.

In einem langen Vorwort zur Neuausgabe geht der Autor auf das Zusammenspiel von Tätern und Vertuschern ein. An seiner eigenen Geschichte zeigt er, dass die Kirche noch in den 1980er und 1990er Jahren mit allen juristischen und propagandistischen Mitteln versucht hat zu verhindern, dass die Geschehnisse an die Öffentlichkeit gelangen. Dass er Namen nennt und Beweise anführt, die den Schluss nahelegen, dass auch relativ hohe kirchliche Würdenträger in dieser Frage ein taktisches Verhältnis zur Wahrheit haben, gibt seinem Buch auch heute noch Brisanz.

Prügel vom lieben Gott – Eine Heimbiographie, Verlag: Alibri, 2012, 141 Seiten,  Euro 12,50«

4 Antworten

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  1. Heidi Dettinger said, on 8. September 2012 at 12:55

    „An seiner eigenen Geschichte zeigt er, dass die Kirche noch in den 1980er und 1990er Jahren mit allen juristischen und propagandistischen Mitteln versucht hat zu verhindern, dass die Geschehnisse an die Öffentlichkeit gelangen.“

    Und „die Kirche“ wird es wieder tun – es gibt bereits heute Hinweise darauf, dass man versuchen wird, das Buch erneut zu verbieten, einzustampfen, einzuschwärzen.

    Warum eigentlich nicht gleich verbrennen?

    Mein Rat: Wer das Buch von Alexander Homes lesen will, sollte sich beeilen, sollte es bestellen und kaufen. Wer weiß, wie lange das noch möglich sein wird…

    • Dirk Friedrich said, on 12. September 2012 at 16:29

      Wie wahr! Mit Fug und Recht ist er ein Pionier!

      Wenn man sich vor Augen führt, das es immer noch „Gestalten“ gibt, die auch nach gut 30 Jahren noch immer nichts „gewusst“ haben – weil sie nichts wissen wollten – aber zugeschaut haben, kommt man unweigerlich darauf, dass diese Herrschaften mit dem „Dreck am Stecken“ vollkommen gewissenlos über ihre „Leichen gehen“ die sie hinterlassen haben. Mit Lug und Trug auch noch heute agieren und ihre damalige „Bewusstlosigkeit und Erinnerungslücken“ bis heute sattsam hegen und pflegen. Skrupellos und unfähig einer Empathie für die ihnen anvertrauten hilflosen Heimkinder.
      Selbst wenn man ihnen die Beweise um die Ohren schlägt, lügen sie sich ihre eigene Wahrheit zurecht. Nicht sie sind an dem Leid, das sie zugelassen haben schuldig. Nein, die Opfer ihrer verdammten Verantwortungslosigkeit haben gefälligst die Last und das Leid zu tragen.
      Wenn man ihnen den Spiegel vorhält, in dem man ihnen ihr grauseliges Versagen zeigt, jaulen sie auf. Sie fühlen sich in ihrer jämmerlichen Ehre – die sie meinen zu haben – „beschmutzt“.
      Anwälte müssen her! Richter sollen sie „reinwaschen“!
      Was sind das für Menschen?
      Ich kann nur hoffen, das diese Gestalten einmal auf ihrem Totenbett von der Erkenntnis heimgesucht werden, dass ihr katholischer Gott ein schönes Plätzchen in der Hölle für sie bereitgehalten hat. Dort mögen sie auf ewig vor sich hinschmoren! Das walte ihr Gott!

      Alexander, ich drücke dir ganz herzlich die Daumen! Möge das wieder aufgelegte Buch und ganz besonders und wichtig der Prolog zum Nachdenken anregen!
      Lass dich von solchen Menschen nicht ins Bockshorn jagen! Die Wahrheit kommt immer heraus!
      So war es schon immer!
      Meine Unterstützung hast du ganz bestimmt!


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