Dierk Schaefers Blog

Rituelle sexuelle Misshandlungen in Österreich?

Posted in Kinderrechte, Kirche by dierkschaefer on 13. Januar 2013

»Wende im Stift Admonter Misshandlungsskandal: Zwei Opfer mit Maximalsatz von Kirchen-Kommission entschädigt«

 

»Bischof Kapellari gerät weiter unter Druck«

 

»(Wien, Admont, 9.1.13, PUR) „Das zeigt, wie planlos und überfordert Schönborns Klasnic Kommission ist“, empört sich Sepp Rothwangl von der Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt: Zwei Missbrauchsopfer, die in Stift Admont als Kinder von zwei Kirchenangehörigen mehrfach rituell vergewaltigt wurden, hatten sich an die Kommission gewandt. In den von ihr beauftragten psychologischen Gutachten waren keine Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Opfer offen geblieben. Trotzdem verweigerte die Kommission jegliche Entschädigungszahlungen. Selbst Caroline List, Richterin im OLG Graz und in befremdlicher Doppelfunktion Mitglied der Schönborn-Kommission, hatte die Ablehnung der Entschädigungsanträge der beiden Gewaltopfer vehement verteidigt. www.youtube.com/watch?v=u2paHLCkqms

 

Nun, nach zwei Jahren der wiederholten Ablehnung, gibt es eine unerwartete Wende: Die Betroffenen wurden mit jeweils 25.000 EUR entschädigt. „Offensichtlich war der öffentliche Druck auf die Kirchenkommission zu groß, zumal auch immer mehr Opfer bekannt wurden“, erklärt sich Rothwangl die plötzliche Wende.

 

Missbrauchs-Priester immer noch im Dienst

 

Erledigt ist die Sache für Stift Admont und Bischof Kapellari freilich noch lange nicht. Denn einer der beschuldigten Priester ist nach wie vor in der Obersteiermark im Dienst. Der zuständige Bischof Kapellari hat gebetsmühlenartig wiederholt, dass er vom Vorwurf der rituellen sexuellen Misshandlungen nichts wisse. Noch im Sommer hatte er der Plattform Klagen angedroht, weil sich keine pädokriminellen Priester in der Steiermark im Amt befänden, wie er meinte. Nun gerät der steirische Medienbischof immer mehr unter Druck, seit offenbar wurde, dass ihm, sowie Kardinal Schönborn, Unterlagen und Anzeigen schon seit 2010 zur Kenntnis gebracht wurden. Außerdem plant eines der kirchlichen Gewaltopfer eine zivilrechtliche Klage auf eine angemessene Entschädigung.

 

Unwürdigem Treiben der Klasnic Kommission ein Ende bereiten

 

„Schönborns Klasnic Kommission arbeitet wie ein Salzamt: mal entscheidet sie so, mal so. Stets langsam und nie transparent“, kritisiert Rothwangl. Oft ignoriere sie auch die von ihr selbst in Auftrag gegebenen Gutachten, so die Erfahrungen der Betroffenen-Plattform mit der Kommission. „Zwei Jahre sind genug. Die kirchliche Aufarbeitung der eigenen Missbrauchsfälle ist gründlich gescheitert“, sagt Sepp Rothwangl. „Opfer werden mit Almosen abgefertigt, pädokriminelle Priester bleiben im Dienst. Es ist beschämend, dass das größte heimische Gewaltverbrechen seit dem zweiten Weltkrieg von der Täterorganisation selbst aufgearbeitet wird.“ Das kommende Volksbegehren gegen Kirchprivilegien fordert deswegen auch ein Gesetz zur staatlichen Aufklärung der kirchlichen Missbrauchs- und Gewaltverbrechen.

 

www.kirchen-privilegien.at

 

www.betroffen.at

 

Sepp Rothwangl

Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt

www.betroffen.at

vernetzung@betroffen.at«

 

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Sie ist nicht von mir veranlaßt, ich verdiene nicht daran. Bitte bestrafen Sie diese Piraterie mit Nichtbeachtung.

4 Antworten

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  1. Heidi Dettinger said, on 13. Januar 2013 at 13:05

    Dieser Kapellari-Schönborn-Fall zeigt mit exemplarischer Deutlichkeit, wie vorgegangen wird – auch in Deutschland:

    1. Erst einmal alles ableugnen (so ein Rat dürfte jeder erwischte Zuhälter von einem drittklassigen Anwalt bekommen);

    2. Wenn das reine Leugnen nichts hilft, werden die Überlebenden mit Klageandrohungen oder Klagen überzogen;

    3. Wenn die Beweise zu erdrückend, der Zeugen zu viele, die Überlebenden zu laut und fordernd werden, wird zugegeben – zaghaft, nur das, was unbedingt sein muss, immer auf der Hut, kein Wort zu viel zu sagen, sich nichts zu vergeben. Dabei wird sich auch schon mal gewunden, der vertrauenserweckende Augenaufschlag eingesetzt, das eine oder andere „richtungsweisende Sätzchen“ vor dem Spiegel eingeübt…

    4. Auf öffentlichen Druck (wie z.B. in der BRD der jetzt eifrig inkriminierte Forschungsauftrag an das KFN) werden Gutachten und sog. „Aufarbeitungen“ in Auftrag gegeben – am liebsten an kircheneigene bzw. kirchenfreundliche Forscher, die dann im besten Falle genauso forschen und schreiben, wie sie sind: kirchenfreundlich zu mindest.

    5. Gutachten, die nicht genehm sind, werden im Giftschrank verschlossen.

    6. Gutachten, die leider schon veröffentlicht wurden, werden falsch zitiert, verlogene Interviews werden geführt – mit anderen Worten: die Verschleierung geht munter weiter.

    Es wird Zeit, dass auch noch der letzte unter den Überlebenden einsieht, dass es der Kirche NIE, NIE, NIE darum gegangen ist, ihre eigenen Opfer zu rehabilitieren. Dies geschieht nur unter ungeheurem Druck und/oder mit gebührendem zeitlichen Abstand. So brauchte es ca. 300 Jahre, den verleumdeten Galileo Galilei zu rehabilitieren, 400 Jahre brauchte es, um die Hinrichtig Giordano Brunos in Rom im Jahre 1600 als Unrecht zu erklären – dessen Bücher übrigens noch bis 1966 auf dem Index der verbotenen Bücher standen.

    Noch weniger wird die Kirche aus freien Stücken die Opfer ihrer kriminellen Machenschaften (und dazu zählen selbstverständlich Folter, Vergewaltigung, psychische Verkrüppelung von Kindern durch Priester, Diakone, Mönche, Nonnen, Padres, Brüder etc. pp) jemals entschädigen. Denn das geht an ihr Säckel (‚tschulligung…) und damit ist nicht zu spaßen. Denn seit Urzeiten wissen auch die Kirchenfürsten: Wer das Geld hat, hat die Macht und wer die Macht hat, hat das Recht. Sich davon freiwillig trennen? Niemals!

    Was also bleibt zu tun, wenn man nicht resignieren will? Sich zu wehren auf jeder nur erwägbaren Ebene. Jede/r da, wo sie oder er es am besten kann, es sich zutraut, Gleichgesinnte findet. Und daran denken: Jedes noch so kleine Zugeständnis das Molochs Kirche kann nur ein Sieg für uns, die Überlebenden ihrer Machenschaften, sein!

  2. Heidi Dettinger said, on 14. Januar 2013 at 15:39

    🙂

  3. Martin MITCHELL said, on 6. Februar 2013 at 10:57

    .
    Zietiert aus Dierk Schaefers Blog @ https://dierkschaefer.wordpress.com/2013/01/13/rituelle-sexuelle-misshandlungen-in-osterreich/ :
    »[ In Österreich ] „Schönborns Klasnic Kommission arbeitet wie ein Salzamt: mal entscheidet sie so, mal so. Stets langsam und nie transparent“, kritisiert Rothwangl. Oft ignoriere sie auch die von ihr selbst in Auftrag gegebenen Gutachten, so die Erfahrungen der Betroffenen-Plattform mit der Kommission. „Zwei Jahre sind genug. Die kirchliche Aufarbeitung der eigenen Missbrauchsfälle ist gründlich gescheitert“, sagt Sepp Rothwangl. „Opfer werden mit Almosen abgefertigt, pädokriminelle Priester bleiben im Dienst. [ … ]«

    Nochmals für all diejenigen die es immer noch nicht begriffen haben !

    INTERESSENKONFLIKTE HOCH DREI !!!

    Missbrauchsopfer werden betrogen und über den sprichwörtlichen Tisch gezogen — von den Kirchen.

    Unbedingt den Medienbericht vom 04.02.2013 bezüglich »Klasnic-Kommission missachtet Datenschutz« @ http://hpd.de/node/14938 und ähnliche österreichische Medienberichte auch an vielen, vielen anderen Stellen im Internet beachten ( die in der Bundesrepublik Deutschland etablierten Medien berichten einfach nicht darüber ).

    ZUM VERGLEICH dessen was in Österreich geschieht ( Handhabung der „katholischen Klasnic Kommission“ in Österreich / Wien ) seitens der KATHOLISCHE KIRCHE ÖSTERREICH ( 1. ) mit dem was in Deutschland geschieht ( Handhabung der „katholischen Missbrauchsbeauftragten“ in Deutschland ) seitens der KATHOLISCHE KIRCHE DEUTSCHLAND und ( 2. ) mit dem was in Deutschland geschieht ( Handhabung der „evangelischen Ansprechspersonen für Missbrauchsopfer“ in Deutschland ) seitens der EVANGELISCHE KIRCHE IN DEUTSCHLAND.

    ERSTENS:

    „Katholische Missbrauchsbeauftragte“ in allen Bistümern und Diözesen in der Bundesrepublik Deutschland, die ( belegbar ! ) vielfach auch selbst Juristen, Rechtsanwälte und Rechtsanwaltskanzleien, die die Interessen der Täter und Täterorganisationen und ihre Rechtsnachfolger vertreten sind, erzählen den Missbrauchsopfern der KATHOLISCHE KIRCHE DEUTSCHLAND – die sich dummerweise an SIE wenden – durchgehend, dass die in ihren jungen Jahren gegen sie begangenen sexuellen Straftaten, sowohl wie auch die damit zusammenhängenden Zivilansprüche / Schmerzensgeldansprüche, die diese Missbrauchsopfer möglicherweise auch heute noch gegen die KATHOLISCHE KIRCHE DEUTSCHLAND haben „verjährt“ „sind“. Und diese „katholischen Missbrauchsbeauftragten“ beraten dann, gleichzeitig, die zu ihnen gekommenen Missbrauchsopfer eine kleine Abfindung für ihr Leiden und Trauma ( vielleicht so um die 4000 Euro bis 5000 Euro ) zu akzeptieren.

    ZWEITENS:

    „Evangelische Ansprechspersonen für Missbrauchsopfer“ in allen ev. Gliedkirchen und ev. Kirchenkreisen in der Bundesrepublik Deutschland, die ( belegbar ! ) vielfach auch selbst Juristen, Rechtsanwälte und Rechtsanwaltskanzleien, die die Interessen der Täter und Täterorganisationen und ihre Rechtsnachfolger vertreten sind, erzählen den Missbrauchsopfern der EVANGELISCHEN KIRCHE IN DEUTSCHLAND – die sich dummerweise an SIE wenden – durchgehend, dass die in ihren jungen Jahren gegen sie begangenen sexuellen Straftaten, sowohl wie auch die damit zusammenhängenden Zivilansprüche / Schmerzensgeldansprüche, die diese Missbrauchsopfer möglicherweise auch heute noch gegen die EVANGELISCHEN KIRCHE IN DEUTSCHLAND haben „verjährt“ „sind“. Und diese „evangelischen Ansprechspersonen für Missbrauchsopfer“ beraten dann, gleichzeitig, die zu ihnen gekommenen Missbrauchsopfer eine kleine Abfindung für ihr Leiden und Trauma ( vielleicht so um die 4000 Euro bis 5000 Euro ) zu akzeptieren.


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