Dierk Schaefers Blog

Die Kirche und die Freiheit eines Christenmenschen

Den Kommentar möchte ich nach vorn holen: „Ein Artikel von Prof. Lehnert publiziert von Dr. Berghaus im WISSEN BLOGGT @ http://www.wissenbloggt.de/?p=14283

bezüglich Heimkindern und anderen Missbrauchsopfern und dem Willen sie zu entschädigen – und anständig zu entschädigen ! – im „christlichen Abendland“ : Bundesrepublik Deutschland“

ANFANG DES ZITATS.

Heimkinder…
…die Versprechungen der Politik und die Realität, betrachtet von Uwe Lehnert
Publiziert am 9. Dezember 2012 von Frank Berghaus

Am 6. Dezember [ 2012 ] hat Johannes-Wilhelm Rörig, seit einem Jahr als „Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Missbrauchs von Kindern“, in einer Pressekonferenz eine erste Bilanz gezogen. Zwar sprach er von vorsichtigem Optimismus, doch das, was er vorbrachte, gibt für die Missbrauchsopfer kaum Grund dazu. Ein Jahr nach dem offiziellen Ende des Runden Tisches [ d.h. dem offiziellen Ende des »Runden Tisches Sexueller Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen und im familiären Bereich« ] gibt es nur wenig Hilfe für die Betroffenen; die finanziellen Mittel, die der Bund und die Länder dort angekündigt haben, sind nur zu sehr geringen Anteilen tatsächlich geflossen. Der vom Bundesfamilienministerium, dem Bundesjustizministerium und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung versprochene 100-Millionen-Euro-Fonds [ d.h. der bundesrepublikanische „Missbrauchsopfer-Almosen-Fonds“ ] ist noch immer nicht eingerichtet.

Für mich ist völlig klar – man mag mir da gern widersprechen – dass hier DIE KIRCHE über alle ihre Kanäle und willfährigen Politiker, von denen DIE KIRCHE genügend an jeweils wichtigen Positionen platziert hat, dafür Sorge getragen hat, dass dieses traurige Thema möglichst in den Schubladen verschwindet.

Was soll man auch erwarten von einer streng katholischen SPD-Generalsekretärin Nahles (begeisterte B16-Anhängerin [ d.h. begeisterte Benedikt 16.-Anhängerin ] ), einem Katholiken Thierse (im letzten Jahrhundert stehen geblieben), einer Hardcore-Protestantin Griese (vor allem ihrer Theologie verpflichtet), einem FDP-Rösler (»ich bin begeisterter Katholik«), einer Göring-Eckardt (grüne Vorzeigekandidatin und führende Frau der evangelischen Kirche) – alles tonangebende Weichensteller in der Bundespolitik, von den CDU/CSU-Schranzen ganz zu schweigen? Sämtliche Parteien, sogar die LINKEN haben mit Gysi (»ohne Religion keine Moral«) oder Bodo Ramelow an ihrer Spitze Leute, die sich den »Werten des Christentums« verpflichtet fühlen. Zu diesen Werten passen nun mal überhaupt nicht die wirtschaftliche Ausbeutung von Heimkindern und sexueller Missbrauch durch das kirchliche Bodenpersonal.

Bei der Gelegenheit mal ein kleiner Ausflug in die sog. christlichen Werte, auf die man sich ja ständig beruft. Aber die Frage sei gestattet, was denn unter den »christlichen Werten« verstanden wird?

Es sind die Anerkennung Gottes als Schöpfer der Welt und des Menschen und zugleich als oberste Moralinstanz, die Zehn Gebote und die wesentlichen Aussagen der Bergpredigt wie Gewaltlosigkeit, Gerechtigkeit, Nächstenliebe, Barmherzigkeit. Alle diese normstiftenden Prinzipien würden aus der Bibel folgen, deshalb habe dieses Buch als Grundlage allen täglichen, vor allem moralischen Handelns zu gelten.

Unterziehen wir diese sogenannten christlichen Werte mal kurz einer zusammenfassenden Beurteilung.

Erstens: Den christlichen Gottesglauben für alle verbindlich zu machen, ist in einer multi-weltanschaulichen Gesellschaft undemokratisch. Dies ist konkret der Fall, wenn Verbote, wie z. B. zum Schwangerschaftsabbruch, zur Sterbehilfe oder zur Präimplantationsdiagnostik, mit dem christlichen Menschenbild begründet, aber als Gesetze allgemein verbindlich gemacht werden, also auch für Anders- und Nichtgläubige gelten sollen.

Zweitens: Die Zehn Gebote (vgl. 2. Buch Mose) stammen aus archaischer Zeit. Das 1. Gebot verneint die Religionsfreiheit und droht mit Sippenhaft (»bei denen, die mir Feind sind, verfolge ich die Schuld der Väter an den Söhnen, an der dritten und vierten Generation«), das 10. Gebot spricht wie selbstverständlich von Sklaven (neuerdings schönfärberisch »Diener« genannt) und stellt Frauen den Sklavinnen und Haustieren gleich, quasi als natürlichen Besitz des Mannes dar, von Gleichberechtigung der Geschlechter ist keine Rede.

Die Gebote 5 bis 9 sind selbstverständliche (evolutionär entstandene) Verhaltensnormen, die weltweit in jeder Gesellschaft Gültigkeit haben, also nicht als typisch christlich gelten können, sie finden sich im Grundsatz schon lange vor der Bibel im Ägyptischen Totenbuch und im Codex Hammurabi des antiken Mesopotamien.

Drittens: Auch die Grundaussagen der Bergpredigt entsprechen in weiten Teilen einem weltweit gültigen Ethos. Die gern als spezifisch christlich bezeichnete Barmherzigkeit und Nächstenliebe findet sich durchaus auch in anderen Religionen und entspricht im Übrigen dem, was mit Solidarität bezeichnet wird, ein Prinzip gegenseitig praktizierter, evolutionär entwickelter Mitmenschlichkeit.

Viertens: Die in vielen Teilen Gewalt (z.B. Landraub) und Inhumanität (z.B. Sklaverei) rechtfertigende sowie heutige moralische Standards negierende Bibel als Grundlage moralischen Verhaltens zu bezeichnen, zeugt von sträflicher Unkenntnis der Bibel oder ist schlicht unredlich.

Es gilt vielmehr festzustellen: Die uns heute wichtigen Werte und Normen stammen gerade NICHT aus der Bibel, sie sind Ergebnis moralisch-ethischer Weiterentwicklung.

Es sind dies die Menschenrechte wie Meinungsfreiheit als geradezu grundlegendes Recht, das Recht auf Selbstbestimmung, Gleichheit und Gleichberechtigung, Religions- und Wissenschaftsfreiheit, Rechtsstaatlichkeit und vieles andere mehr. Nichts davon steht in der Bibel, diese steht einem demokratischen, die Menschenrechte verbürgenden Staat geradezu entgegen.

Alle diese Rechte mussten dem Christentum bzw. einer politisch agierenden Kirche in verlustreichen Kämpfen abgetrotzt werden. Die Kriterien, nach denen selbst Christen die Steinigung von Ehebrecherinnen, das Töten von Homosexuellen oder das Kaufen und Halten von Sklaven ablehnen, obwohl diese Gebote bzw. Aufforderungen biblisch legitimiert sind, stammen gerade nicht aus der Bibel, sie sind allein ein Ergebnis der auf Vernunft gründenden Aufklärung.

ENDE DES ZITATS.

 

Mein Kommentar dazu: Auch ich fühle mich christlichen Werten verpflichtet und nehme mir die Freiheit eines Christenmenschen heraus, für mißhandelte Heimkinder in Wort und Tat einzutreten, also auch für Kinder, die in christlichen Einrichtungen übelst behandelt wurden. Ohne mein christliches Engagement sähe dieser Blog anders aus.

3 Antworten

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  1. E.Kronschnabel said, on 22. Januar 2013 at 12:21

    antworten von mir sind mit „kommentar“ eingefügt

    @ Dierk Schäfer

    Die „christlichen“ Werte sind Mummpitz, aus folgendem Grund:

    1. andere Religionen haben oftmals bessere Werte als die von den Christen beanspruchten.

    „kommentar“ logisch: wenn ich auf der straße 5 euro finde, ist das mumpitz. die werfe ich weg, weil zwei schritte weiter ein 10-euro-schein liegt.

    2. Moralische Werte haben nichts mit irgend einer Religion zu tun, mit der christlichen schon gar nicht, denn
    was sich dieTruppe mit dem angeblichen hohen Anspruch an christliche Werte seit ihrem Firmenbestehen
    so leistete ist einfach ein Grauen

    „kommentar“ das ist nun einfach falsch. wohl alle religionen vermitteln moralische werte, und in wohl allen religionen gibt es neben ehrlichen leuten auch heuchler, nutznießer und betrüger.

    3. ich kenne auch Muslime, die mit einer sauberen Moral und Wertevorstellung so manchen Christen
    beschämen.

    „kommentar“ hoffentlich! und hoffentlich auch umgekehrt.

    Wären die christlichen Werte vom Bodenpersonal des christlichen Gottes nach dessen Geboten gelebt
    worden, gäbe es diesen Blog auch nicht, denn dann hätten wir die Verbrechen des ach so hehren
    christlichen Bodenpersonals jetzt nicht aufzuarbeiten.

    „kommentar“ wollen wir nicht lieber vom bodensatz reden anstelle vom gesamten bodenpersonal?

    Selbstgefälligkeit warf Frau Dettinger den Kirchenbrüdern vor. Recht hat Sie. Und Sie sind eine große
    Ausnahme, Sie sind in den Augen vieler Ihrer Kollegen ja schon Nestbeschmutzer,vergessen Sie das nicht i
    immer wieder.

    „kommentar“ sie sind der erste und bisher einzige, der mir, wenn auch wohlwollend, das prädikat nestbeschmutzer verpaßt hat. von meinen kollegen habe ich das noch nie gehört. die meisten meiner kollegen leisten übrigens eine gute und ehrliche arbeit. daß es nur wenige gibt, die ihren „dienstherrn“ so ungeschminkt kritisieren, steht auf einem anderen blatt.

    Ansonsten spricht mir der Autor aus der Seele.

    „kommentar“ das kann ich sehr gut verstehen.

  2. Autor Peter semenczuk said, on 22. Januar 2013 at 12:54

    Überschrift beim abgefallenen „Christentum“ von der wahren Lehre und ihrem Hirten Jesus Christus:

    1 Wo die wahre >SeelsorgeSeelsorgeStraffälligenTheologen und Prediger ,den Namen Gottes, Jesu Christi und des Heiligen Geistes in den Mund nehmen, um ihre Zuhörer zu manipulieren, da wird die >Synagoge d h.
    „Schule des Satans offenbar“!!! Offenbarung Kapitel 2, und 3,

  3. Stefan Wehmeier said, on 22. Januar 2013 at 14:07

    Freiheit und Gerechtigkeit

    Seit jeher von politischer Propaganda und religiösem Geschwätz missbraucht, sind diese beiden Begriffe in der Öffentlichkeit zu Worthülsen verkommen. Dabei sind sie längst wissenschaftlich exakt definiert. Die folgende Definition stammt aus dem Jahr 1952.

    Ich weise vorsorglich darauf hin, dass der noch immer weit verbreitete Aberglaube, studierte „Wirtschaftsexperten“, gewählte „Spitzenpolitiker“ oder gar Theologen würden zumindest ansatzweise wissen, was sie tun, durch selbständiges Denken komplett zerstört wird:

    Halbwegs glücklich?


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