Dierk Schaefers Blog

Es war viel schlimmer!

Eine Reaktion auf den Film „Und alle haben geschwiegen“

 

Also – ich denke nicht, dass Filmemacher und Schauspieler, die das nicht durchlitten haben, das wirklich filmen können. Mir waren die Nonnen in dem Film viel zu brav – nur die Stirn runzeln, mal an den Haaren ziehen, das waren nicht unsere „Aufseher/Innen“.
Als ich mal ne Falte in der Nonne ihre Bluse gebügelt habe, hat sie mich an den Haaren übers Bügelbrett gezogen und mir mit den Fäusten in die Brust geboxt, bis ich fast ohnmächtig wurde vor Schmerzen! Ich habe kein „Nettes“ : „Ach das musst du aber noch besser machen bekommen….“

Es fehlte ihnen im Gesicht und auch in der Handlung der absolute Hass gegen diese Kinder, den, den wir zu spüren bekamen, ihre eigene Unzufriedenheit mit ihrem Nonnendasein, das vollkommene „ausrasten“ wie ich (wir) es erlebt habe(n). Die Oberin hat das zeitweise ganz gut hinbekommen!
Die waren im Film zu „kontrolliert“, der Regisseur hätte da Wutausbrüche und den Sadismus, den die Nonnen (und Pfaffen) hatten, noch viel viel mehr rausstellen müssen!

Auch hatten wir keine „blonde Tuse“, die uns vor sadistischen Nonnen beschützt hätte…. das hätte sich mal jemand trauen sollen  „meine“ Nonne hätte mich dafür umgebracht, dass jemand mit mir Mitleid hat… was ja sowieso nicht vorkam!

Hat man mal ein Lächeln von jemanden bekommen und die Nonne war der Meinung, das stünde uns nicht zu, gabs Dresche! Nur damit man nicht „eingebildet und borniert“ wird und auch noch glaubt, dass jemand was gut finden könnte, was man macht…. Asozialer Dreck wie wir konnten nichts „gut“ machen!!
Das war die Realität!

Es war so, dass das Mädchen erst zusammengeschalgen wurde, als es mit dem Jungen ausgerissen ist, also „einen Grund dafür geliefert hat“! Solche Szenen kenne ich aus meiner Heimzeit GRUNDLOS!!!! Wir haben nur mal blöd geschaut und schon sind wir wie Schlachtvieh im Badezimmer behandelt worden! Das blutverschmierte Badezimmer kenne ich auch und ich kenne es wenn das Blut mit Wasser den Ausguß hinunter läuft, mal war es mein Blut, mal war es Blut von anderen, das wir dann aufwischen mussten – je nachdem wer grad „blöd geschaut hat“ oder die „falsche Arbeit gemacht hat“.

Es sind eigentlich nur „Taten“ nachgespielt worden, aber das was nicht „greifbar“ war, wurde nicht im Film umgesetzt. Die Schauspieler/Innen fand ich trotzdem wirklich gut, ich hatte das Gefühl, sie wollen um jeden Preis den Zuschauern zeigen, was es bedeutet hat, im Heim aufgewachsen zu sein und gaben wirklich alles! Dafür bin ich denen sehr dankbar!

SEHR SCHADE, man hätte noch viel mehr Sadismus und Verachtung reinbringen müssen und wirklich noch viel mehr von den Misshandlungen!!! Das war schließlich „UNSER TÄGLICH BROT“ Und man hätte zeigen müssen, dass die mit 2-Jährigen schon so umgegangen sind!!!!!!!!!!!! Die kannten keine Altersgrenze!!!

21 Antworten

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  1. koenig said, on 5. März 2013 at 16:01

    Ich muß sagen, ich stehe mal wieder völlig neben mir. Ich hätte mir den Film nicht ansehen sollen. Ich habe auch das Empfinden, wie es der Beitragseröffner hier darstellt: der Film war schlimm, von den Schauspielern sehr gut rüber gebracht, die gruselige Atmosphäre war schon stellenweise spürbar, aber irgegendwie weich gespült. Die wirkliche Härte , die täglichen Grausamkeiten , sie waren nicht ersichtlich. Es war auch nicht das Ausmaß an Zerstörung von Menschenleben ersichtlich…….kurz, die Realität kam nicht zu Wort.
    Die zerstörerische Macht der Kindervernichtungsmaschinerie…….diese konnte nicht vermittelt werden.
    Der nicht zu verachtende Beitrag der zerstörten Kinderseelen zum deutschen Wirtschaftswunder…..auch der konnte nicht vermittelt werden.

    Dennoch: der Film hat so manchen wach gerüttelt. Das war der Sinn, und es war wichtig.

  2. Heike Freiwald said, on 5. März 2013 at 16:29

    Ich glaube kaum dass Zuschauer den richtigen Eindruck durch diesen Film erhalten konnten..Die Liebes geschichte war absolut unnötig und hat somit die wichtigsten Fakten des Erziehungsleben überspielt.
    Es fehlten die Einzelzellen mit der Waschschüssel,Gitter vor dem Fenster jeder Einzelzelle ausgestattet mit einem Bett, einer Waschkonsoleund einem Nachttopf, kein persönliches Eigentum und fehlender innerer Türklinke.Auch gab es keine Angaben über die täglichen persönliche Morgenreinigung mit kaltem Wasser, da Duschen nur selten vorkam. Das Anstellen zum Ausgiessen des Nachttopfes. Die Blechteller mit 2 Scheiben Brot und Rübenkraut zum täglichen Frühstück. Keine Schulausbildung, kreine persönlichen Gegenstände, zensierte Post, gestrickte Monatsbinden zur wiederholten Benuzung, 2 Stück Zeitungspapier zum Toilettengand der nur 3x täglich stattfand. Es fehlten so viel wichtige,Fakten die das Heimleben zur Hölle machten. Die totale Agonie der Heimkinder war kaum nachzuvollziehen, da die Schauspieler absolut keine Ahnung hatten und demzufolge es auch nicht in der Lage waren darzustellen. …
    Mit einfachen Worten: wir waren Arbeitssklaven ohne Bezahlung, eingesperrt und behandelt schlimmer als Verbrecher, misshandelt an Körper und Seele. ausgestossen von der Gesellschaft und verdammt zu lebenslanger Demütigung als Ehemaliges Heimkind. Viele von uns haben Selbstmord begangen, viele von uns haben aus Scham ihre Vergangenheit verschwiegen, und die meisten von uns sind auch mit Therapien und täglichen Medikamenten immer noch nicht in der Lage die Vergangenheit zu überwinden.
    Wir sind immer noch Menschen 2. Klasse die man mit mikrigen finanziellen Zahlungen mundtot gemacht hat.
    Heike Freiwald.

  3. Dirk Friedrich said, on 5. März 2013 at 17:29

    Richtig! Kann ich nur voll unterstreichen!
    Meilenweit an der damaligen Realität vorbeigedüst! Schade!

    Ich war ja vorgewarnt, dass der Film fürs breite Fernsehpublikum produziert worden wäre. Das man so „schonend“ mit diesem Publikum umgehen würde, hätte ich aber nicht gedacht.
    Wo doch tagtäglich blutige Krimileichen, aus den Fernsehkanälen, im trauten Wohnzimmer, zwischen Chips und Cola, aufschlagen.

    Nein, mit der Realität hatte der Film gar nichts zutun!

    Es gab so viele Ungereimtheiten und fette Fehler, das ich es noch immer nicht ganz fassen kann.
    Allein schon die vollkommen irreale Darstellung, das Jungen und Mädchen in einem Essensraum zusammen waren und somit „miteinander in Berührung“ kamen, haut dem Fass den Boden raus.
    So etwas habe ich, in meiner jahrzehntelangen Beschäftigung mit dem Thema Aufarbeitung und Heimalltag, weder selbst erlebt noch gehört oder von Überlebenden erzählt bekommen. – Humbug pur! – Aber, ich lasse mich gern belehren!

    Wer, so frage ich mich, hat da als Berater am Filmset gestanden und sich solch einen Unsinn einfallen lassen? Ein mit der damaligen Situation vertrautes ehemaliges Heimkind kann das jedenfalls nicht gewesen sein.
    Mädchen und Jungen, gerade in diesem Alter, waren strickt getrennt. Es gab ein absolutes Sprechverbot mit dem anderen Geschlecht. Und wehe man übertrat diese eiserne Regel, dann floss richtig Blut.

    Kurzum, der Film mag für Unbedarfte gelten. Soll auf die damaligen fürchterlichen Heimsituationen aufmerksam machen. Gerecht wird er – weil weichgespült – dem nicht.

    Einzig die Scene mit Habich vor dem RTH ist daramtisch. Als er den desinteressierten Lümmeln und Tanten am Tisch mitteilt, das er Angst vor ihnen habe. Weil sie ihn wieder schlagen könnten.

    • Rolf Schmidt said, on 5. März 2013 at 18:23

      Der Film gestern Abend, kam der Realität nicht nah genug, er betraf ja nur ein kleines Zeitfenster, vom 14ten bis zum ca. 16ten Jahr der Erziehung, mit ein paar leichten Maßnahmen.
      Meine Heimzeit war von 1936 bis 1947 und ich war 2 Jahre alt. Was mich da am meisten verletzt hat war folgendes; Es gehörte einem nichts, was man sein Eigen nennen konnte. Unterricht in der Heimschule, mit Kindern von 6 bis 12 Jahren, mit einer Lehrperson – Mangelhaft -.
      Beim Spaziergang, in zweier Reihen und Hände halten, sonst Haue.
      War man ausgerissen und kam halb verhungert wieder, gab es eine tüchtige Tracht Prügel, danach ab unter die kalte Dusche, hatte man Glück, dann bekam man auch noch etwas zum Essen und wurde wieder in der Gemeinschaft aufgenommen unter Gejohle und Massenkeile.

  4. koenig said, on 6. März 2013 at 01:03

    @ Rolf Schmidt,
    es gehörte einem nichts? Was kann einem Nichts denn auch gehören? Für sie waren wir doch alle ein Nichts,
    Abfall, unwertes Leben……und genauso haben sie uns auch behandelt. Bestenfalls waren wir gut genug, ihre Existenz und ihren Lebensunterhalt zu sichern durch unsere Arbeit.

    • Gregor Ter Heide said, on 6. März 2013 at 10:44

      die juristischen Hintergründe und dementsprechenden Zusammenhänge wurden unerklärlich für mich außen vor gelassen.

      Dazu hat das BVerfG bis 1974 (der § 26 BSHG wurde am 25. 03. 1974 aufgehoben) in seiner ständigen Rechtsprechung zur Einweisung arbeitsunwilliger Sozialhilfeempfänger zur Arbeitserziehung nur das BSHG betrachtet ohne auch nur annähernd das JWG mit zu berücksichtigen. Hier wurde in fast allen damaligen Einweisungsmaßnahmen durch das Amtsgericht, bei einer angeordnete Arbeitstherapie „widerrechtlich“ nur das BSHG (Bundessozialhilfegesetz) und nicht mit dem JWG verbunden, um evtl. eine „Hilfe zur Selbsthilfe“ gewährleisten zu können. Es kann diese Entscheidung des BVerfG schon deshalb nicht überzeugen, weil sie nur den Eingriff in die Freiheit der Person nach Art. 2 Abs. 2 GG, nicht aber die Vereinbarkeit mit Art. 12 GG geprüft hatte.

      Der Parlamentarischer Rat bzw. die Väter des Grundgesetzes, (Drs. Nr. 370 vom 13. Dezember 1948, Anm. 3 zu Art. 12 GG, PR. 12.48-370) hatte folgende Ausführung:

      „Die vorgeschlagene Fassung wird für ausreichend gehalten, da jede Zwangsarbeit, sei es im Strafvollzug, sei es etwa in der Fürsorgeerziehung nur auf Grund gerichtlicher Entscheidung, die die Strafhaft oder die Fürsorgeerziehung anordnet, möglich ist“.

      Hier besteht totales Unverständlich gegenüber der EMRK, wobei das Grundgesetz zum größten teil von der Menschenrechtskonvention abstammt und trotzdem die Väter des GG sowie das BVerfG widerrechtlich der Strafvollzug und die Fürsorgeerziehung in einem Atemzug benannt haben. Die Gründe, die den Verfassungsväter dazu bewogen haben, eine so umfassende Heranziehung des Strafgefangenen oder des Fürsorgezöglings zur Arbeit zuzulassen, mögen in Anlehnung an die damals vertretenen Ansichten vom Sinn des Freiheitsentzugs der verschiedener Art gewesen sein. Hier hätte eine Berücksichtigung zum Schutz des Art. 2 EMRK und Art. 4 EMRK und der Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG auf das `Recht auf ein „menschenwürdiges“ Leben´ iZm. Art. 12 GG in den Vordergrund gestellt werden müssen, denn daraus ist die folgende staatliche Schutzpflicht zu entnehmen, dass der Staat das schutzbefohlende jugendliche Leben von UNS, auch gegen behördliche Angriffe auf Grund der EMRK zu schützen hat.

      das muss nun der EuGH, EuGHMR u. der IStGH richtig beurteilen, denn ohne den Art. 140 GG hätte das alles nicht passieren können.

  5. Alexander Markus Homes said, on 6. März 2013 at 11:50

    Alexander Markus Homes

    Es ist in der Tat so: Die Wirklichkeit wurde nicht nur im Ansatz wiedergegeben. Ich habe gestern zahlreiche Anrufe bekommen von Ehemaligen, die meine Bücher gelesen haben. Der Film habe die Heimwirklichkeit eher verharmlost. Manche der Anrufer meinten gar, man hätte mein Buch „Prügel vom lieben Gott“ verfilmen sollen, da das Buch die damalige Realität in den Heimen widerspiegelt. Wie auch immer: Ich fand den Film gut, auch wenn die damalige Heim-Realität sich im Film nicht widerspiegelt. Durch die Ausstrahlung des Films, so meine Hoffnung, wird hoffentlich in den nächsten Tagen wieder einige Film- oder Zeitungsbeiträge erscheinen.

  6. Mindwider said, on 6. März 2013 at 11:54

    Ich kann die von Freiwald und Friedrich geäußerten Meinungen voll nachvollziehen und hätte selbst ähnlich kritisieren können, jedoch wissen sie wohl nicht wie Botschaften medienwirksam platziert werden sollten. Der Film hatte an diesem Abend fast 6 Mio. Zuschauer erreicht! Sogar Jauch konnte da nicht mithalten.
    Eine Liebesgeschichte gehört nun mal in Filme, die Emotionen wecken sollen und somit attraktiv für den Zuschauer werden. Es ist nicht angebracht, eine nahtlosen Anreihung von Grausamkeiten zu drehen, die zwar sehr viele von uns real erlebt hatten, aber nicht von so vielen Fernsehzuschauern angesehen würden. Ich meine sogar, dass mit diesem Film in der Öffentlichkeit viel mehr hängen bleibt, als bei einem mit vielen Details überlasteten Heimkinder-Horrorfilm.

    Solch ein Film hätte schon längst gedreht sein sollen und wäre es vielleicht auch, wenn nicht gerade solche Konfronteure wie der VEH mit Friedrich und Dettinger uns in der Öffentlichkeit eher geschädigt, als geholfen hätten. Dieser Film wird uns enorm helfen, in der Öffentlichkeit besser verstanden zu werden.

    Von Ter Heides Kommentar verstehe ich leider nur „Bahnhof“. Solch ein Stoff lässt sich sicher besser in einem Jura-Blog oder -Forum diskutieren.

    Mindwider

  7. Alexander Markus Homes said, on 6. März 2013 at 12:04

    Sorry, das ist der Text, den ich hier posten wollte. Es ist der gleiche Text mit einer Modifizierung des ersten Satzes. Hier also noch einmal der leicht veränderte Text:

    Es ist in der Tat so: Die Wirklichkeit wurde mitnichten wiedergegeben. Ich habe gestern zahlreiche Anrufe bekommen von Ehemaligen, die meine Bücher gelesen haben. Der Film habe die Heimwirklichkeit eher verharmlost. Manche der Anrufer meinten gar, man hätte mein Buch „Prügel vom lieben Gott“ verfilmen sollen, da das Buch die damalige Realität in den Heimen widerspiegelt. Wie auch immer: Ich fand den Film gut, auch wenn die damalige Heim-Realität sich im Film nicht widerspiegelt. Durch die Ausstrahlung des Films, so meine Hoffnung, wird hoffentlich in den nächsten Tagen wieder einige Film- oder Zeitungsbeiträge erscheinen.

  8. MS said, on 7. März 2013 at 16:58

    Diese Szene hat ZDF wohl deshalb rausgeschnitten, weil man hätte sonst sehen können, wie wir damals nach Prügelattacken ausgesehen haben….
    Ich glaube es einfach nicht!!!

  9. Elvira Wetzel said, on 9. März 2013 at 00:19

    Schade, dass diese Scene nicht gezeigt werden konnte. Ich nehme mal an, das war für die Kirchenvertreter, die mit in den Aufsichtsgremien der Fernsehanstalten sitzen, zu real. Doch der Zuschauer ist nicht dumm. Er hat genug Fantasie um sich vorstellen zu können, wie es in Heimen, in denen niemand Einblick hatte, zugegangen war.
    Zwar nicht im ganzen Ausmaß, denn dafür waren die perversen Erziehungspraktiken zu ungeheuerlich. Ich denke, auch wenn nur die Spitze des Eisbergs im Film zu sehen ist, ist er gut gelungen.

  10. Martin MITCHELL said, on 15. März 2013 at 17:19

    .
    Re dem ZDF-SPIELFILM »Und alle haben geschwiegen«.

    Hohe Erwartungen der Betroffenen – doch diese wurden weitgehend enttäuscht.

    ANFANG DES ZITATS einer hervorragenden Filmkritik.

    Helmut Jacob Blog @ http://helmutjacob.over-blog.de/article-und-alle-haben-geschwiegen-filmkritik-von-klaus-kluber-116035080.html

    Samstag, 9. März 2013

    Und alle haben geschwiegen – Filmkritik von Klaus Klüber.

    Dieser Film war schon lange überfällig um der tumben Gesellschaft ein Vorstellung über den Geist in Heimeinrichtungen vor Augen zu führen, in denen die christlichen Werte gemäß den Worten des Bischofs in vorbildlicher Weise umgesetzt wurden.

    Doch ja, ich habe mir den Film vom 4. März 2013 angesehen und war von der exzellenten schauspielerischen Leistung überrascht, als auch verblüfft, wie gut dem Regisseur die Authentizität des bedrückenden Heimumfeldes gelungen war, dem einstige Heimkinder hilflos ausgeliefert waren.

    Nur fürchte ich, dass die meisten Zuschauer die spürbare Beklemmung als dramaturgische Filmübertreibung wahrgenommen haben. Dabei wurde diese Darstellung von den einstigen Realitäten eher noch übertroffen.

    So vermisste ich in diesem Film, die zahlreichen Formen von Herabwürdigungen, etwa von Bettnässern, oder Voraussagen, die den Jugendlichen in schillerndsten Farben ein späteres Leben in der Gosse, als Kriminelle, oder Huren und dergleichen vorzeichneten.
    Auch vermisste ich die Darstellung, wie das Personal einzelne oft ältere Kinder/Jugendliche privilegierten, um sie als Hilfsaufseher/innen zu instrumentalisieren, bzw. gegeneinander auszuspielen, oder bewusst sogenannte schwarze Schafe, also besonders schwache Heimkinder ausgesucht wurden, denen alles Mögliche wie Diebstähle angelastet und dafür schwer bestraft wurden, obwohl dafür eher lautstarke Gruppenmitglieder verantwortlich waren.

    Wie auch jeder Hinweis auf die gnadenlosen Rangordnungskämpfe untereinander fehlte, etwa um einen Platz zu ergattern, der einem winzigste positive Aufmerksamkeiten einbringen konnte.

    Dabei bin ich recht froh, dass wenigstens das Thema Missbrauch außen vor blieb, um nicht den Eindruck zu erwecken, dass Missbrauch in allen Heimen gang und gäbe war.

    In meinem Heim z.B. hatte ich zu meiner Heimzeit noch nicht mal unter der Hand etwas von möglichen Missbrauchsgerüchten gehört.

    Dafür fanden sich abends regelmäßig Rocker und Zuhälter vor unserem Heim zu einem Stelldichein zusammen, um die älteren 16-21 jährigen Damen zu beeindrucken, die jedoch über uns eingeschlossen waren.

    Einige von Ihnen haben tatsächlich aus dem 2. und 3. Stockwerk heraus versucht, sich mit aneinander verknoteten Bettlaken in die Freiheit abzuseilen.

    Eine davon ist leider abgerutscht und hat ihren Drang nach würdevoller Selbstbestimmung mit lebenslänglicher Querschnittslähmung bezahlt.

    Von daher war die Szene mit dem Fenstersturz wohl näher an der Realität als einer filmischen Fiktion.

    So sehr ich die schauspielerische Leistung aller Filmakteure hervorheben möchte, so halte ich die übertrieben fürsorgliche Sozialarbeiterin in den dargestellten 50er/60er Jahren für völlig unrealistisch.

    Denn erst Anfang der 70er Jahre begannen Heimpsychologen/innen lebensfreundlichere Lockerungen durchzusetzen.

    Im höchsten Maße bedauerlich empfinde ich die völlig deplazierte Falschdarstellung des Runden Tisches der vorgeblich nur darauf wartete, Stimmen von einstigen Betroffenen in Erfahrung zu bringen.

    Gerade so als wüssten sie überhaupt nichts von ihren eigenen zu verantwortenden Gräueltaten gegenüber ihren einstigen Schutzbefohlenen.

    Statt dessen hätte ich es sehr begrüßt, wenn die Filmregisseure den Mut gehabt hätten, das schändlich abgekartete Geschacher zwischen Kirchen- und Staatverantwortlichen am Runden Tisch um Wortklaubereien und Wiedergutmachung aufzugreifen, mit dem die ehemaligen Heimkinder um eine echte Rehabilitation und angemessene Entschädigungen betrogen wurden.

    Es gibt da schon länger kritische Stimmen unter eher unwissenden Mitbürgern, die ehemaligen Heimkindern unter Hinweis, dass Gewalt zur damaligen Zeit nun mal dem Zeitgeist entsprach, keine Entschädigungszahlungen zugestehen möchten.

    Doch diese kennen in der Regel auch nicht den Unterschied zwischen familiärer und institutioneller Gewalt.

    Angefangen davon, dass den meisten Mitbürgern kaum bewusst ist, dass Heimkinder ein gesetzlich verankertes Recht zu einer gewaltfreien und förderlichen Erziehung hatten, über das sich die durchführenden Kirchen und überwachenden Staatsorgane in ihrer unheilvollen Symbiose selbstgefällig hinwegsetzten.

    Dieses Recht war den einstigen Heimkindern gar nicht bekannt gemacht worden, noch hätten sie eine Chance gehabt, sich an einer Stelle erfolgreich zu beschweren. Schließlich galten Heimkinder per se als Diebe und Lügner, die aus Sicht der Gesellschaft schon etwas ausgefressen haben mussten, um verdientermaßen in einem Heim Zucht und Ordnung beigebracht zu bekommen.

    Ein weiterer gravierender Unterschied zur häuslichen und institutioneller Gewalt besteht auch darin, dass Heimkinder im Gegensatz zu Kindern innerhalb ihrer gewalttätigen Familien, ständig im Spannungsfeld permanenter Bedrohung leben mussten.

    Sie konnten zu keinen anderen Verwandten flüchten, die sich ihrer verständnis- oder gar liebevoll annahmen. Niemand an den sie sich vertrauensvoll hätten wenden können.

    Nichts dergleichen.

    Jedes Heimkind war insofern in Unwissenheit der Lage, wie lange ihr Zustand der familiären Trennung noch andauern würde, ständig einsam und völlig auf sich allein gestellt.

    Um in der Meute oft schon milieuvorgeschädigter Mitinsassen zu überleben, mussten sie sich geradezu zwangsläufig zu egozentrischen Einzelkämpfern entwickeln. Misstrauisch gegen jeden und alles, denn oft genug war es eben noch Dein Freund, der Dich für eine kleine Aufmerksamkeit an das Personal ans Messer lieferte.

    Wer es später nicht schaffte, sich aus dieser eigenen Isolation zurück in die Gesellschaft zu entwickeln, blieb in der Regel das gesamte weitere Leben recht einsam.

    Ein weiterer Unterschied zu familiären Kindern die Gewalt ausgesetzt wurden/werden, bestand darin, dass Heimkinder systematisch zur Unselbstständigkeit erzogen wurden, was nach ihrer unvorbereiteten Entlassung zu erheblichen Problemen führte, allein auf sich gestellt gesellschaftlich Tritt zu fassen. Dies hat bis heute zur Folge, dass viele von ihnen, selbst im gesetzten Alter noch immer am sozialen Rand unserer Gesellschaft darben müssen.

    Diese Unterschiede konnte der Film natürlich nur schwerlich rüber bringen.

    Ich halte den Film jedenfalls für recht gut gelungen, um eine Beklemmung zu erzeugen, die die meisten Zuschauer sicher auch so ähnlich wahrgenommen haben, aber im Gegensatz zu Betroffenen kaum für wahr gehalten haben.

    Insofern war der Film nicht schlecht, ABER – er kam leider VIEL ZU SPÄT,

    um noch ein breiteres Publikum für die Problematik ehemaliger Heimkinder zu sensibilisieren, oder gar zur Unterstützung von realistischen Entschädigungsleistungen durch Kirchen und Staatsverantwortlichen zu animieren.

    Ehemalige Heimkinder verfügen leider über keine öffentlichkeitswirksame Lobby, die sich für ihre Interessen einsetzt.

    Daher hätte ihnen eine breite öffentliche Entrüstung zur Durchsetzung ihrer Entschädigungsbestrebungen sicher sehr geholfen.

    Doch da dieses ausblieb, bzw. nach der Buchveröffentlichung von Peter Wensierski schon bald wieder abebbte, war es den nachfolgeverantwortlichen Trägern von Kirchen und Staat ein leichtes Spiel, am Runden Tisch selbst über ihre Anteile von Schuld und Sühne befinden zu dürfen.

    Zu all diesem neuerlichem Skandal unsere Medien leider wieder beharrlich geschwiegen haben.

    Geht es ihnen doch eher um die Vermarktung spektakulärer Sensationen, statt der Gesellschaft durch konkrete Vorschläge und Anreize zu einer Weiterentwicklung zu verhelfen.

    So wurden und werden auch weiterhin Opfergruppen zum Ausschlachten öffentlich vorgeführt, um sofort fallen gelassen zu werden, sobald das Thema nichts mehr einbringt.

    Siehe Spiegelredakteur Wensierski, der es mit diesem Heimkinderskandal sogar bis zum Bundesverdienstkreuz gebracht hat, aber ebenfalls zu den skandalösen Vorgängen am Runden Tisch schwieg, um dieser Opfergruppe weiter zu helfen angemessen entschädigt zu werden. Wie er auch mit keiner Silbe darauf einging Werbung für einen besseren Schutz für zukünftige Kinder einzugehen, etwa durch ein Pflichtunterrichtsfach, in denen junge Menschen auf ihre spätere Elternrolle vorbereitet werden könnten und damit zu verhindern, dass Kinder wegen Überforderung ihrer Eltern auch heute noch Jahr für Jahr zu Zigtausenden in Heime eingewiesen werden, mit denen die meist klerikalen Träger eine lukrative Leidensverwaltung betreiben, bzw. kaum ein Interesse daran haben können, das der Nachschub an zu betreuenden Kindern abreißt.

    Für die einst schwer geschädigten Heimkinder steht heute Im Ergebnis ein Schandfonds, der allenfalls dazu geeignet ist, die ehemaligen Heimkinder mit Sachleistungen zu demütigen, auf die sie nicht mal einen Anspruch erheben können, sondern über bürokratische Anlaufstellen als erniedrigende Bittsteller für Stützstrümpfe, Rolatoren, oder fragwürdige Therapien vorstellig werden dürfen.

    Reaktionen seitens unserer Mitbürger blieben nach dem Film ebenfalls aus, sodass davon auszugehen ist, dass sich am Status Quo des gesellschaftlichen Schweigens und Wegsehens auch weiterhin kaum mehr etwas ändern wird und somit ehemalige Heimkinder um ihr Lebensglück betrogene Menschen bleiben werden, während die verantwortlichen Täterseiten in der monetären Sicherheit ihrer einstigen „Verdienste“ selbstzufrieden einen wohligen Lebensabend genießen dürfen.

    So bleibt als Fazit festzuhalten:

    Der Film war gut, aber ohne einer echten Entschädigung und wahrhaftigen Rehabilitation der Betroffen, bleibt das Thema ehemalige Heimkinder damit auch weiterhin ein offener gesamtgesellschaftlicher Skandal.

    ENDE DES ZITATS einer hervorragenden Filmkritik.

    HINWEIS: Weiterverbreitung im Volltext von dem Verfasser unbedingt gewollt !

    WEITERE HINWEISE: Siehe natürlich auch die Stellungnahmen zu diesem ZDF-Film »Und alle haben geschwiegen« seitens anderer Betroffenen, den manche Leute auch als den ZDF-Film nach dem Buch »Schläge im Namen des Herrn« bezeichnen. Danach muß man natürlich selbst googlen oder schon Wissende einfach danach fragen.

    Verweisen kann ich selbst erst schon mal auf die Kommentare in Dierk Schaefers Blog zum Thema »Es war viel schlimmer.« @ https://dierkschaefer.wordpress.com/2013/03/05/es-war-viel-schlimmer/ und die dort zusätzlich abgegebenen Stellungnahmen.
    .

  11. Martin MITCHELL said, on 16. März 2013 at 09:02

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    ZDF-FILM „Und alle haben geschwiegen“ Zuschauerkommentar @
    http://www.zdf.de/Der-Fernsehfilm-der-Woche/Fernsehfilm-der-Woche-Foren-24485436.html

    ANFANG DES ZITATS eines wichtigen Zuschauerkommentars.

    Und alle hätten aufschreien müssen.
    von: Der Chronist 1953
    Erstellt: 05.03.2013 09:26

    Ein bewegender Film mit einer – wieder exzellenten Senta Berger, einem hervorragendem Matthias Habich und zweier klasse Schauspieler in den Rollen der Straftäterin in Kirchentracht (Birge Schade) sowie als „Kapo“ Alfons (Thomas Arnold). Aber auch die weiteren Darsteller/innen haben voll überzeugt.

    Wer das Buch von Peter Wensierski lesen konnte und jenen Jahrgängen angehört, wird mit diesem Film über eines der dunkelsten Kapitel der BRD-Nachkriegsgeschichte, sich, seine eigene Kindheit und Jugend noch einmal – im Zeitraffer – vorüber ziehen sehen.

    Dieser Beitrag klagt – wie auch das Buch des „SPIEGEL“-Journalisten mit dem Titel „Schläge im Namen des Herrn“ – an. Leider viel zu spät.

    Wenn der gestrige Film an einem Montag, dem 4.März 1983 gesendet worden wäre, hätte er noch eine gewisse Außenwirkung auf die Verantwortlichen von damals, die Politik und die Gesellschaft ausüben können. Vielleicht wäre der „Runde Tisch [ Heimerziehung ]“ dann schon vor 30 Jahren eingerichtet worden. So aber mussten die Opfer der staatlich legitimierten Kinderschänder im Namen der Amtskirchen und ihr perfides, auf Drill, Gehorsam und Gewalt aufgebautes Heimsystem, mindestens 4 Dekaden auf eine symbolische Wiedergutmachung betteln.

    Der Adenauer-Staat und seine einstige pseudo-klerikale Gesellschaft reflektierte damals nur jene post-faschistoiden Verhaltensmuster der „Führer“-Generationen, die militärisch geschult und politisch indoktriniert auf die Nachkommen im „guten“ Westdeutschland losgelassen wurden. Schläge und Erniedrigungen gab es aber auch in anderen Bereichen der Gesellschaft. In den Schulen wurde geprügelt; in vielen Elternhäusern, selbst – wen wundert es – im Konfirmationsunterricht schlugen die Pastoren die Konfirmanden, wenn ein Gebot nicht auswendig gelernt worden war. Strukturelle Gewalt eben, in einem CDU-Staat, der vermeintlich christliche Werte für das kommende Arbeitsleben und das genormte gesellschaftliche Dasein, durch die Institutionen vermitteln ließ. Wer nicht der Norm entsprach wurde drangsaliert. Wer aufmüpfig wurde, bekam eine „Tracht“ Prügel. Wer nicht funktionierte, erhielt die volle Breitseite staatlicher Repressionen.

    Der gestrige Film gibt jenes Klima der Angst wieder und zwar in jenen,von den Kirchen unterhaltenen „Lagern“, die sich Fürsorgeheime nennen durften. Fürsorge erhielten damit jedoch nur die Amtskirchen, denn die illegale Kinderarbeit wurde von der Kirche nicht bezahlt, obwohl Dritte, wie Wirtschaftsbetriebe, diesen dafür ein Entgelt entrichteten.

    Jenen, die das Unrechtsregiment in derartigen Einrichtungen über mehrere Jahre erfuhren, wurde nicht nur die Kindheit und Jugend geraubt,sie wurden als Ungelernte, ohne Schulabschluss, ohne Perspektive und meist als psychisch gebrochene Menschen mit spätestens 21 Jahren in den so genannten Ernst des Lebens entlassen, wo dann gering entlohnte Bandarbeiten angenommen wurden, bis die Klitsche dicht machte und Sozialfürsorgeleistungen als weiterer Lebensunterhalt warteten.

    Da die Zwangsarbeit in den Erziehungsanstalten rentenversicherungstechnisch nicht berücksichtigt wurde, entstanden erhebliche Beitragslücken, womit die Rente durch weitere SGB-Leistungen aufgestockt werden muss. Die Kirchen leisten dazu nichts. Weshalb der jetzt gegründete Hilfsfonds [ Heimerziehung ], er dürfte – mit Blick auf die nicht gerade geringe Zahl von Anspruchsberechtigten – eine Farce sein, zumal die Allgemeinheit (der Steuerzahler) auch noch direkt daran beteiligt werden musste.

    Somit bleibt zu konstatieren, dass die beiden Protagonisten des Films von solchen materiellen Problemen – dem heutigen Zeitgeist entsprechend – kaum erfasst wurden, denn sie standen mehr oder minder als gut situiert da, als absolute Ausnahme von der Regel geltend.

    Die erlittenen psychischen Erkrankungen hat der Film indes in realistischer Weise gezeigt. Deshalb ein großes Lob für alle Beteiligten, einschließlich derer, die in der folgenden Dokumentation zusammen mit dem dafür ausgezeichneten Peter Wensierski zu Wort kamen.

    ENDE DES ZITATS eines wichtigen Zuschauerkommentars.

    Bisher insgesamt 15 weitere Zuschauerkommentare dort @ http://www.zdf.de/Der-Fernsehfilm-der-Woche/Fernsehfilm-der-Woche-Foren-24485436.html
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  12. Klaus Linnenbrügger said, on 18. März 2013 at 21:16

    Klaus Linnenbrügger. Die historische Cance verpasst.Wittekindshof war die Hölle.Zwei meine Freunde Leben nicht mehr SUIZID und hätten noch viel zusagen.

  13. Martin MITCHELL said, on 24. März 2013 at 00:31

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    WICHTIGER HINWEIS FÜR ALLE BETROFFENEN MISSHANDELTEN UND AUSGEBEUTETEN EHEMALIGEN HEIMKINDERN !

    Ich, der Australier Martin MITCHELL ( Jg. 1946 ), auch vielen als »martini« bekannt, selbst ein Betroffener der Kinderheimhöllen Deutschlands der 1960er Jahre ( der sich schon 10 lange Jahre mit diesem Thema beschäftigt ) – u.a. auch selbst ein ex-Freistätter – habe am Freitag, 22. September 2013, um 01:51 Uhr (MEZ) folgenden Thread zu diesem Thema im HEIMKINDER-FORUM.DE eröffnet: »ÖFFENTLICHE DEBATTE zum ZDF-Film “Und alle haben geschwiegen” ausgestrahlt im TV europaweit am 04.03.2013. — Öffentliche Zuschauer-Kommentare dazu: SAMMELSTELLE:« @ http://heimkinder-forum.de/v3/board3-heim-talk/board7-offener-talk-heime/16287-öffentliche-debatte-zum-zdf-film-und-alle-haben-geschwiegen-ausgestrahlt-im-tv-europaweit-am-04-03-2013-öffentliche-zuschauer-kommentare-dazu-sammelstelle/
    .

  14. Martin MITCHELL said, on 7. April 2013 at 02:39

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    „Und alle haben geschwiegen“ — Und jetzt?

    Die am Ende des ZDF-SPIELFILMS „Und alle haben geschwiegen“ von Paul (Matthias Habitch) erwähnte ZWANGSARBEITSSTÄTTE IM MOOR, das ev.-luth. Bethel-eigene FREISTATT IM WIETINGSMOOR – heute „Bethel im Norden“ genannt – wurde schon in dem im Jahre 1984 ausgestrahlten ZDF-SPIELFILM „Das Ende vom Anfang“ wahrheitsgemäß und realitätsnah dargestellt und porträtiert, aber danach – weil derzeit von Bethel einfach abgestritten – einfach wieder zugebuddelt und vergessen, d.h. weiterhin totgeschwiegen.

    „Und alle haben geschwiegen“ — Und jetzt?
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  15. Martin MITCHELL said, on 8. April 2013 at 08:42

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    „Und alle haben geschwiegen“ — Und jetzt?

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    Ist das Ausland DAVON unterrichtet ? : „Und alle haben geschwiegen“ ?

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    BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND

    Der Auslandsrundfunk der Bundesrepublik Deutschland DEUTSCHE WELLE / DW-WORLD ( Mitglied der ARD, „Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland“ ), der ausschließlich im Ausland sendet, berichtet in keiner seiner 30 Sendesprachen über den am 4. März 2013 im ZDF im deutschsprachigen Raum ausgestrahlten Aufklärungsfilm „Und alle haben geschwiegen“, der angeblich die deutsche Nachkriegsgeschichte der „Kinder- und Jugendhilfe“ aufarbeiten sollte und darüber berichten sollte wie es Kindern und Jugendlichen in Heimen in Westdeutschland damals wirklich ergangen ist. — Die Welt soll es grundsätzlich nicht erfahren was damals in „Jugendeinrichtungen“ ( wo Zwangsarbeit jahrzehntelang nach dem Zweiten Weltkrieg auch weiterhin fortgeführt wurde ! ), in Westdeutschland abging. — Offensichtlich will Deutschland auch besonders gegenüber dem Ausland auch weiterhin dazu und darüber schweigen.

    Von einer Medienorganisation im nahen Dänemark – auch assoziiert mit dem restlichen Skandinavien – wird berichtet, dass man dort überhaupt nichts von dieser Geschichte gehört habe and dass „solche Nachrichten selten über die Reichsgrenzen wandern“.

    Einfach mal eingeben bei GOOGLE inklusiv den Anführungsstrichen:

    „Deutsche Welle“+“Und alle haben geschwiegen“

    „DW-World“+“Und alle haben geschwiegen“

    Und welche diesbezüglichen Suchergebnisse gibt es daraufhin ? — Keine ! — Nicht ein einziges !
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  16. Martin MITCHELL said, on 20. April 2013 at 02:21

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    GERMANY – Bundesrepublik Deutschland.

    ZDF-SPIELFILM „Und alle haben geschwiegen“ EINE EINTAGSFLIEGE !

    Großes Interesse seitens der deutschen Gesamtgesellschaft an diesem Thema bestand noch nie; damals nicht und auch heute nicht; und das flüchtige Interesse einiger Weniger der deutschen Gesamtgesellschaft die sich kurz dafür interessiert haben ist verflogen. Somit war der Film und die Message des Films eindeutig eine EINTAGSFLIEGE.

    Ohne Zweifel – es wird in der Bundesrepublik Deutschland klar und deutlich auch weiter zu diesem Thema geschwiegen. Selbst viele der Opfer, die vielleicht noch dazu fähig gewesen wären und die sich durchaus für ihr eigenes Recht hätten einsetzen können schweigen und lassen die Verantwortlichen und Mitverantwortlichen somit jeglicher Sanktion für die ihrerseits begangenen Verbrechen ( im zivilrechtlichen und moralischen Sinne ! ) entkommen.

    Für die Aufrichtigkeit der Nation als Ganzes tut dies natürlich nichts.

    Die ganze Nation scheint sich jedoch überhaupt nicht daran zu stören.

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    KURZBERICHT dazu in Deutsch und in Englisch :

    „Und alle haben geschwiegen“ / „Keiner war bereit das Schweigen zu brechen.“
    = „And all kept their silence.“ / „And all kept silent.“ / „And all kept quiet.“ / „And everyone kept quiet.“ / „And everybody turned a blind eye.“ / „Conspiracy of silence.“
    „Und alle schweigen sie weiter“ = „And all continue to maintain their silence.“ / „The cover-up continues.“ / „They are all still in denial.“ / „The denial continues.“ / „The silence continues.“
    „Das Schweigen ist ohrenbetäubend.“ = „The silence is deafening.“
    „Das ganze Land zeigt diesbezüglich völlige Gleichgültigkeit“ = „The whole community does not speak up (against)…“ / „The whole population is turning a blind eye and a deaf ear.“ / „The whole country couldn’t care less.“ / „The entire nation simply does not give a damn.“
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  17. Martin MITCHELL said, on 1. Juli 2013 at 04:30

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    Dieser Spielfilm/Liebesfilm »UND ALLE HABEN GESCHWIEGEN« hat auch den Zwangsarbeitsaspekt in der damaligen Heimerziehung völlig ungenügend dargestellt ! – Denn die Nutzung und Ausnutzung der Arbeitskraft der männlichen und weiblichen Kinder und Jugendlichen war das Hauptziel dieser Art von Heimerziehung in geschlossenen Institutionen !

    „HEIMKINDER-ZWANGSARBEIT“ (ca.1945-1985), die Gesamtgesellschaft ist ungenügend DARÜBER informiert. Zur diesbezüglichen Information und Weiterbildung siehe:

    http://www.ehemalige-heimkinder-tatsachen.com/ ( Betreiber: Martin MITCHELL )

    http://www.heimkinderopfer.blogspot.com/ ( Betreiber: Martin MITCHELL )

    http://www.heimkinder-ueberlebende.org/ ( Betreiber: Martin MITCHELL )

    http://veh-ev.eu/ ( Betreiber: „Verein ehemaliger Heimkinder e.V.“ – „VEH e.V.“ )
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  18. Martin MITCHELL said, on 3. September 2014 at 05:45

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    Weiterer Spielfilm bezüglich „HEIMKINDER-ZWANGSARBEIT“ in der BRD, d.h. in „Westdeutschland“, dem „unmenschlichen System“ der nachkriegsdeutschen »Fürsorgeerziehung«.

    ANFANG DES ZITATS DIESER BEKANNTGEBUNG.

    „Von jetzt an kein Zurück“ eröffnet das 21. Internationale Filmfest Oldenburg

    26.08.2014

    Regisseur Christian Frosch feiert mit „Von jetzt an kein Zurück“ in Oldenburg seine Weltpremiere.

    Mit einem Ausflug in die 60er und 70er, in dem eben nicht der Aufbruch von Flower Power, Rock’n‘Roll und Protesten, sondern der Missbrauch von Recht und Ordnung im Mittelpunkt stehen, eröffnet „Von jetzt an kein Zurück“ das 21. Filmfest Oldenburg. Der neue Film des österreichischen Regisseurs Christian Frosch („Weiße Lilien“) erzählt mit der tragischen Liebesgeschichte zweier Teenager von einem erschreckenden aber kaum beachteten Kapitel unserer Geschichte.

    Die beiden Schüler Martin und Ruby lassen sich vom Schwung ihrer Zeit mitreißen – sie lieben und berauschen sich, doch ihr jugendliches Aufbegehren wird mit aller Härte zunächst von ihren Eltern, insbesondere von Ben Becker als unbarmherzigem Patriarchen, und von der bundesrepublikanischen Jugendwohlfahrt brutal gestoppt, indem sie in eine Klosterschule und er in ein Erziehungsheim zwangseingewiesen werden.

    „Erst als ich auf eine Geschichte eines jugendlichen Paares stieß, das kein anderes Vergehen beging, als sich zu lieben und noch nicht volljährig zu sein, war bei mir der Groschen gefallen: Ich wollte einen Film über Liebende drehen. Über jene erste große Liebe, die antritt, die Welt aus den Angeln zu heben.“ – Christian Frosch

    Die Schauspielentdeckungen Victoria Schulz als Ruby und Anton Spieker als Martin sowie Star-Unikat Ben Becker als Rubys Vater führen das eindrucksvolle Ensemble an, das Frosch für seinen Film versammelt hat – ein pulsierendes Liebesdrama und ein Stück erschreckender Zeitgeschichte, das unter anderem auch in Oldenburg an verschiedenen Orten wie der Dreifaltigkeitskirche, der Kaserne Donnerschwee und dem Fliegerhorst filmisch realisiert wurde. Ein leidenschaftliches Feature, das mit einer berührenden „Romeo-und-Julia“-Geschichte zeigt, mit welcher Wucht die Generationen Ende der 60er Jahre aufeinanderprallten und welche Narben dieser Zusammenstoß hinterließ.

    Am Mittwoch, den 10. September, [2014] eröffnet „Von jetzt an kein Zurück“ ab 19.00 Uhr das 21. Internationale Filmfest Oldenburg mit einer feierlichen Galapremiere in Anwesenheit von Regisseur und Hauptdarstellern.

    Karten für die Opening-Gala in der kleinen EWE-Arena gibt es jetzt bereits auf unserer Homepage unter http://www.filmfest-oldenburg.de/service/tickets/ und an allen ADTicket-VVK-Stellen.

    Für alle weiteren Events beginnt der Kartenvorverkauf ab dem 31. August auf unserer Homepage und ab dem 1. September bei den offiziellen VVK-Stellen bei der Oldenburg Tourist-Information ( Schloßplatz 16; Tel: 0441-36161366 ) und im Staublau ( Staugraben 9 bei Tante Käthe’s Kaffee Bar; Tel: 01573 7943448 ), in der es zudem Karten für Sondervorstellungen und Parties gibt.

    ENDE DES ZITATS DIESER BEKANNTGEBUNG.

    QUELLE: Oldenburg FILMFESTIVAL @ http://www.filmfest-oldenburg.de/news/newssingle/datum/2014/08/26/von-jetzt-an-kein-zurueck-eroeffnet-das-21-internationale-filmfest-oldenburg/
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