Dierk Schaefers Blog

Das muß man sich schon auf der Zunge zergehen lassen.

Posted in Justiz, Menschenrechte by dierkschaefer on 13. Juni 2013

Zum Fall Mollath kann ich nichts sagen. Es geht um seinen Prozeß und seine Vorwürfe gegen die Bank. Die haben sich jedenfalls als teilweise richtig herausgestellt. Doch man hatte ihn als Querulanten eingestuft, war seine Vorwürfen nicht nachgegangen und ihn in die Psychiatrie gesteckt. Die zu klärende Frage: War das rechtlich o.k.?

Mollath bleibt vorerst weggesperrt. Für mich als Gutachter ist die Begründung interessant: »Der Psychiater, der für das letzte Gutachten verantwortlich zeichnet, aufgrund dessen Mollath in der Psychiatrie bleiben muss, dieser Gutachter fühle sich „extrem beeinträchtigt“ von den negativen Reaktionen auf seine Arbeit. Das Gericht hatte ihn im Lichte der neuen Erkenntnisse mit einer ergänzenden Stellungnahme beauftragt, diese verweigert der Gutachter nun offenbar.«[1]

Solche Gutachter braucht unser Land.


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Eine Antwort

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  1. m.dahlenburg said, on 16. Juni 2013 at 06:47

    Dierk Schäfer: „Zum Fall Mollath kann ich nichts sagen.“
    Andere umso mehr. …
    z.b http://gabrielewolff.wordpress.com/2012/12/01/der-fall-gustl-mollath-rosenkrieg-und-versagen-von-justiz-psychiatrie/
    oder
    Die Affäre Mollath – Der Mann, der zu viel wusste
    von Olaf Przybilla und Uwe Ritzer, Journalisten der „Süddeutschen Zeitung“
    Leseprobe http://www.droemer-knaur.de/buch/7892958/die-affaere-mollath

    „Die Psychiatrie, der dunkle Ort des Rechts
    Der Fall zeigt: Eine Justiz, die Menschen ohne gründlichste Prüfung einen Wahn andichtet, ist selbst wahnsinnig.
    Es gibt immer mehr Leute, die sich fragen, ob in Bayern russische Zustände herrschen. Sie fragen sich, wie es sein kann, dass ein Mensch, der eine Straftat aufklären wollte, für sieben Jahre in der Psychiatrie landet. Sie fragen sich, ob es sein darf, dass einem Menschen noch immer ein Wahn attestiert wird, obwohl sich herausgestellt hat, dass der Wahn keiner war.
    […]
    Nach seriösen Schätzungen sind fast die Hälfte der Eingangsgutachten falsch, die hohe Gefährlichkeit prognostizieren.“
    (Zitate aus Kommentar von Heribert Prantl http://www.sueddeutsche.de/bayern/fall-mollath-die-psychiatrie-der-dunkle-ort-des-rechts-1.1533816 )

    Heribert Prantl irrt doppelt. Das Problem ist kein ausschließlich bayerisches. Es ist auch nicht die Justiz wahnsinnig. Es sind ausschließlich die bestellten Gutachter, die entweder a) im Wahn glauben, in die Psyche anderer Menschen eintauchen und daraus zuverlässige Prognosen erstellen zu können oder b) mit ungehemmter krimineller Energie falsche Gutachten erstellen; warum oder in welchem (angenommenen) Auftrag auch immer….
    Der Justiz ist eigentlich nur vorzuwerfen, dass sie ihre Urteile auf solchen Wahnsinn stützt, anstatt die Verfasser der Wahn-geleiteten Gutachten wegen ihrer erwiesenermaßen außerordentlicher Gefährlichkeit in die Forensik zu sperren. Und wenns nur ist, dass es nicht so endet: http://www.meinungsverbrechen.de/?tag=querulatorischer-wahn

    „Wer leidet hier unter Verfolgungswahn?…
    Pro Jahr werden in Deutschland etwa 200.000 Menschen in psychiatrische Einrichtungen zwangseingewiesen. Kenner der Materie streiten darüber, ob es dabei nur eine Fehlerquote von dreißig Prozent gibt oder ob es nicht doch fünfzig Prozent sein könnten.
    Bei den hessischen Steuerfahndern und bei Gustl Mollath kommt noch etwas hinzu. Es handelt sich beide Male um Menschen, die Missstände anprangerten, denen nicht nachgegangen wurde, die aber bei ihren Einwänden blieben und darum mal als paranoid mal als wahnhaft aus dem Verkehr gezogen wurden. Die Vorstellung, dass im Jahr – niedrig gerechnet – 60.000 in der Psychiatrie landen, weil andere nicht mit ihren Auffassungen übereinstimmen, passt nicht in unser Bild der Bundesrepublik. Dass aber staatliche Stellen sich der Psychiatrisierung unliebsamer Kritiker bedienen, das war uns bisher nur aus der Schlussphase der Sowjetunion bekannt.“
    http://www.fr-online.de/meinung/kommentar-wer-leidet-hier-unter-verfolgungswahn-,1472602,21128212.html

    „Inzwischen deutet vieles darauf hin, dass Gustl Mollath Opfer eines Komplotts geworden ist“ (ZDF-heute.de-Video-Untertitelung 14.6.2013)

    „…haftet der Psychiatrie der Geruch an, seit jeher ein willfähriges Instrument im Dienste der Mächtigen gewesen zu sein“ (Loos in Behnke & Fuchs 1995, S. 228)

    xxxxx

    P.S.
    In einer Presseerklärung vom Freitag hat die Bundesanstalt für Arbeit die durch ihre öffentliche Kritik an Hartz 4 bekanntgewordene Jobcentermitarbeiterin Inge Hannemann massiv angegriffen und ihr vorgeworfen, durch ihre Äußerungen die vielen tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jobcenter „beleidigt, herabgewürdigt und in Gefahr gebracht“ zu haben.

    Inge Hannemann beim Reifenstechen erwischt … wird wohl nicht mehr lange dauern …
    Querulantentum, latente Bedrohung gleich tausender MAs sicher auch
    bald „Nähe“ zu einer Terrorgruppe. Dann tauchen Zeugen auf die die
    Dame beim Reifenstechen gesehen haben, oder (wie im kalten Krieg
    hinterm eisernen Vorhang) ne Oma die schwört da wurde ne Handtasche
    geraubt. Zack, ist die Zelle neben Mollath belegt.
    (geklaut bei Telepolis)


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