Dierk Schaefers Blog

Ein Link, der nachdenklich macht[1]

Posted in heimkinder, Menschenrechte by dierkschaefer on 5. Juli 2013

 

 

Fonds Heimkinder-Ost. Man merkt, daß sich die zuständigen Personen Mühe geben, nicht nur Heimfolgen abzufedern, sondern auch Engpässe zu beseitigen. Hier erfolgt sozusagen unter der Hand das Pauschalzugeständnis, daß die soziale Not der Betroffenen mit der Heimvergangenheit zu tun hat.

Doch es geht schon unter die Haut, wenn man liest: „Frau Kuzia, darf ich mir jetzt wirklich ein Nachthemd für 13 Euro kaufen?“ So fragen Kinder. Wenn erwachsene Menschen so fragen, ist etwas nicht in Ordnung.


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2 Antworten

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  1. Lutz said, on 6. Juli 2013 at 07:19

    Auferstanden aus Ruinen….und nun leider,
    nicht der Zukunft, sondern der schlimmsten Erziehungsmethoden aus SED Zeiten zugewannt?
    So schaut es momentan in Brandenburg aus.
    Nach Berichten des neuen Deutschland vom 06.07.2013 Titel :
    „Die LINKE verständigt sich über ihre Position zu Spezialheimen mit strengen Erziehungsmethoden“
    Und weiter:
    „Eins steht jedoch schon fest: Für den Fall, dass die LINKE geschlossene Heime doch für notwendig halten sollte, plädiert sie aber dafür, dass diese Einrichtungen vom Staat betrieben werden“
    Muss man diesen Eindruck gewinnen.
    Ich hätte noch vor Wochen nicht geglaubt dass ich diesen Begriff „ Spezialheim“ in meinem Leben nochmals in meine Überlegungen einbeziehen muss!
    Mein Kommentar als Betroffener der ersten Generation von Heimerziehung – Ost.
    Reden wir doch mal über dieses Thema.
    In dem Jahr 2010 und ebenfalls erheblich früher sind die brutalen und menschenverachtenden sozialistischen Erziehungsmethoden in den ehemaligen DDR Jugendwerkhöfen und Spezialheimen bekannt und allerorten auf Fachtagungen und Aufarbeitungs initiativen behandelt worden. Im Schlepptau des RTH –West war dies auch notwendig und längst überfällig.
    Ergebnis war die Änderung des Strafrechtlichen Rehabilitationsgesetzes (StrRehaG)
    was nun ebenfalls weil eigentlich für Erwachsenen unschuldig politisch verfolgte im Lande, ebenfalls für unschuldig genau in diesen Einrichtungen inhaftierte Kinder gelten sollte. Ein Flickwerk, wie sich wenig später heraus stellen sollte und für ehemalige Insassen von Jugendwerkhöfen und Spezialkinderheimen nicht oder nur sehr begrenzt geeignet. Es war der Eile oder Politische Kurzsichtigkeit geschuldet oder ebbend wussten die politisch Verantwortlichen noch nicht womit Sie es zu tun bekommen und wie die Dinge bei genauerer Betrachtung liegen. Was sich heut deutlich in den Wäldern von Brandenburg Zeigt und den Vorkommnissen dort. Indessen melden sich auch angehörige des ehemaligen Personals in der Presse und in Kommentaren.
    Warum?
    Dieses Gesetz verlangt von den Betroffenen den Nachweis (Urteile, Einweisungsbeschlüsse des Referates für Jugendhilfe und Heimerziehung der ehemaligen DDR, oder ähnlicher Unterlagen). Die meisten Kinder die furchtbares in diesen Einrichtungen erlebt haben und bis heut an den Folgen leiden haben diese Unterlagen nie bekommen oder selbst gerichtsfeste Beweise sichern können. Nun und so steht es ebenfalls nachlesbar im Einigungsvertrag sollen alle Opfer des SED Regimes angemessen entschädigt werden. Nur die dafür zuständigen Gerichte, denn dort muss das beantragt werden handeln getreu nach den Buchstaben genau dieses Gesetzes kommen die meisten Betroffenen in erhebliche Beweisnot.
    Ergebnis, die Anträge werden abgeschmettert und die Betroffenen erheblich Re – traumatisiert.
    Ein Gesetz was eine solche Wirkung entfaltet, ist somit ins Gegenteil verkehrt. Es ist nicht geeignet zu entschädigen und im weiteren Verlauf dafür zu sorgen, wie das und so hoffe ich auch in Brandenburg eigentlich beabsichtigt sein sollte Opferrenten zu gewähren.
    Der Anspruch nach dem (StrRehaG) ist wenig genug für betroffene ca. 306 € für jeden Monat zu Unrecht erlittene Inhaftierung und eine sehr schmale Rente ca. 250,00€ p. M. , nur diese zu erlangen und das wird sich bei genauer Betrachtung noch Zeigen ist den meisten Betroffenen verwehrt.
    Dieser Umstand ist längst bekannt und auch in Brandenburg wo bereits die zweite Generation von Betroffenen
    generiert wird ist die Anzahl der erfolgreichen Rehabilitations-verfahren sehr sehr gering. Die Verfahren werden reihenweise abgeschmettert, den Betroffenen die es überhaupt können oder schaffen solch einen Antrag zu stellen werden die Urteile die diese damals nicht bekommen haben (weil es keine gab)
    von den heutigen agierenden Personen ( Staatsanwaltschaften ) nachträglich zugestellt. Das nach allem was aus diesen Einrichtungen bekannt , von Fachleuten bestätigt und nun ausgerechnet in einem Haus in Brandenburg erneut geschied. In Spezialheimen der ehemaligen DDR waren Hafträume für Erwachsene vorhanden, die für Kinder genutzt wurden und einer heutigen Prüfung nicht standhalten würden, jedenfalls in den meisten. In denen Kinder unter Haftbedingungen Tage und Wochenenden verbringen mussten. Schläge, also körperliche Gewaltanwendung war an der Tagesordnung. Folter nach der Konvention gegen Folter der vereinten Nationen definiert, wurde auf Kinder angewendet. Bildung und Nahrung wurde den Kindern vorenthalten. Es bestand der Zwang zur Arbeit um nicht den begriff Zwangsarbeit zu verwenden …mir ist diese Unterscheidung allerdings völlig unklar, was ich hiermit ausdrücklich betonen will. Schwerste Verletzungen der Menschenrechte und der Menschenwürde Erniedrigungen und Zerstörung der Persönlichkeit waren Bestandteil dieser Umerziehung.
    In dem von mir selbst angestrebten Verfahren kommt nach fast 2jahren Bearbeitungszeit, das sollte auch nicht unerwähnt bleiben die Staatsanwaltschaft zu dem Ergebnis, das eine Unverhältnismäßigkeit bei der „Zwangserziehung zum sozialistischen Menschen“ nicht zu erkennen wäre und auch kein Politisch motiviertes handeln des Staates DDR.
    Ja schlimmer noch, das alles was mir persönlich in diesem „Spezialheim“ wiederfahren ist, mit handeln des Rechtsstaates vereinbar war und ist. Den Beschluss ausgerechnet vom Landgericht in der Hauptstadt des Landes Brandenburgs also vom Landgericht Potsdam kann auf persönliche nachfrage eingesehen werden, ja sicher von jedermann und selbstverständlich auch Frau.
    Diese von mir geschilderte Problematik nun im Lichte der Vorgänge im Land Brandenburg betrachtet und den nun allseits veröffentlichten Berichten in Presse und Funk wirft natürlich erhebliche Fragestellungen auf. Herr Dr. Herrmann Kues seinerseits Parl. Staatssekretär der Bundesregierung hatte schon auf Nachfrage der Bundestagsabgeordneten Frau Dittrich (Die Linke) im Sommer 2011 angemerkt,
    Zitat:
    „Wir werden uns noch einmal gesondert damit befassen müssen , was den Menschen in Spezialheimen wiederfahren ist, in die Sie eingewiesen worden sind, damit dort aus Ihnen „sozialistische Persönlichkeiten“ geformt werden.“
    Zitat ende.
    Nachzulesen ebenfalls in der Debatte im DB zur Errichtung des Fonds Heimerziehung.
    Was ist indessen geschehen? Eine für meine Bergriffe ganze Menge jedenfalls in den Wäldern von Brandenburg im Ministerium unter Frau M. Münch selbst bei den Staatsanwaltschaften des Landes, ja bis hin zu Hausdurchsuchungen in halber Hundertschafts stärke der Polizei und Einleitung von X Ermittlungsverfahren, gegen den Betreiber.
    Für die Opfer der ersten Generation hingegen benötige ich fast keine Worte,
    nur eins, NICHTS!
    Und nun verständigt sich so wie im Titel meines Beitrages schon erwähnt die Koalition in Brandenburg auf eine Position zu „Spezialheimen“.

    Meine und ich denke auch die Position aller Fachleute ist denke ich simpel. Solche Einrichtungen müssen endlich und ein für allemal geschlossen werden. Eine Kontrolle ist nicht möglich und die Kinder dort sind nicht sicher. Weder unter Staatlicher und schon längst nicht unter privater Obhut. Unter Staatlicher Kontrolle, das haben viele von uns erlebt und auch den Missbrauch an uns in jeglicher Form. Die unzureichende bzw. nicht Entschädigung und den Betrug an den Opfern erleben wir derzeitig. Weder nach dem geltenden Recht wird uns geholfen noch wird unsere Würde wiederhergestellt. Wir werden weniger, jeden Tag, und so mein Eindruck, das ist im Kalkül der Verantwortlichen.
    Meine Forderung an die Politisch verantwortlichen im Land Brandenburg , aber mit Nichten, nicht nur da.
    Sofortige Überprüfung aller abgeschmetterten Anträge nach dem (StrRehaG) von Amtswegen seit dem 02.12.2010 so wie das schon auf Seite 53 im Abschlussbericht AB Heimerziehung Ost gefordert wird. Sofortige Rehabilitation nach dem (StrRehaG) aller ehemaligen Insassen von Spezialheimen und Jugendwerkhöfen der ehemaligen DDR!
    Nachzahlung der bis heut entgangenen Renten seit dem 02.12.2010 nach dem OEG 250,00€ p. M. bei einer maximalen Bearbeitungszeit von 6 Monaten und selbst das wird für viele Betroffene der ersten Generation zu spät sein.
    Schaffung eines Entschädigungsgesetzes mit Rechtsanspruch für die Betroffenen.
    Das wäre mein Vorschlag an die Koalition in Brandenburg zur Verständigung.
    „verständigt sich über ihre Position zu Spezialheimen“
    Ich möchte bei dieser Gelegenheit alle Betroffenen aus dem Land Brandenburg bitten die einen Antrag nach den (StrRehaG) gestellt haben ob beim LG oder beim OLG und der abgewiesen wurde sich zu melden. So kann ein reales Bild entstehen in welcher tatsächlichen Situation wir sind. Dafür reicht die Übersendung oder zur Verfügung Stellung des Deckblattes des Beschlusses der entsprechenden Kammer oder das Aktenzeichen.
    Bitte an:
    lutz.adler@t-online.de

  2. m.dahlenburg said, on 8. Juli 2013 at 00:17

    „nicht der Zukunft, sondern der schlimmsten Erziehungsmethoden aus SED Zeiten zugewannt?
    So schaut es momentan in Brandenburg aus.“

    Vergleichbar mit unserer Geschichte, egal ob West, ob Ost? Ja! Wir sollten uns aber hüten, das „Damals“ mit dem „Heute“ gleichzuschalten

    Wenn ich das richtig sehe, ist Hasenburgterror hinter verschlossenen Türen seit etwa den 80er Jahren eher die Norm moderner psychopädagogisch / psychiatrisch fundierter Erziehung / Misshandlung / PsychoTerror. Ganz unabhängig von gegenwärtigen oder vergangenen politischen Systemen.
    Unabhängig auch von Wirtschaftssystemen, (Staats-)Religionen? Wohl kaum.

    Es war immer schon so und es wird so bleiben. Die Psycho(Therapie)Terroristen brauchen die Politik -egal welche – nicht die Politik die Psycho(Therapie)Terroristen (sehr frei nach Ernst Klee)


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