Dierk Schaefers Blog

„Ein Jude ist beschnitten“

Posted in Justiz, Menschenrechte, Politik, Religion by dierkschaefer on 25. August 2013

Ein Jude ist beschnitten

Zur Zeit läßt das Jüdische Museum Berlin Plakate kleben. Zwei habe ich gesehen und photographiert.

Plakat 1: Ein Jude ist beschnitten. [1]Das ist nichts neues, gewinnt aber auf dem Hintergrund der Diskussion um die Beschneidung Aktualität. Zu sehen ist ein Mann, der eine Hecke beschneidet, ganz altmodisch im Handbetrieb mit Heckenschere: Schnipp-schnapp. So einfach geht also Beschneidung. Aber eine Hecke empfindet wohl keinen Schmerz, sie hat wohl auch keine Angst und weint jedenfalls nicht. Sie hat auch keinerlei Schutzrechte. Die aber werden den Kindern in jüdischen – auch in islamischen – Familien vorenthalten für einen atavistischen Ritus.

Aus reiner Bequemlichkeit hat man in Israel den Sabbat-Lift erfunden. Der fährt den ganzen Sabbat über automatisch von Stockwerk zu Stockwerk. Ein Benutzer, der die Knöpfchen drückt, würde gegen die Sabbat-Gesetze verstoßen. So trickst man die Gebote aus – für die Kinder ist man weniger trickreich.[2] In Deutschland sollten wir ein Beschneidungsverbot durchsetzen – die deutsche Schuld am Holocaust verpflichtet uns geradezu. Keiner Ideologie – und auch keiner Religion – dürfen Zugeständnisse gemacht werden, die grundlegende Menschenrechte beschneiden.

 

Plakat 2: Die Juden sind auserwählt. [3]Auch das ist nicht neu. Merkwürdig ist auch dieses Plakat. Aus einer Art Ufo fällt ein Lichtstrahl auf einen Menschen. Steht das Ufo für Gott? Kommt das Ufo, kommt Gott wie in der Science-fiction, um die Auserwählten vor der Katastrophe zu retten?

Wie dem auch sei. Wer sich auserwählt wähnt, dem will ich nicht widersprechen. Es gibt andere Völker und Stämme, die nur sich in ihrer Sprache als Mensch bezeichnen. Die sehen sich auch als auserwählt an. Ob sich solche Gruppen mit einer solchen Protzerei einen Gefallen tun, steht auf einem anderen Blatt.


[2] Im Trailer zur Ausstellung im Museum wird ein solcher Sabbat-Aufzug gezeigt – aber nicht erklärt. http://jmberlin.de/main/DE/01-Ausstellungen/02-Sonderaustellungen/2013/ganze-wahrheit.php

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5 Antworten

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  1. Rerun said, on 25. August 2013 at 22:05

    Die Plakate sind leicht erkennbar selbstironisch gemeint.

    • dierkschaefer said, on 26. August 2013 at 09:02

      nein, in keiner weise. sie sind die klassischen selbstbekundungen jüdischer religion.

  2. Heidi Dettinger said, on 26. August 2013 at 13:14

    http://www.jmberlin.de/main/DE/01-Ausstellungen/02-Sonderaustellungen/2013/ganze-wahrheit.php
    Ich finde jeder sollte sich sein eigenes Bild machen – zumindest über die Homepage des Museums, über die Ausstellung, die Fragen (und Antworten) lesen, den Trailer zur Ausstellung ansehen.

    Ich finde folgenden Zitat auf der HP nicht nur nachdenklich sondern auch humorvoll und durchaus ironisch:

    „Ein Rabbiner wird gefragt, warum Juden eine Frage immer mit einer Gegenfrage beantworten. »Warum nicht?« sagt er. Dem Frager wird sein Anliegen zurück gespielt, er soll selbst zum Nachdenken provoziert werden. Gleichzeitig wird mit der Antwortverweigerung ausgedrückt, dass es nicht die eine ›richtige‹, sondern eine Vielfalt von Antworten geben kann.“

    Ihre „klassische Selbstbekundungen jüdischer Religion“, Herr Schäfer, klingen wie klassische Selbstbekundungen christlicher Religion in Abgrenzung zur jüdischen. Nicht wirklich hilfreich!

  3. Verfassungsbeschwerde Beschneidung said, on 29. Dezember 2013 at 15:12

    Verfassungsbeschwerde gegen § 1631d BGB
    27. Dezember 2013

    Postalisch sowie per Fax
    an das
    Bundesverfassungsgericht
    Karlsruhe

    Beschwerde gegen das Bundesgesetz über den Umfang der Personensorge bei einer Beschneidung des männlichen Kindes

    Am 12. Dezember 2012 hatte die Bundesregierung den Gesetzentwurf über den “Umfang der Personensorge bei einer Beschneidung des männlichen Kindes” (17/11295) in dritter Beratung verabschiedet. Seit dem Inkrafttreten am 28.12.2012 gilt nach § 1631 d BGB …

    Die Beschwerdeführer legen daher gegen dieses Gesetz Beschwerde ein und beantragen durch eine einstweilige Anordnung nach § 32 Abs. 1 BVerfGG diese Vorschrift sofort außer Kraft zu setzen, um alle medizinisch nicht erforderlichen Beschneidungen, insbesondere Rituale wie Metzitzah B’Peh, pria und Praktiken wie im folgenden Link beschrieben, die sicherlich mit einer Zirkumzision lege artis nicht zu vereinbaren sind, trotzdem aber durchgeführt werden, zu verbieten bis das hohe Gericht über die Verfassungsbeschwerde entschieden hat.

    Die Beschwerdeführer beantragen zudem, die nicht medizinisch indizierte MGM an nicht einwilligungs- und urteilsfähigen Jungen auf die Liste der Auslandsstraftaten zu setzen, um sowohl Beschneidungstourismus zu verhindern als auch die gegebenenfalls erforderliche Strafverfolgung ortsunabhängig zu gewährleisten.

    http://eifelginster.wordpress.com/2013/12/28/364/

    • dierkschaefer said, on 13. März 2016 at 06:56

      was ist eigentlich aus ihrer verfassungsbeschwerde geworden?


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