Dierk Schaefers Blog

Orden-tlich verjährter Mißbrauch

Posted in Justiz, Kinderrechte, Kirche, Kriminalität by dierkschaefer on 23. November 2013

»Am 3. Mai 1959 kamen vier Redemptoristenpatres aus dem Collegium Josephinum nach Hagen. Mit ausdrücklicher Genehmigung des Bischöflichen Generalvikariats durften sie in der katholischen Gemeinde missionieren, predigen und die Beichte abnehmen. Hagen feierte die zwei Missionswochen wie ein Volksfest. Und die Patres predigten „mit Schwefel, Feuer und Schwert“, wie Heinz M. sich erinnert.« [1]

Die Einrede der Verjährung trägt allein ein Beschuldigter – hier ein Orden. Er hätte es auch sein lassen können.


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3 Antworten

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  1. M. Jahnke-Fox said, on 23. November 2013 at 22:17

    Einrede der Verjährung? Was ist eigentlich diese Verjährungseinrede im engeren Wortsinn und was taugt oder wem nutzt sie? Die Einrede der Verjährung bedeutet im Klartext zunächst einmal keine Verantwortung für etwas zurückliegendes übernehmen zu wollen, sonst nichts weiter. Insbesondere berufen sich häufig Straftäter gerne darauf und vielen Fällen ist die Justiz diesem auch ausgeliefert. Und dass sogar nicht immer ganz freiwillig. Es sind die Politiker die solche Gesetze erlassen und dann auch noch gut finden! Unter die Verjährung fallen schließlich ja auch politische/Verwaltungsrechtliche Fehler für die der Steuerzahler letztendlich gerade stehen muss. Da kommt einem doch glatt der Verdacht auf, dass die damaligen Gesetzgeber mehr an sich selbst als Verantwortungsträger gedacht hatten, als an den einfachen Bürger.

    Warum kennt zum Beispiel der Verjährungsparagraph keine Unterteilungen, besonders bei schweren Strafsachen, ausgenommen Mord? Hier liegt die Wurzel allen Übel! Und dessen bedienen sich Politiker wie Kleriker mit lachenden Herzen gleichsam. Es ist schon erstaunlich warum nicht eine einzige Partei in der BRD hier ein ernsthaftes Interesse zeigt diesen Paragraphen abzuändern bzw. näher zu klassifizieren.

    Misshandlungen von Kindern, jeglicher Art, stellt einen ebenso gravierenden Rechtsbruch dar wie Mord. Es ist manchmal auch nur ein kleiner Schritt bis dahin und sollte deshalb ebenfalls unter Nichtverjährung fallen. Solange jedoch hier weder Einsicht noch Abänderung erfolgt bleibt alles beim Alten und die Verantwortlichen lachen sich weiterhin ins Fäustchen. Können sie sich doch hinter diesen Paragraphen so wundervoll verstecken!

  2. Helmut Jacob said, on 23. November 2013 at 22:18

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/eliteschule-collegium-josephinum-anzeige-gegen-pater-paedo-a-812392.html

    missbrauch noch vor wenigen jahren.

  3. teeddy said, on 25. November 2013 at 09:51

    tja, wenn man uns statt unserer unverletzten Kindheit wertvolle Bilder geraubt hätte und wir eine gscheite Opfervertretung hätten …. dann würde es auch mit der Aufhebung jeglicher Verjährungsfristen und echter Entschädigung klappen; auch an unsere erben …

    http://www.br.de/radio/b5-aktuell/sendungen/der-funkstreifzug/nazi-kunstschatz-gurlitt-100.html

    Zitate daraus…

    Wertvolle Zeit wurde verschenkt, kritisieren Experten. Denn bei einem erheblichen Teil der Bilder könnte es sich um Raubkunst handeln. Doch privatrechtliche Ansprüche sind nach 30 Jahren verjährt. Aber es ist möglich, mit den Erben von Nazi-Opfern eine moralisch faire Lösung zu suchen. Rüdiger Mahlo, der deutsche Repräsentant der Jewish Claims Conference, glaubt, die Behörden seien mit dem Kunstfund überfordert gewesen.

    „Sie haben die Brisanz des Themas nicht erkannt und haben nachrangige Fahndungsgründe einer holocaustbezogenen Restitution vorgezogen, und das bedauern wir sehr.“
    Rüdiger Mahlo, Jewish Claims Conference

    Der Justizminister will sogar noch einen Schritt weiter gehen und die Rechtslage, vor allem aber die Verjährungsfrage unter die Lupe nehmen.

    „Es ist schwer erträglich, wenn betroffenen Eigentümern, die unter der nationalsozialistischen Herrschaft enteignet wurden, Einwände der Verjährung entgegenhalten werden. Deswegen werden wir und andere Stellen prüfen, was rechtspolitisch auf den Weg gebracht werden kann.“
    Justizminister Winfried Bausback


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