Dierk Schaefers Blog

Wem haben Sie bei der Bundestagswahl Ihre Stimme gegeben?

Posted in Politik, Soziologie by dierkschaefer on 7. Dezember 2013

Wem haben Sie bei der Bundestagswahl Ihre Stimme gegeben?

Einer kleinen Partei ohne Aussichten? – Egal, ob aus Überzeugung oder Protest: Ihre Stimme ist weg.

Der FDP? – Ihre Stimme ist weg.

Den Grünen? – Ob das klug war, weiß ich nicht. Aber Ihre Stimme ist in der Opposition hoffentlich gut aufgehoben, doch weg ist sie auch.

Einer der klassischen „staatstragenden Parteien, die nun die große Koalition schmieden? – Dann ist Ihre Stimme auch weg, denn die machen damit, was sie wollen, nicht was Sie wollen – und das schon immer.

 

Vorgestern meldete sich in der FAZ Melanie Mühl zu Wort. Ob sie gewählt hat, weiß ich nicht. Sie schreibt auch nichts von Wahlen. Und dennoch hat ihr Beitrag zu einem für die meisten Wähler höchst wichtigen Thema viel mit politischem Vertrauen zu tun. Wer wählt, vertraut ja darauf, daß seine Stimme in seinem Sinne verwendet wird.

Frau Mühl, Journalistin bei dieser renommierten Zeitung, also mit wohl auskömmlichem Job, hat sich einmal informiert, wie es um ihre Altersvorsorge bestellt ist. Sie kommt zum Ergebnis: Dann stehe ich schlecht da.

Und dies hat sie so überzeugend und flüssig beschrieben, daß ich das gar nicht so gut wiedergeben kann. Ich kann nur empfehlen, den Artikel zu lesen.[1] Dann wissen Sie bei der nächsten Wahl, ob es sich lohnt, überhaupt hinzugehen. Vielleicht behalten Sie Ihre Stimme dann ganz einfach für sich. Dann ist sie auch weg, aber Sie haben Ihre Würde bewahrt.

 

Erich Kästner schrieb einmal, man müsse nicht so tief sinken, den Kakao, durch den man gezogen wird, auch noch zu trinken.

 

PS: Das mit dem „Pfaffenbetrug“ läuft nicht mehr. Dafür haben wir nun ganz säkularisiert den Politikerbetrug – und lassen uns für dumm verkaufen.


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3 Antworten

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  1. Helmut Jacob said, on 7. Dezember 2013 at 15:36

    „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“ Albert Einstein
    Oder ganz platt ausgedrückt: Nur die dümmsten Kälber wählen ihren Schlachter selber.
    Das heutige Ergebnis hatte ich schon am Wahlabend einem CDUler zugeflüstert: Warte ab, ihr koaliert mit der SPD. Er schaute mich ungläubig an und meinte etwa sinngemäß: Die Sozis sind doch schon mal auf die Fresse gefallen, die haben daraus gelernt. Ich zu ihm: Rüdiger, du unterschätzt die Machtgeilheit. Er warf ein: Aber die SPD Basis muss doch zustimmen. Ich zu ihm: Sie wird zustimmen, sie wird nach Strich und Faden erpresst.
    Aber auch der schlichte Wähler hat aus 31 Jahren Bananenrepublik nichts gelernt.

  2. outdoor said, on 9. Dezember 2013 at 12:32

    Ich wähle schon lange nicht mehr. Meine Stimme nur für mich.
    Alles andere macht mir nur ein schlechtes Gewissen.

  3. Heidi Dettinger said, on 9. Dezember 2013 at 22:52

    „Würden Wahlen etwas ändern, so wären sie verboten“ sagte Emma Goldman (1869 – 1940) bereits. Und:
    „Das gewalttätigste Element der Gesellschaft ist die Unwissenheit“.

    Mir scheint, sie war eine kluge Frau.


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