Dierk Schaefers Blog

Die Demokratie verteidigen, solange noch möglich

Posted in Gesellschaft, Kirche, Politik by dierkschaefer on 10. Dezember 2013

Ein Dank an die FAZ, über die ich mich oft ärgere. Sie hat dem Aufruf der Schriftsteller gegen die Ausschnüffelung von Bürgern breiten Raum gegeben. Wer keine andere Gelegenheit hat, lese dort nach.[1] Dieser Aufruf ist wichtig für uns als hoffentlich noch freie Bürger.

Die FAZ bringt auch ein Interview mit Juli Zeh und Ilja Trojanow.[2] Ein Satz von Juli Zeh war für mich erschreckend tröstlich. Sie hatte vor einiger Zeit in Sachen NSA an unser aller Kanzlerin geschrieben, und „sie hat nicht geantwortet“.

So ist es. Die Personen, die durch unsere repräsentative Demokratie in Amt und Würden gekommen sind, antworten „den Menschen in unserem Land“ fast nie, sie lassen auch nicht durch ihr Büro oder einen Stellvertreter antworten. Ich könnte einige aufzählen.

Das ist in der Kirche nicht anders. Auch der EKD-Ratsvorsitzende antwortet einem Pfarrer nicht – und läßt auch nicht antworten. Mit „einfachen“ Bischöfen ergeht es einem meist nicht anders.

Ich bat einmal einen Polizeipräsidenten, eine Oberkirchenrätin an eine ihm mündlich gemachte Zusage schriftlich zu erinnern. „Hhm“, sagte er, „wenn das jemand mit mir machen würde, hätte der keine Chance.“ – „Ich werde mich schlau machen“, und ich erkundigte mich, wie es denn im Oberkirchenrat normalerweise laufe. Mein Informant war an der Quelle: „Nur Druck von außen kann dafür sorgen, daß die mündliche Zusage eingehalten wird“. Er hatte Recht, der Polizeipräsident schrieb den Brief und er hatte Erfolg.

Erhöhen wir also den Druck von außen, auf Amtsträger jeder Art und auf Wirtschafts“kapitäne“, wir Menschen in diesem Land, Wähler und Verbraucher.


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6 Antworten

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  1. outdoor said, on 10. Dezember 2013 at 13:31

    Erhöhen wir also den Druck von außen?
    Einverstanden! Dazu müßten die wohlgefälligen Wohlstandsbürger sich aber auch mal aus dem Sessel erheben! Und da wird’s schwierig.

  2. Helmut Jacob said, on 10. Dezember 2013 at 19:14

    Diese Unfreundlichkeit, lieber Herr Schäfer, ist auch in den unteren Etagen zu finden. Oder haben Sie etwa Post von Ihrem Kollegen aus der Evangelischen Stiftung Volmarstein erhalten? Für die Heime und Anstalten unter diakonischen Dächern ist die Vergangenheitsbewältigung abgeschlossen. Jetzt haben sie den Weißwaschgang angeschmissen, um ihr ramponiertes Image wieder aufzublasen.
    Wie gut, dass wir uns damals nach zähem Ringen auf einer Homepage verständigt haben. Das Buch der Historiker wurde 850 mal gedruckt. Wenn ich unsere bisherigen Seitenaufrufe durch etwa 300 Seiten eines Buches teile, haben wir bereits etwa 3.500 „Bücher“ auf den Markt geschmissen.
    Es wird lange dauern, bis die Hemdkragen und Beffchen wirklich wieder weiß strahlen.

  3. Heidi Dettinger said, on 11. Dezember 2013 at 13:12

    Lieber Herr Jacob, da wird nix wieder weiß strahlen. Ein einfacher Waschgang wird nicht reichen, und zu anderem sind die Herren (und Damen) ja offensichtlich nicht bereit!

    Wir haben einen Brief an den Papst abgefasst und abgeschickt – mal sehen, was der hohe Herr uns zu sagen hat… Hoffnung habe ich keine, aber mein Glaube an die Pferde vor der Apotheke ist schier unzerstörbar!

    • Helmut Jacob said, on 11. Dezember 2013 at 23:04

      Wo ist ihr Brief, liebe Frau Dettinger? Um Druck aufzubauen, muss er auch im Internet zu finden sein. Auch ich würde ihn übernehmen.
      Zu Ihrer Bemerkung „…da wird nix wieder weiß strahlen.“ muss ich folgende Befürchtung loswerden: Ihre Homepage, unsere, mein Blog und der von Herrn Schäfer sind die Überbleibsel an offen zugänglichen Internetpräsenzen. Viele Foren sind dicht. Bei den wenigen noch funktionierenden muss man sich registrieren lassen. Und jetzt der Blödsinn schlechthin: Sogar fürs Lesen muss man sich anmelden. Welcher Journalist macht sich heute noch die Mühe, wo das Thema eh „ausgelutscht“ ist? Nicht umsonst besuchen uns täglich manchmal tausend Gäste. Und dann gibt es völlig dämliche Foren, die kegeln Besucher raus, wenn sie eine gewisse Zeit nichts geschrieben haben. Über so viel Dummheit hauen sich doch die Rechtsnachfolger der Einrichtungen und Organisationen, unter deren Dächern unzählige Verbrechen stattgefunden haben, grölend auf die Schenkel.

  4. Heidi Dettinger said, on 12. Dezember 2013 at 13:25

    Wir haben uns gedacht, dass wir eine gewisse Zeit verstreichen lassen sollten, um dem Herrn Papst zumindest eine Gelegenheit zum Antworten zu geben. Danach werden wir den Brief veröffentlichen, selbstverständlich!

  5. sabine s. said, on 15. Dezember 2013 at 01:55

    Warum die Geheimniskrämerei und was ist an dem Brief an den Papst so hochdramatisch, dass er nicht veröffentlicht werden könnte? Und was, wenn keine Antwort kommt? Wenn überhaupt ist doch wohl bestenfalls mit einer standartisierte Antwort zu rechnen.


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