Dierk Schaefers Blog

Das Christentum, in der Öffentlichkeit geschwächt

Posted in Gesellschaft, Kirche by dierkschaefer on 26. Dezember 2013

»Wenn heute das Christentum in Talkshows, Leitartikeln oder sonstwo schlecht geredet wird, dann hat das auch etwas sehr gravierendes zur Folge: Ein in der Öffentlichkeit geschwächtes Christentum kann nicht mehr mit Macht für die Armen, Unterdrückten und Benachteiligten kämpfen«.[1]

Und genau dort  liegen die Schwachstellen. In Kinderheimen wurden die Kinder, meist die der Armen, unterdrückt und für ihr Leben benachteiligt. Die Heime waren vielfach Ausbeutungseinrichtungen und die Kinder einem Personal ausgeliefert.

Das Personal war … (zum Ankreuzen, auch mehrfach möglich):

O   bigott

O   pädagogisch unfähig

O   sadistisch

O   sexuell verklemmt

O   pädophil

O   sonstiges …..

Die Rechtsnachfolger dieser Erziehungseinrichtungen von Kirche und Staat waren … (zum Ankreuzen, auch mehrfach möglich):

O   verstockt-uneinsichtig

O   raffiniert

O   unfair

O   betrügerisch

O   heuchlerisch

O   eitel

O   erfolgreich

und vor allem:

O   geizig

Es begab sich außerdem zu dieser Zeit, daß ein Bischof es vermochte, für Waisenkinder bestimmtes Geld in auserlesene Weine umzuwandeln und ein anderer verbrauchte das Geld der Kirche für ein auserlesenes persönliches Luxusambiente.

Gewiß hat das Eintreten der Kirchen für die Armen, Unterdrückten und Benachteiligten die Spendenbereitschaft der Menschen erhöht und ich nehme nicht an, daß es bei Brot für die Welt oder Adveniat oder wie sie alle heißen nennenswerten Mißbrauch gibt. Doch die Verfehlungen hierzulande haben die Glaubwürdigkeit unserer Kirchen nachhaltig untergraben und sie ins offene Messer ihrer erklärten Feinde laufen lassen.

Schade, denn wir brauchen tatsächlich ein Christentum, dessen Kirchen mit Macht für die Armen, Unterdrückten und Benachteiligten kämpfen.

Wie sagt das Sprichwort? Der Fisch stinkt vom Kopf her.


Advertisements

6 Antworten

Subscribe to comments with RSS.

  1. Heidi Dettinger said, on 26. Dezember 2013 at 20:24

    Ein Christentum, dessen Kirchen mit Macht für die Armen, Unterdrückten und Benachteiligten kämpfen, hat es in gut 2000 nicht gegeben. Die Kirchen des Christentums haben immer für ihre eigene Macht gekämpft, was gleichzeitig auch immer hieß (und heißt) GEGEN die Armen, die sie selbst durch ihre Unterdrückung zu solchen machten.

    Denn nur Armut, Unterdrückung, Benachteiligung auf der einen Seite bringen der anderen Seite Macht und Reichtum.

    • dierkschaefer said, on 27. Dezember 2013 at 10:48

      Wo Sie Recht haben, haben Sie Recht, aber wo Sie nicht Recht haben, eben nicht. Sie behaupten, ein Christentum, dessen Kirchen mit Macht für die Armen, Unterdrückten und Benachteiligten kämpfen, habe es in gut 2000 nicht gegeben. Das ist nachweislich falsch und es wird nicht richtiger dadurch, daß die Kirchen viel zu oft ihre Aufgabe verfehlt haben.

      • Heidi Dettinger said, on 28. Dezember 2013 at 06:11

        Jetzt machen Sie mich aber nachdenklich, Herr Schäfer. Ich würde Ihnen nur allzu gern Recht geben – aber leider fällt mir nicht so wirklich etwas ein…
        Die Iren vielleicht, eher halbherzig von der Katholischen Kirche gestützt, aber leider, leider gegen die Reformation, bekanntlich auch Kirche. Im spanischen Bürgerkrieg eine Handvoll Priester und zwei (!) Bischöfe, die sich gegen Francos Horden und damit direkt gegen Rom stellen, Der „Freiheitskampf“ der Buren… Halt, vielleicht die Theologie der Befreiung… Aber dann wiederum – ging die nicht auch eher von einzelnen Priestern aus, von denen der eine oder andere kurzerhand versetzt oder ihm die Lehrerlaubnis entzogen wurde?
        Viel mehr – mögen Sie mir mein Unwissen verzeihen – fällt mir beim besten Willen nicht ein.

  2. Erika Tkocz said, on 28. Dezember 2013 at 01:27

    Zu dem Punkt der Spendenbereitschaft, die durch die Kirchen angeblich erhöht war oder ist… wäre anzumerken…. dass schon lange nicht die Kirchen hier mehr maßgeblich sind. Sind sie nicht schon längst von den TV Sendern abgelöst worden???? Auch die soziale Netzwerke machen es möglich, eine Welle der Hilfsbereitschaft bei Katastrophen auszulösen.

  3. dierkschaefer said, on 28. Dezember 2013 at 16:32

    @ dettinger: „Jetzt machen Sie mich aber nachdenklich, Herr Schäfer. Ich würde Ihnen nur allzu gern Recht geben – aber leider fällt mir nicht so wirklich etwas ein…“
    Dem kann ich abhelfen.
    Deschner hatte mit seiner „Kriminalgeschichte des Christentums“ den Finger ganz richtig in die Wunden des organisierten Christentums gelegt. Er blieb jedoch fair, indem er die Einseitigkeit seiner Darstellung bekannte und sie damit begründete, die andere Seite sei zur Genüge umfassend publiziert worden. Ich möchte hinzufügen: auch verlogen publiziert, wenn ich allein an die lange Zeit der Beschweigung des Antijudaismus von Luther denke. So manche Biographien kirchlich bedeutender Menschen gerieten zu wahren Hagiographien.
    Angesichts der Erfahrungen mit meinen Blogkommentatoren scheint es mir jedoch nötig, den Blick auf die von Deschner nicht behandelte Seite des Christentums und der Kirchen, ja, auch der Kirchen zu lenken.
    Die pauschale Behauptung, ein Christentum, dessen Kirchen mit Macht für die Armen, Unterdrückten und Benachteiligten kämpfen, habe es in gut 2000 Jahren nicht gegeben, ließe sich zwar mit einem einzigen Beispiel widerlegen. Doch ich habe mir etwas mehr Mühe gemacht und dabei mit Rücksicht auf die Besucher des Blogs nicht auf meine theologische Bibliothek zurückgegriffen, sondern bei Wiki nachgeschaut. Wer bereit ist, falsche Annahmen zu korrigieren, möge die Links benutzen. Wer dazu keine Lust hat, möge in Zukunft von Pauschalvorwürfen gegen Religion und Kirche Abstand nehmen, wenigstens in meinem Blog.
    Als erstes Beispiel kam mir die Sklavenbefreiung in den Sinn. Wie dort im Abschnitt Frankreich zu lesen ist, mußte man übrigens nicht Christ sein, um für die Befreiung der Sklaven einzutreten. Ich würde ohnehin nicht behaupten wollen, daß Christsein die Vorbedingung für Humanität ist. Doch bei der Sklavenbefreiung in den USA haben nun einmal Christen und ihre Organisationen eine beutende Rolle gespielt.
    Dann lese man unter dem Stichwort „Armenfürsorge“ nach.
    Das dritte Stichwort könnte der Begriff „Hospital“ sein. Die drei Grundpfeiler des Hospitalwesens seien Gesundheitsfürsorge, Wohltätigkeitssinn und Frömmigkeit heißt es bei Wiki .
    Dann wären noch die Begriffe Barmherzigkeit, Almosen und soziale Gerechtigkeit zu nennen , wobei man doch bitteschön den historischen Kontext berücksichtigen sollte, was besonders für „Almosen“ gilt.
    Dieses bitte auch für das Wirken von Theophil Wurm und die „Bekennende Kirche“, der zwar die Kirche zunächst wichtiger war, die sich dann aber doch trotz ihrer geringen Macht gegen Hitler wandte.
    Dann gab es noch den Südfrüchteboykott (Kauft keine Früchte der Apartheid!), und auch die Friedensbewegung in der DDR (Schwerter zu Pflugscharen) sollten wir nicht vergessen.
    Es gibt sicherlich noch viel mehr Beispiele. Leider haben viele Leser meines Blogs auf dem Hintergrund ihrer in kirchlichen Einrichtungen erlittenen Kindheit und der schnöden Behandlung durch heutige Kirchenvertreter kein Sensorium für die positive Seite christlich-kirchlichen Wirkens.

    PS: wie ich sehe, erlaubt die kommentarfunktion keine fußnoten. die stehen dann im nächsten beitrag zur verfügung

  4. Rosi A. said, on 29. Dezember 2013 at 09:18

    Ein Christ muß nicht zwingend katholisch sein. Erst durch die Instanz der katholischen Organisation oder Kirche geschah vermehrt Unrecht dadurch das Sie ,, die katholische Kirche ,, wirklich dann eine Weltmacht werden wollten mit all Ihren pervertierten Päpsten. Für mich hat das wenig mit christlichen Menschen im Alltag zu tun. Katholische Christen die blind ,,Ja und Amen,, im Namen von Glauben und konfessionszugehörigkeit sagen , unterstützen leider das Machtwesen , dazu gehört leider auch die Politik die der Kirche sogar gesonderte Rechte zur inhumanen Machtausübung weiterhin erteilte ,, Eine Krähe hackt der andern Krähe kein Auge aus,,. Dieses Kapitel wurde und wird definitiv mißbraucht gerade an ehem.Heimkindern.
    Macht und Korruption haben doch wirklich weitaus mehr Schlagzeilen in der Kath. Kirche in der Geschichte hinterlassen als eine Christliche Humane Gesinnung. Die finden wir tatsächlich unter allen Menschen auf Erden die Guten Willens sind und nicht konstant die Augen oder den Mund verschließen .


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: