Dierk Schaefers Blog

Ein Bischof für Kirchenopfer

Posted in heimkinder, Kirche by dierkschaefer on 14. Januar 2014

Das ist doch mal ein Kommentar mit Witz, der uns aus dem trostlos verbissenen Alltag führt[1]. Herzlichen Dank, lieber Herr Kronschnabel!

Viele ehemalige Heimkinder haben leider keinen Humor, auch keinen bissigen. Die gehen zum Lachen auch nicht in den Keller, weil ihnen das Lachen und die Lebensfreude schon in ihrer Kinderheimzeit ausgetrieben wurden. Schade. Manche todernste Erzieher meinten, ein gottgefälliges Werk zu tun. Sie hatten für die Freuden des Diesseits keinen Blick, weil sie verbissen glaubten, mit Strenge und mit Schlägen die Kids auf das Jenseits vorbereiten zu müssen. Ich denke dabei nicht an die Mißbraucher. Für die gilt dieser Irrtum nicht, denn die mußten wissen, daß sie kein gottgefälliges Werk tun.

 

Und nun die Frage, warum Militärbischöfe, aber kein Bischof für Kirchenopfer.

„Dierk Schäfer wird uns das erklären können, der kennt die Materie.“ Danke für Ihr Zutrauen, lieber Herr Kronschnabel. Ich steige gern in die Flachserei ein.

 

Warum Militärbischöfe? Da gibt es honorige Gründe seelsorgerlicher Art, dann die Tradition der Beziehungen von Staat und Kirche – hier beginnen die kritischen Fragen. Schließlich gibt es scheußliche Verirrungen mit Waffensegnungen, ganz im Sinne vom „Gott, der Eisen wachsen ließ“[2] – oder Sterben für Gott und Vaterland[3] u.ä. Das muß ich nicht weiter ausführen, denn es ist sattsam bekannt und widerlegt. Mit dieser Tradition sollen sich die Militärbischöfe auseinandersetzen.

 

Warum nun kein Bischof für Kirchenopfer?

Sie haben doch schon einen. Nein, keinen Bischof, aber einen evangelischen Ruhestandspfarrer, der sich von Freunden immer wieder fragen lassen muß, warum er sich das antut, und das nicht mal für lau, sondern ganz umsonst und freiwillig.

Das soll nun keine Anregung sein, daß die Kirchenopfer bei der EKD für mich einen Bischofstitel beantragen. Ich halte nicht viel von kirchlichen Titeln und benutze meinen äußerst sparsam. Doch ich schreibe (auf Wunsch) christliche „Weihnachtsgrüße für Kirchengeschädigte“, gebe Auskunft über Kirchenfragen, wie gerade jetzt. In der Öffentlichkeit vertrete ich, soweit ich es vertreten kann, die berechtigten Interessen meiner „Heimkinder-Gemeinde“. Dazu gehört, daß ich in meinen Äußerungen den Kirchenoberen keinen Schonraum lasse. Und, last not least: Weil ich einen kirchlichen Hintergrund habe, fungiere ich auch als Watschenmann, wie es ein heutiger Kommentar wieder belegt.

 

Doch nur spaßeshalber:

Starten Sie eine Petition an die EKD: Wir wollen einen Bischof für uns Kirchenopfer! Bereiten Sie eine Arbeitsplatzbeschreibung vor. Es könnte doch sein, daß ein Kandidat gefunden wird, der das aushält. Ich glaube, die Besoldungsgruppe wäre B3.- Dafür machen manche manches.


[3] http://www.flickr.com/photos/dierkschaefer/10958866474/in/set-72157637867592835 Und Theologie studiert, hat dieser Arndt auch noch – ogottogott!

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6 Antworten

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  1. ekronschnabel said, on 14. Januar 2014 at 17:22

    @ dierk schäfer

    Spasseshalber werde ich den Teufel tun und KEINEN Bischof für Kirchenopfer beantragen!
    So ein nach B3 besoldeter Speckjäger wäre ein neuerlicher Missbrauch der Opfer.

    Jammern Sie nicht über die Funktion als Watschenmann, mir geht es nicht besser. Dutzende Amtsfiguren im
    Heimbetreiber/Kirchen/Jugendamts-Bereich würden mich gerne teeren und federn. Mir sowas von sch…….gal,
    solange die Leute unserer Seite gut wegkommen. Maßstab: Der Unterschied zwischen 5.000,- und 25.000,- €

    • dierkschaefer said, on 14. Januar 2014 at 18:41

      ick jammere doch gaa nich, hat mir nur spaß gemacht.

  2. helmutjacob said, on 14. Januar 2014 at 23:12

    Ich weiss nicht, verehrter Herr Kronschnabel, warum sich als bekennender Kirchen- und „Pfaffen“hasser ausgerechnet im Blog eines Pfarrers auskotzen müssen. Hat man Sie an anderen Stellen schon rausgeworfen? Und dann pinkeln Sie einen an, der völlig auf Ihrer Seite steht. Also ich nenne so etwas reichlich dämlich. Werden Sie Ihre Kritik doch da los, wo sie hingehört. Außerdem werden Sie unglaubwürdig, wenn Sie nur drauf dreschen und dabei Ihre konstruktive Arbeit untergeht. Damit pinkeln Sie sich selbst an. Unsere Arbeitsgruppe jedenfalls ist Fan dieses Pfarrers im Ruhestand und freut sich schon heute auf seinen nächsten Weihnachtsgruß. Ihm und Professor Kappler haben wir sogar auf der alten und neuen HP eine Sonderseite eingerichtet.
    Lassen Sie sich nicht entmutigen, bleiben Sie uns weiter Helfer und Ratgeber, lieber Herr Schäfer!

    • ekronschnabel said, on 15. Januar 2014 at 00:16

      @ helmutjacob

      Haben Sie was nicht verstanden oder nicht mitbekommen, Herr Jacob? Muss wohl so sein, denn anders lässt sich Ihr Erguss nicht erklären. Dierk Schäfer verstand genau richtig, ich auch, jeder andere auch – nur Sie nicht!

      Was Sie wie nennen interessiert nur Sie, nur merken Sie es nicht.

      Lassen Sie sich von Dierk Schäfer die Welt erklären und spucken Sie nicht herum, wenn Sie nichts begriffen haben. Der Pastor und ich haben das schon richtig verstanden und verarbeitet, da braucht er ihre mehr als
      krude „Verteidigungsschrift“ nicht.

      ANGEPINKELT WURDE ER VON EINER GANZ ANDEREN PERSON! EINFACH MAL RICHTIG LESEN, Herr
      Jacob! Zum Watschenmann machte ihn eine Kommentatorin, nicht ich, Sie Maulheld. Pinkeln Sie in andere
      Richtungen, nicht in meine! Reichlich dämlich war nur Ihre Idiotie, Jacob!

      @ Dierk Schäfer

      Erklären Sie dem Wadenbeisser bitte, wer Sie zum Watschenmann machte!!! Danke! Einen Arsch für eine
      Entschuldigung hat der Jacob natürlich nicht.

  3. m.dahlenburg said, on 15. Januar 2014 at 08:30

    dierkschaefer sagte
    Weil ich einen kirchlichen Hintergrund habe, fungiere ich auch als Watschenmann, wie es ein heutiger Kommentar wieder belegt.

    ekronschnabel sagte
    @ Dierk Schäfer
    Erklären Sie dem Wadenbeisser bitte, wer Sie zum Watschenmann machte!!! Danke!

    ich sage
    NIEMAND hat Dierk Schäfer zum Watschenmann gemacht WEIL er einen kirchlichen Hintergrund hat. Er hat es einfach nur so behauptet, nachdem ihn mal wieder sehr berechtigte Kritik traf. Genau dafür hat er schon wieder eine kleine Kritik verdient.

    ….

    helmutjacob sagte
    Ich weiss nicht, verehrter Herr Kronschnabel, warum sich als bekennender Kirchen- und “Pfaffen”hasser ausgerechnet im Blog eines Pfarrers auskotzen müssen.

    ich sage zu helmutjacob,
    wie er ja schon selbst schön drastisch erklärt hat, war der verehrte Herr Kronschnabel der falsche Ansprechpartner. Schreiben´s doch künftig einfach immer an den verehrten Herrn Dahlenburg. Da treffen´s fast automatisch den Richtigen. Oder gibt´s jemand unter den Bloggästen, der /die einzelne Aussagen des Hr. Schäfer und / oder braves Kirchenvolk noch öfter heimtückisch aus dem Hinterhalt anschießt als eben dieser Wilhelm Dahlenburg Tell (also ich)

    Übrigens weiß ich „warum Ich als bekennender Kirchen- und “Pfaffen”Kritiker ausgerechnet (auch) im Blog eines Pfarrers kommentiere. Ich denke, ich habe das Warum hier auch schon mindestens einmal breitgetreten. (ich habe mal ihren Text bei der Übernahme ein wenig entschärft. Erstens weil ich – trotz Religionsterrors – nicht weiß wie sich Hass anfühlt, Zweitens, weil mir beim Kotzen immer so sterbenselend zumut ist, dass ich das niemals aus freien Stücken machen würde.)

    Im Übrigen ist Hr. Schäfer weder ein Heiliger noch ein Märtyrer. Und sicherlich auch nicht der Star den ihr rausholen müsst. Er weiß das vermutlich auch selbst.

    @Dierk Schäfer,
    vielleicht werden sie doch noch zum Heiligen, wenn sie auch mal auf direkt an Sie gerichtete Kritik und “ angemessen reagieren würden. Sie können dabei nur gewinnen.

    Und nun haben sich alle wieder lieb. AMEN
    (danke, Herr Kronschnabel für die Anregung, das kleine Wörtchen mal zu dechiffrieren )

  4. sabine s. said, on 15. Januar 2014 at 20:29

    Ein Bischof für die Kirchenopfer…

    Ich bin mal so mutig und sage:“ Jaaaaaaaaaaaa, warum nicht?“ Aber nicht irgendeinen…

    sabine s.


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