Dierk Schaefers Blog

EKD-Texte (2)

Posted in Kirche, Kriminalität by dierkschaefer on 10. März 2014

Sucht man bei den EKD-Texten zu den Stichworten Heimkinder und Zwangsarbeit, stößt man auf http://www.ekd.de/vortraege/2011/20110911_ekd_diakonie_erklaerung_heimkinder.html und dort zwar nicht auf Zwangsarbeit, aber auf:

»Arbeit, selbst für Kinder, galt damals als wichtiges Erziehungsmittel, das vielfach missbräuchlich eingesetzt wurde. Die Wertschöpfung durch die verpflichtende Arbeitsleistung der Kinder und Jugendlichen wurde gemäß den damals geltenden Regelungen für die Eigenversorgung der Heime eingesetzt. Wo dieser Arbeitseinsatz ohne vertragliche Grundlage erfolgte, sind Lücken bei der Rentenversicherung entstanden.«

 

Ja, da sind Lücken entstanden. Und was folgt daraus? In den EKD-Texten habe ich nichts dazu gefunden.

 

Falsch, im Folgebeitrag von Frau Djurovic[1] kommt die Zwangsarbeit vor, verbunden mit Forderungen:

»Sie [d.h.: Einige der Betroffenen] fordern für die Menschenrechtsverletzungen, Zwangsarbeit, dem Zwang zur unentgeltlichen Arbeit, Kinderarbeit, die auch damals verboten war, die schwarzen Pädagogik, und auch die sexuelle, bzw. sexualisierte, körperliche und seelische Gewalt heute eine angemessene Entschädigung.«

Und weiter:

»Wie können wir verzeihen, wenn nicht aus Ihrem Munde, Herr Ratsvorsitzender, von systematischem Unrecht und Menschenrechtsverletzungen im Rahmen einer schwarzen Pädagogik mit sexueller bzw. sexualisierter, körperlicher und seelischer Gewalt an Kindern und Jugendlichen in evangelischen Heimen bei unentgeltlicher erzwungener Arbeit, die nach dem Grundgesetz als unverhältnismäßige Zwangsarbeit galt, die Rede sein wird?«

 

Doch das war tauben Ohren gepredigt.


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6 Antworten

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  1. helmutjacob said, on 10. März 2014 at 23:59

    Habe ich Augentrübungen oder lese ich doch richtig? Frau Djurovic? War das nicht jene Dame, die am RTH saß und den Abschlussbericht mit unterzeichnet hatte? War sie es nicht, die sich mit Nikolaus Schneider und dem Diakoniepräsidenten hat fotografieren lassen, wobei Schneider und Stockmeier so verständnisvoll milde herabschauend auf ihr Vorzeigeopfer schauten? War Frau Djurovic nicht die, die zugab, dass sie die anderen Heimopfer gar nicht vertrete? Und jetzt, wo sie den Zug vor die Wand gesetzt hat, verlangt sie, was sie schon längst hätte verlangen müssen. Aber hat sie nicht gemeinsam mit dem Doktor, – wie heißt der denn noch, mit dem Spatzen in der Hand? So vergänglich ist sein Ruhm – die Billiglösung, die inzwischen zu einem magersüchtigen Sperling verkommen ist, mit abgesegnet? Und wo sind ihre sonstigen Aktivitäten? Sie scheint untergetaucht zu sein…
    Aber vielleicht lese ich doch falsch…

    • Neumeyer said, on 11. März 2014 at 00:52

      Nein Helmut Jacob Du hast schon richtig gelesen.Das spüren wir EH immer wieder.Nicht mal den Spatz halten wir in unsere Hand.

  2. sabine s. said, on 11. März 2014 at 00:48

    Viele Fragen auf einmal und so leicht zu beantworten.

    Der magersüchtige Sperling wird es wohl über sich ergehen lassen müssen, dass ihm noch einmal millionen (zwangsweise) angefüttert werden müssen.

    sabine s.

  3. Journalist M. Jahnke-Fox said, on 11. März 2014 at 00:59

    Wie schon Jahrhunderte zuvor haben sich die beiden Kirchen durch Fronarbeit in ihren Klöstern und Nebenbetriebe gütlich getan! Und dieses Prinzip haben sie beide bis in die Mitte des vergangenen Jahrhundert beibehalten. Wenn ich lesen muss „Die Wertschöpfung durch die verpflichtende Arbeitsleistung der Kinder und Jugendlichen wurde gemäß den damals geltenden Regelungen für die Eigenversorgung der Heime eingesetzt“ dann spiegelt sich dieses Schema deutlich wieder. Die Aussage dieses Satzes der EKD bedeutet doch letztendlich das Kinder und Jugendliche in deren Heime als Profitfaktor für deren Falsch angaben zu den tatsächlichen Betreuungskosten herhalten mussten. Nennen wir es doch einfach nicht mehr Kinderarbeit sondern Fronarbeit für die Kirchen. Vielleicht hören die das Wort lieber? Es spiegelt aber jedoch die damals herrschende Tatsache wieder.

    Und wie man es auch seitens der beiden Kirchen drehen mag: Kinderarbeit bleibt Kinderarbeit und Kinderarbeit war schon sowohl in den 50er wie auch in den 60er Jahren aus gutem Grund verboten!! Bleibt die Frage woher sich die beiden Kirchen damals die Freiheit nahmen über dieses Gesetz hinweg zu setzen und heute immer noch die Frechheit besitzen diese als Beitrag zu den Heimkosten zu deklarieren?

    Niemand von den Heimkindern hatte jemals danach gestrebt in deren Einrichtungen zu fristen geschweige denn von deren Personal nebst deren Führung misshandelt zu werden. Die christliche Fürsorge der Kirchen bestand zuerst einmal für diese selbst und erst dann den ihnen anvertrauten Kindern. Mann könnte das kalte Grauen bekommen vor derartiger Selbstverherrlichung und Anspruchsstellung.

    Zwangs missionieren das können beide Kirchen besonders gut und gehen dabei auch, falls nötig, über Leichen. Ich möchte nicht wissen wie viele Leichen beide Kirchen dadurch in ihren Kellern liegen haben. Ich könnte mir gut vorstellen das wenn es noch die Inquisition gäbe diese alle ehemalige Heimkinder liebend gerne auf den Scheiterhaufen werfen würden, dann wäre das Thema der lästigen ehemaligen Heimkinder schnell und zufrieden stellend für die Kirchen erledigt. Dass ist es doch was beide Kirchen wirklich bedauern und nichts anderes. Denn echte Reue gibt es bei den Kirchen nicht, sondern nur Lippenbekenntnisse und die kosten nichts. Wenn die beiden Kirchen weiterhin legitimierte Forderungen ehemaliger Heimkinder missachten, dann wird das letztendlich der Zerfall und die Auflösung beider Kirchen bedeuten, denn die Kirchenaustritte beweisen diesen anhaltenden Trend.

  4. Martin MITCHELL said, on 11. März 2014 at 03:45

    .
    EGMR – EUROPÄISCHER GERICHTSHOF FÜR MENSCHENRECHTE: „Niemand darf der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.“

    .
    Ich zitiere einen Großteil aus einem von mir vor kurzer Zeit schon anderswo, im HEIMKINDER-FORUM.DE, getätigten relevanten Beitrag:

    Beitrag 498 vom Donnerstag, 23. Januar 2014, um 04:49 Uhr (MEZ) im Thread »Warum wurden damalige „Heimkinder-Zwangsarbeiter“ nicht für ihre Arbeit bezahlt?«
    .

    ZITAT ANFANG.

    [ Ich der Australier Martin MITCHELL als Boardnutzer »martini« ]
    Folgend auf die »HEIMKINDER-ZWANGSARBEIT«-Entscheidung in Irland von der, meinerseits, u.a., auch hier @ http://www.ehemalige-heimkinder-tatsachen.com/viewtopic.php?f=3&t=19 berichtet wird.

    .
    Auch deutsche und österreichische Opfer von Menschenrechtsverbrechen / Zwangsarbeit fordern eine gerechte und angemessene Entschädigung.
    .

    Weiterführend insbesondere zum gestrigen Beitrag 496 und zum gestrigen Beitrag 497 ( oben – hier in diesem Thread ) [ d.h. in dem relevanten Thread im HEIMKINDER-FORUM.DE ].

    und in Bezug auf die uns alle beschäftigende ‚STREITFRAGE‘ ob Ehemalige Heimkinder schon allein aufgrund der unentlohnten „Zwangsarbeit“, die die meisten von ihnen haben verrichten müssen für die Heimbetreiberfirmen selbst sowohl wie auch in großem Umfang in vielerlei Produktionsarbeiten für die damalige Marktwirtschaft, „gerecht und angemessen entschädigt werden sollten“.

    ( Natürlich soll niemand der/die nicht betroffen ist entschädigt werden und niemand der/die betroffen ist und eine „gerechte und angemessene Entschädigung“ für sich selbst persönlich ablehnt, gezwungen werden diese anzunehmen. )

    ZITAT ENDE.

    .
    Ich zitiere mich selbst aus dem Thread »Heimkinder gegen Heimkinder« aus dem dortigen Beitrag 123 vom Mittwoch, 22. Januar 2014, um 13:10 Uhr (MEZ) [ d.h. in dem relevanten Thread im HEIMKINDER-FORUM.DE ].
    .

    ZITAT ANFANG.

    [ Ich, der Australier Martin MITCHELL, als Boardnutzer »martini« ]
    Die gleiche Frage, zusammen mit relevanten Belegen aus der deutschen Presse, noch einmal ein klein wenig anders gestellt.

    VERGLEICHE DIE HEIMGESCHICHTE IN IRLAND MIT DER HEIMGESCHICHTE IN DEUTSCHLAND.

    Mit Bezug auf die diesbezüglichen relevanten deutschen Medienberichte.

    »Zwangsarbeit in der Wäscherei war in den „Magdalene Laundries“ üblich.«
    GAELNET IRISH NEWS ( 16.06.2011 ) ( mit Foto [ http://www.gaelnet.de/wp-content/uploads/2011/06/Magdalen-asylum.jpg ] zum weiteren Beleg dieser „Zwangsarbeit“, die dort anhielt bis 1996 ! ) @ http://www.gaelnet.de/2011/06/16/uberlebende/

    »Irland unterstützte Zwangsarbeit für katholische Kirche«
    BERLINER MORGENPOST ( 07.02.2013 ) @ http://www.morgenpost.de/printarchiv/politik/article113435921/Irland-unterstuetzte-Zwangsarbeit-fuer-katholische-Kirche.html

    »Katholische Mädchenheime: „Irischer Staat maßgeblich in Zwangsarbeit verwickelt“«
    FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG – FAZ ( 06.02.2013 ) @ http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/katholische-maedchenheime-irischer-staat-massgeblich-in-zwangsarbeit-verwickelt-12053793.html

    Wenn das UNO-Antifolterkomitee die Praxis der Heime in Irland als voll entschädigungswürdige „Zwangsarbeit“ bezeichnet, wie wohl würde das UNO-Antifolterkomitee diese von Kindern und Jugendlichen in ‚Heimen‘ und ‚Anstalten‘ und ‚Umerziehungslagern‘ im Nachkriegsdeutschland, in West und in Ost, jahrzehntelang SYSTEMATISCH ERZWUNGEGENE ARBEIT seitens der Betreiber und seitens des Personals dieser Institutionen bezeichnen und bewerten ?

    [ ……… ]

    ZITAT ENDE.
    .

  5. Martin MITCHELL said, on 11. März 2014 at 07:29

    .
    NACHKRIEGSDEUTSCHE-ZWANGSARBEIT-IMAGE-GOOGLE-SUCHE mit Suchstrang „Heimkinder“+“Zwangsarbeit“ leited zu den Beweisen in Bildern @ https://www.google.de/search?hl=en&site=imghp&tbm=isch&source=hp&biw=1280&bih=884&q=%22Heimkinder%22%2B%22Zwangsarbeit%22&oq=%22Heimkinder%22%2B%22Zwangsarbeit%22&gs_l=img.12…5203.5203.0.8900.1.1.0.0.0.0.327.327.3-1.1.0….0…1ac.1.37.img..1.0.0.NG_d2nKTIoI
    .


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