Dierk Schaefers Blog

Ach, die Öffentlich-rechtlichen!

Posted in heimkinder, Journalismus by dierkschaefer on 19. Juni 2014

Ach, die Öffentlich-rechtlichen! Null Ahnung haben sie, aber kassieren uns ab.

»In Bremen haben bis Ende April mehr als 150 ehemalige Heimkinder einen Antrag auf Entschädigung gestellt.«[1]

Das kann nicht stimmen, denn Entschädigung gibt es nicht. Die Zahlungen für Rentenausfallszeiten und zur Unterstützung in der derzeitigen Lebenssituation, sind keine Entschädigungen und sollen auch keine sein, darauf bestehen die zahlenden Stellen.

Vielleicht aber haben die Öffentlich-rechtlichen auch nur für bare Münze genommen, was Bremens Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) mitgeteilt hat, ohne es zu prüfen, wie es Journalistenpflicht wäre, noch dazu öffentlich-rechtliche Pflicht. In diesem Fall hätte entweder die Sozialsenatorin Null Ahnung oder aber sie betreibt gezielt die Verdummung der öffentlich-rechtlichen Sender und damit auch der Öffentlichkeit, die den öffentlich-rechtlichen gezwungenermaßen zu immer mehr Einnahmen verhilft.

Doch Entschädigung hin oder her. Die „Information“ strotzt darüber hinaus vor Ungenauigkeit. Mehr als 150 ehemalige Heimkinder haben also knapp eine Million bekommen. Ungenauer geht es nicht. Es hat also jeder so in etwa 6.666,67 € bekommen. Aber wofür? Für Rentenausfallszeiten? Für Therapien oder sonstige Unterstützung in prekären Lagen? Und wieviel für was? Wie hoch waren die höchsten, und wie niedrig die niedrigsten Zahlungen?

Darum lieben wir die öffentlich-rechtlichen Sender so ungemein; sie machen den Vorhang zu und lassen viele Fragen öffentlich offen.

 

[1] http://www.radiobremen.de/politik/nachrichten/entschaedigung-heimkinder100.html

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7 Antworten

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  1. Helmut Jacob said, on 19. Juni 2014 at 23:15

    Muss und das wundern? Haben die Öffentlich-Rechtlichen jemals gründliche recherchiert und klare Auskünfte gegeben? Mir ist ein solcher Bericht noch nicht untergekommen. Die Fakten sprechen doch auch für sich: Die guten Journalisten sterben aus, meist Vollpfosten besetzen die Stelle; viel Stress, viel Druck, was zählt sind Ergebnisse. Der Inhalt wird längst nicht mehr überprüft. Nur wenige gute Journalisten rücken nach und die sind auf anderen Gebieten tätig. In Sachen Heimkinder drängt sich mir der Verdacht auf, da wird die Bürohilfe beauftragt, ein paar sogenannte Fakten zusammen zu tragen und die werden dann in einigen Zeilen verwurstet.
    Weshalb diese Sendeanstalten Zwangs-TV-Gebühren erheben dürfen, ist mir nur mit unserem Status einer Bananenrepublik erlärbar. Werbung betreiben sie auch (das Wetter wird Ihnen präsentiert von…) und selbst den Sonntag haben sie dafür missbraucht. Ich glaube, wenn einige wenige vor dem Bundesverfassungsgericht klagen würden, dann würde dieses den Gesetzgebern das entsprechende Gesetz um die Ohren hauen. Per diesem Gesetz werden alle Bürger zu Verbrechern deklariert.

  2. ekronschnabel said, on 20. Juni 2014 at 09:23

    Kann es sein, dass hier ein Missverständnis bei den Kommentatoren vorliegt, hinsichtlich des Begriffes „Öffentlich-Rechtlich“?

    Vergessen Sie mal ganz schnell die rechtliche Konstellation dieser Abgreifer vom Medienverbund unserer Chiquita-Republik. Die ist überhaupt nicht gemeint.

    „Öffentlich-Rechtlich“ bedeutet in Bezug auf die Meinungs- und Stimmungsmacher:

    ÖFFENTLICH machen die nur das, was DIE wollen/dürfen.
    RECHTLICH ist immer das okay, was die willfährigen Politiker sich von den Intendanten der Selbstbedienungsläden unterjubeln lassen und gesetzlich umsetzen (GEZ-Mafia, damit der Rubel rollt, die fetten Gehälter müssen schließlich
    reingemolken werden…).

    Ergebnis: Da schauen auch die in die Röhre, die gar keine Röhre im Haus haben…

    Das System ist entwicklungsfähig, die lernten von den Kirchen……..denn auch dort zahlen die Mitglieder für eine
    Leistung, die nicht nutzbar ist, aber vielleicht nutzbar werden könnte.

    • dierkschaefer said, on 20. Juni 2014 at 10:46

      [bei den Kirchen] „zahlen die Mitglieder für eine Leistung, die nicht nutzbar ist, aber vielleicht nutzbar werden könnte“.
      Da stimmt die Logik nicht, lieber Herr Kronschnabel. Nutzbar ist die Leistung schon, wird aber meist nur selten genutzt (neben Taufe, Konfirmation, Trauung und Beerdigung stehen noch vielfältige Nutzungsmöglichkeiten zur Wahl). Kürzlich gab es eine interessante Netzdiskussion unter Pfarrern, ob sie ihr eigenes Angebot nutzen würden, wenn sie nicht Gemeindepfarrer wären. Die geäußerten Meinungen sprachen nicht für ihr Programm, das in vielen Fällen von den Kirchengemeinderäten und der Erwartungshaltung derer diktiert wird, die überhaupt Programmwünsche äußern. Insofern ist die Angebotspalette nicht immer so vielfältig, wie sie sein könnte, sondern eher einfältig.
      Viele Kirchenmitglieder zahlen aber für das Bewußtsein, daß es gut ist, Kirche zu haben, wenn man sie brauche, auch wenn sie keinen Gebrauch davon machen. Das muß man nicht unbedingt so interpretieren, daß die sich, falls doch was dran sein sollte, einen Platz im Himmel sichern wollen. Doch selbst wenn: Zu welchen Zwecken schließen Sie Versicherungen ab?

      • ekronschnabel said, on 20. Juni 2014 at 17:21

        Zuerst mal die Antwort auf die Frage bezüglich Versicherungsabschluss. Ich will damit MATERIELLE Risiken abdecken. Im Schadensfall besteht zumindest ein theoretischer Anspruch und ein ziemlich hoher Wahrscheinlichkeitsgrad auf Erfolg= Schadensersatz.

        Die Kirche verkauft aber AUSSCHLIESSLICH theoretische Werte, eine Aussicht auf materiellen Schadensersatz
        besteht niemals, lieber Pastor. Das erfuhr schon der Pastor, dessen Kuh tot im Stall lag…ihm blieb nur „Dat Lied
        von Herrn Pastor sien Kauh“, Sie kennen diesen plattdeutschen Rundgesang.

        Um Ihre Logik ein bißchen in Brand zu schießen, serviere ich Ihnen mal die mafiöse Abkochtour der Kirchen, die
        das sogenannte „besondere Kirchgeld in glaubensverschiedenen Ehen“ durchziehen. Dagegen ist das Gebaren
        der Öffentlich-Rechtlichen Medienmafia ein dilettantischer Dreck.

        Besonders schmierig sind die Empfehlungen der Landeskirche von Rheinland-Pfalz an ihre Kirchengemeinden
        hinsichtlich der Art und Weise, wie die den Mitgliedern diesen neuen Betrug beibringen sollen. Die Zeitpunkte
        werden genauestens abgewogen, man erklärt detailliert, wann der deppe Steuerzahler am geneigtesten ist, diese
        neue Abzocke zu schlucken. Goebbels‘ Strategien waren dagegen ein Sch…ß.

        Nee nee, lieber Herr Pastor, nicht nur die Rundfunk- und Fernsehanstalten sind mafiös strukturiert (hofiert von
        den rot verkleideten Karnevalisten der Bundesgerichte). Die Kirchen sind da weit besser, im negativen Sinn.
        Die beuten die Menschen ja auch schon fast 1900 Jahre länger aus. Erfahrung ist Kapital!

        Und die „Wohltaten“, die diese Kirchen angeblich so menschenfreundlich unter die Menschen bringen, bezahlt
        die Kirche stets nur mit fremder Leute Geld. „Brot für die Welt“ ist so ein Ding. Intern geht das bei den „Wohltätern“
        so: „Brot für die Welt – aber die Wurst bleibt hier!“.

        Ich kenne ’ne Menge Menschen, die als Kindersklaven in kircheneigenen KZ’s – Heime genannt – ausgebeutet und
        missbraucht wurden. Kann man sogar nachlesen, gibt da den Dierk Schäfer-Blog….Kindersklaven mehrten den
        Reichtum der Kirchen – und diese Bande der juristischen Nachfolger betrügt die Opfer weiter.

        Hat sich was mit Unterschied zwischen Rundfunk- und Kirchenmafia (hier Gebühren für alle, dort besonderes Kirchgeld für die, die gar nicht Mitglied sind!). Bin mal gespannt darauf, wie Sie mir das Ganovenstück mit dem
        „besonderen Kirchgeld“ verkaufen wollen.

      • dierkschaefer said, on 20. Juni 2014 at 21:52

        Nee, so einfach geht das nicht, lieber Herr Kronschnabel. Die Welt besteht nicht nur aus Realien. Für Irreales geben die Menschen oft mehr aus, als für Reales, sie lassen sogar ihr Leben dafür. Um es etwas tiefer zu hängen: Sie geben auch Geld fürs Kino aus. Dort werden ihnen Geschichten erzählt, oft gute, aber meist unrealistische, doch psychologisch stimmen müssen sie. Auch ein Buch wie „Onkel Toms Hütte“ hat die Menschen bewegt, ja, auch einen Krieg ermöglicht. Wer nur Cash sieht, ist blind für die Ganzheit des Lebens.
        Wir sind uns ja einig darüber, daß die Kirchen weithin unglaubwürdig geworden sind und abgewirtschaftet haben. Ja, sie helfen mit anderer Leute Geld, aber sie kriegen es zusammen, damit geholfen wird. Herr Wickert macht das auch. Und was machen Sie, wenn Sie sich für andere einsetzen? Luther hätte gesagt, das ist Gottesdienst.
        Was nun das „besondere Kirchgeld“ betrifft: Klar läßt sich das begründen. Aber so dämlich muß man sein, es einzufordern und damit auch den Austritt des noch-Kirchenmitglieds zu fördern.

  3. ekronschnabel said, on 20. Juni 2014 at 22:36

    @ dierkschaefer

    Ihre Argumentation, lieber Pastor, ist ja nicht übel…und da bleibt nur grinsend zu sagen „…nur die aus Limmer sind noch schlimmer……….“

    Zur Vermeidung der Abzocke von „besonderem Kirchgeld“ geht’s hier lang:

    http://www.heise.de/tp/artikel/33/33931/1.html

    • dierkschaefer said, on 21. Juni 2014 at 07:14

      Die aus Limmer, sind schon immer schlimmer gewesen. Das schreibt einer, der aus Linden stammt. Dummerweise wurde Limmer dem Stadtteil Linden zugeschlagen, und damit wurde alles immer schlimmer. (Grins)
      PS: Bevor es mir jemand unter die Nase reibt: Der Dienstvorgesetzte der Lindener Pastoren, der Superintendent, saß schon immer in Limmer. Ist das schlimm oder gar schlimmer?


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