Dierk Schaefers Blog

Entschädigung und ihr Ausbleiben ist das Eine, der Platz im öffentlichen Gedächtnis das Andere.

Posted in Geschichte, Gesellschaft, heimkinder, Kinderrechte, Kriminalität, Pädagogik, Politik by dierkschaefer on 23. Juni 2014

»Die Gedenktafelkommission Friedrichshain-Kreuzberg hat das Bezirksmuseum beauftragt, zu prüfen, ob und wie an das ehemalige DDR-Aufnahme- und Durchgangsheim Alt-Stralau erinnert werden soll. Von 1952 bis 1989 befand sich auf der Halbinsel Stralau ein Durchgangsheim, das als Einrichtung der DDR-Jugendhilfe einer vorübergehenden Aufnahme von Kindern und Jugendlichen in prekären Lebenssituationen dienen sollte. Isolationszellen, Essensentzug, Prügel, militärischer Drill und Zwangsarbeit gehörten dort zum Alltag. Bei einem Expertenhearing sollen angemessene Formen der Erinnerung entwickelt und diskutiert werden. Ehemalige Erzieher/innen und Bewohner/innen des Aufnahme- und Durchgangsheims sollen an der Diskussion beteiligt werden.«

So ein Mail der Geschäftsstelle Gedenktafelkommission Friedrichshain-Kreuzberg an mich.

 

Manche Leser meines Blogs werden sich fragen, was das soll, solange keine anständige Entschädigung gezahlt wird. Ich denke, daß es wichtig ist, unabhängig von Entschädigungen die Geschichte nicht von Anderen schreiben zu lassen. Die Heimgeschichte ist dabei, denkmals- und museumswürdig zu werden. Die Betroffenen sollten, meine ich, darauf hinwirken, daß nicht nur an die Verbrechen in den Heimen erinnert wird, sondern auch an den Betrug um die Rechte und die Schäbigkeit von Ausgleichszahlungen. Nur so wird die Sache „rund“.

Anbei die Einladung per PDF. Einladung_D-Heim

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13 Antworten

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  1. ekronschnabel said, on 23. Juni 2014 at 22:44

    Verstehe ich das richtig, dass die Verbrechen an den Heimkindern im Nazinachfolgestaat BRD keiner Gedenkstätte
    bedürfen?

    Ich schlage vor, dass an jedem Jugendamt und jedem kirchlichen Heim in der Chiquita-Republik eine Gedenktafel angebracht wird, auf der die Verbrechen an Kindern genannt werden,

    Dierk Schäfer hat Recht, auch der Betrug durch den Runden Tisch muss festgehalten werden. Setzen wir doch der Vollmer eine Gedenktafel. Was draufstehen soll? „Sie hat gelogen, hat betrogen, hat Anstand und Moral verbogen!
    Die Opfer waren ihr egal, sie ist kein Mensch, so ist’s nun mal“.

    • Helmut Jacob said, on 24. Juni 2014 at 00:44

      „Setzen wir doch der Vollmer eine Gedenktafel.“
      Die Idee ist super! Auch der Textvorschlag stimmt. Ich mache mit (50,-€). Wer organisiert? Wo soll sie hin? Legt los! Helmut

    • dierkschaefer said, on 24. Juni 2014 at 08:30

      Bei aller Kritik an Frau Vollmer, Sie gehen zu weit, ihr das Menschsein abzusprechen. Damit meine ich nicht nur, daß Sie sich selber aus einem zivilisierten Disput ausschließen, denn es gehört zu den grundlegenden Kommunikationsregeln, seinen Gegner als Mensch zu akzeptieren. Holzhammer sollten nicht blind eingesetzt werden, Sie machen das doch sonst gut gezielt. – Es wird Sie nicht kümmern, aber auch theologisch liegen Sie falsch. Zur conditio humana gehören auch die dunklen Seiten des Menschseins. Was wir menschlich zu nennen pflegen, ist meist nur das Gutmenschliche. Das Unmenschliche, dazu würden die Tiere wohl sagen: Typisch Mensch. In der Bibel heißt es: „Das Trachten des Menschen ist böse von Jugend auf“ (1.-Mose 8,21). Das würde ich in der Totalität nicht unterschreiben, sondern ein „auch“ einfügen. Wir haben eben beides in uns, gut und böse, und wir überheben uns, wenn wir uns selbst für gut und gerechtfertigt halten, unserem Gegner aber für böse. Er mag böswillig gehandelt haben. Das unterstelle ich Frau Vollmer durchaus, werde meine Kritik aber nicht auf ihre Persönlichkeit ausdehnen. Ihr Tun war böse genug. (https://dierkschaefer.wordpress.com/2011/01/31/der-runde-tisch-heimkinder-und-der-erfolg-der-politikerin-dr-antje-vollmer/

      • Helmut Jacob said, on 24. Juni 2014 at 13:45

        „sie ist kein Mensch, so ist’s nun mal”.
        Stimmt, dieser Halbsatz muss raus! Mein Gott, was ist mit meinen Augen geworden? (Gestern war der Optiker 1 1/2 Stunden bei mir). Habe das „k“ total überlesen. Sorry! Ich hülle mich in Sack und Asche.
        Ich beobachte gerade folgendes Phänomen: Der Text, den ich jetzt schreibe, ist sehr viel größer, als die vorherigen. Scheint am Programm zu liegen.

      • ekronschnabel said, on 24. Juni 2014 at 23:15

        Okay, ich ändere die Inschrift der Vollmer-Gedenktafel…aus „kein“ wird „ein“.

        Wird auch billiger, jeder Buchstabe kostet ja…

        Mir geht es nur nicht aus dem Kopf, dass man den Heimkindern das Menschsein abgesprochen und sie wie Tiere behandelt hat. Dann waren die Täter also doch Menschen??? Nee, Gutmensch will ich nicht werden, ich sehe die
        Vollmers dieser Welt mit meinen Augen, ich sehe, dass man die Opfer am RTH erneut unmenschlich behandelte.

        Mit Gedenktafeln ist das so eine Sache, da muss man schon gut drüber nachdenken. So fragte man den Pfarrer,
        was man denn auf den Stein des verstorbenen Karl Kuhschwanz schreiben solle. Nach kurzem Nachdenken
        sagte der Pfarrer „Schreibt: Hier liegt verriegelt und verrammelt, was einst der Kuh am Hintern gebammelt!“.

        Zur Vollmer fiel mir so ein Sinnspruch nicht ein, aber ich bin ja auch kein Pastor, Herr Pastor…Ich sagte doch schon,
        dass ich kein Gutmensch werde.

    • Heidi Dettinger said, on 24. Juni 2014 at 12:57

      Nee, Herr Kronschnabel, „kein Mensch“ ist ein Kategorie, die wir tunlichst aus unseren Diskussionen heraushalten sollten.
      Das Menschsein haben die Nazis den Juden abgesprochen – und sie damit ideologisch zum Abschlachten freigegeben. Mit den bekannten und überaus grauenvollen Folgen. Russischen Kriegsgefangenen und ZwangsarbeiterInnen wurden in Nazideutschland mit Vorliebe als „vertiert“ dargestellt. Auch für sie hatte es tödliche Folgen. En masse.
      Egal wie gesteuert, bösartig, dreist und einseitig dem Kapital und den Kirchen gehorchend die Vollmer am RTH gehandelt hat – ein Mensch ist und bleibt sie. Trotz allem.

      • Hans-Peter Scheerer said, on 26. Juni 2014 at 11:29

        aber ein durch und durch schlechter Mensch, wenn Frau Vollmer an ihren Entscheidungen gemessen wird. Hunderttausende ehemalige Heimkinder, die von Staat und Kirchen schwerst beladen wurden, müssen ihren Lebensabend im seelischen wie materiellen Elend verbringen. Wer ohne Not dazu beitragt, diesen angerichteten Schaden, trotz Milliarden schweren Besitz der Kirchen und Bundesländern nicht ausgleicht, der/die ist vom Wesen her grundtief schlecht. Ich weis nicht, was die Vollmer gefressen hat, so menschenfeindlich zu agieren.Wer einen Schaden am Menschen diesen Ausmaßes anrichtet, der/die ist vom Wesen her einfach schlecht. Eine Wesensart offenbart sich über sein handeln.Insbesondere wenn keine Not vorhanden ist. Frau Vollmer wurde nicht gezwungen diesen Auftrag anzunehmen. Sie hat durch und durch schlechte Entscheidungen auch im Sinne ihrer Auftraggeber getroffen.
        Persönlichkeit und Wesensart lassen sich in ihrem Fall nicht trennen. Auch wenn sie an anderen Stellen sie sich wohl verhalten hat. Dies geschieht aus rein rationalen Gründen und hat mit ihrer Überzeugung nichts zu tun.
        Frau Vollmer hat sich mit ihrem Wirken einen miesen Ruf eingebrockt. Diese Fußnote wird sie für immer begleiten.
        Manchmal stinkt es hier stark nach Verwesung. Wenn es nicht die toten Fische vom Bodensee sind, sind es die Kirchen, in deren Auftrag Frau Vollmer, arbeitet ? Keine Frage, dieses Syndikat stinkt vom Wesen her.
        Wer gesund ist, vergewaltigt keine Kinder . Wer für die Täter arbeitet und gegen die ehemals vergewaltigte Kinder entscheidet, macht sich mitschuldig.
        Damals waren es die Nazis, die das Mensch-sein abgesprochen haben. Heute sind es die Kirchenvertreter
        und manch einer in den Behörden, die das Menschsein in Würde uns mehreren hundert tausend Heimkindern absprechen.
        Wo bitte ist da der Unterschied ? Warum diese Empfindlichkeit mit kategorisieren, wo doch Kirchenvertreter sich im Wirken in die gleiche Kategorie einreihen, wie die damaligen im 3.Reich.?!

  2. Helmut Jacob said, on 24. Juni 2014 at 13:47

    Nach Absenden meiner letzten Nachricht ist diese allerdings wieder in kleineren Buchstaben erschienen. Komisch und nicht nachzuvollziehen.

  3. Helmut Jacob said, on 25. Juni 2014 at 00:55

    Sehr geehrter Herr Kronschnabel,
    der Begriff war unglücklich getroffen. Ich habe den heutigen Tag teilweise damit verbracht, über den Begriff „Menschlichkeit“ nachzusinnen. Frau Vollmer war n.m.M. „unmenschlich“. Sie ist über „seelische Leichen“ gegangen. Bevor ich angegiftet werde: http://www.duden.de/rechtschreibung/unmenschlich
    Herzliche Grüße
    Helmut Jacob

  4. Hans-Peter Scheerer said, on 26. Juni 2014 at 12:20

    aber ein durch und durch schlechter Mensch, wenn Frau Vollmer an ihren Entscheidungen gemessen wird. Hunderttausende ehemalige Heimkinder, die von Staat und Kirchen schwerst beladen wurden, müssen ihren Lebensabend im seelischen wie materiellen Elend verbringen. Wer ohne Not dazu beitragt, diesen angerichteten Schaden, trotz Milliarden schweren Besitz der Kirchen und Bundesländern nicht ausgleicht, der/die ist vom Wesen her grundtief schlecht. Ich weis nicht, was die Vollmer gefressen hat, so menschenfeindlich zu agieren.Wer einen Schaden am Menschen diesen Ausmaßes anrichtet, der/die ist vom Wesen her einfach schlecht. Eine Wesensart offenbart sich über sein handeln.Insbesondere wenn keine Not vorhanden ist. Frau Vollmer wurde nicht gezwungen diesen Auftrag anzunehmen. Sie hat durch und durch schlechte Entscheidungen auch im Sinne ihrer Auftraggeber getroffen.
    Persönlichkeit und Wesensart lassen sich in ihrem Fall nicht trennen. Auch wenn sie an anderen Stellen sie sich wohl verhalten hat. Dies geschieht aus rein rationalen Gründen und hat mit ihrer Überzeugung nichts zu tun.
    Frau Vollmer hat sich mit ihrem Wirken einen miesen Ruf eingebrockt. Diese Fußnote wird sie für immer begleiten.
    Manchmal stinkt es hier stark nach Verwesung. Wenn es nicht die toten Fische vom Bodensee sind, sind es die Kirchen, in deren Auftrag Frau Vollmer, arbeitet ? Keine Frage, dieses Syndikat stinkt vom Wesen her.
    Wer gesund ist, vergewaltigt keine Kinder . Wer für die Täter arbeitet und gegen die ehemals vergewaltigte Kinder entscheidet, macht sich mitschuldig.
    Damals waren es die Nazis, die das Mensch-sein abgesprochen haben. Heute sind es die Kirchenvertreter
    und manch einer in den Behörden, die das Menschsein in Würde uns mehreren hundert tausend Heimkindern absprechen.
    Wo bitte ist da der Unterschied ? Warum diese Empfindlichkeit mit kategorisieren, wo doch Kirchenvertreter sich im Wirken in die gleiche Kategorie einreihen, wie die damaligen im 3.Reich.?!

    • ekronschnabel said, on 26. Juni 2014 at 13:52

      Herr Scheerer,
      wir zwei sind nicht normgerecht, wir kommen nicht in die Gutmenschen-Abteilung, aber damit kann ich prima leben.
      Die damals Unmenschlichen und deren heutige Helfer werden für ihr Tun mit fetten Pensionen und sogar Bundesverdienstkreuzen und anderen idiotischen „Ehrungen“ belohnt. Die hatten keine Probleme mit Empfindlichkeiten und Befindlichkeiten. Erstaunlich, daß deren Opfer teilweise von Begrifflichkeiten wie Menschsein oder kein Mensch sein umgetrieben werden. Das mag nobel sein, für mich aber nicht nachvollziehbar, denn die Vollmer und ihre Verbündeten sprachen den Opfern am RTH schlichtweg das Menschsein ab, traten deren Menschenwürde mit Füßen.


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