Dierk Schaefers Blog

Jugendämter – Ein bitterböser Kommentar

Posted in Politik by dierkschaefer on 29. Juni 2014

Pflege- und Heimkinder müssen für Minijobs wie z.B. Zeitungaustragen 75% an das Jugendamt abführen hatte ich gepostet.[1] Die Folge war ein Rundumschlag-Kommentar mit wüstesten Verunglimpfungen so gut wie aller Jugendamtsmitarbeiter. Das kann und will ich so nicht stehen lassen, denn hier werden die Falschen geprügelt.

Die Beschäftigten in den Ämtern befolgen ihre Vorschriften, und das ist gut so, selbst wenn die Vorschriften schlecht sind. Man wende sich an die Amtsleitungen, die allerdings auch ihre Vorschriften haben.

Der Fisch stinkt vom Kopfe her. Die Vorschriften basieren auf Gesetzen. Hier ist einerseits der Gesetzgeber anzugehen, also die von wem auch immer gewählten Abgeordneten. Man gehe in ihre „Bürgersprechstunde“ und frage ganz konkret nach Gründen für die Mißstände. Wird man mit lauter „Verständnis, aber…“ abgewimmelt, frage man, was der/die Abgeordnete denn zu tun gedenke und wann man denn mal wieder nachfragen dürfe. Ein Teil der Mißstände, so auch im vorliegenden Fall, liegt aber unserem föderalen System zugrunde mit der Kompetenzzuweisung über die Länder bis zum jeweiligen Jugendamt, das noch immer ohne Fachaufsicht agiert. Man frage also die gewählte Person, wie sie das Recht auf bundesweit gleichwertiges Verwaltungshandeln fördern wolle, notfalls bis zu einem Gang vors Verfassungsgericht. Und auch hier gilt: Am Ball bleiben!

Man kann übrigens auch die ansonsten überflüssigen Wahlveranstaltungen besuchen und die Fragen stellen, die unbequem sind, aber nötiger als die Wahlkampfversprechungen, die ohnehin meist nach der Wahl wieder entkernt, wenn nicht völlig einkassiert werden.

Verunglimpfungen sind nicht nur ungerecht, sondern führen auch nicht weiter.

Politik, sagte Max Weber, gleicht dem Bohren harter[2] Bretter. Ob er dabei an die Bürger und die Köpfe der Politiker gedacht hat, weiß ich nicht.

 

[1] https://dierkschaefer.wordpress.com/2014/06/28/arschkarte-furs-leben-pflege-und-heimkinder-mussen-zahlen/

[2] nicht wie meist zitiert dicker

Advertisements

17 Antworten

Subscribe to comments with RSS.

  1. ekronschnabel said, on 29. Juni 2014 at 09:41

    @ dierkschaefer

    „….Verunglimpfungen führen nicht weiter“. Mag sein.

    Nicht richtig ist nach meinem Wissen die Erklärung, dass die Jugendamtsmitarbeiter lediglich Gesetze, Verordnungen und Vorschriften ausführen. Auch im föderalen System enthalten Vorschriften KANNBESTIMMUNGEN, die ERMESSENSFRAGEN genannt werden. Das wissen auch Sie aus Ihrer aktiven Beamtenzeit.

    Belegt wird mein Argument dadurch, dass in Bayern München die Schweinereien der Heimkinderabzocke betreibt,
    andere Kommunen es aber NICHT tun.

    Aus Erfahrungen heraus kann ich Ihnen das Entstehen solcher Schweinereien erläutern (ich glaube, Sie erlebten das
    auch schon so, Herr Schäfer). Da gibt es den Sachbearbeiter C., der gerne wichtig erscheint und nach Oben buckelt
    und nach Unten tritt. Der verfasst ein Schreiben, weist auf die Abzockmöglichkeit hin, leitet es auf dem Dienstweg ALS
    VERBESSERUNGSVORSCHLAG (honorierbar, wie man weiss) nach oben weiter. Sein Vorgesetzter muss auf diesen
    Zug aufspringen und am Ende wird vollzogen, was bei menschlicher Anwendung des Ermessensspielraumes nie vollzogen worden wäre.

    Diese schmierige Tour einzelner Wichtigtuer lässt genau das passieren, was die Stadt München da treibt! SOZIALdemokratisch regiert, setzt man unmenschlich das um, was andere Kommunen nicht tun, weil sie sich
    vermutlich doch noch schämen (können).

    Nee, Herr Pastor, der Fisch stinkt nicht immer nur vom Kopf her, oft sind es die rückwärtigen Teile vom Fisch, die den
    Fisch zum stinken bringen, nämlich dann, wenn Ermessensfragen gnadenlos und unmenschlich gegen Betroffene
    ausgelegt werden. Gerade im Sozialrecht haben wir viele Möglichkeiten zur Anwendung und Nutzung von Ermessensspielraum.

    Wäre diese Heimkinderabzocke keine Ermessensfrage, hätten sich die zuständigen Mitarbeiter aller Ämter strafbar gemacht, die die Abzocke nicht anwenden. Das Straf- und Dienstrecht kennen Sie. Wäre es keine Kann-Bestimmung,
    hätten Staatsanwaltschaften längst Verfahren gegen MitarbeiterInnen der Jugendämter eingeleitet, die die Heimkinderabzocke nicht betreiben. Begünstigung im Amt ist ein Offizialdelikt und entsprechend strafbewehrt. Auch
    bei den Staatsanwaltschaften sitzen jede Menge „Chef, ich weiss was-Typen!“ herum, die sich keine Chance zur
    Profilierung entgehen lassen.

  2. ekronschnabel said, on 29. Juni 2014 at 16:17

    @dierkschaefer

    Ich fand da was, was Ihnen bekannt vorkommen wird….

    ….und Ihre Verteidigung des unsäglichen Jugendamtklüngels ad absurdum führt:

    dierkschäfer.wordpress.com/2011/11/24/eu-parlament-irritiert-über-deutsche-jugendamter/

  3. alexa whiteman said, on 29. Juni 2014 at 17:14

    Vielen dank pfaffe Schäfer für’s nicht veröffentlichen. Hab’s auch nicht anders erwartet.

    Whiteman

    • ekronschnabel said, on 29. Juni 2014 at 18:15

      @alexa whiteman

      Der bitterböse Kommentar wurde von Dierk Schäfer veröffentlicht – und kommentiert!

      Klicken Sie einfach den Link ganz oben unterhalb des Kommentars von Herrn Schäfer.
      Sie beschuldigen den Pastor zu Unrecht.

      >>“Arschkarte“ fürs Leben – Pflege- und Heimkinder müssen zahlen <<

      Darunter steht mein bitterböser Kommentar

      • alexa whiteman said, on 29. Juni 2014 at 19:36

        Ich habe sie angeschrieben und das wurde nicht veröffentlicht. Natürlich hatte ich eine Kritik gegen den pfaffen und er wollte es nicht hören.
        Thats al

  4. Erika Tkocz said, on 30. Juni 2014 at 12:09

    Ich denke vom Prinzip her nicht anders wie Herr Schäfer, der Fisch stinkt vom Kopf aber eine kleine Einschränkung mache ich da schon:
    es gibt diesen Ermessungsspielraum und der wird von den Mitarbeitern unterschiedlich genutzt je nach Rückrat oder nicht.
    Ich habe einmal vor langer Zeit ein Praktikum in einem Frauenhaus gemacht und dort klagten viele Frauen über beispielsweise den Umgangston beim Sozialamt. Einige von ihnen habe ich dann zum Sozialamt begleitet und sie meinten dann schon, heute war Frau X nicht so zu mir wie sonst.
    Was ich damit ausdrücken möchte ist die Tatsache, dass die Leute in den Ämtern doch ihr Klientel korrekt und respektvoll behandeln sollten und die Ermessungsspielräume auch sehen und dahingehend arbeiten und wenn da einige sind die aus der eigenen Unfähigkeit „buckeln“ sind sie fehl am Platze. Aber genau das sollte man dann nutzen in dem man mit einer Beschwerde „droht“.
    Umgekehrt sollten diese Menschen….und das sehe ich nicht anders als Herr Schäfer…..nicht für etwaige Ungerechtigkeiten „geprügelt“ werden, sondern dann geht man zu den von Herrn Schäfer beschriebenen Weg.
    Nun Alexa Herrn Schäfer hier mit „Pfaffe“ anzusprechen irritiert mich dann doch, es sei denn Du meinst es so wie ursprünglich dieser Begriff gemeint ist „Vater“, aber ich kenne „Pfaffe“ nur als Schimpfwort und hoffe, dass Du es so nicht gemeint hast.

    • dierkschaefer said, on 30. Juni 2014 at 14:17

      Vielen Dank für den Beitrag zur Versachlichung!
      Was den „Pfaffen“ betrifft, sehe ich es als Psychologe eher schmunzelnd, wie sehr „Hosianna“ und „Kreuzige ihn“ beieinander liegen. Der Vergleich ist allerdings zu hoch gegriffen, aber: gestern noch oft gefragter Gesprächspartner und heute „der Pfaffe“ [grins]. Was mag morgen kommen?

  5. Helmut Jacob said, on 30. Juni 2014 at 16:24

    „Was mag morgen kommen?“
    … das Kreuz mit DHL zum Zusammenbau 🙂

    • Helmut Jacob said, on 30. Juni 2014 at 16:28

      Spass beiseite, ich war mal in einem Internet-Forum. Wenn man da anders dachte und wagte, es zu schreiben, war man Feind. Mit dem Winken einer Klage waren manche Ex-Heimkinder ganz schnell zur Hand. Ich glaube, unser Martin aus Australien kann ganze Arien davon singen.

    • dierkschaefer said, on 30. Juni 2014 at 16:36

      das ist DIE geschäftsidee. machen wir ein joint venture?
      für die HK würde ich das fertig montierte modell vorschlagen, zum auseinanderbauen.

      • Erika Tkocz said, on 30. Juni 2014 at 18:22

        schmunzel….schmunzel….

      • Helmut Jacob said, on 30. Juni 2014 at 21:03

        da empfiehlt sich ein kreuz aus lego-steinen ; macht arbeit und weckt so manche erinnerung …

      • ekronschnabel said, on 30. Juni 2014 at 23:52

        Und den Vertrieb bitte mir zuschanzen, ich habe ein Händchen dafür…

        Ich würde beide Kreuzversionen vorschlagen, demAuseinanderbaumodell füge ich einen Hammer zum doppelten
        Ladenpreis bei.

      • dierkschaefer said, on 1. Juli 2014 at 04:53

        ja, die destrukteure sind so verbiestert, daß sie blind jeden preis zahlen. zocken wir sie ab?


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: