Dierk Schaefers Blog

Charité-Projekt „Kein Täter werden“ – Die Bilanz ist mager, …

Posted in Justiz, Kinderrechte, Psychologie by dierkschaefer on 17. Juli 2014

… wenn auch die Zahl von fast 100 abgeschlossenen Therapien nicht nichts ist.

Die Frage, welche Gefahr von den vielen anderen ausgeht, ist berechtigt[1]. Aber was tun?

 

Gemeldet hatten sich bei der Charité seit dem Start 2005 nach Klinikumsangaben fast 2000 Männer, weil sie sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlen. Diese gefühlsmäßige Tendenz ist kein Strafdelikt, sofern es bei der Tendenz bleibt. Doch die Selbstmelder stellen ein Gefährdungspotential dar. Man darf annehmen, daß sie das selbst auch so sehen, denn sonst hätten sie sich wohl nicht gemeldet. Sie haben Vertrauen in die Charité gesetzt, daß ihre Daten nicht weitergegeben werden, auch darum hätten sie sich wohl nicht gemeldet.

 

Warum die Quote der Aufnahme ins Programm so gering ist, darüber schweigt sich die Charité aus. Die anderen Zahlen sind akzeptabel, auch wenn das Ergebnis verstört.

 

Was also mit den maximal 1.900 Männern und ihrer Selbstmeldung? Konnten sie im Erstgespräch oder bei Therapieabbruch als „harmlos“ befunden werden? Oder sind sie tickende Zeitbomben?

 

Solange nichts passiert oder erkennbar „Gefahr im Verzug“ ist, wird man ihnen nichts haben können und auch nichts anhaben dürfen. Aus dieser unbefriedigenden Dilemma-Situation führt kein Weg. An Stammtischen mag man das anders sehen.

 

[1]http://netzwerkb.org/2014/07/17/faktencheck-padophilie-praventionsprojekt-kein-tater-werden/

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Eine Antwort

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  1. Bluebeardy said, on 18. Juli 2014 at 19:30

    So weit ich es verstanden habe, sind Abstinenz hinsichtlich sexuellen Realkontakten mit Kindern sowie bei der Benutzung von Missbrauchsdokumentationen („Kinderpornographie“) Voraussetzung für den Therapiebeginn.
    Und wie bei Diskussionen mit Pädo“philen“ auf ZON in den letzten 15 Monaten zu erfahren war, sind dazu nur die wenigsten bereit.Daher auch die geringen Zahlen.
    Aber mittlerweile existieren ja auch in Gießen, Kiel, Leipzig, Hamburg, Hannover, Regensburg ,Stralsund und Düsseldorf Therapiemöglichkeiten .

    „….Im Jahr 2011 hatte das Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin erstmals die Wirksamkeit seiner Therapie überprüft: Hierfür wurden 53 Patienten vor und nach der Therapie befragt. Von den 14 Männern, die ausschließlich Kinderpornografie konsumierten, wurden zwei Drittel während der Therapie rückfällig, ein Drittel blieb abstinent. Von den 27 Männern, die bereits Kinder missbraucht hatten, gaben 22 an, keinen Missbrauch mehr zu begehen. Fünf Männer missbrauchten Kinder nach wie vor. Die Therapie des Präventionsangebotes könnte somit zumindest einen Rückgang der Missbrauchshandlungen bewirkt haben, allerdings ist die Rückfallgefahr auch nach der Therapie hoch….“
    http://www.landtag.rlp.de/landtag/drucksachen/3528-16.pdf


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