Dierk Schaefers Blog

Was nährt den #Antisemitismus?

Posted in Politik by dierkschaefer on 24. Juli 2014

»Bundespräsident Joachim Gauck hat angesichts der jüngsten antisemitischen Parolen bei Kundgebungen gegen Israel mehr Zivilcourage verlangt. „Ich möchte alle Deutschen und alle Menschen, die hier leben, auffordern, immer dann ihre Stimme zu erheben, wenn es einen neuen Antisemitismus gibt, der sich auf den Straßen brüstet“, sagte Gauck am Mittwoch in Berlin.«[1]

Recht hat er. Und dennoch darf man fragen, was den Antisemitismus nährt, ohne ihn damit in irgendeiner Weise zu rechtfertigen.

Wir haben es in der Beschneidungsdebatte erlebt und auch immer wieder beim Thema Siedlungspolitik. Viel zu leichtfertig wurde den Kritikern Antisemitismus unterstellt.

Was dem Antisemitismus erst die aktuelle Schubkraft verschafft, ist bei uns die Zukunftslosigkeit vieler junger Menschen mit muslimischen Hintergrund, um die wir, Staat wie Gesellschaft, uns nicht kümmern, weil sie uns entweder nicht interessieren oder aber aus falsch verstandener Rücksichtnahme auf ihre kulturelle Prägung.

[1] http://www.focus.de/politik/deutschland/neuer-antisemitismus-gauck-und-merkel-mach-front-gegen-judenhass_id_4012299.html

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5 Antworten

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  1. Helmut Jacob said, on 25. Juli 2014 at 15:26

    Es ist gefährlich, unsere israelischen Freunde zu kritisieren. Zu schnell unterstellen sie Antisemitismus. Das geht mir langsam auf die Bronchien. Die tatsächlichen antisemitischen Äußerungen und Beleidigungen sind natürlich unerträglich. Aber dass es solche Spinner gibt, die ihre dämlichen Parolen durch die Gegend brüllen, liegt auch am Verhalten der Israelis. Obwohl auch unfaires Verhalten der Israelis keine Hetzparolen nach sich ziehen darf.
    Wenn ich die Geschichte richtig verstanden habe – ich lasse mich gern belehren – haben die Israelis im Gazastreifen überhaupt nichts zu suchen. Mit ihren Neusiedlungen provozieren sie die Palästinenser und schüren damit den Hass der Hamas. Es kann nicht sein, dass man den Palästinensern Ufer und Wasser stiehlt,
    Bekannt ist auch, dass die Israelis den Palästinensern das Wasser abklemmen, wenn Wassernotstand herrscht. Es drängt sich der Verdacht auf, dass der Gazastreifen auch darum mehr und mehr besetzt wird, weil die Wasserknappheit von Jahrzehnt zu Jahrzehnt steigt und man die Wasserversorgung für die eigenen Bevölkerung sicherstellen will.
    Dierk Schäfer hat es auch schon angeschrieben. Mit ihren Beschneidungsaktionen in Deutschland schüren sie auch den Hass von Extremisten. Für Deutsche ist dieses unerträglich und es ist beschämend, dass es keine klaren gesetzlichen Regelungen gibt, die Beschneidung in Deutschland grundsätzlich verbieten.
    Auch dass Tiere hier lebendigen Leibes geschächtet werden, geht über unser Verständnis. Schlimm genug, dass in den Schlachthöfen manches Schwein lebend aufgeschlitzt wird. Auch darum steigt die Zahl der Vegetarier. Aber ein diesbezügliches Ritual passt nicht in mein Verständnis.

  2. Heidi Dettinger said, on 25. Juli 2014 at 19:17

    Hier werden ganz und gar unzulänglich Dinge vermischt, die nicht ursächlich zu einander gehören:

    1. Die Politik und die Politikerkaste des Landes Israel kann man kritisieren, warum auch nicht? Dass aus der israelischen Politik gegenüber den sie umgebenden Ländern aber Antisemitismus entsteht, hat weder mit der Politik, noch mit der ganzen verworrenen Lage im Nahost zu tun (für die im Übrigen nicht nur die Kolonialländer sondern in großem Maße Nazi-Deutschland und seine Judenmordmaschinerie letztendlich die Verantwortung haben), sondern mit der antisemitischen Person selbst.

    Wäre das anders, so erkläre mir bitte mal jemand, wieso es z.B. immer wieder zu Schändungen jüdischer Friedhöfe kommt. Oder zu anderen antisemitischen Übergriffen. Und das in einem Land, welches immerhin einen großen Teil seiner jüdischen Mitbürger ausgerottet hat – und die in „Resteuropa“ gleich mit!

    Nehmen wir mal das Beispiel USA:
    Wer die amerikanische Politik kritisiert, muss doch auch nicht zwangsläufig auf die Idee kommen, DEM Amerikaner als solches (!) vorzuwerfen, er würde in Afghanistan oder sonstwo einmarschieren. Oder würde die Bundeskanzlerin abhören. Und noch weniger käme man auf die Idee, die amerikanische Regierung und ihre Politik für Rassismus in Deutschland verantwortlich zu machen. Auch wenn der Präsident ein Schwarzer ist.

    2. Dass Beschneidungen in diesem Land legal sind, liegt einzig und allein an unserer Gesetzgebung und daran, dass Leben und Wohlergehen eines Kindes hier nicht besonders wertvoll sind. Immer noch nicht!

    Ergo: Gäbe es eine klare gesetzliche Regelung, die diese Verstümmelungen von Kindern untersagen würde, gäbe es einen Grund weniger „den Hass von Extremisten“ (wer mögen die sein, Herr Jacob?) zu schüren. Der Antisemitismus wäre damit kaum verschwunden. Und auch das, was hier etwas vage als „Extremismus“ bezeichnet wird, hat mit Sicherheit andere Gründe, als die Leiden, die kleinen Kindern zugefügt werden. Wäre das nämlich NICHT der Fall, würde es in unserem Lande nur so von „Extremisten“ wimmeln…

    3. Über das Schächten von Tieren kann man sich sicherlich aufregen. Dennoch ist auch das etwas, was ein Gesetz unterbinden könnte. Und zwar ein deutsches Gesetz!

    Allerdings müsste dann wohl auch gleichzeitig so mancher Stall entmistet werden: Kälber, die nie auf der Weide stehen; Schweine, die in so kleinen Boxen ihr Dasein fristen, dass sie sich kaum drehen können; neu geborene Tiere, denen mit einer Handbewegung der Hals umgedreht werden und die – mal tot, mal auch noch lebendig – in Müllcontainern landen; Hühner, die sich gegenseitig die Federn ausrupfen und sich halb tot picken, weil sie auf viel zu engen Raum gedrängt sind – selbst wenn es sich dabei um die sog. Bodenhaltung handelt. Tiertransporte kreuz und quer durch ganz Europa, bei denen die Tiere unsägliche Qualen erleiden. Qualzüchtungen bei allen möglichen Haustieren.

    Hauptsache es bringt Geld in die Kassen – und schließlich ist das Tier (egal welches) für die Rechtsprechung ein „Objekt“…

  3. Helmut Jacob said, on 26. Juli 2014 at 22:07

    „Hier werden ganz und gar unzulänglich Dinge vermischt, die nicht ursächlich zu einander gehören:“
    ICH vermische gar nichts. Ich schau dem Volk aufs Maul und gebe die Stimmungslage wieder. Und aus dieser entsteht unter Umständen Antisemitismus. So einfach ist das und da werden wir beide nichts dran ändern können. Die Einzigen, die ihren Beitrag zur Änderung leisten können ist Information und die Gruppe der Betroffenen selbst.
    Natürlich sehen Sie die Problematik differenzierter, ich auch und viele andere auch, aber diese Zahl reicht nicht für einen Kurswechsel.
    Übrigens geben die heutigen Demonstrationen keine antisemitistische Stimmung wieder, will man den Nachrichten glauben.

  4. Heidi Dettinger said, on 27. Juli 2014 at 19:44

    Da könnte man direkt auf die Idee kommen, man müsse dem Volk nicht nur aufs Maul schauen, sondern ab und an auch mal aufs Maul hauen 🙂

    • Helmut Jacob said, on 27. Juli 2014 at 21:03

      da bin ich mit ihnen da core.


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