Dierk Schaefers Blog

Von der Freiheit eines Christenmenschen

Posted in Menschenrechte, Psychologie, Theologie by dierkschaefer on 23. September 2014

Albert Schweitzer[1]

 

Ein freier Mensch

 

Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein.

Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen – wenn ich es kann!

Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten!

Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt.

Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es verwirklichen; Schiffbruch erleiden und Erfolg haben.

Ich lehne es ab, mir den eigenen Antrieb mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen.

Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten, als ein gesichertes Dasein führen.

Lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolges, als dumpfe Ruhe Utopiens!

Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben, noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben.

Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen: Dies ist mein Werk!

Das alles ist gemeint, wenn wir sagen:

Ich bin ein freier Mensch![2]

[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Albert_Schweitzer http://fr.wikipedia.org/wiki/Albert_Schweitzer

[2] Peinlicherweise findet man das Zitat auch hier: http://thomasgast.com/2e-regiment-etranger-de-parachutistes/

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2 Antworten

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  1. ekronschnabel said, on 23. September 2014 at 06:52

    @ Dierk Schäfer

    „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ titeln Sie.
    „Ein freier Mensch“ sagt Albert Schweitzer.

    Ihre Überschrift will ich so nicht akzeptieren; die Aussagen von Albert Schweitzer schon. Ihre Überschrift ist m.E. nach nicht akzeptabel, weil das Gesagte nicht nur an den christlichen Glauben gebunden sein kann. Mit „Ein freier Mensch“ meint Schweitzer mit Sicherheit auch Menschen mit anderem oder gar KEINEM Glaubensbekenntnis. Es wäre vermessen, die von Schweitzer genannten Werte als nur auf Christen bezogen und als einzig und allein durch christlichen Glauben erreichbare Werte dazustellen, lieber Pastor.

    • dierkschaefer said, on 23. September 2014 at 10:15

      Hab ich mir doch gedacht, daß es sich jemand findet, der den Titel meines Beitrags in den falschen Hals kriegt. Das war aber nicht der Grund dafür. Ich denke auch, daß Schweitzer Anders- oder Nichtgläubige nicht ausschließen wollte – und ich tue das auch nicht. Schweitzer wird als Theologe aber auch den zweiten Teil von Luthers These mitgedacht haben, als er sein Statement von der Freiheit schrieb: „Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan. Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.“
      Das hat der große Theologe und Urwalddoktor vorgelebt. Auch der selbstlose Einsatz für Andere ist kein Spezifikum von Christen. Sie, lieber Herr Kronschnabel, machen’s doch auch. Doch Christen definieren sich über dieses Selbst- und Gottesverständnis.
      Luther hat mit diesem Satz eine mentale Epochenwende eingeleitet, (http://de.wikipedia.org/wiki/Von_der_Freiheit_eines_Christenmenschen ) denn er hat – im ersten Teil – den Vorläufer des Menschenrechtsgedankens formuliert. Heute sollte dies zur mentalen Grundlage eines jeden aufrechten Staatsbürgers gehören. Bei den vielen Unfreien, denen wir regelmäßig begegnen, stellt sich uns eine immerwährende Aufgabe.
      „Siehe, das ist die rechte, geistliche, christliche Freiheit, die das Herz frei macht von allen Sünden, Gesetzen und Geboten, welche alle andere Freiheit übertrifft wie der Himmel die Erde. Das gebe uns Gott, daß wir diese Freiheit recht verstehen und behalten!“
      (http://gutenberg.spiegel.de/buch/martin-luther-sonstige-texte-270/6 )
      Schweitzer hat das gut säkular ausgedrückt – und ich denke, wir sind darin einer Meinung.
      Rechtsphilosophisch hat das übrigens Böckenförde formuliert: „Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann. Das ist das große Wagnis, das er, um der Freiheit willen, eingegangen ist. Als freiheitlicher Staat kann er einerseits nur bestehen, wenn sich die Freiheit, die er seinen Bürgern gewährt, von innen her, aus der moralischen Substanz des einzelnen und der Homogenität der Gesellschaft, reguliert. Anderseits kann er diese inneren Regulierungskräfte nicht von sich aus, das heißt mit den Mitteln des Rechtszwanges und autoritativen Gebots zu garantieren suchen, ohne seine Freiheitlichkeit aufzugeben und – auf säkularisierter Ebene – in jenen Totalitätsanspruch zurückzufallen, aus dem er in den konfessionellen Bürgerkriegen herausgeführt hat.“ Lohnt sich bei Wiki nachzulesen: http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%B6ckenf%C3%B6rde-Diktum


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