Dierk Schaefers Blog

Viele Fragen stellt Uve Werner,

Posted in Geschichte, Gesellschaft, heimkinder, Kinderrechte, Kriminalität by dierkschaefer on 19. November 2014

Viele Fragen stellt Uve Werner,

teils eher rhetorische, teils „anstößige“.

Hier sein Text:

 

Auf FB soeben gepostet:
Ist nicht als Anklage gedacht, sondern eher als Anreiz zum Nachdenken zu verstehen!

Nun mal alle ehemaligen Heimkinder, Hand auf´s Herz !
Ihr wisst alle, das am 31.12.2014, auch der Heimfond-West keine Anträge mehr annimmt.
Kann mir jemand mal sagen, wo und an welchen politischen Fronten, sich für eine Antragsfristverlängerung eingesetzt wird?
GIbt es Vereine, Verbände und Beiräte, welche sich dafür z.Z. aktuell stark machen?
Wer von euch HK weiss, welche aktuellen Neuerungen vom Lenkungsausschuss beschlossen wurden?
Gibt es jetzt vereinfachte Vereinbarungen, oder gibt es sogar mehr Freizügigkeit bei der Verwendung der 10.000 Euro?
Haben alle HK von der Rentenausgleichszahlung profitieren können, oder warten heute noch einige auf eine gerechte Auszahlung?
Soll mit Schliessung der Anlaufstellen, auch unser Schicksal politisch abgeschlossen sein, keine weitere Aufarbeitung, keine weiteren Forderungen an Kirche und Staat?
Ist letztendlich damit das Kapitel  „Ehemalige Heimkinder in Deutschland“ abgeschlossen?
Wenn dem so ist oder wäre, dann haben wir uns für 10.000 Euro kaufen lassen!?
Dann haben wir stillschweigend hingenommen, das wir alt, krank und zu gebrechlich sind, um uns für unsere Rechte stark zu machen!
Dann nehmen wir hin, dass wir damals wie heute uns wie Unselbstständige und Unmündige haben behandeln lassen!
Dann haben wir hingenommen, das weder auf gesundheitliche Nachfolgeschäden Rücksicht genommen wurde, noch denen egal war und ist, dass uns dieses TRAUMA bis zum Lebensende begleiten wird.
Wenn dem so ist,
dann haben wir, für sexuellen Missbrauch, Essensentzug, Misshandlungen, Züchtigungen, Demütigungen, Freiheitsentzug, Kinderzwangsarbeit, Zwangsmedikamentierung…etc. uns für 10.000 Euro unsere WÜRDE abkaufen lassen.
Dann vergessen und verdrängen wir aber auch gleichzeitig die Tatsache, das tausende ehemalige Heimkinder, zwangsdeportiert, zwangssterilisiert und wie in Irland geschehen, hunderte Säuglinge in einem Massengrab verscharrt wurden.
Von den HK zu schweigen, welche zu hunderten den Suizid vorgezogen haben.
Zum Schluss gebe ich noch zu bedenken, das wir zwar unzählige Gedenktage und ebensoviele Denkmäler und Gedenkstätten haben, aber nicht eine einzige offizielle Gedenkstätte, für ein „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ nach dem Ende des 2. Weltkrieges.

Hochgebet in der Kath. Kirche:
Herr, schau nicht auf unsere Sünden, sondern auf den Glauben deiner Kirche…
Herr, ich bin nicht würdig, das du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort und meine Seele wird gesund…
p.s. ich glaube nicht, das Kinderseelen ungesund sein können (!), aber dennoch mussten wir es als Kinder ständig beten.
Über diese 2 Gebete u.a. habe ich heute eine drei stündige Diskussion mit Elvira geführt, sie war zwar kein Heimkind,
aber wurde dennoch von Vertretern der kath. Kirche „missbraucht“ in Gedanken, Worten und Werken…
Es war dennoch ein gelungener Tag und dafür sage ich einfach mal an dieser Stelle, Danke Elvira!

Herzliche Grüsse, Uwe Werner

 

Advertisements

4 Antworten

Subscribe to comments with RSS.

  1. sabine s. said, on 20. November 2014 at 01:10

    Kleine Korrektur am Rande: Wer am 31. 12. 14 ein Fax, E-Mail oder per Post an die für ihn zuständige Anlauf- und Beratungsstelle schickt, wird berücksichtigt werden müssen. Die Anmeldefrist läuft bis einschließlich 31. 12. 14.
    Ein Hochgebet auf die Kirche? Nein Danke!

    sabine s.

  2. ekronschnabel said, on 20. November 2014 at 10:16

    @ Uve Werner

    In diesem Blog, bei den Täternachfolgeorganisationen und bei ehemaligen Heimkindern stieß man sich immer an meiner drastischen Art und Weise, mit der ich Sauereien als solche bezeichne. Dreck wird nicht dadurch angenehmer, daß ich ihn etwas vornehmer Schmutz nenne. Wenn man in den Zoo geht und ein dort gehaltenes Schwein als Pferd bezeichnet, wird man sofort korrigiert, denn ein Schwein ist eben ein Schwein.
    Ich kann Schweine natürlich verkleiden, mit Miss Piggy machte man es so. Und? Sie blieb unter den schicken
    Klamotten das was sie ist: ein Schwein!

    Diese Betrachtungs- und Wertungsgrundlage erlernte ich blitzschnell, als ich mit den Vertretern der Täternachfolgeorganisationen zu tun bekam. Nun gehöre ich zu denen, die jeden Behördenmenschen fragen,
    wer hier denn wen ernährt, wenn ich auf Unwilligkeit treffe.Obrigkeitsdenken ist mir fremd, Titel gehen mir genau da vorbei, ich fordere einfach ein, wir bezahlen diese Typen. Der Herr Ltd. Regierungsdirektor, die Frau Ministerialrätin, der Herr Landesoberkirchenrat – all diese lächerlichen Hierarchiestempelchen sind unwichtiger als die Hinterlassenschaft von Nachbars Struppi. In Letztere kann ich reintreten, stinkt übel; in die Träger dieser klangvoll-sinnlos-Titel möchte ich reintreten, darf es leider nicht ungestraft tun. Du verstehts die Wertigkeit, Uve?!

    Wegen meinen Erfahrungen mit dieser Mischpoke aus der Welt der Verlogenheiten und Charakterlosigkeiten
    stelle ich nicht mehr die Frage, welche politischen Parteienvertreter sich denn fragen, was in diesem Land der schwarzbraunen Denke eigentlich mit Heimkindern passierte und immer noch passiert. Es interessiert diese
    Volksvertreter einen Dreck, ob du und ich an den Folgen der faschistischen Handlungsweisen von Behörden und Kirchen verrecken! Es interessiert sie einen Dreck, wie andere Nationen ihre Verbrechen aufarbeiten. Deutsche bleiben was sie waren! Da rutscht irgend ein fetter Pope auf dem Kirchenboden rum, gibt sich demütig und lallt was von Schuld und Vergebung – steht dann auf, klopft sich den Staub vom feisten Ranzen und blickt sich lobheischend um. ‚Seht her! Sind wir nicht edel? Wir verzeihen unseren Opfern sogar, dass sie uns so böse angreifen!‘.

    Uve, diese ganze Bande musst Du einfach in das Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ verschieben. Und mache nie den Fehler, vor dieser Bagage des Establishment bescheiden aufzutreten. Wende ihre Masche an, das verstehen sie. Die Frau Ex-Bundestagsvizepräsidentin – ich lach‘ mich tot, wenn diese Sorte Respekt einfordert. „Der Herr Landesoberkirchenrat ist in einer Besprechung“ „Hinterlassen Sie ihm bitte die Nachricht,
    dass ich mit ihm auch was zu besprechen habe. Die Presse fragte deswegen bereits bei mir an!“ . Der Handelsvertreter des Bischofs rief zurück. Weil er weiß, dass sein Konzern so voller stinkendem Unrat ist, dass
    er sofort wissen will, wo es denn schon wieder so dolle stinkt. Man kann sich auch durch Kahlschlagtechnik
    einen Namen machen, Uve. Lernte ich rechtzeitig.

    • Helmut Jacob said, on 20. November 2014 at 17:15

      „Ich kann Schweine natürlich verkleiden, mit Miss Piggy machte man es so. Und? Sie blieb unter den schicken Klamotten das was sie ist: ein Schwein!“
      Die vornehme Verkleidung mancher Schweine ist schwarz, sieht aus wie ein Rock und ist je nach Fakultät mit Gebimmel um den Hals herum. Meist tragen sie dazu ein Kreuz. Aber es bleibt die Feststellung: nur manche Talarträger sind zu Schweinen verkommen. Es gibt auch noch die mit geradem Kreuz.

      • ekronschnabel said, on 20. November 2014 at 17:38

        Ja,wenn es die mit dem geraden Kreuz und mit Rückgrat nicht gäbe, sähe es noch trauriger aus. Ich traf solche
        nicht nur unter Kirchenleuten, sondern auch in den Anlauf- und Beratungsstellen.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: