Dierk Schaefers Blog

Noch schlägt der WEIHNACHTSmarkt den WINTERmarkt

Posted in Politik, Religion by dierkschaefer on 8. Dezember 2014

„WEIHNACHTSMARKT Ungefähr        29.900.000 Ergebnisse (0,26 Sekunden)“

„WINTERMARKT: Ungefähr                        438.000 Ergebnisse (0,43 Sekunden)“[1].

 

Doch es gibt ungeheuer fortschrittliche Städte in Deutschland. Die verbieten öffentliche Weihnachtsmärkte, für ein Fest zum Ramada haben sie auch nichts übrig.

Deutschland soll frei werden, religionsfrei und damit auch brauchtumsfrei, soweit das Brauchtum an Religion erinnern könnte.

»Die Grundlage für die Debatte in Berlin ist folgender Satz: „Das Bezirksamt Kreuzberg verständigt sich darauf, dass grundsätzlich keine Genehmigungen für Veranstaltungen von Religionsgemeinschaften im öffentlichen Raum erteilt werden.“ So steht es laut „Bild“ in einem Sitzungsprotokoll des Bezirksparlaments vom vergangenen Jahr. Damit ist ein Weihnachtsmarkt unerwünscht, ein Ramadanfest aber ebenso.«[2]

Öffentliche Weihnachtsmärkte werden zwar in der Regel nicht von Religionsgemeinschaften organisiert. Die machen einen Weihnachtsbazar in den eigenen Räumen.

Doch was soll’s? In Zukunft werden auf den Wintermärkten weder der Nikolaus noch der Weihnachtsmann mit kleinen Gaben die Kinder für das Christentum ködern können. Dafür tritt – nein, nicht der Wintermann – dafür tritt Väterchen Frost[3] in Aktion, (vielleicht aber auch der Coco-Cola-„Zänta“[4]), begleitet von der legendären geflügelten Jahresendfigur.[5] Doch die »normalen Leute nannten das Weihnachtsengel und nicht anders«.[6]

Die normalen Leute werden also auch weiterhin, egal wie er heißt, auf den Weihnachtsmarkt gehen, Glühwein trinken und sich alles anschauen, was zumeist mit Christi Geburt nichts zu tun hat. Dazwischen werden auch Schnitzereien aus dem Erzgebirge stehen; einige erinnerten auch in religionsfeindlichen DDR-Zeiten an das Weihnachtsgeschehen.

Doch vielleicht kommt doch noch einer der überdrehten politisch Korrekten auf die Idee, die Weihnachtsbe … nein, die Winterfestbeleuchtung auszuschalten. Denn vom Licht, das in der Finsternis leuchtet[7], lesen wir im Johannesevangelium. Gehört alles ausgemerzt, radikal.

[1] jedenfalls nach Google, Montag, 8. Dezember 2014

[2] http://www.merkur-online.de/aktuelles/welt/winterfest-statt-weihnachtsmarkt-4502410.html s. auch http://www.bz-berlin.de/berlin/friedrichshain-kreuzberg/weihnachtsmarkt-soll-wintermarkt-heissen

[3] http://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%A4terchen_Frost

[4] https://www.flickr.com/photos/dierkschaefer/15349006743/

[5] http://de.wikipedia.org/wiki/Jahresendfl%C3%BCgelfigur

[6] https://www.freitag.de/autoren/constantin-rhon/gefluegelte-jahresendzeitfiguren

[7] https://www.flickr.com/photos/dierkschaefer/4218081595/

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11 Antworten

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  1. Heidi Dettinger said, on 9. Dezember 2014 at 18:07

    Weihnachtsmarkt, Wintermarkt, Ramadanmarkt, Abzockbutzen

    Völlig schnuppe, wie das Ding heißt. Hauptsache das Geld stimmt. Und damit meine ich nicht unbedingt die kleine Würstchenbude oder den Stand mit dem quietsch süßen und stark überteuerten Glühwein…

    Aber es sollte schon nachdenklich stimmen, dass sich Leute viel mehr Gedanken darüber machen, wie so ein Geschäft benannt wird, denn wie es abgewickelt wird und wer wirklich daran verdient!

  2. dierkschaefer said, on 9. Dezember 2014 at 22:12

    schon sehr putzig. märkte funktionierten schon immer nach angebot und nachfrage. man muß nichts kaufen.

  3. Heidi Dettinger said, on 10. Dezember 2014 at 06:45

    So, so. Angebot und Nachfrage und kein Kaufzwang. Wenn alles so einfach ist, warum werden dann Millionen für Werbung ausgegeben?

  4. dierkschaefer said, on 10. Dezember 2014 at 10:20

    nun, für weihnachtsmärkte wohl nicht. doch generell: gezwungen werden sie nicht. wenn sie sich so leicht verführen lassen, ist das ein anderes thema.

  5. Heidi Dettinger said, on 10. Dezember 2014 at 18:07

    Herr Schäfer! Sie sind doch ein ernst zu nehmender Mensch, kritisch obendrein!

    Ist das ganze Weihnachtsfest in unseren Breiten nicht längst von einer christlichen Feier zu einer kommerziellen Veranstaltung geworden, mit der sich Massen an Geld verdienen lässt? Darüber wird in jeder zweiten TV-Sendung ganz offen geredet.

    Wieso sollten gerade die Weihnachtsmärkte NICHT Teil dieser Abzocke sein? Auch darüber wird vor Ort offen diskutiert.

    Mit der Werbung wird ein künstlicher Bedarf und damit eine ebenso künstliche Nachfrage erzeugt, dem sich die meisten Menschen in der einen oder anderen Form nur schwer bis gar nicht entziehen können.

    • dierkschaefer said, on 10. Dezember 2014 at 23:54

      selbstverständlich hat weihnachten nichts mit lebkuchen zu tun. auch ohne tv weiß ich, dass viele geschäfte ihren hauptumsatz im dezember machen. die kommerzialisierung des festes ist meinen kollegen schon seit jahrzehnten ein dorn im auge und sie leiden darunter, dass der sinn des festes völlig in den hintergrund getreten ist.
      doch wieso abzocke? es zwingt sie doch niemand. abzocke nenne ich die tv-zwangsgebühren, denen kann ich nicht ausweichen.
      doch wenn ich sie richtig verstehe, warten sie geradezu auf meinen weihnachtsgruß, den ich auch in diesem jahr wieder für die volmarsteiner verfaßt habe. der kommt sogar ohne kollekte, und verkauft wird auch nichts.

      • Heidi Dettinger said, on 11. Dezember 2014 at 06:08

        Abzocke ist für mich alles, was mir mit unlauteren Mitteln Geld abzieht. Dazu gehört die Werbung, die mir irgendeinen Unsinn aufschwatzt genauso, wie überteuerte Benzinkosten, die TV-Zwangsgebühren oder auch die Energiekosten, die mich zwingen, die Kosten der Industrie mitzutragen. Und das mit dem zwingen ist so eine eigene Sache.

        Im Übrigen: Sie werden es vielleicht nicht glauben, aber ich genieße Ihre Weihnachtsgrüße wie auch die meisten Ihrer anderen Postings. Selbst wenn ich in vielen Dingen nicht mit Ihnen einer Meinung bin – das macht doch immerhin einen gewissen Reiz.

        In diesem Sinne: Ihnen eine friedvolle und kerzenscheinige Vorweihnachtszeit.

      • dierkschaefer said, on 11. Dezember 2014 at 12:16

        manche dinge muß man mitfinanzieren, ob man will oder auch nicht. gegen manches kann, gegen manches sollte man laut protestieren. aber wer sich unsinn aufschwatzen lässt, sollte sich nicht beklagen, sondern in sich gehen.
        auf weihnachts- oder wintermärkte muß man gar nicht erst gehen. aber schön war es doch, gestern in straßburg: eine stadt im weihnachtsglanz. natürlich müssen die kosten für die weihnachtsdeko der öffentlichen straßen und gebäude mehr als wieder eingespielt werden. natürlich ist all das angesichts der not in der welt – und auch bei uns – verschwendung. doch nicht nur das weihnachtsgeschäft boomt zum jahresende. auch für den spendenmarkt fällt vieles ab, auch wenn die spötter sagen, das sei nur zur gewissensberuhigung. was hilft, hilft.
        mein weihnachtsgruß kommt nächste woche. meine straßburg-photos vielleicht noch heute.

  6. Mandolinchen said, on 13. Dezember 2014 at 16:30

    Ich bin da nostalgisch und trauere den alten Weihnachtsbräuchen nach. Es hatte etwas von Sehnsucht, Harmonie, Freude, Glaube und Nächstenliebe………..lang lang ist’s her.
    Aber jeder kann es ja für sich selbst so gestalten wie gemocht, und das ist ein Trost. Fehlte noch, wenn es eine Weihnachtskerzenkontrolle gäbe…………………………………….

  7. Erika Tkocz said, on 14. Dezember 2014 at 01:32

    Bräuche/Traditionen sollten beibehalten werden und ich mag Weihnachtsmärkte, da steckt halt noch viel Kind in mir. Heute stand ich aber gegenüber des Weihnachtsmarktes, weil wir unseren monatlichen flashmob „Pflege am Boden „ hatten. Auch wenn die Menschen nun zum Weihnachtsmarkt wollten sind doch Einige stehen geblieben und nahmen sich die Zeit unsere Anliegen anzuhören.
    Ich hoffe entsprechendes Bild kann man hier sehen und ich wünsche Euch einen entspannten 3. Advent.

  8. Uwe Werner said, on 14. Dezember 2014 at 13:05

    Recht so Herr Schaefer! Weihnachten gibt einem auch die Zeit zur Selbstbesinnung, auch weckt sie viele Erinnerungen in einem, oftmals auch nicht immer Gute, aber sie bietet die Möglichkeit, Gefühle zu zeigen und sie auch zuzulassen. Weihnachten kann in vielerlei Hinsicht interpretiert werden, aber allein schon die Tatsache, das man es an Heiligabend förmlich spüren kann, wie sich so gegen 14.00 Uhr eine Ruhe und Stille über das Land ausbreitet, und die meisten Menschen nach Hause eilen. Es sind wohl diese weinigen Stunden im Jahr, frei von Hektik, welche auch in vielen Weihnachtsliedern zum Ausdruck kommt, die uns Mensch sein lassen. Wenn wir in den Heimen gesungen haben:…..segne den Vater , die Mutter, das Kind…. , kam bei mir eine Sehnsucht und ein Verlangen, eben nach dieser Familie, auf. Ich denke bei diesem Lied „Kling Glöckchen…“ erging es vielen ehemaligen Heimkindern so, auch dies konnte man oftmals physisch stark spüren. Nicht Sylvester, nicht Neujahr, nur Weihnachten ist dazu geeignet, alle Sehnsüchte und Wünsche, egal wo auf der Welt, und ohne sich dafür schämen zu müssen, immer wieder neu durchleben und zeigen zu dürfen. Stets und immer in Verbindung mit HOFFNUNG.
    Egal, wer Weihnachtslieder gedichtet und komponiert hat, muss wohl ähnlich gespürt haben, wie ich.


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