Dierk Schaefers Blog

Da hat noch jemand Weihnachten kapiert

Posted in Gesellschaft, Politik, Religion by dierkschaefer on 17. Dezember 2014

Jesus stört den Rummel. Das Krippenspiel wird verboten, es hat peinlicherweise eine politische Komponente, weil die Geburt Jesu schon immer eine Asylgeschichte war. Das ist der Sprengstoff in der Geschichte. Davor müssen die nichtsahnenden, Glühwein trinkenden Weihnachtsmarktbesucher geschützt werden.

Muss vielleicht die Stadt selber geschützt werden? Wenn das Krippenspiel eine Proasylbotschaft hat[1], könnten irgendwelche Hooligans eine WOGIDA, eine Wormser Initiative gegen alle Fremdbedrohung des Abendlandes bilden. Dann doch lieber eine oft verkannte Kernbotschaft des ach so christlichen Abendlandes verbieten.

 

Worms, die Stadt mit dem Dom im Logo also, die wörtlich aber lieber als Nibelungenstadt firmiert[2], hat ein Krippenspiel auf dem Weihnachtsmarkt verboten und das Landgericht Mainz bestätigt das Verbot. Dabei hat die Stadt doch so ein schönes Adventsprogramm auf ihrer offiziellen Webseite stehen.[3]

 

»Das Ganze liest sich wie eine Kabarettnummer – wenn es denn bloß ironisch gemeint wäre: Ein Krippenspiel vor einer Krippe auf dem Weihnachtsmarkt könne bei dessen Besuchern „zu Irritationen führen“. Mit dieser Begründung hat die Stadt Worms einer Initiativgruppe von ChristInnen und Anti-Rechtsextremismus-Aktivisten um den evangelischen Pfarrer Fritz Delp die Aufführung eines Krippenspiels verboten, mit dem sie auch und vor allem auf die aktuelle Situation von Flüchtlingen hinweisen wollten.«[4]

 

Ganz offensichtlich wurde das Stadtoberhaupt von einer falschen Muse geküßt[5] oder war es der giftige Hauch des Drachen Fafnir[6]? Fafnir gibt es auch in Mainz,[7] keine drei Kilometer vom Landgericht entfernt.

[1] http://www.proasyl.de/

[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Worms#mediaviewer/File:Nibelungenstadt_Worms_Logo.svg

[3] http://www.worms.de/de/aktuelles/_meldungen-startseite/worms-im-advent.php

[4] http://aktuell.evangelisch.de/artikel/111847/krippenspiel-auf-weihnachtsmarkt-worms-durch-landgericht-mainz-verboten

[5] https://www.flickr.com/photos/dierkschaefer/3356456112/in/set-72157615322672846

[6] https://www.flickr.com/photos/dierkschaefer/3355643929/in/set-72157615322672846 https://de.wikipedia.org/wiki/Fafnir

[7] https://de.wikipedia.org/wiki/Fafnir#mediaviewer/File:Kaiserbruecke_Mainz_Drache.jpg

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2 Antworten

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  1. Erika Tkocz said, on 17. Dezember 2014 at 14:35

    Die Weihnachtsgeschichte bzw. ein Krippenspiel aufzuführen -auf heute bezogen- könnte nicht treffender sein als in einer Aufführung über die Flüchtlingssituation. Wäre es wirklich so, dass die Besucher des Weihnachtsmarktes darüber irritiert wären? Dann ist es also soweit, es ist verboten das Krippenspiel in dem Heute versetzt aufzuführen und Maria-Joses und das Kind? Vielleicht müssen sie sich tatsächlich eine andere Herberge suchen, denn der Weihnachtsmarkt scheint nicht mehr passend zu sein….und sowieso…..da werden sie ja auch nicht mehr rein gelassen…. denn da will man keine Flüchtlinge haben!

    Wie gut dass bei uns das Ordnungsamt keinen Verdacht“ schöpfte, als wir ausnahmsweise unseren Flashmob am Schloß angemeldet haben……und natürlich -es nur ein Zufall ist-, dass gegenüber der Weihnachtsmarkt ist……ein Schelm der Böses denkt:-)

  2. Helmut Jacob said, on 17. Dezember 2014 at 18:40

    zum urteil nur eins: bescheuert. zur entscheidung der stadt: mehr als dämlich.


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