Dierk Schaefers Blog

Längst ist die Jugendhilfe auch ein großes Geschäft geworden

Posted in heimkinder, Politik by dierkschaefer on 23. Februar 2015

»Wenn junge Menschen über Missstände in ihren Einrichtungen klagen, dann wird ihnen wenig Gehör geschenkt. So gerät das Heer der freien Jugendhilfeträger – darunter Privatunternehmer, Verbände, gemeinnützige Vereine – selten ins Blickfeld der Öffentlichkeit. Doch nicht allen geht es allein um das Wohl der ihnen anvertrauten 140.000 Kinder und Jugendlichen. Längst ist die Jugendhilfe auch ein großes Geschäft geworden.«

http://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/wdr/wenn-jugendhilfe-zum-geschaeft-wird-100.html

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10 Antworten

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  1. M. Jahnke-Fox said, on 23. Februar 2015 at 17:40

    Dass ist genau das wogegen ich persönlich als Journalist angehe, nämlich nicht nur mit Kindern Kasse machen, sondern auch nach wie vor der breiten Masse (sprich Öffentlichkeit) weiß machen zu wollen wie toll es unseren jüngsten und schwächsten dieser Gesellschaft doch geht. Dazu muss man jedoch auch wissen, dass Politik schon immer ein dreckiges Geschäft war und ist. Besonders die Sozialpolitik welche sich immer gerne nach außen hin großzügig proklamiert jedoch in Wirklichkeit nur ein Windbeutel ist. Die breite Masse aber sie schweigt und fühlt sich entlastet von ihrer Verantwortung gegenüber diesen Kindern und überläst alles gutgläubig Dritten. Wenn Kinder in Deutschland schon zur Ware werden was passiert danach? Und was passiert mit den Alten und Behinderten in diversen Einrichtungen? Man mag kaum daran denken oder muss schon abgebrüht sein will man nicht nach all den Skandalen und Vorkommnisse an ehemalige Heimkinder in Resignation verfallen. Hier hilft wirklich nur ein einziges Rezept; Aufräumen aber mit der Keule, denn anderes verstehen weder Politik noch karitative Einrichtungen.

    mjf

    • GP said, on 16. Juni 2015 at 12:40

      Wenn Jurnalismus und Aufdecken in deinem Interesse liegen kann ich eine aktuelle Geschichte Liefern hier in Deutschland.

  2. dierkschaefer said, on 23. Februar 2015 at 18:33

    Die Keule ist ein untaugliches Mittel. Außerdem gibt es auch ordentliche Einrichtungen, die den Kindern das geben, was ihre Eltern nicht können.

    • M. Jahnke-Fox said, on 24. Februar 2015 at 21:46

      Diese Keule kann auch das Wort sein.

      mjf

    • GP said, on 16. Juni 2015 at 12:35

      Natürlich ist die keule kein taugliches mittel. Aber als aktuell Betroffener Elternteil, der Hilfe für sein kind benötig aber nur mitbekommt das letztendlich doch nur Abgezockt wird und die Jugendämter tatanlos zuseneh, überkommt mich eine Ohnmacht sondergleichen.
      Wenn Heimleitung und Psychotherapeut in einer Person sind gibt es doch ganz eindeutig Interessenskonflikte.

  3. Heidi Dettinger said, on 23. Februar 2015 at 23:43

    „Längst ist die Jugendhilfe auch ein großes Geschäft geworden“? Wo leben sie denn, die TV-Macher? Das große Geschäft ist die Jugendhilfe schon seit Jahrzehnten! Nicht nur mit Kinder-Zwangsarbeit, gestohlenen Löhnen und hinterzogenen Sozialabgaben, auch mit Sparbüchern, Waisengeldern, Eigenbeträgen der Eltern wurde bereits in den 50er, 60er und 70er Jahren Reibach gemacht.

    • M. Jahnke-Fox said, on 24. Februar 2015 at 21:49

      Das kann ich nur bestätigen Heidi. Und deren Antworten auf die Frage warum heißt es „das war eben so gewesen“. Da kann man nur noch den Kopf darüber schütteln wie staatliche Stellen sich an den schwächsten bereichert haben nur um deren Haushalte zu finanzieren.

      mjf

  4. Erika Tkocz said, on 24. Februar 2015 at 15:13

    Zunächst möchte ich einmal erwähnen, dass die damalige Heimerziehung sich nicht reduzieren lässt auf Zwangsarbeit, Säuglinge waren genauso betroffen von der elendigen Heimerziehung und sollten auch entsprechend wahrgenommen werden. Ich habe gestern den Beitrag in der ARD gesehen und mir ist es jetzt nicht wichtig, dass das Geschäft mit diesen Kindern in der Gegenwart wahrgenommen wird und dabei die Vergangenheit außen vorsteht. Erschreckend finde ich eher, dass aus der Vergangenheit nichts gelernt worden ist und dass man die zunehmende Privatisierung von Heimen als Lösung betrachtet. Wenn es um Geld geht kennen Menschen keine Moral, zu lukrativ ist das Geschäft und es ist erschreckend, dass es keine Kontrollen gibt die das verhindern. Ganz im Gegenteil, immer mehr Stellen werden beim Jugendamt abgebaut und engagierte Mitarbeiter, die sich nicht in dieses System der geldgeilen Privatunternehmer einfügen werden gemobbt. Da darf sich ein Heimbetreiber so einfach als Psychotherapeut ausgeben und seine Gutachten in seinem Interesse schreiben, was bedeutet Kinder von den Eltern fernzuhalten und dieses in seinen Gutachten pseudohaft begründet und schon rollt der Rubel. Besonders schlimm war die Geschichte des Mädchens, dass von einer polnischen Heimleiterin nach Polen in einer Familie untergebracht wurde, obwohl aus einem Gutachten hervorging, dass das Mädchen therapeutische Hilfe bräuchte. Diese Familie spricht kaum Deutsch, in die Schule konnte das Mädchen auch nicht gehen und die Familie bekam 600 Euro. Die restlichen 4-5000 Euro verblieben bei der Heimleiterin und so macht man heute Geschäfte. Die Privatisierung der Heimunterbringung ist eine Katastrophe und wie kann man nur so bescheuert sein und glauben, dass bei so viel Geld noch an das Wohl der Kinder gedacht wird.
    Herr Schäfer vielleicht geht es nicht um die Mehrheit der Heime und vielleicht ist es für manche Kinder schon besser in einem Heim zu kommen, keine Frage. Aber es ist unverständlich in welcher Art und Weise hier Möglichkeiten gegeben werden aus der Not von Kindern Geschäfte zu machen und wenn man dann nicht die Keule schwingen soll, dann frage ich mich schon was es braucht um endlich diese kriminellen Machenschaften zu unterbinden. Eines dürfte aber sicherlich klar sein, die Heimunterbringung zu privatisieren ist ein falscher Weg, denn da gehe ich sehr wohl davon aus, dass hier das Geld im Vordergrund steht, es ist ein Geschäft und ein soziales Engagement spreche ich privaten Betreibern ab!

  5. Martin MITCHELL said, on 25. Februar 2015 at 05:28

    .
    „Wenn Jugendhilfe zum Geschäft wird“ – ARD 23.02.2015

    DOKUMENTATION: Die Story im Ersten – Mit Kindern Kasse machen. ( 23.02.2015 ) @ http://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/wdr/wenn-jugendhilfe-zum-geschaeft-wird-100.html

    ANFANG DES ZITATS DIESER WICHTIGEN UND AUGENÖFFNENDEN NEWS-STORY.

    [ ARD – MEDIATHEK VIDEO @ http://www.ardmediathek.de/tv/Reportage-Dokumentation/Die-Story-im-Ersten-Mit-Kindern-Kasse-m/Das-Erste/Video?documentId=26694946&bcastId=799280 ( Länge: 43 Min. und 48 Sek. ) ]

    Die Story im Ersten – Mit Kindern Kasse machen.

    Sendetermin: Mo., 23.02.15 | 22:45 Uhr

    [ FOTO: Die Story im Ersten: Mit Kindern Kasse machen | Video verfügbar bis 23.02.2016. ]

    Jeden Tag werden im Durchschnitt 100 Kinder und Jugendliche aus ihren Familien genommen und in Einrichtungen untergebracht. Die Jugendämter wollen sie vor ihren Eltern schützen und verhindern, dass sie vernachlässigt oder gar misshandelt werden. Diese „Inobhutnahmen“ sind seit 2005 um 64 Prozent gestiegen. Sie sind traumatisierend für die Seelen der Kinder. Aber nötig und sinnvoll, wenn sie zuhause wirklich in Not sind und in Heimen besser betreut werden und sich entfalten können.

    [ FOTO: Wakiya, heute 16, verbrachte drei Jahre und drei Monate im Heim. ]

    Die Jugendämter, die diese „Inobhutnahmen“ beschließen, sind unter Druck: Fehlentscheidungen können das Leben der Kinder und ihrer Familien zerstören. Doch sie sind allerorts überlastet. Nicht selten betreuen Mitarbeiter bis zu 90 Familien. Sie beauftragen freie Träger, sich um die Unterbringung der Kinder zu kümmern. Eine der sensibelsten Aufgaben des Staates, die Betreuung von Kindern und Jugendlichen in Not, ist nahezu komplett privatisiert.

    [ FOTO: Jeden Tag werden im Durchschnitt 100 Kinder und und Jugendliche aus ihren Familien genommen und in meist privaten Einrichtungen untergebracht. ]

    Der Markt der stationären Einrichtungen wächst und ist lukrativ. Ein einziger Platz in einem Heim kostet die Kommunen im Jahr rund 50.000 Euro. Doch ob dieses Geld wirklich zum Wohl der Kinder und Jugendlichen verwendet wird, wird kaum überprüft: Den Jugendämtern fehlt die Zeit und ihre Eltern sind dazu nicht in der Lage.

    Wenn junge Menschen über Missstände in ihren Einrichtungen klagen, dann wird ihnen wenig Gehör geschenkt. So gerät das Heer der freien Jugendhilfeträger – darunter Privatunternehmer, Verbände, gemeinnützige Vereine – selten ins Blickfeld der Öffentlichkeit. Doch nicht allen geht es allein um das Wohl der ihnen anvertrauten 140.000 Kinder und Jugendlichen. Längst ist die Jugendhilfe auch ein großes Geschäft geworden.

    Ein Film von Nicole Rosenbach und Anna Osius

    Das Manuskript ist als PDF-Datei per E-Mail erhältlich über:

    inland@wdr.de

    oder per Post anzufordern über:

    WDR Fernsehen, PG Inland, 50600 Köln.

    ENDE DES ZITATS DIESER WICHTIGEN UND AUGENÖFFNENDEN NEWS-STORY.

    Alternativer Link Alternativer zu dem zuvor oben angegebenen Link zu diesem Film: »Die Story im Ersten – Mit Kindern Kasse machen. [Doku]« @ https://www.youtube.com/watch?v=OugU19pdsvc ( Länge: 43 Min. und 49 Sek. ) ( Eingestellt von »eberwaschanlage« am 23. Februar 2015 )

    Beschlagwortet mit TAGS/LABELS:
    Die Story im Ersten, Mit Kindern Kasse machen, Kinder und Jugendliche, aus ihren Familien genommen, in Einrichtungen untergebracht, Jugendämter, vernachlässigt, misshandelt, Inobhutnahmen, Heimkinder, Heim, Heimen, Fehlentscheidungen, das Leben der Kinder, und ihrer Familien, zerstören, freie Träger, Unterbringung, Betreuung von Kindern, Jugendlichen in Not, komplett privatisiert, Kinder und Jugendliche, aus ihren Familien genommen, Einrichtungen untergebracht, Markt, stationären Einrichtungen, wächst und ist lukrativ, Missstände, Jugendhilfeträger, freien Jugendhilfeträger, Privatunternehmen, Verbände, gemeinnützige Vereine, Nicole Rosenbach, Anna Osius, WDR Fernsehen, Gutachter Robert Filz, TheraVia, Leuchtfeuer, Auslandsmaßnahme,
    .


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