Dierk Schaefers Blog

Moralisches Fingerhakeln

Posted in Ethik, Moral by dierkschaefer on 4. April 2015

Die moralischen Zeigefinger – meist wird nur ein Finger moralisch belehrend erhoben. Wer einsichtig ist, denkt auch an seinen zweiten, der auf ein moralisches Dilemma hinweisen könnte. Doch so „schizophren“ sind nur wenige. Und so kommt es zum moralischen Fingerhakeln, wie dieser Artikel belegt: http://blogs.faz.net/stuetzen/2015/04/04/der-pflegenotstand-als-soziologisch-faire-angelegenheit-5121/

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4 Antworten

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  1. Helmut Jacob said, on 4. April 2015 at 17:25

    Der Pflegenotstand ist einzig und allein auf die miese Bezahlung zurückzuführen. Selbst kirchliche Einrichtungen haben schon vor Jahren dem Pflegepersonal gekündigt und ihm angeboten, über die neue „Personalservicegesellschaft“, die sich unter dem gleichen Dach befindet, sich neu zu bewerben. Das taten sie dann auch und stellten fest: 30% weniger Gehalt.
    Wir haben Geld genug, um die Welt zu retten. Um korrupte Bilanzfälscher wie die vorherigen griechischen Regierungen, und noch korruptere Banken finanziell zu füttern. Außenvor steht natürlich der griechische Bürger, der mit dem Rücken zur Wand steht.
    Wir haben Geld für alle möglichen Einsätze und Entwicklung eigener Kampfdronen (Und ich dachte immer ,Flintenuschi ist die neue Kampfdrone), aber kein Geld für den Kampf an den Kranken- und Altenheimbetten.

    • dierkschaefer said, on 4. April 2015 at 18:20

      Ich weiß gar nicht, was Sie haben, lieber Herr Jacob: Zu Ostern rufen die beiden großen Kirchen zu Gottvertrauen und Zuversicht auf. Zugleich mahnen sie Solidarität mit den Schwachen an und kritisieren übertriebenes Gewinnstreben. http://www.fr-online.de/panorama/kirchen-bischoefe-kritisieren-gewinnstreben,1472782,30293916.html

      • Helmut Jacob said, on 4. April 2015 at 20:53

        Sie meinen die Kirchen, lieber Herr Schäfer, deren Kirchenfürsten BMW und Mercedes in der höchsten Klasse fahren? Ich erinnere mich an den Papstbesuch und die Wagenkolonne. Oder meinten Sie unseren Nikolaus, der die Solidarität mit den durch die Kirche Verarmten schlichtweg vergessen hat?
        Morgen schlage ich zurück: Ich trinke Wein und predige Wasser. 🙂

  2. Erika Tkocz said, on 5. April 2015 at 00:18

    Richte ich meinen Blick auf andere Länder, müsste ich zufrieden sein, denn woanders ist es schlimmer. Oder wie es zum Schluss in diesem Artikel lautet:
    “ Also, denken Sie daran, wenn Sie mit einem gebrochenen Arm in der Küche stehen, die Dose nicht aufgeht und ihr pflegebedürftiger Partner nebenan Hunger hat. Das ist nicht schön, aber angesichts des Elends in der Dritten Welt soziologisch durchaus vertretbar.“
    Es wäre der Stillstand jeder notwendigen Veränderung, weil ich mir im Kontext ärmerer Länden keine Kritik erlauben darf. Ich dann darf ich grundsätzlich nicht mehr viel und bräuchte mir auch keine Gedanken mehr zu machen, wie ich mit einer Hand (so wie es in dem Artikel geschrieben steht) irgend eine Dose aufbekomme und würde bei so einem Problem antworten: „Du kriegst zwar nicht die Dose auf, aber sei froh wenn Du noch ein Hand hast, es gibt Menschen die haben keine Hände“. Es geht immer noch schlimmer und in diesem Vergleich müsste ich dann vieles still erdulden, weil es eben immer noch schlimmer geht.

    Aber so kann man nicht leben und schon gar nichts verändern und deswegen erlaube ich mir ohne permanentes schlechtes Gewissen, weil ich andere-denen es schlimmer geht nicht immer im Fokus habe- kritisch zu sein und auch den Blick hier in diesem Lande zu richten. Ich kann mit dem Artikel nicht viel anfangen, ich erkenne nicht den Sinn, aber vielleicht bin ich ja nicht intellektuell genug, aber das macht nichts.
    @ Helmut es liegt nicht nur an der Bezahlung, denn wäre es so, gäbe es schon lange kein Personal mehr in konfessionelle Einrichtungen und der Personalmangel ist in konfessionelle Häuser nicht unbedingt grösser. Es ist ein Bündel an Problemen die es in der Pflege gibt, so beispielsweise die sich immer mehr verdichteten Arbeit durch die immer kürzer werdende Verweildauer. Die Beziehung zu dem Patienten hat sich verändert, oder anders herum sie gibt es in bestimmten Abteilungen gar nicht mehr, denke ich da an die Chirurgie. Der Patient kommt rein, wird operiert und wird schnellst möglich entlassen, das wurde schon vor Jahren der Begriff „blutig entlassen“ kreiert. Ja und man hört sowieso nicht gerne Patient, sondern der Patient ist ein Kunde und natürlich hat man viele Gründe…scheinbar gute Gründe….diese Bezeichnung zu wählen, nur geändert hat sich dadurch auch nichts, denn der Kunde ist nicht König sondern ein Wirtschaftsfaktor und bringt er kein Geld ist er nicht mehr Kunde, sondern wird entlassen.

    Ja ich könnte jetzt stundenlang weiter schreiben, aber das sprengt den Rahmen, aber ich befürchte, dass es am Ende doch so weit kommt, wie es in dem Artikel steht: „Hunde wollt ihr ewig leben“ und wenn nichts mehr geht wird bestimmt auch irgendwann ein Paradigmawechsel stattfinden in Bezug auf die Selbsttötung.

    Ja und jetzt denke ich nicht wirklich global oder gar an das Pflegepersonal wenn ich abschließe: ich bis seit letztes Jahr Oktober in Rente und das ist gut so.


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