Dierk Schaefers Blog

Schwierig ist’s, nicht zynisch zu reagieren

Posted in Pädagogik, Resozialisierung by dierkschaefer on 1. Juni 2015

»Der Berliner Senat für Jugend hat in den 1970er-Jahren ein Projekt unterstützt, bei dem einschlägig Vorbestrafte 15- bis 17-Jährige betreuen durften. Jetzt ist das Entsetzen groß.«

http://www.tagesspiegel.de/berlin/berliner-verwaltung-foerderte-projekt-ein-experiment-jugendliche-an-paedophile-uebergeben/11849844.html

Um nicht zynisch zu werden: kein weiterer Kommentar.

Eine Antwort

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  1. M. Jahnke-Fox said, on 1. Juni 2015 at 13:03

    Alle Anfänge liegen noch weiter zurück als es den Anschein hat. Nicht erst seid der Wiederentdeckung des sogenannten „Forschungsberichts“ des Kölner Psychologen Helmut Kentler (1928 – 2008). Die Verfehlungen des damaligen Berliner Senat für Familie, Jugend und Sport begannen schon in den 50er Jahren zu versumpfen. Und mittendrin immer wieder auch die einzelnen Jugendämter und Fürsorgestellen des Landesjugendamt. Das Wort Fürsorge, so wie es einmal Johann Heinrich Wichern verstanden hatte, schien irgendwie in der Nachkriegszeit bei diesen Institutionen nicht mehr existent gewesen zu sein. Berlin ist dabei jedoch nur als stellvertretend für die anderen Jugendbehörden in der alten Bundesrepublik zu verstehen, denn diese Verfehlungen existierten ja nicht erst seit den 70er Jahren, sondern schon weit vorher.
    Ich als ein ehemaliges Heimkind der 50er bis in die 70er Jahre habe das alles direkt miterlebt. Und nicht nur dass, sondern noch ganz andere Sachen.
    Der Sumpf ist tief und man steckt selbst noch Jahrzehnte später als ehemaliges Heimkind immer noch mit den Füßen darin fest. Man hatte uns einfach während der Zeit des Wirtschaftswunders als unbequemen Faktor beiseite geschoben und war daher froh darüber das es einen solchen Psychiater wie diesen Kentler überhaupt gegeben hatte. Das legitimierte für den damaligen Senat diese Handlungsweise welche nun aktuell zum gesellschaftlichen Aufschrei führt.
    So vertraute man den Gewäsch dieses Mannes welcher sich selber als Homosexuell geoutet hatte ohne das Ganze kritisch zu hinterfragen. Auch ich war in den 60er Jahren ein ehemaliger sogenannter gewesen, jedoch warum ich es war hatte niemand auch nur annähernd einmal ernsthaft hinterfragt. Man interessierte sich einfach nicht dafür, sondern machte weiter wie bisher. Allerdings mußte ich mich zum Glück nicht Prostituieren um während dieser Zeit zu überleben. Entlaufene Fürsorgezöglinge (so nannte man uns damals als Trebegänger) wurden als Randgruppe der Gesellschaft gesehen mit welchen man machen konnte wie es einem so beliebte. Und wenn man sich nicht anders zu Helfen wusste dann kam dieser Kentler mit seinen Forschungsbericht gerade recht.
    Und ich glaube nicht das auch nur einer der damaligen Trebegänger überaus glücklich gewesen war durch die Verantwortlichen, wie Jugendamt und Fürsorge, in die Fänge dieser Pädophilen abgeschoben worden zu sein. Ich bedauere die Jungs von damals dass sie nicht das Gehör gefunden hatten welches ihnen im eigentlichen Sinne hatte zugestanden. Nur schade das die damals Verantwortlichen schon die Gnade des friedlichen Todes erlebt haben, aber die welche sie zurück gelassen haben knabbern heute noch an dem verschuldeten Unrecht.

    mjf


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