Dierk Schaefers Blog

Für mich waren diese Erfahrungen ein Beispiel dafür, wie Kirche nicht sein sollte.

Posted in Kinder, Kinderrechte, Kindeswohl, Kirche, kirchen, Pädagogik, Uncategorized by dierkschaefer on 19. Januar 2016

»Frage: Bei Missbrauch steht meistens die katholische Kirche im Fokus. Sie wurden im evangelischen Windsbacher Knabenchor drangsaliert.

Andreas Ebert: Gegen die Vorkommnisse in Regensburg war das in Windsbach vergleichs­weise harmlos. Dort ist mir kein Fall sexuellen Missbrauchs bekannt. Doch es gab auch bei uns ein System der Gewalt. Delinquenten wurden vom Internatsleiter übers Knie gelegt und mit der Peitsche behandelt. Sein Nachfolger hat im Jähzorn brutal zugeschlagen. Unser Chor­leiter wandte selten körperliche Gewalt an. Das lief vor allem auf der psychischen Ebene ab. Für ihn waren wir „Stimmmaterial“. Wenn wir versagten, wurden wir erniedrigt.

Frage: Sie wurden geschlagen?

Ebert: Ich habe im Gegensatz zu anderen von einem Lehrer höchstens mal eine Ohrfeige gekriegt. Die körperliche Gewalt war unter den Schülern wesentlich schlimmer – und sie wurde von oben geduldet und durchgegeben. Es war ein perfides System. Die 15-Jährigen wurden zu Gruppenleitern in den großen Schlafsälen und hatten sechs bis sieben Jüngere unter sich. Wenn einer geschwätzt hat, musste er antreten, die Hände an die Hosennaht, Augen zu, bis zehn zählen. Ob er eine geklebt bekam oder nicht, war reine Willkür. Da hat man sich nicht beschwert.

Frage: Sie sind trotz Missbrauchsgeschichte Pfarrer geworden.«

http://www.zeit.de/2016/03/missbrauch-windsbacher-knabenchor-kirche-verzeihen/komplettansicht

Advertisements

3 Antworten

Subscribe to comments with RSS.

  1. ekronschnabel said, on 20. Januar 2016 at 00:38

    Eben las ich das ZEIT-Interview, einschließlich ca. der Hälfte der dazugehörigen 78 Leserbriefe.

    Nicht schlecht, aber in keiner Weise mit dieser „unserer“ Plattform von Dierk Schäfer zu vergleichen. Hier hatten und haben die Opfer eine Plattform, die nicht zensiert wurde, wie in den zahllosen Redaktionen, die nur zu oft mit dem Thema Schindluder trieben und die Kirchenverbrechen beschönigten, Die Ratzingers profitierten davon, der Schläger-Georg ebenso wie der spätere „Stellvertreter Gottes“ (welch ein Witz, diese Bezeichnung).

    Die evangelische Kirche verhielt sich nur wenig geschickter als die katholische. Wenn ich mir ansehe, welche
    vornehme Zurückhaltung die ev.Kollegen von Herrn Schäfer übten, dann untermauerten die meine negativen
    Aussagen zur Firma Kirche schön selbst. Dafür ein fettes Dankeschön an die betreffenden Kirchendiener. Die
    Entkernung eines heruntergewirtschafteten Gebäudes ist die einzige Möglichkeit zur Renovierung. Das tut weh, das wird gerne vermieden, dann wird geflickt statt restauriert. BEIDE Staatskirchen verhielten sich so blöde, und deshalb soll mir kein Mensch erzählen, dass die Konzernmanager kluge Leute seien. Nee, die verhielten sich einfach blöde – und das resultiert aus ihrer Borniertheit, die sie dazu brachte, auch alle Schäflein für blöde zu halten. Anfangsmotto: „Uns kann keiner, wir sind Kirche!“.

    Die größte Lüge dieser Republik ist die von der Trennung zwischen Kirche und Staat.Diese Lüge sorgte in der Praxis für die Allmacht der Kirchen und deren Tochterfirmen Caritas und Diakonie, die eine perfekte Verbrechensstruktur in den Heimen aufzogen. Und die besten Helfer/Innen hatten sie in den bigotten, verblödeten Schäfchen, die nicht wahrhaben wollten, was sie sahen, hörten und wussten. Was nicht sein kann, darf nicht sein! Hochmerkwürden mit Bäffchen machte seine Schäfchen zu Äffchen – und das funktioniert heute noch wunderbar.

    Wir 68er begingen die größte Unterlassungssünde aller Zeiten: Wir hätten damals auch die Kirchenmacht planieren und die uns bekannten Täter auf die harte Art und Weise zur Verantwortung ziehen sollen. Das Alte Testament zeigt dazu schöne Methoden auf, zur Freude der Augenärzte und Dentisten.

    Was die angeblichen Unterschiede hinsichtlich Vertuschung in beiden großen Kirchen angeht: Die stimmen nicht, wie uns das Interview weismachen will! Die Evangelen deckelten genauso wie die Katholen, ich kann
    sogar die Verschiebung eines Kinderschänders von einer zur anderen Landeskirche belegen.Wo der schön weitermachen konnte – und auch machte! „Und ewig singen die Wälder“ kann man auch umdichten in „Und ewig missbrauchen sie Kinder“. Im Namen Gottes.

  2. ekronschnabel said, on 20. Januar 2016 at 01:14

    Ergänzend zu den Vorgängen um die Regensburger Domspatzen:

    http://www.deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/01/19/sicherheit-gegen-uebergriffe-regensburg-beraet-ueber-lady-zonen-in-bussen/

    fordere ich den Regensburger Stadtrat auf, auch sofort über Kinderschutzzonen in Kirchen und deren Zweigstellen wie Kirchenchöre zu beraten……..


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: