Dierk Schaefers Blog

Grüne fordern Registrierung von Seitensprung, One-Night-Stand und Quickie

Posted in Biographie, Deutschland, Gesellschaft, Kinderrechte, Leben, Menschenrechte, Psychologie, Recht, Soziologie by dierkschaefer on 25. Februar 2016

»Nach dem Willen der Grünen sollen Kinder … einen gesetzlichen Anspruch auf Auskunft über den Namen ihres Vaters er­halten«[1] So lautet die Zeile natürlich nicht ganz. Es geht um Kinder, die aus Samenspenden hervorgegangen sind. Sie sollen auf „Wurzelsuche“[2] gehen können. Sie haben das Recht, ihre Erzeuger zu kennen[3]. Doch konsequent sollte man schon sein und das dann auch für alle anderen Sexualkontakte[4] fordern, die zu einem Kind geführt haben.

Da besteht Regelungsbedarf. Jahrhundertelang kam man allerdings ohne aus, und viele Kinder dürften zu einem Mann „Papa“ gesagt haben, der nicht ihr Vater war – und die kluge Mutter schwieg dazu. Der Ehemann war ganz einfach der Vater, so auch bisher die Rechtslage. Solange auch er es glaubte und „seinem“ Kind ein guter Vater war, war es gut so, auch für das Kind.

Das war ein Leben in der Lüge? Ja, das stimmt wohl. Doch nun soll es wenigstens für die Spenderkinder besser werden:

»Geht es nach den Grünen, soll zur Absi­cherung des Auskunftsanspruchs ein elek­tronisches Melde- und Auskunftssystem eingerichtet werden. Die Daten des Spen­ders sollen dort einhundert Jahre lang auf­bewahrt werden. Zudem soll im Gebur­tenregister der Eintrag über die Samen­spende erfolgen, allerdings ohne Angabe der Identität des Spenders. Die Grünen schlagen auch ein Verfahren vor, in dem gerichtlich geklärt werden kann, ob der von der Samenbank genannte Mann tat­sächlich der biologische Vater ist.«[5]

Na ja, aber »Außer­dem soll die Zahl der Kinder begrenzt werden, die ein einzelner Spender zeugen darf; sonst müssen Kinder mit einer Viel­zahl von Halbgeschwistern rechnen.«[6]

Welche Angst vor hochpotenten Spendern, die wahllos ihren Samen auf das „Land“ streuen! Inzest könnte zunehmen, und die Halbgeschwister wissen es nicht. Wer sich mit dem Thema Inzest beschäftigt, stößt schon bei Wikipedia auf eine sehr gemischte Datenlage – historisch wie auch aktuell länderübergreifend, ethologisch wie juristisch.[7] Der Vorstoß der Grünen belegt nur, dass ihnen „Blutsbande“ wichtiger sind als soziale Beziehungen.

Doch die Wurzelsuche ist zum Thema geworden.[8]+[9] Für viele ist es beunruhigend zu wissen, dass sie nicht wissen. Was man aber vorher nicht wissen kann: Wurzelsuche führt oft zu mehr Problemen, als wenn man sie unterläßt.

[1] FAZ Mittwoch, 24. Februar 2016

[2] http://www.tdh.de/was-wir-tun/themen-a-z/adoption/wurzelsuche/wurzelsuche.html

[3] http://www.sueddeutsche.de/panorama/samenspender-und-ihre-kinder-revolution-des-familienrechts-1.2325885

[4] Da gibt es viele Möglichkeiten, mehr als hier erwähnt: https://de.wikipedia.org/wiki/One-Night-Stand

[5] FAZ Mittwoch, 24. Februar 2016

[6] FAZ Mittwoch, 24. Februar 2016

[7] https://de.wikipedia.org/wiki/Inzest

[8] Es ist mir aus dem Adoptionsbereich vertraut.

[9] http://www.spenderkinder.de/

http://www.br.de/radio/bayern2/gesellschaft/notizbuch/samenspende-spenderkind-vater-suche-100.html

http://www.fnp.de/nachrichten/panorama/Fuer-Samenspenderkinder-bleiben-Auskuenfte-schwierig;art46558,1660217

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6 Antworten

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  1. Helmut Jacob said, on 25. Februar 2016 at 15:01

    „Die Daten des Spen­ders sollen dort einhundert Jahre lang auf­bewahrt werden.“
    Dann wird wohl kein Samenspender seine Kollekte unter Mithilfe von diversen visuellen Hilfsmitteln mehr ins Gläschen …

  2. ekronschnabel said, on 25. Februar 2016 at 20:23

    Die Grünen begeben sich wieder mal auf dünnes Eis. Mir kommt das so vor, als erhielte der Familienhund das Recht, über die Wurst bestimmen zu dürfen. War da nicht mal was mit Forderungen nach Freigabe von Sex mit Kindern? Doch, da war mal was…

    Und jetzt hängt man plötzlich die Besorgnis ums Kindeswohl heraus? Klingt so ehrlich wie das Gebet eines
    pädophilen Priesters, der mit dem Text „Lieber Gott mach mich fromm, damit ich an die Kindlein komm“ betet.
    Da muss dann aber auch eine Strafbewehrung für die Muttis her(Law and Order a la Germany), die nach einem One-Night-Stand den Namen des Freuden- und Samenspenders entweder nicht wissen oder nicht sagen wollen. Kluge Damen können dann ja sagen, dass der Name des Papas in dessen Unterhose stand:
    Cotton…Jerry Cotton…Das muss der neu zu schaffenden Besamungserfassungsstelle a la durchgeknallte GRÜNE dann genügen.
    Umkehrschluss: GRÜNE dürfen als Samenspender nicht eingesetzt werden, um die Vererbung von Geisteskrankheiten auszuschliessen.

    Diese elendige, blöde Regulierungswut dieser grünen Schwachmaten macht nur noch krank.

    • Helmut Jacob said, on 26. Februar 2016 at 00:42

      „War da nicht mal was mit Forderungen nach Freigabe von Sex mit Kindern? Doch, da war mal was…“
      Und ein gewisser Herr Daniel plauderte aus, wie schön es war, als ein Kind an seinem Hosenstall nestelte. Gabs da nicht sogar ein Büchlein drüber?
      Kleine Korrektur an Herrn Schäfer: Eine Kollekte ist ja eine Gabe ohne Gegenleistung. Die Herren im Kämmerlein (stimmt nicht ganz, je nach Geräuschkulisse der visuellen Überflutung) haben aber Geld dafür bekommen. Sorry.

  3. Helmut Jacob said, on 26. Februar 2016 at 01:14

    Ich schrieb „Die Herren im Kämmerlein …“ und meinte: Die Herren im stillen Kämmerlein…

  4. FranzG said, on 19. Mai 2016 at 23:02

    Wird hier wieder mal ein Weg gesucht sich politisch zu profilieren? Interessieren würde mich nur ein Ergebnis. Wieviele dieser Politiker man in wievielen Seitensprungportalen als Mitglieder eingetragen finden würde

  5. Cecila said, on 13. November 2016 at 22:12

    Warum habe ich das Gefühl, das da einige Herren erst mal ne Vorortbegehung machen wollen, und kostenlos in Saunaclubs, Bordellen und bei Swingern einmal ausprobieren wollen. Würde mich zumindest nicht wundern


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