Dierk Schaefers Blog

Das Jugendamt und die freien Träger

Posted in Kindeswohl, Kriminalität, Staat by dierkschaefer on 14. März 2016

»Das Jugendamt im Schweriner Stadthaus steht seit Wochen in der Kritik.«

»Das Schweriner Jugendamt habe im Zusammenhang mit dem sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch Peter B. vom Verein „Power for Kids“ klar seine Amtspflicht verletzt. Das sagt Rainer Becker, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Kinderhilfe, im SVZ-Gespräch. „Die Bearbeitung eines Verdachts auf Kindeswohlgefährdung durch Straftaten kann und darf das Jugendamt nicht delegieren.“ Doch genau das ist in der Landeshauptstadt offenbar gängige Praxis.«[1]

 

Wenn das Jugendamt delegiert, hat es sich nicht weiter einzumischen, darf auch keine Vorgaben machen, denn der Schutz der Trägerinteressen rangiert vor dem Kindeswohl.[2]

 

Zum Thema:

Fachaufsicht für die Jugendämter?

antworteten

Der FDP-Kandidat meines Wahlkreises

  • »Ich bin der Meinung, dass die Jugendämter ausreichend überwacht werden und es keiner weiteren Aufsicht bedarf.«

Der SPD-Kandidat

  • »Eine Fachaufsicht für Jugendämter durch das Land ist nicht zielführend. Eine fachliche Kontrolle allein führt auch nicht zur qualitativen Verbesserung der Beratungsleistung. Ein Jugendamt ist juristisch eine Verwaltungseinrichtung, so dass das Land nur bei der juristischen Überprüfung der Arbeit der Jugendämter gegebenenfalls in der Pflicht ist. Dies sollte auch so bleiben, denn statt erhöhte finanzielle und personelle Ressourcen in die Kontrolle zu investieren, ist es aus meiner Sicht ratsamer die Jugendämter stärker durch Weiterbildungen zu unterstützen.«

Der ÖDP Kandidat

  • »Das gibt es schon. Ich vermute, Sie fragen nach einer unabhängigen Fachaufsicht. Da ich anders als Sie noch nicht speziell mit der Problematik befasst war, wird es Ihnen kaum neue Erkenntnisse verschaffen, wenn ich Sie auf die Möglichkeiten gerichtlicher Überprüfung bis hin zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, von Medienarbeit und von Petitionen hinweise.«

 

Das tröstliche Wort: „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ ist nur eine Vertröstung – oder Selbstbetrug.

[1] http://www.svz.de/lokales/zeitung-fuer-die-landeshauptstadt/jugendamt-verletzt-amtspflicht-id12563581.html?utm_source=twitterfeed&utm_medium=twitter

[2] https://dierkschaefer.wordpress.com/2015/06/24/die-zahnlosigkeit-der-gesetze-zum-recht-von-schutzbefohlen/

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