Dierk Schaefers Blog

#Inklusion ganz anders: „Stimmen Sie zu, dass wir Ihren Sohn einsperren?“

Man lernt nie aus: »Anders als bei Erwachsenen, die unter Betreuung stehen, muss bei Kindern kein Richter diese so genannten „freiheitsbeschränkenden Maßnahmen“ genehmigen. Es reicht die Zustimmung der Eltern. … Bei Volljährigen, die als nicht einwilligungsfähig gelten, muss jede Form der Freiheitsbeschränkung richterlich genehmigt werden, selbst das Hochfahren des Gitters am Pflegebett. Wie kann es sein, dass die Rechtssituation für Kinder eine völlig andere ist?«[1]

Der Bundesgerichtshof hat das für rechtens erklärt, das Bayerische Sozialministerium sieht also keinen Änderungsbedarf.

Den Käfig für unruhige Kinder habe ich unten abgebildet; scheint fabrikneu zu sein. (aus dem zitierten Text)

käfig kb-106~_v-img__16__9__m_-4423061158a17f4152aef84861ed0243214ae6e7

 

Heißt Inklusion auch, dass „normale“ Kinder zusammen mit den behinderten eingesperrt werden – oder wie muss man das verstehen?

[1] http://www.br.de/nachrichten/kinderheime-bayern-zwangsmassnahmen-fixierung-100.html

2 Antworten

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  1. Werner Boesen said, on 21. April 2016 at 14:00

    1. Das ist ganz einfach zu verstehen, denn es gibt im Grundgesetz keine Kinderrechte. Als ich Anfang der 1960er Jahre im Kinderheim landete galt noch die Prügelstrafe, d.h. ich und meine Leidensgenossen wurden bei Androhung von Züchtigung schon freiwillig ruhig im Bett und machten nach dem Essen den verordneten Mittagsschlaf. Als ich einmal eine Erkältung hatte, mußte ich drei Tage das Bett hüten. Am dritten Tag, also einen Tag früher, fühlte ich mich wieder gesund und verlies mein Bett. Kaum hatte ich mich angezogen wurde ich mit einer Tracht Prügel ins Bett zurückbefördert. Nun ist die Prügelstrafe längst abgeschafft und was denkt sich die Fachwelt aus? Die politisch Verantwortlichen stellen sich unwissend, verdrängen die Angelegenheit wider besseren Wissens von Erziehern/innen, die über ihre Erfahrungen berichten.
    2. Normalerweise darf ein Erzieher während seines Arbeitsverhältnisses nicht gegen seinen Arbeitgeber aussagen und wird im Zweifelsfall mundtot gemacht bzw. weiß auch selbst, dass er seinen Arbeitgeber nicht in Mißkredit bringen darf. Die meisten halten sich daran, so dass nur die Spitze des Eisbergs nach draußen dringt. Das sind dann für die Politik bestenfalls Einzelfälle/-schicksale, die dann auch noch ihre Berechtigung haben, was bei Hinzuziehung von Fachleuten dann bestätigt wird, denn wes Brot ich eß, des Lied ich sing.
    3. Wo kein Kinderrecht eingefordert werden kann, da nutzt auch das Kindeswohl nicht. Das Kindeswohl ist eine Interpretation der Erwachsenenwelt. Es spielt keine Rolle, ob ich behindert bin oder nicht, denn auch das ist Definition der Erwachsenenwelt, sprich Fachwelt.
    4. Die Macht der Kinder trifft auf Ohnmacht von Erwachsenen, weil sie nicht wissen, was sie tun sollen. Also werden die Rollen getauscht: die Macht der Erwachsenen wird zur Ohnmacht für die Kinder und dann gilt: Der Zweck heiligt die Mittel.

  2. Werner Boesen said, on 21. April 2016 at 14:18

    1. Das ist ganz einfach zu verstehen, denn es gibt im Grundgesetz keine Kinderrechte. Als ich Anfang der 1960er Jahre im Kinderheim landete galt noch die Prügelstrafe, d.h. ich und meine Leidensgenossen wurden bei Androhung von Züchtigung schon freiwillig ruhig im Bett und machten nach dem Essen den verordneten Mittagsschlaf. Als ich einmal eine Erkältung hatte, mußte ich drei Tage das Bett hüten. Am dritten Tag, also einen Tag früher, fühlte ich mich wieder gesund und verlies mein Bett. Kaum hatte ich mich angezogen wurde ich mit einer Tracht Prügel ins Bett zurückbefördert. Nun ist die Prügelstrafe längst abgeschafft und was denkt sich die Fachwelt aus? Die politisch Verantwortlichen stellen sich unwissend, verdrängen die Angelegenheit wider besseren Wissens von Erziehern/innen, die über ihre Erfahrungen berichten.
    2. Normalerweise darf ein Erzieher während seines Arbeitsverhältnisses nicht gegen seinen Arbeitgeber aussagen und wird im Zweifelsfall mundtot gemacht bzw. weiß auch selbst, dass er seinen Arbeitgeber nicht in Mißkredit bringen darf. Die meisten halten sich daran, so dass nur die Spitze des Eisbergs nach draußen dringt. Das sind dann für die Politik bestenfalls Einzelfälle/-schicksale, die dann auch noch ihre Berechtigung haben, was bei Hinzuziehung von Fachleuten dann bestätigt wird, denn wes Brot ich eß, des Lied ich sing.
    3. Wo kein Kinderrecht eingefordert werden kann, da nutzt auch das Kindeswohl nicht. Das Kindeswohl ist eine Interpretation der Erwachsenenwelt. Es spielt keine Rolle, ob ich behindert bin oder nicht, denn auch das ist Definition der Erwachsenenwelt, sprich Fachwelt.
    4. Die Macht der Kinder trifft auf Ohnmacht von Erwachsenen, weil sie nicht wissen, was sie tun sollen. Also werden die Rollen getauscht: die Macht der Erwachsenen wird zur Ohnmacht für die Kinder und dann gilt: Der Zweck heiligt die Mittel.
    5. Die Heimkinder sind eine Minderheit in der Gesellschaft, sind etwa 5-6% von allen Kindern. Mit Minderheiten kann kein Politiker erfolgreich sein. Also ist Abdrücken, Verdrängung die Devise.
    Ich habe nun selbst 5 Kinder mit groß gezogen und weiß welche Herausforderungen Kinder an die Erwachsenenwelt stellen. Kinderheime bleiben ein Armutszeugnis unserer Gesellschaft.


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