Dierk Schaefers Blog

Bundesverband evangelische Behindertenhilfe begrüßt Errichtung der Stiftung „Anerkennung und Hilfe“

Ohne weiteren Kommentar mein Mail zur Presseerklärung:

 

Sehr geehrter Herr Dr. Schneider,

 

laut Impressum sind Sie zuständig für „Politische Kommunikation/PR“.

Ihr Verband hat die Errichtung der Stiftung „Anerkennung und Hilfe“ begrüßt. [ http://beb-ev.de/inhalt/bundesverband-evangelische-behindertenhilfe-begruesst-errichtung-der-stiftung-anerkennung-und-hilfe/ ] und dieses begründet.

Dazu einige Fragen:

Seit der Errichtung des Heimkinderfonds sind vier Jahre ins Land gegangen – und ein wohl nicht zu vernachlässigender Anteil der ehemaligen Heimkinder aus Behinderteneinrichtungen und Psychiatrien ist in dieser Zeit verstorben. Sie schreiben in Ihrer Presseerklärung: »Der BeB hat sich gemeinsam mit der Diakonie Deutschland seit langem mit Nachdruck dafür eingesetzt, dass diese Ungerechtigkeit korrigiert wird und Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung eine ähnliche Unterstützung erhalten.«

  1. Seit langem mit Nachdruck – läßt sich das substantiell belegen? kobinet schreibt von einem langen und harten Kampf mit unheimlich viel Störfeuer vor allem aus den Ländern und den Kirchen. [ http://www.kobinet-nachrichten.org/de/1/nachrichten/33971/Gleichbehandlung-sieht-anders-aus.htm ] Als Pfarrer interessiert mich vor allem die Rolle der Kirchen. Sie werden mir bestimmt Informationen darüber geben können.
  2. eine ähnliche Unterstützung – in der Summe ist diese Unterstützung absolut nicht ähnlich. Nach meinen Informationen gibt es eine um 1.000 EUR gekürzte Pauschalleistung und höchstens nur ein Fünftel der maximalen Rentenersatz­leistungen. (Ehemalige Heimkinder, die Unrecht und Leid in Behinderteneinrich­tungen und Psychiatrien erleben mussten, bekommen nämlich maximal 3.000 – 5.000 Euro Rentenersatzleistungen, während diejenigen, die in Kinder- und Jugendhilfeein­richtungen nicht sozialversichert arbeiten mussten, bis zu 25.200 Euro Rentenersatz­leistungen bekommen können./kobinet) Bitte erklären Sie mir, inwiefern Ihr Verband von ähnlich spricht. Ich bitte auch um Erklärung, aus welchem Grunde die vor Jahr­zehnten geleistete Arbeit der ehemaligen Heimkinder aus Erziehungseinrichtungen deutlich höher bewertet wird, als die damalige der Menschen mit Behinderung.
  3. Aus der Studie von Schmuhl/Winkler über Volmarstein wissen wir, dass auch Kinder unter 14 Jahren zu Arbeiten herangezogen wurden, die absolut nicht als leichte Mithilfe im Heimalltag eingeordnet werden können. (dazu aus der Studie Schmuhl/Winkler, die Ihnen bestimmt vorliegt, die Seiten 134 und 154, aber auch http://helmutjacob.over-blog.de/article-vergessen-kann-man-das-ganze-sowieso-nicht-das-ehemalige-heimkind-marianne-behrs-99343304.html). Haben sich kirchliche Einrichtungen nachweislich darum bemüht, dass den ehemaligen Heimkindern aus Behinderteneinrichtungen und Psychiatrien, die als Kinder und Jugendliche in stationären Heimen Unrecht und Leid erfahren haben, Anerkennung und Unterstützung bekommen ?– so die Worte Ihrer Pressemitteilung. Falls ja, können Sie mir sicherlich Belege nennen, die ich gern den Lesern meines Blogs zur Kenntnis geben will, damit die nicht nur schlecht über Kirche reden können.
  4. Schließlich suche ich seit langem eine Antwort auf folgende Unklarheit. Behinderteneinrichtungen und Psychiatrien haben vielfach darauf verwiesen, sie hätten in den Heimkinderfonds eingezahlt und haben damit finanzielle Forderungen ihrer ehemaligen Schutzbefohlenen abgewehrt. Nun war der Heimkinderfonds für diese Personengruppe gar nicht zuständig. Wissen Sie, was aus diesen Zahlungen geworden ist? Gab es sie überhaupt? Falls ja, wurden diese Gelder als Ansporn verstanden, einen Sonderfonds zu errichten, damit auch dieser Gruppe endlich, wenn schon nicht Entschädigung, so doch wenigsten Erleichterung in ihren Alltagsnöten hätte ermöglicht werden können?

 

Ich hoffe, Sie nicht überfordert zu haben mit meinen Anfragen, die weit über das hinausgehen, was eine PR-Pressemitteilung leisten kann.

 

Mit freundlichem Gruß

Dierk Schäfer, Freibadweg 15, 73087 Bad Boll, Tel: 0 71 64 / 1 20 55

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5 Antworten

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  1. ekronschnabel said, on 18. Juni 2016 at 21:38

    Ich sah mir das Organigramm des BeB an und stelle (überhaupt nicht erstaunt) fest, daß es sich auch hier um einen illustren Kreis von Richtern in eigener Sache handelt. Wo Diakonie drauf steht, ist auch Diakonie drin, man kann sich darauf verlassen. So war es beim Heimkinderfonds, so ist es auch jetzt. Man entdeckte -unter
    dem Druck der Öffentlichkeit und der Opfer- plötzlich die „Verantwortung für Opfer“ (des Systems DIAKONIE!!!). Man entdeckt plötzlich christliche Werte (wo waren die vorher versteckt???), feiert die plötzlich entdeckte eigene Großherzigkeit. Wer von den Berufs-Gutmenschen wird sich jetzt öffentlich auf die Knie werfen und um Entschuldigung bitten? (Nehmt ’nen Schlanken, die Dicken kommen so schwer wieder hoch, Jungs!)

    Kommt verdammt spät, kommt verlogen. Aber so kenne ich die Firma Diakonie, so scheinheilig trat sie bereits
    während der Zeit des Heimkinderfonds auf. Man lernte daraus, wie man sich besser schminken kann, damit die
    grobporige Schwarte besser verdeckt ist.
    Wetten, dass es wieder endlose „Nachbesserungen“ zu Lasten der Opfer geben wird, wenn die Richter in eigener Sache Fondsgelder über eine „Geschäftsstelle Fonds“ auszahlen sollen?

    Ich warte gespannt auf die Antworten, um die Dierk Schäfer den BeB bat.

  2. Martin MITCHELL said, on 24. April 2017 at 01:24

    .
    WARNUNG VERZICHTSERKLÄRUNG Stiftung Anerkennung und Hilfe !!

    So ‘arbeitet’ der Staat: Bund (Bundesrepublik Deutschland), die Länder (die Länder der Bundesrepublik Deutschland), die Kirchen (Evangelische Kirche in Deutschland und Katholische Kirche in Deutschland) und alle ihre Ordensgemeinschaften (seien sie evangelisch oder katholisch) und ‘Wohlfahrtsverbände’, einschließlich der Diakonie und Caritas oder wie auch immer ‘solche Verbände’ und ‘milde Stiftungen’ sich sonst noch nennen mögen:

    „Einwilligungserklärung“
    „Verzichtserklärung“

    Mit ihrer Unterschrift einer solchen Erklärung, zu der man sie nötigen will, verpflichtet sich die Antragstellerin:

    Mit seiner Unterschrift einer solchen Erklärung, zu der man ihn nötigen will, verpflichtet sich der Antragsteller:

    „zu einem absoluten und totalen Verzicht zukünftig ein Gerichtsverfahren einzuleiten“
    „zu einem absoluten und totalen Verzicht zukünftig ein Gerichtsverfahren anzustrengen“
    „zu einem Verzicht auf alle zukünftigen Rechtsmittel, die andererseits ihr/ihm vielleicht noch zur Verfügung stünden“
    „auch auf jegliche Rückerstattung aller damit in Zusammenhang stehenden seitens der Klägerin/des Klägers zu zahlende Anwalts- und Gerichtskosten zu verzichten“

    „auch auf alle möglichen Verfahren in Bezug auf sich erst viel später heraustellende Schäden in Zusammenhang mit damaligen Medikamentenversuchen und Medikamentenverabreichungen im Heim oder in einer Behinderteneinrichtung oder in der Psychiatrie zu verzichten“

    Weitere Information zu diesem Thema in den diesbezüglichen Diskussionsforumbeiträgen @ http://www.ehemalige-heimkinder-tatsachen.com/viewtopic.php?f=22&t=177&p=1393#p1370
    .


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