Dierk Schaefers Blog

»Wenn der Richter das gelesen hätte, dann hätten Sie keine zehn Jahre gekriegt.« II

Posted in Biographie, Kriminalität, Kriminologie, Uncategorized by dierkschaefer on 25. August 2016

moabit k1

Dieter Schulz

Der Ausreis(ß)ende

oder

Eine Kindheit,

die keine Kindheit war

 

Zweites Kapitel

 

 

In Dönschten, am Arsch der Welt … ach Monika!

 

In Dönschten[1], diesem am Arsch der Welt liegenden Nest im Ost-Erzgebirge, musste ich fest­stellen, dass sich das Herz auch noch aus anderen Gründen als der Angst bemerkbar machen konnte. Es war ein wundervoll schmerzhaftes Ziehen, was sich in meiner Brust vollzog. Schuld daran war eine gewisse Monika Braun. – Ich grüße dich Monika, falls du diese Zeilen jemals lesen solltest. Dieses schillergelockte, blonde Mädchen, (es gab nicht viele Mädchen meiner Altersklasse in Dönschten) war bei weitem das Schönste und hatte etwas in mir bewirkt, was ich bis dahin noch nie verspürt.

Nie gekannte Gefühle

Na ja, ich war knapp 14 und Monika meine heimliche Liebe. Ich weiß bis heute noch nicht, ob sie etwas Ähnliches für mich empfand. Noch nach fünfunddreißig Jahren hatte ich die gleiche Sehnsucht im Herzen. Um einen Blick auf sie erhaschen zu können, habe ich stunden­lang am Fenster unseres Gemeinschaftsschlaf­saales ausgeharrt, um sie an ihrem Schlafzim­mer­fenster zu sehen. Ich bildete mir ein, dass Monika sich wegen mir vor dem Schlafengehen fast jeden Abend eine Weile am Fenster zeigte.

Fünfunddreißig Jahre später im Juli 1990, saß ich fast am gleichen Platz. Nur: inzwischen war aus dem Heim für schwererziehbare Jungs ein Restaurant für Gewerkschaftsangehörige gewor­den, die im Erzgebirge ihren Urlaub verbrachten.

Genau dort, wo früher, 1954 – 55, mein Bett, eins von 17, gestanden hatte, saß ich nun mit meiner Lebensabschnittsgefährtin und mit meiner Schwester an einem weißgedeckten Tisch bei einem Bier. Ganz bewusst saß ich so, dass ich genau den gleichen Blickwinkel wie damals hatte. Ich schaute wie früher zum Fenster hinauf, wo Monika sich manchmal mit offenem Haar und Nachthemd hatte sehen lassen. Mehr als ein scheues Lächeln hatten wir eigentlich nie ausgetauscht.

Dieses Lächeln, ihr langes Haar, diese Bilder hatten mich all die Jahre nicht verlassen. Sie ist meine allererste, allergrößte, einzige Liebe in meinem Leben geblieben. Diese Erinnerungen aufzufrischen war ich gleich nach dem Mauerfall den weiten Weg von Hannover dorthin gefahren. Ein Lichtblick aus meiner Kindheit. Ich habe diese kurze Zeit des Glücks wie eine Kostbarkeit in meinem Herzen aufbewahrt. Es gab nicht all zuviele davon in meinem Leben. Im gleichen Dorf wohnend gingen wir noch nicht einmal in die gleiche Schule. Die aus­nahms­los bösen Buben aus dem Heim marschierten jeden Morgen brav im Gleichschritt, ein Lied, drei, vier, auf den Lippen, in die eigene Heimschule, während du, Monika, in den nächsten Ort zur Schule musstest. Ich habe 1990 in dem Ort, dessen Name mir entfallen ist, übernachtet, weil Dönschten, dieses kleine Kaff, keine Unterkunft bieten konnte. Ich habe nur wenige Stunden in Dönschten verbracht, als ich 1990 dort war.

Ich habe mich nach dir erkundigt. Du lebtest immer noch dort, warst wahrscheinlich nie aus dem Nest weiter herausgekommen als bis Dipps[2] oder gar Dresden? Ich habe wahrscheinlich die Betten, die Orte öfter gewechselt als du deine Bettwäsche. Ich wollte das Andenken an dich so bewahren, wie ich es in Erinnerung hatte, wollte keine Aufmerksamkeit erregen, indem ich mich zu eingehend für dich interessierte. Vielleicht, hätte ich dich gesehen, wäre ich bereit gewesen, meine Illusionen zu zerstören. Ich habe zu wenige davon in meinem Herzen, als dass ich auch diese noch aufgeben wollte. Du verstehst: Wir werden alle nicht jünger! Man liest allenthalben von Menschen, die sich nach solch langen Zeiträumen ihre Jugendliebe erfüllen. Ob ich der Typ dazu wäre? So wirst du wohl nie erfahren, dass ich deinethalben schon mit 13 zum Dichter wurde. Noch nach 39 Jahren erinnere ich mich an einzelne Zeilen der Schmachtfetzen, die ich in Richtung deines (Schlafzimmer?-)fensters gemurmelt habe:

 

„Geheimnisvoll, wie der Sommer,

steigt dein Bild vor mir auf,

Schwebend im Dunkel der Nacht –

Und im Lichte des Tages.

Noch nie hast du geweint,

weil du weißt,

dass auch meine Tränen zu Boden fallen ….“

Wenige Augenblicke in meiner Kindheit,

wo ich ein Kind Gottes war!

Hast du jemals bemerkt, dass du der Gegenstand meiner Sehnsucht warst? Weißt du eigent­lich, dass ich ein unvergängliches Zeichen meiner Liebe zu dir mit mir herumtrage, bis ins Grab? Nein, sicherlich nicht. Ich habe den Schmerz tapfer verschwiegen, als ich mir die Wunde zufügte. Es war aber nicht so prosaisch, wie du jetzt vielleicht denken magst. Ich war damals so glücklich. Ich war damals so glücklich. Ich durfte für deine Oma, damit auch für dich, Holz hacken. Durch diese Tätigkeit kam ich deinem Fenster, dir, um ein ganzes Stück näher. Ich wusste, dass du nach der Schule im Haus sein musstest. Meine Aufmerksamkeit musste ich nun zwischen den zu spaltenden Holzscheiten und deinem Fenster teilen. Dich einmal am Tag wenigstens zu sehen, war für mich der Himmel. Einmal, als ich glaubte an deinem Fenster eine Bewegung wahr zu nehmen, drehte ich meinen Kopf. Meine Augen fanden dich nicht. Dafür fand aber das Beil, das ich schon hochgeschwungen hatte, mei­nen Daumen der linken Hand. Nun, der Daumen ist noch dran. Er hing zwar nur noch an einer Ecke fest, wurde aber mit einer Ecke meines Hemdes wieder angepresst. Seitdem wächst mein Daumennagel nur noch wellenförmig nach. Dafür ist aber auch jeder Fingerabdruck bei der Polizei immer sehr ausgeprägt. Daumenkuppe und auch der Mittelfinger zeigen eine unver­wechselbare Narbe. Nicht ums Verrecken mochte ich jemanden sagen, dass ich mir beim Holzhacken beinahe den Daumen abgehauen hätte. Für das Holzhacken bekam ich von deiner Oma, ich hatte leider nie eine, ein paar Märker. Das heißt, das Heim bekam das Geld, das wie alles, was wir Jungs nebenher verdienten, in die Gemeinschaftskasse floss. Statt der drei Mark Taschengeld, die wir offiziell erhalten sollten, wurde alles abgenommen. Nur, was aus der Gemeinschaftskasse eigentlich bezahlt wurde, ist mir in dem Jahr, wo ich zu „Gast“ in eurer Einöde war, nie ganz klar geworden. Ich kann mich noch nicht einmal daran erinnern, in dem ganzen Jahr ins Kino oder dergleichen gekommen zu sein. Schmiedeberg war die nächste größere Ortschaft. Dort gab es einen Fußballplatz, ein Kino, eine Station der Bimmelbahn und eine Bushaltestelle. Ich habe 1990 in dem Nest kaum etwas wiedererkannt. Dabei hatte ich mich so sehr auf die herrliche Natur gefreut, die ich in so guter Erinnerung hatte. Der reißende Bach war zu einem modrigen Rinnsal geworden, der Bach, der direkt bei uns am Heim vor­bei­gerauscht war, wo wir Jungs ein Steinwehr gebaut hatten, um an der tiefsten Stelle im eiskalten Wasser in der heißen Jahreszeit uns zu erfrischen, wo sich die Forellen tummelten, die wir, wenn wir nur geschickt und schnell genug waren, mit der Hand fangen konnten. Wo, um Himmels willen, war dieser Bach geblieben?

Dem Paradies ganz nahe gewesen

Was ist aus dem schönen Osterbrauch geworden? Eine der schönen Erinnerungen meines Lebens wurde wieder wach. Ostersonntag, weißt du noch? Wer daran glaubte und das kom­mende Jahr über gesund bleiben wollte, musste in aller Herrgottsfrüh aufstehen, durfte kein Wort sprechen. Man machte sich auf den Weg, weiter in die Berge hinauf. Wir suchten und fanden eine Quelle, deren Wasser gegen Sonnenaufgang abfloß. Erst wenn man davon getrun­ken, Gesicht und Hände darin gewaschen hatte, durfte man reden und sich ein geseg­netes Osterfest wünschen. An dieses eine Mal zurückdenkend betrachte ich mich einmal dem Para­dies ganz nahe gewesen zu sein. Danach gingen wir „Leute ärgern“: Alle die noch nicht so früh aus den Federn gekrochen waren und den Weg noch vor sich hatten, gaben lieber eine Kleinigkeit, als dass sie sich so lange beschimpfen ließen, bis ihnen letztendlich der Kragen platzen musste und böse Widerworte über ihre Lippen kamen. Die Störenfriede wurden dann doch lieber beschenkt. Bei dieser Gelegenheit kam ich sogar bis an d e i n e Wohnungstüre!

Wenige Augenblicke in meiner Kindheit, wo ich ein Kind Gottes war!

Du, Monika Braun, die du wohlbehütet bei deiner Mutter und Oma aufwuchst, hast anschei­nend nicht viel mitbekommen von dem, was sich manchmal in eurem Nest abgespielt hat. Mit den etwa 120 Heimkindern und den dazu gehörigen Erziehern, hatte euer Kaff ganze vierhun­dert Einwohner. Ich glaube deine Mutter arbeitete auch für das Heim, – in der Nähstube?

Der einzige Trecker im Dorf wurde dem Bauern weggenommen, weil er sich nicht der LPG[3] anschließen wollte. Man erzählte sich damals auch, dass er dann Selbstmord begangen hätte. Vielleicht aber ist er auch nur in den Westen abgehauen. Erinnerst du dich an den Fotografen, der einzige Fotograf weit und breit? Die Frau unseres damaligen Heimleiters gab mir ein Foto von mir, das er damals gemacht hatte. Diese Frau hatte doch tatsächlich noch ein kleines Notizbüchlein mit eingeklebten Bildern ehemaliger Heiminsassen vor der Stasi[4] gerettet. In diesem Notizbüchlein stand auch vermerkt, an welchem Tag und zu welcher Stunde Dieter Schulz für immer dem Heimleben Adieu gesagt hatte, es war die erste große Pause an einem Tag im August 1955.

Hast du mich eigentlich nicht manchmal des Abends am Fenster vermisst? Du hast ja auch jeden Abend vor dem Schlafengehen zu mir(?) heruntergeschaut. Ihr normalen Dorfkinder durftet ja keinen Kontakt mit uns pflegen. Mehr als ein süßes Lächeln habe ich von dir nie­mals bekommen. Wie habe ich dein Grübchenlächeln geliebt! Deine blonden Schiller­locken, deine Stimme. Auch das eine Mal, wo wir in der Naturbadeanstalt zusammentrafen, hättest du eigentlich mein Herz klopfen hören müssen, wären deine Freundinnen nur nicht so albern und laut gewesen. Ach, Monika inzwischen habe ich ähnlich verliebte Eskapaden meines Sohnes miterlebt. Hast du eigentlich Kinder?

Ich werde schwermütig, wenn ich daran denke, wir hätten welche zusammen haben können. Ich wäre in eurem Kuhkaff geblieben, hätte mir viele Unannehmlichkeiten im Leben ersparen können. Aber, wäre ich zu dem Zeitpunkt überhaupt noch dazu fähig gewesen mein Leben derart zu ändern? Bei der Eintönigkeit des Lebens dort? Habe ich nicht ein ganz anderes Wesen, ein ganz anderes Temperament durch meine frühen Kriegs- und Nachkriegserlebnisse eingebrockt bekommen als du?

Heim ja, aber nicht ins Heim!

Zwar hatten gewisse Leute vom Jugendamt und der Polizei geglaubt, dass ich in Dönschten weit genug aus der Welt wäre und mir das Weglaufen sehr schwer fallen würde. Aber mein Freiheitsdrang, meine Sehnsucht nach meiner Mutter waren schon immer stärker gewesen. Dabei hatte man es uns Heimkindern wirklich sehr schwer gemacht auszureißen. Ein paar Kilometer nur Richtung Osten stieß man an die Tschechische Grenze. Dort lagen immer diese Flugblätter in russischer Sprache herum, wo die Sowjetsoldaten zur Fahnenflucht aufge­fordert wurden. Man versprach ihnen, einen Neuanfang mit Viehzeug und Land zu ermög­lichen. Es war unter Strafe verboten, diese Blätter auch nur aufzuheben. Ich habe sie immer den anderen Jungs vorgelesen, bzw. übersetzt[5]. In diese Richtung war uns eine „natürliche“ Grenze gesetzt. Wer wollte schon in die Tschechei? Ich nicht und meine Mitläufer ebenso wenig. Wir wollten nicht des Ausreißens willens ausreißen. Wir hatten alle ein Ziel! Heim ja, aber nicht ins Heim! Ich, wir wussten, wohin wir wollten. Die Heimleitung auch! Uns blieb nur eine Richtung offen. Über Schmiedeberg-Dippoldiswalde-Dresden nach Leipzig. Dresden war immer das erste, erklärte Ziel. Von da aus, einmal in der Anonymität einer Groß­stadt untergetaucht, war es nur noch ein Kinderspiel an den Zielort zu gelangen. Aber erst mal raus aus Dönschten; na ja, die drei Kilometer durch den Wald, das ging noch. Jedoch dann durch Schmiedeberg, ohne als Heimkind erkannt zu werden. Da musste man sich schon was einfallen lassen. Weiter nach Dipps. Mit der Bimmelbahn etwa? Dann wäre man gleich zu Fuß schneller weggekommen. Der selten verkehrende Bus? Auch diese Fahrer waren ange­wiesen, die leicht an ihren „Uniformen“ zu erkennenden Heimkinder erst gar nicht mitzuneh­men oder sofort der Polizei zu melden. Viele waren danach so deprimiert gewesen, weil man sie schon wenige Stunden später wieder im Heim abgeliefert hatte, dass sie kaum noch einen erneuten Versuch wagten. Ein Mitfahrversuch im Bus war so gut wie immer zum Scheitern verurteilt. Blieb als einziger Weg wegzukommen nur die Straße, d.h. immer im Wald entlang, die Straße im Auge behal­tend. Einmal, im Herbst 1954, ist uns so die Flucht gelungen.

 zu viert kackfrech

Das nächste Mal, besser darauf vorbereitet, haben wir den Busfahrer ausgetrickst. Wir hatten uns komplette Fußballtrikots besorgt. So, als Fußballer verkleidet, die Botten an den Schnür­sen­keln zusammengebunden über der Schulter bestiegen wir zu viert kackfrech den Bus in Schmiedeberg und lösten bei dem misstrauischen Fahrer Fahrkarten bis Dippoldis­walde. Er nahm uns die Geschichte ab, dass wir in Schmiedeberg ein Fußballfreundschafts­spiel bestritten hätten, wir aber nicht alle im Mannschaftsbus Platz gefunden hätten und so mit dem Bus fahren müssten. Es war ein Sonntag. Keine Schule vermisste uns, bei der Heim­leitung hatten wir uns zum Fußballspielen abgemeldet. Die einzige ebene Fläche zum Spielen lag gute 800 Meter in der Höhe. Ziemlich weit vom Heim entfernt. So schnell wurden wir also nicht vermisst. D.h. wir hatten einen guten Vorsprung, waren schon in Dresden als unser Fehlen bemerkt wurde. Allerdings endete diese Flucht bereits in Riesa. Wir hatten uns an der Stadtperipherie von Dresden einen ziemlich schweren Elbkahn „ausgeliehen“, und waren damit auch recht gut stromabwärts gekommen. Nur, in der Nacht waren wir das Opfer der vorangegangenen Strapazen geworden. Keiner konnte mehr die Augen offen halten.

 Da hatte uns die Wasserschutzpolizei am Haken

Nach und nach schliefen wir alle vier ein. Der Strom, war mein letzter Gedanke, würde uns schon von alleine weitertragen. Es war ja die ganze Zeit sehr gut gegangen. Durch lautes Scheppern und Rumpeln wurden wir aus tiefem Schlaf gerissen. Wir waren am Ziel unserer Reise. Allerdings nicht dort wo wir eigentlich hin wollten. Uns hatte die Wasserschutzpolizei am Haken. Bis wir alle so recht begriffen, was der Krach zu bedeuten hatte, hatte man uns schon mit langen Staken, die Enterhaken glichen, längsseits gezogen. Auch in Riesa gab es ein Kinderheim, so brauchten wir die Nacht wenigstens nicht in einem Polizeikeller zu ver­bringen. Dieses Heim, eines von vielen, die ich in meiner Laufbahn kennen lernte, war ein schmuckes Häuschen. Die ganze Atmosphäre dort hatte mehr familiären Charakter. Wovon wir „schweren Jungs“ natür­lich ausgeschlossen wurden. In den paar Tagen, die wir dort bis zu unserem Rücktransport festgehalten wurden, wurden die anderen Kinder vor uns auf Distanz gehalten. Viele Jahre später, als Kellner, habe ich mich mit Kollegen rumgestritten, weil ich behauptete, dass in der Gegend dort auch Wein angebaut würde. Erst durch Fachbücher konnte ich ihnen beweisen, dass so hoch im Norden Deutschlands auch trinkbarer Wein wuchs. 1990 habe ich in Meißen in einer Burgschänke gesessen, an die vergangene Zeit zurückgedacht und den einheimischen Wein getrunken.

Neben der Erkenntnis, dass unsere Flucht bereits hier gescheitert, und dass hier Wein wuchs, nahm ich von dieser Reise noch mit, dass wir wieder einige Fehler gemacht hatten. Und das musste mir „altem“ Hasen passieren. Ich war schon ein toller Hecht, was? Lasse mich, vor der Polizei auf der Flucht, aus der Elbe fischen.

Tja, Monika, bald danach konnte ich wieder an meinem Fenster sitzen und dir schmachtende Blicke hoch werfen.

Im Januar 1955 dann, welch ein blödsinniges Unterfangen!, machten wir uns zu viert wieder davon.

PDF-Fassung 02 ach Monika

Fußnoten

 [1] Dönschten liegt etwa drei Kilometer südöstlich von Schmiedeberg im Osterzgebirge. Westlich des Ortes an der Bundesstraße 173 befinden sich die Rote Weißeritz, die in ihrem oberen Verlauf bei Dippoldiswalde zur Talsperre Malter aufgestaut wird und die Trasse der Weißeritztalbahn, die nach dem Jahrhunderthochwasser 2002 nur bis Dippoldiswalde wiederaufgebaut ist. 163 Einwohner, (23. Jan. 2009)

http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6nschten abgerufen: Montag, 21. Februar 2011

[2] Dippoldiswalde

[3] Als Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft, LPG, wurde der zu Anfang 1952 noch teilweise freiwillige und später durch die Zwangskollektivierung unfreiwillige Zusammenschluss von Bauern und Bäuerinnen und deren Produktionsmitteln sowie anderer Beschäftigten zur gemeinschaftlichen agrarischen Produktion in der DDR bezeichnet. https://de.wikipedia.org/wiki/Landwirtschaftliche_Produktionsgenossenschaft

[4] Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS), auch Staatssicherheitsdienst, bekannter unter dem Kurzwort Stasi war in der DDR das innenpolitische Unterdrückungs– und Überwachungsinstrument der SED zum Zweck des eigenen Machterhalts. https://de.wikipedia.org/wiki/Ministerium_f%C3%BCr_Staatssicherheit

[5] Zum besseren Verständnis: Schulz hatte seine Kindheit im ab 1945 russisch besetzten Königsberg zugebracht und dabei gut Russisch gelernt, was ihm auch später von Nutzen war.

 

Was gab’s bisher?

Editorische Vorbemerkung – https://dierkschaefer.wordpress.com/2016/06/25/wenn-der-richter-das-gelesen-haette-dann-haetten-sie-keine-zehn-jahre-gekriegt/

https://dierkschaefer.files.wordpress.com/2016/06/00-editorische-vorbemerkung.pdf

Kapitel 1

Die Ballade von den beschissenen Verhältnissen – oder

Du sollst wissen, lieber Leser: Andere sind auf noch ganz andere Weise kriminell – und überheblich.

https://dierkschaefer.wordpress.com/2016/07/29/wenn-der-richter-das-gelesen-haette-dann-haetten-sie-keine-zehn-jahre-gekriegt-erstes-kapitel/

https://dierkschaefer.files.wordpress.com/2016/07/01-erstes-kapitel.pdf

 

Kapitel 2: In Dönschten, am Arsch der Welt … ach Monika!

https://dierkschaefer.wordpress.com/2016/08/25/wenn-der-richter-das-gelesen-haette-dann-haetten-sie-keine-zehn-jahre-gekriegt-ii/https://dierkschaefer.files.wordpress.com/2016/08/02-ach-monika.pdf

 

Wie geht es weiter?

Kapitel 3:

Weiter im Kreislauf: Heim,   versaut werden,   weglaufen,   Lage verschlimmern

 

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Eine Antwort

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  1. Werner Boesen said, on 2. September 2016 at 10:19

    Was ist Kindheit?
    „Der Mensch ist nichts Festes, Gewordenes und Fertiges, nichts Einmaliges und Eindeutiges, sondern etwas Werdendes, ein Versuch, eine Ahnung und Zukunft, Wurf und Sehnsucht der Natur nach neuen Formen und Möglichkeiten“ (Hermann Hesse).
    Zentrale Momente einer Kindheit sind die Vorbildfunktion der Erwachsenenwelt, vornehmlich der Eltern und Ersatzeltern. Wenn Eltern fehlen, fehlt das Fundament. Der Staat kann kein Elternersatz sein, mithin auch keine Einrichtung des Staates wie ein Kinderheim. Kindheit braucht neben der Privatsphäre die elterliche Autonomie zur Gewährleistung kindlicher Autonomie. Kindheit braucht Spielen und Lernen, zwei Hauptbetätigungsfelder, wie es beispielsweise auch der Philosoph David Archard in seinem Werk Children Rights and Childhood auf den Punkt bringt. Da dieses Werk nur in englischer Sprache existiert, habe ich die für mich wesentlichen Aspekte in meinem gerade erschienen Werk analysiert und auszugsweise übersetzt: Entfremdung und Heimkehr. Erfolgreich leben trotz Schicksal als Heim-, Pflege-, Adoptiv- und Scheidungskind, http://www.epubli.de
    „Gefühl (Liebe) und Verstand (Geist) sind lebenslanger Reifungsprozess personal und transpersonal“.
    Werner Boesen


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