Dierk Schaefers Blog

Betr. Brüdergemeinde Korntal, Pressemitteilung

Pressemitteilung des Netzwerk Betroffenen Forum e.V.

Von Betroffenen für Betroffene – Kongress „MitSprache“  tagte vom 18.11.2016 – 19.11.21016 mit internationaler Beteiligung in Berlin. Der Pressesprecher des Netzwerks BetroffenenForum e.v. stellt Aufarbeitungskonzept vor.

Plattling, 21.11.2016 Der Betroffenenrat um  den Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs der Bundesregierung, Rörig hatte zum Kongress MitSprache in  Berlin eingeladen. Anlässlich des 2.Europäischen Tages zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch, wurde von sexualisierter Gewalt Betroffenen und Unterstützer/innen, unter dem Arbeitstitel „MitSprache“ eine Bühne geboten, sich gegenseitig zu ermutigen, politisch zu vernetzen und gemeinsam Aufsehen zu erregen.

Betroffene im Missbrauchs,- und Misshandlungsskandal der E.v. Brüdergemeinde Korntal (Stuttgart) nahmen teil an diversen Podiumsdiskussionen und Workshops, in denen vielfältige Themen fachlich diskutiert und weiterentwickelt wurden. Diesen Rahmen nutzte der Sprecher des Netzwerk  BetroffenenForums e.V. Zander um das mühevoll mit Leidensgenossen/innen und dem Verein BetroffenenForum e.V. erarbeitete Aufarbeitungskonzept zur Aufklärung der Missbrauchsfälle in der E.v. Brüdergemeinde Korntal, vorzustellen und erhält dafür große Zustimmung. Das fachkundige Publikum und höchste politische Kreise um den unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs der Bundesregierung, Rörig beschreiben das Konzept als richtungsweisend und zielführend und loben dieses Konzept und die sich daraus entwickelnden weiteren Schritte der Aufklärung genauso, wie die ungebremste Tatkraft und den ungebrochenen Willen zur Aufklärung der Handelnden des Netzwerk BeroffenenForums e.V. um den Frontmann Zander.

Detlev Zander Vereinssprecher: „ Der Schutz von Kindern und Jugendlicher ist elementar. Zugleich müssen die Belange all derer, die in der Vergangenheit von Staat und Gesellschaft nicht geschützt wurden, endlich Beachtung finden. Es braucht funktionierende begleitende Hilfesysteme, denn Betroffene sexualisierter Gewalt haben nicht nur eine Vergangenheit, sondern auch eine Zukunft.“

In zahlreichen Gesprächen und Erfahrungsaustausch mit  bundesweiten  agierende und anerkannten Fachleuten konnte auf diesem Kongress, auf den Missbrauchs,-und Misshandlungsskandal in der E.v. Brüdergemeinde Korntal (bei Stuttgart) aufmerksam gemacht werden und gleichzeitig ein Feedback zum Aufklärungskonzept des Netzwerk BetroffenenForums e.V.  eingeholt werden. Gespräche mit überregionalen Vertretern sämtlicher Medien waren zu dem für die Erweiterung des Netzwerkes von herausragender Bedeutung und zeigten eindrucksvoll das bundesweite Interesse und die große Anteilnahme am Schicksal der Betroffenen. Die große Wertschätzung, der Respekt und die Anerkennung der Leistung der Handelnden des Netzwerk BetroffenenForums e.V. um Zander wurde ebenso deutlich wie der Zuspruch den eingeschlagenen Weg trotz aller Schwierigkeiten und Hindernisse weiterzuverfolgen.

Für den Verein Netzwerk BetroffenenForum e.V. dem sich zahlreiche Betroffene im Misshandlungs-und Missbrauchsskandal der Brüdergemeinde Korntal angeschlossen haben, steht längst fest: „Sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ist kein individuelles Schicksal. Kindesmissbrauch ist weltweit ein Bestandteil gesellschaftlicher Strukturen. Kindesmissbrauch betrifft alle sozialen Umfelder, Familie genauso wie, Bildungseinrichtungen, Jugendhilfeeinrichtungen und religiöse Gemeinschaften. Die Dunkelziffer von Missbrauch in all seinen Varianten ist seit Jahren unverändert hoch. Diese Tatsache muss gesellschaftlich und vor allem auch politisch endlich anerkannt werden und zur Grundlage weiteren gemeinsamen Handelns werden.“

www.heimopfer-korntal.de

Ansprechpartner:

Detlev Zander

dzander@aufarbeitung-korntal.de

Fon: 0172 / 47 14 240

 

 

Eine Antwort

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  1. Werner Boesen said, on 23. November 2016 at 15:05

    Ein Aufarbeitungskonzept zu haben ist die eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist ein Vermeidungskonzept zu haben, den sexuellen Missbrauch vermeiden zu helfen. Den absoluten Schutz gibt es nicht doch die Erwachsenenwelt muss vorbereitet sein, wenn es passiert, um mit geeigneten Massnahmen zu helfen. Folgend die Auszüge aus dem Werk von David Archard, Children Rights and Childhood, 3. Auflage 2015:
    „It would be utopian to think that child abuse is a ‚desease‘ which preventive social medicine could finally cause to disappear“ (Archard Seite 244).
    Es wäre utopisch zu denken, dass Kindesmissbrauch eine ‘Krankheit’ wäre, die durch vorbeugende Gemeinschaftsheilmittel schließlich verschwinden könnte.
    “Not only will a modest collectivism present a wide range of professionals with the opportunity to recognize the abuse of children when it occurs. It will predispose them to accept that it does occur and to act accordingly.” (Archard S. 245).
    Nicht nur das maßvolle gemeinschaftliche Vorgehen bietet einer großen Auswahl von Experten die Möglichkeit den Kindesmissbrauch zu erkennen, wenn es passiert. Es soll sie befähigen zu akzeptieren dass es passieren kann und um umgehend zu reagieren.
    Archard nennt sein Konzept „a modest collectivist proposal“ (ebenda S. 233 ff.), etwa übersetzt mit „ein maßvolles Gemeinschaftsangebot“.
    Basis seines Konzeptes sind Kinderrechte und er sieht den Vorschlag der Vereinten Nationen zur Aufnahme von Kinderrechten in die Staatsverfassungen als Basis. Letzte Woche ging nun durch die deutsche Presse die Info, dass die Justizminister der Länder die Aufnahme der Kinderrechte in das Grundgesetz befürworten und im nächsten Jahr einen Vorschlag präsentieren.
    In meinem Buch Entfremdung und Heimkehr fasse ich u.a. folgende Aspekte zusammen:
    – Kinderrechte fehlen im deutschen Grundgesetz, Deutschland bleibt Entwicklungsland.
    – Die Aussage „Liebe allein genügt nicht“ ist für Heimkinder eine Persiflage (geistiger Spott). Die Aussage geht auf Bruno Bettelheim zurück, der ein gleichnamiges Buch veröffentlichte.
    – Die Liebe ist wie der Verstand ein lebenslanger Reifungsprozess, personal und transpersonal. Dies erkennen auch viele Fachleute nicht, auch David Archard fällt es schwer, den Begriff Liebe eindeutig zu definieren und klammert den transpersonalen Aspekt weitestgehend aus.
    – Die christliche Religion postuliert die Liebe nur als göttliche Tugend (transpersonale Sicht). Für Kinder in christlich geführten Waisenhäusern ist dies eine menschliche Katastrophe.
    – Ein Kinderheim ist keine Familie, was auch David Archard feststellt. Heimkinder unterliegen dem Risiko seelischen Totschlags sowohl von Amts als auch des derzeitigen deutschen Rechts wegen.
    – Heimpädagogen gehören im übertragenen Sinne zur Gefolgschaft der „Hofnarren des Königs“, die versuchen „Kinderkäfige zu bespaßen“.

    Weiteres dazu im genannten Buch inkl. einer Übersetzung der für mich wesentlichen Aspekte zu Kinderrechten aus dem Werk von David Archard „Children Rights and Childhood“, 3. Auflage 2015 (nur in englischer Sprache erhältlich).

    Werner Boesen,
    „What the best and wisest parent wants for his own child, that must the community want for all of its children“ (John Dewey, The School and Society 1900, zitiert in Archard S. 253)
    Was die besten und klügsten Eltern für ihre eigenen Kinder wollen, das muss die Gemeinschaft für alle ihre Kinder wollen.
    „Schicksal kann man nur durch Begreifen überwinden“ (Hermann Hesse, Literaturnobelpreisträger 1946).


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