Dierk Schaefers Blog

#TELEKOM – Namen sind nicht nur Schall und Rauch.

Posted in Bürokratie, Erlebnispädagogik, Firmenethik, Kultur, Leben, Medien, Moral, News, Recht, Soziologie, Wirtschaft by dierkschaefer on 26. November 2016

Namen zeigen zuweilen, wo’s brennt. Bei der TELEKOM ist die TELEKOMmunikation verstümmelt. Das Logo zeigt’s noch deutlicher: Ein T gefolgt von drei Pünktchen – ein Offenbarungseid in Sachen Kommunikation: T

„Bin grad ohne Telefon – Telekom“, sage ich meinen Bekannten und stoße auf gequältes Mitleid. „Machen Sie sich auf fünf Wochen gefaßt!“

Ich hatte leichtsinnigerweise dem Vorschlag auf „Umstellung auf IP“ zugestimmt.

Die T hatte mir versichert, meine Fritz!Box und meine EUMEX-Anlage seien kompatibel. Ich müsse auch nicht daheim sein, das laufe alles im Hintergrund.

Aus dem Urlaub zurück war mein Telefon tot. Aber ich fand ein nicht bestelltes Paket vor mit „Speedport“ und „Speedportadapter“. Den Speedport legte ich zur Seite, ich hatte ja meine Fritz!Box, und begann zu adaptieren. Mein Telefon blieb tot.

Unter der Service-Nummer der T … begrüßte mich ein verräterisch-überbetontes „Herzlich willkommen!“ Das war der Empfangsautomat, der gleich gouvernantenhaft-helfend die Richtung wies: „Kundennummer bereit halten – Leider sind alle unsere Mitarbeiter zurzeit im Gespräch“ – und dann der an- und abschwellende Bocksgesang der Warteschleifenmusik. Bei meinen vielen Kommunikationsversuchen mit der T habe ich fast Heimatgefühle entwickelt.

Also: Fast nichts gegen die Mitarbeiter der T , die sind durchweg freundlich bemüht, einem zu helfen – und ich habe viele kennengelernt, immer wieder neue. Kontinuierliche Kommunikation ist bei T nicht möglich. Immer wieder aufs neue die Kundennummer und das Problem genannt, bis ich mich beinahe selbst als Problem wahrnahm. Nur einmal hat mich einer kommentarlos in den Orbit der Warteschleife zurück-katapultiert und einmal geriet ich an einen, der sich nur mit Produktziffern und anderen Abkürzungen verständlich machen wollte. Der Techniker, der schließlich bei mir auftauchte, ein Nerd wie er im Netz steht, befand, die Leitung sei in Ordnung – und verschwand.

Hilferuf an Fritz!Box: „Ist meine Box kompatibel?“ Keine Warteschleife, Problem geschildert. „Ich schaue nach.“ Dann ein Mail (mein Netzanschluss war zum Glück intakt geblieben): „Nicht kompatibel“.

Wieder die Warteschleife der T . „Ich will hinter die IP-Umstellung zurück!“ – „Die Rückgabefrist ist abgelaufen, 14 Tage im Fernabsatzgeschäft. Nun haben Sie einen Speedport an der Backe“(sic!). Wie beruhigend. Ich sehe mich betrogen, koppele meine Fritz!Box ab und schließe meinen (?) Speedport an. Das Telefon bleibt tot.

Wieder die Warteschleife, wieder die scheußliche Musik, und immer wieder Mitarbeiter, die mich freundlich fernsteuern für die Einrichtung des Speedports.

Entgegen der Bedienungsanleitung: „Den Adapter brauchen Sie trotzdem. — Machen Sie doch mal … dies … und das“. T : „Dann ist wohl der Adapter kaputt. Wir schicken einen neuen“. – „Wann kommt der?“

Seit einer Woche ohne Telefon, angewiesen auf mein Prepaid-Handy und immer in Kontakt mit der inzwischen fast lieb gewonnenen T .

„O, bitte, bitte, Telekom, komm, komm, komm!

Doch bei der Kommunikationsmethode der T , Automaten mit Zufallszuweisung an menschliche Mitarbeiter, da wird’s wohl noch dauern.

Auch mein Arzt sagte erfahrungsgequält: „Machen Sie sich auf fünf Wochen gefaßt!“

5 Antworten

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  1. Rosi Allingham said, on 26. November 2016 at 06:46

    Sie haben meine Anteilnahme Herr Schaefer

    • dierkschaefer said, on 26. November 2016 at 15:51

      Herzlichen Dank!

  2. mandolinchen said, on 26. November 2016 at 16:55

    Telecom? Katatropha,am besten abnabeln.
    Nehmen Sie es gelassen, Herr Schaefer, es gibt noch Schlimmeres ala Telecom,:((
    mein Mitgefühl haben Sie😦

  3. Helmut Jacob said, on 26. November 2016 at 17:40

    Wie bitte, nur fünf Wochen? Sie Glückspilz! Ich war bei der Tochter der Telekom. Oder ist es der Bruder? Auf jeden Fall hieß die Gurkentruppe 1&1. Die Firma wählte ich, nachdem Versatel meine Telefonleitung samt Internetzugang in den Ortus gejagt hat. 1&1 gelobte: Weil sie auf anderer Leitung sende, klappt alles auf Anhieb. Irrtum. Zweimal saß der Techniker sich den Hintern platt, ausgerüstet mit seinem Laptop und seiner Fritzbox. Die Leitung war platter als meine Scholle, die ich gleich verspeise. Es tröpfelte nur noch wie bei Prostata-Patienten. Ich zu UnityMedia lief am Anfang wie geschmiert. Ist seit Wochen völlig (in der Kochsprache sagt man „Abgeschissen“) gestört. Jetzt gerade funktioniert es wieder. Wer wissen will, welche Störungen ihm drohen gebe einfach im Netz ein: Störungen zB. Telekom. für Ihre drei Pünktchen hier der Link:
    http://allestörungen.de/stoerung/deutsche-telekom
    Bezeichnend auch die wenigen Kommentare dazu🙂🙂🙂
    Ich habe eins gelernt: Ein Handy ist lebenswichtig. Jetzt hab ich Prepaid für 6,99€, kann dafür 300 Min. dumm quatschen oder 300 mal simsen. Dann hab ich noch 500 Mb Surfvolumen, damit ich immer auf Ihre Seite komme. Das tröstet mich.
    Seien auch Sie getröstet, von Ihrem mitfühlendem
    Helmut Jacob

  4. […] Ersatz-Speedport-Adapter ist angekommen. https://dierkschaefer.wordpress.com/2016/11/26/telekom-namen-sind-nicht-nur-schall-und-rauch/ Habe ihn heute installiert. Das Telefon blieb tot. Also den Support per Handy angerufen. Ein […]


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